Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
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Ahrtal
12.12.2018, 08:06

AHRWEIN
06.04.2017, 09:22
WeinReich-Blog Weinmajestäten der Ahr zu Gast im Weingut Deutzerhof
Weinmajestäten „On Tour“ – seit ein paar Jahren organisiert der Ahrwein e.V. Betriebsbesichtigungen bei den Weingütern der Ahr. Im Hinblick auf die Vorbereitungen zur Wahl der Ahrweinkönigin ist es wichtig, dass die Weinköniginnen die Betriebe der Ahr und deren Betriebsphilosophien einmal kennen lernen. Aktuell waren wir zu Gast im Weingut Deutzerhof in Mayschoß. Hans Lüchau begrüßte die Majestäten im Wintergarten und hatte bereits eine interessante Probe vorbereitet. Doch zunächst tauchten wir ein in die Geschichte des Weinguts: Vor 11 Generationen wurde Caspar Cossmann 1574 zum ersten Mal in der Schuldenrolle der Burg zu Are mit seiner Frau Catharina als Weinbauer erwähnt. Deren Nachkommen gehörten mit zu den Gründungsmitgliedern der 1868 gegründeten 1. Winzergenossenschaft der Welt. Aus dieser Linie stammt auch das Weingut Cossmann. 1952 entschloss sich Alfred Cossmann aus der Genossenschaft auszutreten und seine eigenen Weine auszubauen und zu vermarkten. Er bewirtschafte damals um die 2,5 ha in und um Mayschoß. Das Geschäft florierte und er verkaufte seinen Wein sowohl an Privatleute als auch an die Gastronomen der Ahr. Schwerpunkt bildeten die leichten, milden und lieblichen Rotweine, welche damals sehr im Trend lagen. 1977 heiratete seine einzige Tochter Hella den Steuerfachmann Wolfgang Hehle. Dieser hatte Gefallen an der Arbeit des Winzers gefunden und ging bei seinem Schwiegervater in die Lehre. Als Fremdprüfling bestand er 1982 die Prüfung zum Winzermeister. Wolfgang Hehle lernte viel von seinem Schwiegervater Alfred. Wie in der Geschichte des Weinbaus im Ahrtal beschrieben, strebte er aber nach besseren Qualitäten. Innerhalb weniger Jahre änderte er den Ausbaustil der Weine komplett. Im Weinberg wurde jetzt Naturverbunden gearbeitet. Der Rebstock wurde so stark zurück geschnitten, dass nur eine geringe Anzahl an Trauben überhaupt wachsen konnte. Nach einer schonenden Gärung mit den Hefen des Weinbergs, mussten die Weine 9 Monate im Keller in Barriques reifen, bevor diese in Flaschen gefüllt wurden. Auch auf die Qualität der Lagen wurde geachtet. Durch Zukauf und Pacht wurde der Betrieb immer größer und breitete sich immer mehr Richtung Rhein aus. Das Stammhaus in der Dorfstraße bot bald nicht mehr genügend Platz. Deswegen entschied sich die Familie auf dem Grundstück Deutzerwiese einen Aussiedlerhof zu bauen. Es handelte sich um geschichtsträchtigen Grund und Boden. An dieser Stelle stand früher eine Außenstelle des Klosters zu Deutz / Köln. 1812 wurden aber die Weinbau betreibenden Mönche durch die Säkularisierung Napoleons zurück ins Mutterhaus berufen. Auf alten Steuerkarten von Mayschoss kennzeichnet der Vermerk Deutzerberg die ehemaligen Weinberge des Klosters. 1980 wurde das neue Weingut gebaut. Da der Name Cossmann mit der nächsten Generation seine Spur verlassen würde, entschied die Familie sich das Weingut Deutzerhof zu nennen und diesem somit einen Erbfolge unabhängigen Namen zu geben. Wolfgang Hehle baute die Weine jetzt überwiegend trocken aus. Durch die qualitätssteigerden Maßnahmen wurde natürlich weniger Wein produziert. Folglich wurden die Weine auch teurer. Das Weingut verlor innerhalb von zwei Jahren einen Großteil seines Kundenstammes. Zum einen fanden die Kunden Ihre gewohnten Weine nicht mehr und zum anderen waren die Preise gestiegen. Eine spannende Zeit für die ganze Familie! Wie so oft im Leben spielten verschiedene Komponenten zusammen. So wurden die neuen Qualitäten von Wolfgang Hehle auf einmal deutschlandweit entdeckt und er gewann diverse Preise und Auszeichnungen. Dieses brachte wiederum viele neue, interessierte und auch zahlungswillige Kunden ins Weingut. Ca. 45.000 bis 50.000 Flaschen werden jährlich gefüllt. Trotz des Exports in Be-Ne-Lux, Schweiz, Skandinavien und Japan wird der Hauptteil der Weine in Deutschland vermarktet. Jedes Jahr wird wieder investiert und die 1993 gebaute Erweiterung scheint schon wieder zu klein. In der geschmackvollen Turmstube des Weinguts finden nicht nur Weinproben, sondern auch exklusive Diners und Hochzeiten statt. Im Keller arbeitete Wolfgang Hehle schon länger mit seinem Sommelier und Freund Hans-Jörg Lüchau zusammen, der seit 2001 zum Deutzerhof-Team gehört und seit dem viel zu frühen Tod von Wolfgang Hehle die Verantwortung für den Ausbau der Weine übernahm. Heute bewirtschaftet das Weingut rund 7 ha Rebfläche, der es seit Jahren in die Top-100 der deutschen Winzer geschafft hat. Im renommiertesten deutschen Weinführer, dem GaultMillau WeinGuide, wird das Weingut mit 4 Trauben, als exzellenter Betrieb und zu den besten Deutschlands zählend erwähnt. Zunächst probierten wir einen Riesling und einen Rosé, ehe wir uns im Rotweinbereich vom Basis-Segment zum Grossen Gewächs bewegten. Zum Abschluss kredenzte Hans Lüchau noch eine Riesling-Auslese und bedauerte, dass die Minus-Temperaturen an der Ahr seit einigen Jahren nicht für einen Eiswein ausreichen. Ein großes Dankeschön an Hans-Lüchau für den schönen Abend!
AHRWEIN
05.04.2017, 13:04
WeinReich-Blog Probe-Essen für den „Burgunder-Abend“
Eins steht fest, der Burgunder-Abend ist nicht nur „schmückendes Beiwerk“ des Frühburgunder-Forums am Folgetag sondern hat sich bereits nach 2 Veranstaltungen zu einer beliebten Veranstaltung bei kulinarischen Weinliebhabern entwickelt. Das nicht einfach ein Menü festgelegt wird und ein paar Weine mitgebracht werden, sollte allen Gästen bewusst sein. Nein, die Winzer des Ahrwein e.V. pochen auf […](Visited 115 times, 1 visits today)
AHRWEIN
05.04.2017, 12:59
WeinReich-Blog Zu Gast beim „Pinot-Excellence-Dinner“ beim Spätburgunder-Symposium
Bereits zum dritten Mal trafen sich am 11./12. März Weinexperten, Sommeliers, Spätburgunder-Erzeuger der Spitzenklasse und Journalisten zum weltweit größten Spätburgunder-Event im Dorint Parkhotel in Bad Neuenahr. Zwei Tage lang stand die finessenreichste rote Rebsorte im Fokus der Fachwelt –Der Spätburgunder. Am Samstag standen Fachvorträge und kommentierte Pinot-Noir-Raritätenverkostungen im Fokus der Veranstaltung. Weltweit anerkannte Dozenten beleuchteten […](Visited 78 times, 1 visits today)
Jasmin Koch
20.07.2016, 09:44
WeinReich-Blog Location Scouting 360° Videos Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
360° ist ein neues Videoformat, welches virtuelle Eindrücke der Gastlandschaften Rheinland-Pfalz per 360° Rundumblick ermöglicht. Die Videos werden mit einer Kamerakonstruktion, die aus insgesamt sechs Einzelkameras besteht, aufgenommen, mit einer speziellen Software geschnitten und können so in 360° ausgespielt werden. Anzuschauen sind die neuen Videos ist fast jeder Lebenslage: Desktop-PC, Laptop, Tablet und Smartphone spielen den 360°-Genuss problemlos ab. Erste 360°-Videos aus den Gastlandschaften präsentierten wir im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2016. Diese 360°-Videos stehen unter http://360.gastlandschaften.de/  zur Verfügung. Nun gehen wir diesen spannenden Weg der modernen Technik weiter und produzieren unter einem neuen Konzept eine 360° Video-Strecke für die Gastlandschaften Rheinland-Pfalz. Im Rahmen dessen waren wir am Samstag, Sonntag und Montag schon mal unterwegs, um Locations in Rheinland-Pfalz zu besuchen, an denen voraussichtlich gedreht werden soll. [caption id="attachment_14724" align="alignnone" width="300"] Blick auf die Mosel und ihre Weinreben/Quelle: Jasmin Koch[/caption] [caption id="attachment_14728" align="alignnone" width="300"] Burg Eltz in der Eifel/Fotograf: Dominik Ketz[/caption] [caption id="attachment_14727" align="alignnone" width="300"] Reichburg Cochem an der Mosel/Fotograf: Dominik Ketz[/caption] [caption id="attachment_14725" align="alignnone" width="300"] Kurpark in Bad Neuenahr/Quelle: Jasmin Koch[/caption] Die Bilder spiegeln nur einen kleinen Teil aller Locations wieder, welche besucht wurden. Es waren spannende Tage, mit vielen neuen Eindrücken, die unheimlich Lust auf die kommenden Filme machen. Wir hoffen, euch diese bald präsentieren zu können und halten euch auf dem Laufenden!  
Gundula
14.07.2016, 14:41
WeinReich-Blog Die rheinland-pfälzischen Weinregionen – Das Ahrtal
Die Vorstellung der Regionen beginnt ganz im Norden des Landes im Ahrtal, welches mit seinen 560 Hektar Rebflächen zu den kleinsten Weinbaugebieten Deutschlands zählt. "Klein aber fein" bewährt sich hier in jeder Hinsicht. In den 90er Jahren wurde das Gebiet für seine Rotweine bekannt und gilt seitdem als Rotweinparadies Deutschlands. Das milde Klima des steilen Flusstals bietet ein optimales Umfeld für Früh- und Spätburgunder. Ein köstliches Duo bildet der rote Rebensaft mit dem traditionellen Döppe-Kuchen. Weitere kulinarische Höhepunkte und regionale Spezialitäten sind in der ansässigen Sternegastronomie oder den Straußwirtschaften zu genießen. Die Weinveranstaltungen an der Ahr erstrecken sich von traditionellen Wein- und Hoffesten bis zu weinkulinarischen Events. Neben Spitzenweinen gibt es mit den Wander- und Radwegen, entlang von Felsen und Weinbergen, reichlich Abwechslung für Naturfreunde und Sportbegeisterte an der Ahr. Die Infografik veranschaulicht noch einmal die Besonderheiten in der Weinregion Ahr.
Gundula
17.06.2015, 14:01
WeinReich-Blog W wie Wasser, Welterbe und Wein: Infografik zum Weinanbau in Rheinland-Pfalz
Das Bundesland Rheinland-Pfalz ist der Weinkeller Deutschlands, denn hier wachsen und reifen in insgesamt sechs Weinanbaugebieten mehr als 70% des gesamtdeutschen Weinertrags. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es in ganz Deutschland 13 Weinregionen gibt. Die Herkunft der edlen Tropfen erkennt man dabei nicht nur auf dem Etikett, sondern auch am Geschmack. Denn die einzigartige Landschaft, die kulturellen Besonderheiten und die klimatisch optimalen Bedingungen verschmelzen zu kulinarischen Hochgenüssen. So zeugen beispielsweise aromatische und vollmundige Rotweine, vor allem Spät- und Frühburgunder, vom traditionsreichen Weinanbau im Ahrtal (Weinregion: Ahr) – schon die Römer legten hier die ersten Schieferhänge an. Auch im Mittelrheintal mit seinen verwinkelten Burgen und märchenhaften Schlössern finden sich die tiefroten Burgundertrauben. Am bekanntesten ist diese Weinregion jedoch für ihre spritzigen Rieslingweine. Gleiches gilt für das Flusstal der Region Mosel-Saar (Weinregion: Mosel), wo die edlen Tropfen auf steilen Terrassen gedeihen. Die teils schroffen Felsformationen an der Nahe bringen hauptsächlich prickelnd frische Weißweine wie Weißburgunder und Rivaner, aber natürlich auch Riesling hervor. Gekühlt genossen, versprühen sie exotisch-fruchtige Aromen. Von der vielfältigen Vegetation, insbesondere der arteinreichen Flora, wie sie im Pfälzerwald (Weinregion: Pfalz) zu finden ist, werden die edlen Tropfen aus dem Süd-Osten des Landes geprägt. Aromen von Kräutern, Nüssen und Gräsern nehmen Einfluss auf den Geschmack dieser Weine. Im größten der rheinland-pfälzischen Weinanbaugebiete, Rheinhessen, gibt es eine besondere Vielfalt verschiedener Weiß- und Rotweinsorten, darunter auch Auxerrrois, Portugieser oder die eher frühreife Rotweinsorte Dornfelder. Wie die sechs Weinanbaugebiete in Rheinland-Pfalz nun genau heißen, wo welche Rebsorten angebaut werden und welches Gebiet das Ertragsreichste ist, verdeutlicht die nachfolgende Infografik. [caption id="attachment_14240" align="aligncenter" width="701"] Infografik zum Weinanbau in Rheinland-Pfalz[/caption] Ihnen hat die Infografik gefallen? Integrieren Sie diese Darstellung auf Ihrer Webseite oder in Ihrem Blog! Einfach den passenden HTML-Code kopieren.  
Manes Meckenstock
07.01.2015, 15:15
WeinReich-Blog Auf Weinreise an die Ahr – Tag 3
Nachdem ich an Tag 1 meiner Weinreise an die Ahr unter anderem den Rotweinwanderweg und die Veranstaltung Uferlichter und an Tag 2 - neben diversen Weinproben und weiteren Highlights - die beeindruckende Dokumentationsstätte Regierungsbunker zu Gemüte geführt habe, starte ich nun zu meinem letzten Tag im Ahrtal. Wenn ich schon in einem Kurort bin, dann möchte ich auch ins Bad und besuche die Ahrthermen. Diese muten wie ein Raumschiff an, das hier gelandet ist. Eine eigene Quelle sorgt für das berühmte Mineralwasser. Aus vulkanischer Tiefe schießt es aus dem Boden, wird gereinigt und die Badelandschaft damit befüllt. So badet man bei fast schon karibischen 31° C Grad in warmem Süßwasser mit viel Kohlensäure und fühlt das sanfte Prickeln auf der Haut. Ich fühle mich wie eine Erdbeere in Sekt - warum in Champagner baden, wenn die Ahr liegt so nah :-). In verschiedenen Becken kann man sowohl innen als auch außen die Therme genießen, eine zusätzliche Saunalandschaft bereichert das Angebot. Vier Stunden kosten 13 € und sind ihr Geld wert. [caption id="attachment_13960" align="alignnone" width="221"] Wellness und Entspannung in den Ahrthermen[/caption] Nach soviel Gesundheit gönne ich mir zum krönenden Abschluss noch das Gegenprogramm: eine Probe bei der Winzergenossenschaft Dagernova. Nach dem mittelalterlichen Namen für Dernau hat sich diese  Interessengemeinschaft benannt und setzt als Weinmanufaktur hohe Ansprüche an sich und ihre Produkte, zumal jede zweite Flasche, die an der Ahr verkauft wird, aus eine der drei Winzergenossenschaften kommt. Thomas Monreal beginnt die Weinprobe mit Weißweinen – und das an der Ahr - und ich finde es spannend, als erstes Glas einen lebendigen und fruchtsüßen Kerner angeboten zu bekommen (der übrigens Klasse hat). Neue Wege möchte man damit gehen – Kellermeister Günter Schüller hat eine ganze Kollektion von Einsteigerweinen gekeltert, die auch einem erfahrenen Trinker Spaß machen. Ein sehr unterstützenswerter Gedanke: im Zeitalter von Alcopops die „Jugend“ mit süffig-sauberen Säften zu gewinnen. Und auch hier verblüffen mich einige traumhafte Rotweine - das wäre vor zehn, zwanzig Jahren undenkbar gewesen! Ich freue mich riesig über diese Weiterentwicklung, und wenn Sie sich selbst ein eigenes Bild machen mögen: alles klar - ab an die Ahr! Und wenn´s nicht so schnell klappt, haben wir für Sie ein paar Eindrücke in einem Probe-Paket zusammen gepackt... Probe-Paket: - Dagernova Weinmanufaktur, 2013 Ahr Spätburgunder trocken, 8,20 € - Weingut Burggarten, 2013 Vulkangestein Spätburgunder trocken, 8,80 € - Weingut Peter Lingen, 2013 EVOLUTION Spätburgunder trocken, 11 € - Weingut H.J. Kreuzberg, 2013 Neuenahrer Spätburgunder, 17 € Preis pro Paket (4 Flaschen inkl. Porto) 45 € Bestellung an info@ahrwein.de.
Manes Meckenstock
07.01.2015, 14:47
WeinReich-Blog Auf Weinreise an die Ahr – Tag 2
Nach einem großartigen ersten Tag im Ahrtal, unter anderem mit Besuchen des Rotweinwanderwegs und der Veranstaltung Uferlichter starte ich heute zu Tag 2: Nach einem großartigen Frühstück (Kompliment an Bäcker und Metzger!) besichtigen wir den ehemaligen Bunker der Bonner Regierung. In zwei ehemaligen Eisenbahntunneln wurde in Zeiten des Kalten Krieges unter größter Geheimhaltung ein  Ausweichsitz der […](Visited 448 times, 1 visits today)
Manes Meckenstock
07.01.2015, 14:08
WeinReich-Blog Auf Weinreise an die Ahr – Tag 1
„Machen wir ne Herrentour an die schöne Ahr, trinken wir Burgunder nur, das ist sonnenklar...“ Mit diesen Zeilen beginnt das berühmte Altbierlied, das auch von den Toten Hosen gegrölt wurde. Nun darf ich dahin, um das Pauschalangebot Burgunderromanze zu testen. : Tag 1: Die Ahr ist das nördlichste Weinanbaugebiet von Rheinland-Pfalz und das nächste an den Ballungsgebieten von NRW. Für mich als Düsseldorfer ist die Anreise ein Kinderspiel: mit dem PKW schafft man die 100 Kilometer in nem guten Stündchen, mit dem Zug steige ich in Bonn oder Remagen um in den Ahr-Express und brauch ne halbe Stunde länger... Und ein Auto braucht man nicht wirklich: das Gebiet ist gut erschlossen, und ein Taxi kostet hier auch nicht die Welt. Ich war schon oft an der Ahr, weil sie mir so nah ist und finde ihren Wandel wunderbar. Früher der Ballermann des Rheinlandes, entwickelt sich aus dem stürmischen Kind mittlerweile eine schwungvolle Schönheit. Untergebracht bin ich im Weingut und Weinquartier Burggarten in Heppingen, einem 4-Sterne-Hotel mit 14 Themenzimmern, die nach Trauben benannt sind: Domina Kammer oder Grauburgunder Gemach, ich bekomme das Riesling Kabinett. Die Einrichtung ist einladend, von einem kleinen Balkon kann man in einen schön gestalteten Innenhof gucken (und evtl. auch rauchen). Jedem Zimmer ist im Keller eine kleine Schatzkammer zugeordnet, die man nur mit seinem Schlüssel geöffnet bekommt. So kann man sich sein abendliches Fläschchen mit auf´s Zimmer nehmen wie eine geborgene Kostbarkeit - und das sind die Weine des  Weingutes Burggarten wirklich; nicht umsonst bekamen die Schäfers 2013 den Deutschen Rotweinpreis! [caption id="attachment_13951" align="alignnone" width="200"] Die Zimmer im Weinquartier sind nach Reben benannt[/caption] Der Betrieb gehört mit seinen 15 Hektar zu den Top-Weingütern der Ahr. Der Keller ist auf dem neuesten Stand und Winzer Paul IV. zeigt ihn gerne: keine Fässer aus Ami-Holz, sondern aus Franz-Eiche erwarten die Burgunder, was man bei der anschließenden Verkostung auch schmeckt! Kein Sägewerk im Mund, sondern klare und kräftige Frucht überzeugen, und als Mama Schäfer dann noch mit einem verträumten Vesper-Teller um die Ecke biegt, möchte man gar nicht mehr aufstehen. Mach ich dann aber doch, weil ich mir nämlich vorgenommen habe, mir die nächste Weinprobe zu Fuß zu erlaufen. In Ahrweiler beginne ich den Rotweinwanderweg und es macht schon großen Spaß, sich hier oben durch pusten zu lassen. Am Aussichtsturm „Bunte Kuh“ genieße ich den Blick über´s Ahrtal, das sich mehr und mehr in eine Steillagenlandschaft entwickelt. Für einen Zwischen-Schoppen bietet sich das Weingut Kloster Marienthal mit seiner guten Gastronomie an. [caption id="attachment_13952" align="alignnone" width="300"] Beschilderung am Rotweinwanderweg[/caption] Nach zwei Stunden Marsch komme ich in Dernau an und freu mich auf das Weingut Kreuzberg. Kellermeister Albert Schamaun hat im Burgund Weinbau studiert und seine Erfahrungen mit eingebracht. Was hier als Großes Gewächs ins Glas kommt, ist bei einer Blindverkostung nicht von den französischen Burgundern zu unterscheiden: großartig und zu Recht hochdekoriert. Und trotzdem wirken Ludwig Kreuzberg und sein Geschäftspartner Frank Josten ausnehmend herzlich und geerdet und im Sommer gibt’s sogar eine kleine Straußwirtschaft. Nach der Weinprobe hab ich schon leicht die Lampe an und passe damit wunderbar zu den Uferlichtern, einer wunderschönen Winteraktion im Kurpark von Bad Neuenahr. Sehr stimmungsvoll sind mit vielen Lämpchen und Lichtern Pavillons und Büdchen in Szene gesetzt und laden zum Flanieren ein – und das Gott sei Dank nicht so rummelig wie auf mancher Christkind-Kirmes. Gemächlich, gemütlich und genussvoll geht’s hier zu. Sehr empfehlenswert sind die Wildspezialitäten vom Jagdhaus Rech und die entmuffte Regionalküche bei Stefan Steinheuer. Der bietet Döppekuchen oder Sauerkraut mit Würsten an; dies zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis (bis 10 €) und das als der Sternekoch der Ahr, einfach nur galaktisch! [caption id="attachment_13953" align="alignnone" width="300"] Die Uferlichter in Bad Neuenahr-Ahrweiler[/caption] Und so leuchten mir die Uferlichter und die Sterne den Weg heim und ich plumpse satt und matt ins Bett...
Victoria
17.12.2014, 09:38
WeinReich-Blog Winterwandern durch die Weinregionen
Zugegeben, der Schnee scheint in Rheinland-Pfalz momentan noch in weiter Ferne. Aber wenn er dann endlich da ist, heißt es sofort raus, und die weiße Pracht so lang es geht genießen. Damit Ihr dann schnell wisst, wo es am schönsten ist, haben wir jetzt schon einmal ein paar Tipps für Euch. Denn besonders die Weinregionen eignen sich wunderbar für einen verträumten Schneespaziergang. Vorbei an glitzernden, eisüberzogenen Reben, die entweder auf sanften Hügeln oder an steilen Hängen wachsen, kann man eine solche Unternehmung vielerorts mit einem Gläschen (Glüh-)Wein verbinden und zum Abschluss gemütlich einkehren. Zum Beispiel im Ahrtal: Unter dem Motto "In Winter Veritas" bieten zahlreiche Winzer und Künstler ein Programm, das Lust macht auf einen winterlichen Abstecher auf den Rotweinwanderweg oder den roten und blauen Ahrsteig, wie der folgende Beitrag zeigt: [audio:http://blog.wein-reich.info/wp-content/uploads/2014/12/01_beitrag_in_winter_veritas.mp3] Aber auch die anderen rheinland-pfälzischen Weinregionen lohnen einen winterlichen Abstecher raus ins Freie. Ein ganz besonderer Anblick am Romantischen Rhein und an der Mosel sind zum Beispiel die steilen Weinterrassen, wenn sie von Schnee bedeckt sind. Durch den Schnee zeichnen sich die vielen, teils uralten Mauern viel deutlicher ab als im Sommer und verraten, wie viel Mühe die Winzer hier Jahr für Jahr investieren. [caption id="attachment_13909" align="alignnone" width="1024"] Winterliche Weinberge bei Winningen an der Mosel[/caption] Im Naheland glitzern im Winter die Eiskristalle mit den Edelsteinen um die Wette, für die die Region berühmt ist und die man zum Beispiel im Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein bewundern oder auch gleich in einem der Stollen selbst schürfen kann. Rheinhessen verzaubert im Winter mit tausend sanft gewellten, schneebedeckten Hügeln, die zu einem ausgedehnten Spaziergang einladen. Und zwei gute Tipps für die Einkehr hinterher gibt es gleich mit: Entweder Sie besuchen eine der zertifizierten Vinotheken und tauchen ein in die Welt der rheinhessischen Weine, oder Sie wärmen sich in einer der zahlreichen "Kuhkapellen" wieder auf, alte, ehemals zur Viehhaltung genutzte Kreuzgewölbe, die mittlerweile vielerorts in ausgezeichnete Gastronomien umfunktioniert wurde. Wer noch weiter südlich wohnt, den könnte seine Winterwanderung schließlich durchs Pfälzer Rebenmeer führen. In der endlosen Weite zwischen abertausenden von Weinstöcken kann man die klare Luft in sich aufsaugen, ganz zu sich kommen und die himmlische Stille um sich herum genießen. Weitere Tipps rund ums Winterwandern in Rheinland-Pfalz, Tourenvorschläge und mehr gibt es übrigens auch hier.
Victoria
10.12.2014, 15:43
WeinReich-Blog Heißer Tipp für kalte Tage: Selbstgemachter Winzerglühwein
Die Weihnachtsmärkte im ganzen Land haben wieder geöffnet und vor allem die Glühweinstände erfreuen sich dabei ungebrochener Beliebtheit. Was gibt es denn auch schöneres, als sich nach einem Bummel in - zwar bisher noch nicht wirklich arktischer, aber doch kalter - Luft vorbei an den verschiedenen Buden mit einem leckeren Heißgetränk wieder aufwärmen zu können. [caption id="attachment_13875" align="alignnone" width="566"] Glühweingenuss auf dem Weihnachtsmarkt Speyer. Quelle: Pfalz.Touristik e.V.[/caption] Egal ob rot oder weiß - meistens ist für jeden Geschmack das passende dabei. Da auf den Weihnachtsmärkten aber große Mengen umgesetzt werden, wird  dort meistens entweder industriell schon komplett fertig vorproduzierter Glühwein verkauft oder der Wein wird lediglich noch mit einer Glühwein-Fertigmischung angesetzt.  Das schmeckt natürlich trotzdem gut - aber wer schon einmal einen echten selbstgemachten Winzerglühwein probiert hat, wird den Unterschied schmecken. Winzerin Kerstin Müller erklärt, warum: [audio:http://blog.wein-reich.info/wp-content/uploads/2014/12/02_muellers_gluehwein.mp3] Solcher Winzerglühwein wird mittlerweile mehr und mehr angeboten, ist laut Deutschem Weininstitut sogar "in". Besonders natürlich in den Weinregionen selbst. Nicht jeder aber wohnt natürlich in der Nähe einer solchen oder kann seinen Winterspaziergang so legen, dass er in der Nähe eines Winzer-Glühweinstandes mündet. Das macht aber nichts, denn schließlich kann man einen leckeren Glühwein auch ganz einfach und schnell selber machen. Hierfür nehme man je nach Vorliebe einen heimischen Rot- oder Weißwein. Generell gibt bei der Weinauswahl: Je lieblicher der Wein von sich aus ist, desto weniger muss nachgesüßt werden. In diesem Zusammenhang auch ein Tipp von Winzerin Theresa Breuer: Weniger künstliche Süße lässt mehr Raum für die eigenen Fruchtaromen des Weines. [audio:http://blog.wein-reich.info/wp-content/uploads/2014/12/03_breuer_qualitaet_roter_gluehwein.mp3] Aber, und das ist einer der Vorteile von selbstgemachtem Glühwein, letztendlich kann das jeder nach seinem eigenen Geschmack entscheiden. Auch für die Wahl der Rebsorte gibt es von den Experten ein paar Empfehlungen: Für roten Glühwein eignen sich besonders gerbstoffarme Rotweinsorten, wie beispielsweise Portugieser oder Spätburgunder, für weißen Glühwein Sorten mit milder Säure wie Silvaner oder Müller-Thurgau. Genießer, die es dagegen etwas würziger mögen, können auch Dornfelder (rot) oder Riesling (weiß) verwenden. Den Wein süßt man dann je nach Geschmack Kandis oder Honig, und fügt eine in Scheiben geschnittene ungespritzte  Orange (oder bei kleiner Menge nur eine Hälfte), vier Gewürznelken sowie eine Stange Zimt hinzu. Dann wird der Wein bei mittlerer Hitze erwärmt (nicht gekocht, da sonst Aromen verloren gehen), anschließend lässt man ihn bei schwacher Hitze noch ca. 15 Minuten ziehen. Vor dem Verzehr dann die Gewürze aus dem Wein entfernen und am besten in Tee- oder Groggläsern servieren. Was bleibt uns zum Schluss noch zu sagen? Eigentlich nichts, außer: Zum Wohl, lasst es Euch schmecken!
Christian
29.08.2014, 11:31
WeinReich-Blog WeinRallye #77 – Rosé von der Ahr zu Avocado-Carpaccio mit Rosen von Graved Lachs & Creme Fraiche
Der Rosé ist ein schönes Thema für den August - für mich ist er der Inbegriff von Urlaub.  Und das nicht nur in der Provence, wo er sehr gerne getrunken wird, sondern auch bei uns im schönen Ahrtal. Das VDP-Weingut Deutzerhof aus Dernau an der Ahr macht einen ausgezeichneten Rosé aus Spät- und Frühburgunder mit dem Namen "Toujours". Er hat tolle Fruchtaromen von Erdbeeren und eine schöne Balance zwischen Säure und Süße. Mein Food-Pairing dazu ist nicht nur optisch sondern auch geschmacklich sehr passend. Der Graved Lachs ist zu kleinen Rosen gedreht, wobei sie sehr schön die Farbe des Weines aufnehmen. Hinzukommt, dass sich die cremigen Aromen der Avocado wunderbar mit dieser tollen erdbeerigen Frucht vertragen. Der Lachs dazu bringt Würze und Spannung. Avocado-Carpaccio mit Rosen von Graved Lachs & Creme Fraiche Zutaten für 4 Personen: 2 reife Avocados 200g Graved Lachs 1 Bund Schnittlauch 50ml Graved Lachs Sauce 150g Creme Fraiche 1 Zitrone Olivenöl Salz Zubereitung: Avocado halbieren und den Kern entfernen. Die Hälften dann noch einmal vierteln und von den Vierteln vorsichtig die Haut abziehen. Diese Viertel dann in schöne dünne Scheiben schneiden und fächerförmig auf einem Teller auslegen. Die Zitrone auspressen und den Saft über dem Avocado-Fächer verteilen. Die Lachs-Tranchen einzeln auf ein Brett legen und zu einer Rolle drehen. Diese dann aufstellen und die einzelnen “Blütenblätter” leicht nach unten fächern. Die Rosen dann neben die Avocado aufstellen. Graved Lachs Sauce mit Creme Fraiche vermischen, mit Salz abschmecken und über den Fächer verteilen. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden und darüber streuen.
Victoria
20.08.2014, 15:38
WeinReich-Blog Neuer WeinReich-Podcast ist da: Jungwinzer – Frischer Wind im Weinberg
In den rheinland-pfälzischen Weinbaugebieten herrscht seit einigen Jahren Aufbruchsstimmung. In vielen Weingütern steht ein Generationswechsel an oder wurde gerade vollzogen. Und mit ihm kommt eine junge Generation Winzer ans Ruder, die einen wichtigen Drahtseilakt perfekt beherrscht: Sie bewahren Traditionen und führen ihre Betriebe gleichzeitig in die Moderne. [caption id="attachment_13566" align="alignnone" width="300"] Junger Winzer bei der Arbeit im Weinberg[/caption] Dieses behutsame "Umstyling" umfasst alle Bereiche, von der Arbeit im Weinberg über Kellertechnik bis hin zu kreativen und ungewöhnlichen Vermarktungsideen. Da werden Etiketten neu gestaltet, alte Bausubstanz behutsam restauriert, neue Probierräume entworfen, die nicht nur praktikabel, sondern auch architektonisch äußerst sehenswert sind, neue Rebsorten und Ausbautechniken ausprobiert oder neue Geschäftszweige wie der Tourismus aufgenommen. Nicht immer vollzieht sich der Generationswechsel vollkommen ohne Reibungspunkte, aber in den allermeisten Fällen stehen die Eltern voll hinter den  neuen Ideen ihrer Sprösslinge und stehen bei Bedarf jederzeit gerne zur Unterstützung und für den einen oder anderen guten Rat parat. Unterstützung erhalten die Jungwinzer aber nicht nur von der älteren Generation, sondern auch von ihresgleichen. Nach dem Prinzip "Nur gemeinsam sind wir stark" tun sie sich in Initiativen wie zum Beispiel Generation Riesling, SchlAHRVino, Nahe7 oder Gipfelstürmer zusammen und unterstützen sich gegenseitig bei ihrem Tun. Was sie alle eint ist die Begeisterung für das Produkt und das Bestreben, immer das bestmögliche aus dem Wein herauszukitzeln. So führen sie nicht nur ihre eigenen Betriebe, sondern auch den rheinland-pfälzischen Weinbau an sich langsam aber sicher in ein neues Zeitalter. Und es macht großen Spaß, ihnen dabei zuzuschauen oder - wie im Falle unseres neuen Podcasts, zuzuhören: http://pod.bubm.de/rhlp/51rhlp.mp3  
Weinblog
29.07.2014, 11:19
WeinReich-Blog Strausswirtschaften in Rheinland-Pfalz: Sekt, Prosecco oder doch lieber Wein?
Wenn man Einheimische fragt, was den Reiz von Rheinland-Pfalz ausmacht, werden diese vermutlich als erstes von der landschaftlichen Attraktivität mit seinem mediterranen Klima schwärmen. Nicht zu vergessen natürlich sind die romantisch anmutenden Weinbaugebiete, die zu Wanderungen und Erkundungstouren der kulturellen Sehenswürdigkeiten unter anderem entlang der Deutschen Weinstraße einladen. Für Genießer, Wanderfreunde und Weinliebhaber stellt die Pfalz zwischen dem Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach und Bockenheim ein wahres Paradies dar, denn die rund 85 Kilometer lange Ferienstraße verbindet die Hügellandschaften der Pfalz mit seinen bekannten Weinorten über zahlreiche Wanderwege. Genuss pur: Wein, Sekt und Prosecco in den rheinländischen Strausswirtschaften Einen besonderen Stellenwert in den rheinland-pfälzischen Weinbaugebieten nehmen die Strausswirtschaften ein. Auch unter dem Namen Besenwirtschaft oder Besenschänke bekannt, öffnen Winzer und Weinbauern für rund vier Monate im Jahr ihre privaten Gastbetriebe. Bei dieser Gelegenheit kann selbst erzeugter Wein, Sekt oder Prosecco verkostet werden. Gastfreundlichkeit wird in Rheinland-Pfalz bekanntlich groß geschrieben und es gibt wohl kaum eine angenehmere Art, Land und Leute bei regionalen Spezialitäten nebst erlesenen Rebsäften kennenzulernen. Nicht Einheimische werden vermutlich eine Übersetzung der Speisekarte benötigen, denn wenige Norddeutsche wissen, was sich hinter den kulinarischen Spezialitäten wie Spundekäs, Bibbeliskäs oder Saumagen verbirgt. Doch bevor man sich nun für bereits bekannte Köstlichkeiten wie Zwiebel- und Flammkuchen und Wurstplatte entscheidet, möchten wir unbedingt empfehlen, die abgetretenen Pfade zu verlassen, sich auf das Abenteuer Rheinland-Pfalz einzulassen und gänzlich unbekannte regionale Gerichte zu probieren. Gleiches gilt auch für die Wahl der Getränke, denn es muss nicht immer Wein sein. Natürlich sollten Sie sich Riesling, Grüner Silvaner und Kerner ebenso wenig entgehen lassen wie den beliebten Spätburgunder, Dornfelder oder Portugieser. Aber auch prickelnder Sekt und Prosecco, als Schaum- oder Perlwein, sorgt z.B. an der Deutschen Weinstraße für eine erfrischende Wanderpause. Wein, Sekt und Prosecco: Weinfeste entlang der Deutschen Weinstraße Wie wichtig die Weinkultur in Rheinland-Pfalz ist, ist auch an der Vielzahl der Weinfeste zu erkennen, die mit Beginn der Mandelblüte beginnen und im Spätherbst enden. Ob in den Städten, wie Bad Dürkheim mit seinem bekannten Dürkheimer Wurstmarkt, dem weltweit größten Weinfest oder in den idyllischen Weindörfern und Kleinstädten wie Ingelheim am Rhein. Auch bei den Weinfesten lohnt sich eine Stärkung mit den angebotenen regionalen Spezialitäten, bei dem Wein, Sekt und Prosecco sicher nicht fehlen dürfen. Dass es qualitative Unterschiede hinsichtlich der regionalen Rebsäfte und den Angeboten im Supermarkt gibt, dürfte jedem Genießer klar sein. Besonders beim Prosecco scheiden sich die Geister, wie man hier in diesem Test sehen kann. Genau aus diesem Grund sollte man die entspannende Zeit in Rheinland-Pfalz unbedingt genießen, um bei einer Weinprobe die Seele baumeln zu lassen. Bilder: Commons-Wikimedia, Pixelio
Ahrweinkönigin
17.04.2014, 14:51
WeinReich-Blog Tag der offenen Weinkeller im Ahrtal
Am letzten Samstag war es wieder so weit: 16 Weingüter an der Ahr öffneten, teilweise zum dritten Mal, ihre Keller für die Besucher des Tag der offenen Weinkeller. Meine Reise begann in der ältesten Winzergenossenschaft der Welt in Mayschoß. Zwei Stationen waren im Fasskeller aufgebaut, an denen wir eine Auswahl an Weiß- und Rotweinen präsentiert bekamen. [caption id="attachment_11774" align="alignnone" width="452"] Holzschnitzerei auf Weinfass der Winzergenossenschaft Mayschoß[/caption] Weiter ging es von dort nach Rech, wo ich persönlich eine echte Überraschung erleben durfte. Ich probierte einen 2013er Portugieser Blanc de Noir, sowie einen Spätburgunder gereift an alten Reben von einem kleinen Familienweingut. Mit die neuste Technik durfte ich in der Dagernova Weinmanufaktur in Dernau bewundern, an welcher die Winzer ihr kostbares Traubengut abliefern. Von dort aus ging es weiter zu einer kleinen Auffrischung der Sensorik. Verschiedene Obstsorten & Gewürze standen zur Geruchsprobe bereit. Das neu erlangte Wissen konnte in einer Blindprobe mit schwarzen Weingläsern, sowie bei den zu verkostenden Weinen, direkt getestet werden. Bei einer Rotweinkrakauer, frisch vom Grill, konnte ich mich in Marienthal stärken. Und ich kann sagen, das war ein Genuss. Denn Essen darf an solch einem Tag nicht fehlen. Natürlich besuchte ich ebenfalls die Weinmanufaktur Walporzheim, da ich dort nebenberuflich im Verkauf arbeite. Tatsächlich konnte ich dort einen Wein probieren, den ich so noch nicht probiert hatte. [caption id="attachment_11775" align="alignnone" width="510"] Logo der Weinmanufaktur Walporzheim[/caption] Unsere hiesige Presse begrüßte ich im Weingut Burgarten in Heppingen. Ein Highlight an sich ist der Weinkeller dort. Tradition trifft auf Moderne. [caption id="attachment_11776" align="alignnone" width="510"] Weinkeller im Weingut Burggarten[/caption] Eine absolut genussreiche Kombination erlebte ich mit dem Rotwein, in Verbindung mit Zartbitterschokolade. Ein Muss für die Sinne. Bei Live Musik & Frühburgunder hieß es dann den Tag Ausklingen lassen im größten Familienweingut der Ahr; im Weingut Kriechel. Zusammenfassend kann ich sagen: Es war ein wunderschöner & interessanter Tag mit exzellenten Weinen unserer Winzer. Besonders begeistert hat mich die Interpretation eines jeden Winzers zu dem Tag der offenen Weinkeller. Die Keller wurden unterschiedlich präsentiert, verschiedene Highlights in den Vordergrund gestellt. Ich kann jedem nur Empfehlen diesen Tag einmal selbst zu erleben. Denn was gibt es schöneres als gute Gespräche bei gutem Essen & gutem Wein zu führen. Dazu noch beim Winzer selbst und sein Wissen über Wein und dessen Herstellung zu erweitern. Übrigens: Falls Ihr im nächsten Jahr auch dabei sein wollt, findet Ihr weitere Informationen auf den Internetseiten des Ahrwein e.V.
Victoria
14.04.2014, 13:48
WeinReich-Blog Genussreich: Wein-Wandern durch die rheinland-pfälzischen Weinregionen
Wein genießen, Natur und Kulturlandschaften erleben, schlemmen und aktiv sein - am Wochenende 26./27. April heißt es für alle Weinfans "Raus in die Weinberge", denn da veranstaltet das Deutsche Weininstitut in den dreizehn Deutschen Weinregionen das jährliche WeinWanderWochenende. Und natürlich sind auch die sechs rheinland-pfälzischen Regionen Ahrtal, Naheland, Romantischer Rhein, Mosel-Saar, Pfalz und Rheinhessen mit von der Partie. [caption id="attachment_12975" align="alignnone" width="850"] Wandern an Weinreben auf dem Moselsteig bei Brauneberg[/caption] Im Ahrtal beispielsweise lockt der Rotweinwanderweg, an dem sich zwischen Bad Bodendorf bis Altenahr viele romantische Weinörtchen aneinander reihen, die Besucher. Ist der Wanderweg an sich schon einen Ausflug wert, wird er an diesem Wochenende mit Veranstaltungen wie dem Dernauer Weinfrühling oder den kulinarischen Rebenwandertagen in Rech zu einer ganz besonderen Wein-Wander-Erlebnis-Kulisse. Am Romantischen Rhein können beim Mittelrheinischen Weinfrühling gleich zwei bekannte Wanderwege genussvoll erkundet werden. Zahlreiche geführte Wanderungen unter klangvollen Titeln wie "Weinseliges Wandern" oder "Weinspaziergang mit Genuss" führen über den Rheinsteig und den Rheinburgenweg und bieten für sportlich Ambitionierte ebenso wie für gemütliche Genießer besondere Weinmomente. Die Region Mosel-Saar lockt an diesem Wochenende mit einer Neuheit: Zum ersten Mal finden Veranstaltungen des WeinWanderWochenendes auch auf dem frisch eröffneten Moselsteig statt. Aber auch über den neuen Steig hinaus bieten die engen Flussschleifen und die Steillagen einen spaktakulären Rahmen für viele weitere Veranstaltungen rund ums Weinwandern. [caption id="attachment_11756" align="alignnone" width="850"] Wandern und Wein genießen im WeinReich Rheinland-Pfalz[/caption] Zwischen Rotenfels und Disibodenberg - das ist das Motto des WeinWanderWochenendes an der Nahe. Veranstaltungen wie Weinbergswanderung mit Comedy & Picknick oder Geo-Wein-Tour mit Steinskulpturenpark bieten gleichermaßen Weingenuss, Naturerlebnis und Unterhaltung. Einen Mix aus kulinarischen Genüssen, Nostalgie und Geschichte bieten die pfälzer Veranstaltungen am WeinWanderWochenende. So geht es beispielsweise mit dem Oldie-Trecker durchs Paradies, auf eine Frühlings-Genusstour mit Mandeln & Wein oder man lässt sich vom Kättche vun de Palz vum Lewe unn vum Woi erzählen. Tapas, Wildkräuter oder Käse; auf den Spuren der Römer, Hildegard von Bingens oder Carl Zuckmayers - auch in Rheinhessen ist an diesem Wochenende für jeden Geschmack das richtige dabei. Und direkt in den Weinbergen, nach einer ausgiebigen Wanderung durch das Land der 1000 Hügel, schmeckt es sowieso gleich nochmal so gut. Egal für welche Region Ihr Euch also entscheidet, die Angebote sind auch in diesem Jahr wieder sehr vielfältig und bieten von Wein über kulinarische Gaumenfreuden bis hin zu Natur- und Kulturerlebnissen Genuss in jeder Hinsicht.
Victoria
23.01.2014, 15:53
WeinReich-Blog Weinland Rheinland-Pfalz präsentiert sich in Bremen, Bochum und Kiel
Mit sechs von 13 deutschen Weinbaugebieten auf rheinland-pfälzischem Boden kann sich das Bundesland durchaus zu Recht als "Weinland Nummer 1" bezeichnen. Ihre ausgezeichneten Weine sind die große Gemeinsamkeit der Regionen Mittelrhein, Ahr, Mosel, Nahe, Pfalz und Rheinhessen. Ganz unterschiedlich - wenn auch immer reizvoll - ist hingegen ihr Erscheinungsbild. Sei es zum Beispiel der Rotweinanbau an der Ahr, die steilen, vornehmlich mit Riesling bestockten Schieferterrassen an Mosel und Rhein oder das endlos weite Rebenmeer mit fast grenzenloser Rebsortenvielfalt in der Pfalz - bei einer Reise durch die Regionen kann man entdecken, wie sich der Weinbau als uralte Tradition im Laufe der Zeit und in Abhängigkeit der natürlichen Gegebenenheiten unterschiedlich entwickelt und Mensch und Landschaft geprägt hat. [caption id="attachment_12978" align="alignnone" width="567"] Weingenuss im WeinReich Rheinland-Pfalz[/caption] Um die Schönheiten und natürlich vor allem die hervorragenden Weine der Regionen auch den Menschen näher zu bringen, die nicht in Weinregionen zuhause sind, präsentieren sich die rheinland-pfälzischen Winzer nun schon seit einigen Jahren immer im März auf drei großen Weinmessen in Bremen, Bochum und Kiel. Hier können sich interessierte Besucher über das Weinland Rheinland-Pfalz informieren, sich durch zahlreiche Weine probieren und an den Standen auch mit den Winzern ins Gespräch kommen. Und da so viel Wein und rheinland-pfälzische Lebensart natürlich Lust auf mehr machen, wird auf jeder Messe auch eine Reise ins WeinReich Rheinland-Pfalz verlost. Ein Besuch lohnt sich also doppelt! Vom 14.-16.03.2014 ist die Weinmesse Rheinland-Pfalz in Bochum in der Jahrhunderthalle, vom 21.-23.03.2014 im Ostseeterminal in Kiel und vom 28.-30.3.2014 in der Messe Bremen, Halle 7. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen etc. findet Ihr unter http://www.weinmesse-rlp.de/.  
Victoria
04.12.2013, 14:34
WeinReich-Blog Neuer Podcast: Steile Weinberge – beste Tropfen
Mosel-Saar, Ahrtal und Romantischer Rhein - drei mal Weinregion, drei mal Flusslandschaft und drei Mal Steillage. Und doch ist jede Region für sich einzigartig. Unser neuer WeinReich-Podcast nimmt Euch mit auf eine Reise in die steilen Hänge der drei Weinregionen und gewährt Einblicke in die harte, aber mit umso größerer Leidenschaft getane Arbeit der Winzer, die unter schwierigsten Arbeitsbedingungen Produkte der Spitzenklasse entstehen lassen. [caption id="attachment_12981" align="alignnone" width="850"] Winzer im Ahrtal bei der Lese[/caption] [audio:http://pod.bubm.de/rhlp/38rhlp.mp3]   Außerdem begleiten wir Winzer und Weinköniginnen in den Weinberg und erfahren, warum an Handarbeit meistens kein Weg vorbei führt, was der Schiefer mit dem Wein macht und warum Rotwein von der Mosel ein Geheimtipp ist. Am Ende wissen wir eines ganz genau: Warum der Spruch "Steillagenwinzer sind Helden" so wahr ist.  
Herrgottsgarten
17.09.2013, 14:12
WeinReich-Blog Virtuelle live im Ahrtal
Den ein oder anderen Namen hat man schon mal gehört. Was der andere macht, weiß man auch so ungefähr - aber nur aus dem Netz - dem virtuellen/digitalen Netz. Dem Internet. Die Blogger von WeinReich wollten sich endlich auch mal Live und in Farbe kennenlernen und austauschen zu so einem spannenden Thema wie Wein. Und das just am Tage, wo die Deutsche Weinkönigin gekrönt wurde. Und um es vorweg zu nehmen: Die neue Deutsche Weinkönigin ist eine Rheinland-Pfälzerin, nämlich von der Nahe. Und eine Weinprinzessin ist auch aus Rheinland-Pfalz, nämlich aus Rheinhessen und die dritte im Bunde - einfach von der anderen Rheinseite vom Rheingau (quasi von de Ebschseit). Phantastisch, dass alle Weinmajestäten so nah beieinander sind und alle im Herrgottsgarten-Land. Zurück zu unserem Blogger-Treffen. Ein herzlicher Empfang am Vormittag im International Wine Institute von Alexander Kohnen. Und es ging dort mit geballtem Fachwissen und perfekt inszenierter Sensorik in den Tag. Dazu drei phantastische Spätburgunder - was für ein Einstieg. Danach gab es dann etwas Bewegung bei einer Weinwanderung mit dem Fachmann, der das Ahrtal und die Spätburgunder liebt. Trockenes, warmes Wetter und eine wunderschöne Aussicht belohnten die Blogger für die zum Teil steilen Anstiege.   Der Stand der Weintrauben, die zu meist aus Spätburgundern bestehen, wurde begutachtet und gefachsimpelt.   Ein kleines Picknick mit historischem Hintergrund kam da gerade recht.   Danach ging es weiter in den Regierungsbunker. Eine beeindruckende Führung durch die Schutzvorrichtungen unter der Erde. Wie eine Zeitreise ins Jahr 1950 zurück. Man konnte nur staunen über so viel Aufwand. Weiter ging es zum Aussichtspunkt "Bunte Kuh". Ein gelungener Rundumblick ins Ahrtal. Auch beim Abstieg ins Tal, gab es noch genug Fotomotive und fachkundigen Gesprächsstoff für die Gruppe.   Zum Abschluss ging es noch in die Weinmanufaktur Mayschoss in Walporzheim. Hier empfing uns Winzer Knieps zu einer Kellerführung und verriet noch die letzten Details zum Thema Wein an der Ahr. Ein schmackhaftes Abendessen stärkte uns für die Rückfahrt und die Vorfreude auf die Wahl zur Weinkönigin am Abend konnte noch Live miterlebt werden. Die Liebe zu unserer Heimat und den qualitativ hochwertigen Weinen, die den nationalen Vergleich nicht scheuen brauchen,  verbindet die Bloggergemeinde im Weinreich. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Treffen. Gerne möchten wir mit diesem Blog-Beitrag auch dem Aufruf von Jana folgen, unsere Heimatbundesländer vorzustellen. Mit diesem Ausflug ins Ahrtal - eine der zehn touristischen Regionen unseres Heimatbundeslandes Rheinland-Pfalz - zeigt sich wieder einmal, dass jede unserer zehn Regionen ihre Besonderheiten hat, die zu entdecken sich lohnt.  
Hans Wilhelm
11.09.2013, 11:45
WeinReich-Blog Rezept vom Restaurant Sanct Peter: Rehrücken im Crêpemantel mit Preiselbeersauce
Von meinem Besuch beim Restaurant Sanct Peter bin ich Euch ja noch ein Rezept schuldig - diesmal vom unvergleichlich leckeren Hauptgang: Rehrücken im Crepemantel mit Preiselbeersauce.   [caption id="attachment_10521" align="alignnone" width="800"] Eifeler Rehrücken im Restaurant Sanct Peter[/caption] Hier also das Rezept für 4 Personen: Ca. 500-600 g schier parierter Rehrücken (beim Metzger oder Feinkost vorbestellen) Crêpes: 50 g     Mehl 12 g     flüssige Butter 130 ml Milch 2          Eier Petersilie, Kerbel, Estragon Alle Zutaten im Mixer fein aufschlagen und durch ein Sieb geben. Ca. 1 Std. ruhen lassen, dann in einer Pfanne dünne Crêpes ausbacken. Farce: 50 g     Geflügelfleisch ohne Sehnen 50 g     Sahne Salz, Pfeffer Sahne und Geflügel im Mixer fein zerkleinern und durch ein Sieb streichen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und kalt stellen. Rehrücken in 4 gleich große Stücke zerteilen. Die Crêpes auf eine Arbeitsplatte legen und mit der Farce bestreichen, den Rehrücken mit dem Crêpe einschlagen und von außen mit Butter bestreichen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nicht mehr kalt stellen. Für die Sauce einen Rehfond mit Schalotten und Preiselbeergelee einkochen, mit Salz, Pfeffer Lorbeer abschmecken und mit Butter etwas abbinden. Zusätzlich frische Preiselbeeren mit Zucker verrühren (im Verhältnis 1:1), wenn keine frischen Preiselbeeren zur Verfügung stehen, dann kann man auch Preiselbeeren aus dem Glas nehmen. Den Rehrücken mit Crêpemantel im Backofen bei 160° C 8 Min. backen, herausnehmen und an einem warmen Ort auf einem Gitter ca. 10 Min. ruhen lassen. In der Zwischenzeit alle Beilagen (z.B. Wirsing und Pfifferlinge) erhitzen. Die Preiselbeeren leicht erwärmen und mit etwas Schlagsahne verrühren. Den Rehrücken nochmal für 3 Min. bei 160° C in den Backofen geben. Auf vorgewärmten Tellern die Beilagen und die Sauce anrichten, den Rehrücken aus dem Ofen nehmen und jedes Stück in 1-2 Tranchen schneiden und auf die Teller setzen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen - und natürlich auch beim Essen! :-)  
Hans Wilhelm
03.09.2013, 15:02
WeinReich-Blog Geweihter Genuss – das Restaurant Sanct Peter in Walporzheim
Zweifelsohne isst das Auge mit und so manches (Sterne-)Restaurant lässt sich daher etwas ganz Besonderes für seine staunenden Gäste einfallen. So berichtete ich an dieser Stelle erst kürzlich über die Gaumenfreuden von Dirk Maus in seiner eigens umgebauten, historischen Scheune. Dieses Mal aber nehme ich Sie zu einer noch exklusiveren Stätte des guten Geschmacks mit - zu einer echten „Weinkirche“! [caption id="attachment_10380" align="alignnone" width="781"] "Weinkirche" im Restaurant Sanct Peter[/caption] Wer möchte, kann sich vom Chauffeur des Restaurants geradezu herrschaftlich nach Walporzheim fahren lassen und so den Beginn eines glamourösen Genussaktes in vollen Zügen genießen, denn allein die Fahrt durch das, womöglich im sommerlichen Abendrot schimmernde, Ahrtal ist ein Erlebnis für sich. Das historische Gasthaus, welches schon seit eh und je auf den Namen Sanct Peter hört, besteht an Ort und Stelle - nur einen Steinwurf von der wildromantischen Ahr entfernt - seit dem späten Mittelalter (das Gut noch viel länger) und zog seither selbst manch geistlichen Würdenträger des fernen Erzbistums Köln in seinen Bann. Und schließlich auch die Familie Brogsitter… [caption id="attachment_10381" align="alignnone" width="770"] Außenansicht Restaurant Sanct Peter Walporzheim[/caption] Kein Wunder, atmet man doch in jedem Winkel des mondänen Gemäuers, zwischen warmen Kassettenwänden, edel gedeckten Tafeln und dem liebevoll arrangierten Mobiliar vergangener Epochen, die lange Geschichte des Sanct Peter regelrecht ein. Wenn sie nicht gerade vom Duft der Köstlichkeiten aus der Küche überlagert wird, für die sich mit Stefan Krupp und Christian Schmidt nicht weniger als zwei höchsthonorierte Köche verantwortlich fühlen. Bleibt also nur noch die Frage, wo wir zu speisen gedenken: auf der romantischen Gartenterrasse, im ritterlichen Wappenzimmer, in der gemütlichen Kaminstube, im Gourmetrestaurant Brogsitter oder aber in der beeindruckenden Weinkirche, die sich gar auf eine Empore erstreckt. [caption id="attachment_10383" align="alignnone" width="770"] St. Peter Gartenterrasse[/caption] Doch der ungemeine Facettenreichtum spiegelt sich nicht nur in den Räumlichkeiten (die legere Lounge und Brogsitters abgeschiedenes Romantikhotel in der Gründerzeitvilla „Köddermann“ blieben bislang noch unerwähnt), sondern auch in den zubereiten Menüs wieder. Unser Menü begann mit einem hausgebeizten Gewürzlachs und einer äußerst aromatischen Räucherforelle serviert mit zweierlei saftig-süßen Rüben und einer exotischen Limonencreme.  Dazu gesellte sich ein hauseigener 2012er Blanc de Noir trocken, dessen gefällige Charaktereigenschaften sich aus einer herrlichen Frucht roter Beeren, einer bestechenden Eleganz und einem feinen Säurebogen zusammensetzen. [caption id="attachment_10382" align="alignnone" width="800"] Hausgebeizter Gewürzlachs im Restaurant Sanct Peter[/caption] Es folgte der Clou des Tages: ein Eifeler Rehrücken im Crêpemantel serviert mit Schupfnudeln, Pfifferlingen, Wirsing und Preisselbeerjus. Der unglaublich zarte und mild-aromatische Rehrücken ergänzte sich dabei glänzend mit dem mit Speck und Zwiebeln angemachten Wirsing, der ebenso wie die leicht würzigen Pfifferlinge so anheimelnd war, wie ein Kaminfeuer auf einer Berghütte. Das „gewisse Etwas“ bekam diese herzhaft-feine Komposition schließlich von der konzentrierten Soße des Fleisches  verliehen, welche sich aufregend mit dem süßen Ton der nappierten Preiselbeerjus und einer rahmigen Creme verband. Natürlich darf da ein lauschiger Spätburgunder nicht fehlen, so wie der 2011er aus dem Hause Brogsitter, welcher in der Alten Lay gewachsen und 18 Monate im Barriquefass gereift ist. Dieser überzeugte mit wunderbaren Beerentönen, einem perfekten Holzeinsatz sowie einem extraktreichen und charaktervollen Körper. Vollmundige Erd-, Him- und Brombeeren fanden sich schließlich auch im Dessert wieder: So wurde die gebrannte Vanillecreme von den aus der Region stammenden Beeren und einem cremigen Beerensorbet umgarnt. Die Pointe: die Rheinhessische Ortega Auslese aus dem Flonheimer Adelberg mit ihren weißen Früchten, einer dezenten Honignote und einem Hauch von Pfirsich intensivierte den ohnehin fruchtig-frischen Geschmack der Grafschafter Beeren und ging in dieser Kombination beeindruckend, geradezu fließend in die wohlige Vanillecreme über. [caption id="attachment_10384" align="alignnone" width="800"] Gebrannte Vanillecreme im Restaurant Sanct Peter[/caption] Mit über 250 Positionen und der exzellenten Beratung durch die hauseigene Sommeliere lädt der Besuch im Sanct Peter geradezu dazu ein, einmal in die Schätze des bestens sortierten Weinkellers einzutauchen. Wie gut, dass es einen Chauffeur gibt, der uns trotzdem heil nach Hause bringt! Oder aber zum nahen, ehemaligen Regierungsbunker, welcher in den 60er Jahren dazu diente, die Staatsmänner der einstigen Bundeshauptstadt Bonn vor den drohenden Gefahren des Kalten Krieges zu schützen. Heute hat der ehemals 17,3 Kilometer lange Unterschlupf ausgedient und öffnet seine Pforten eher interessierten Museumsgästen als bedrohten Politikern. Die Faszination und Geschichte dieser düsteren Epoche der Weltpolitik ist in der einzigartigen Dokumentationsstätte mit wechselnden Ausstellungen aber weiterhin greifbar, sodass sie seit 2009 von der EU-Kommission nicht zu Unrecht zum Europäischen Kulturerbe gezählt wird.
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