Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Die Bauhaus-Meister

Lyonel Feininger war einer der ersten Meister im Bauhaus. Er wirkte dort von 1919 bis 1932. Seine Werke wurden 1928 in Berlin im Kronprinzenpalais und 1929 in New York im Museum of Modern Art gezeigt. 1937 emigrierte Feininger in die USA und lehrte am Mills College in Oakland (Kalifornien) und am Black Mountain College (North Carolina).

Johannes Itten kam im Oktober 1919 nach Weimar und war Leiter des Vorkurses, den er selbst entwickelt hatte. Er trug am Bauhaus zur Verbreitung der religions- und philosophieübergreifenden Weltanschauung Mazdaznan (Meister des Gottesgedankens) bei. Nach Differenzen mit Walter Gropius verließ er im März 1923 das Bauhaus.

Joseph Hartwig war von 1921 bis 1925 Meister am Bauhaus. Sein berühmtestes Werk aus dieser Zeit ist das Bauhaus-Schachspiel. Mit ihm erfüllte er alle Ansprüche, die Gropius an einen Gegenstand stellte: praktisch, haltbar, kostengünstig und schön. Nach der Schließung des Bauhauses in Weimar ging Hartwig an die Frankfurter Kunstschule.

Paul Klee wirkte ab 1920 im Bauhaus. Ab 1921 unterrichtete er seine elementare Gestaltungslehre im Vorkurs. 1924 wurde in New York eine erste Ausstellung zu Klee organisiert. Im selben Jahr war er zusammen mit den Künstlern Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger Mitbegründer der Gruppe "Die Blauen Vier". Er unterrichtete in freier plastischer und malerischer Gestaltung und leitete die freie Malklasse. Klee verließ das Bauhaus am 1. April 1931.

Wassily Kandinsky gehörte bereits zu den großen Künstlern der Moderne, als er 1922 seine Arbeit am Bauhaus begann. Von 1923 bis zur Schließung 1933 war er stellvertretender Direktor des Bauhauses. Er unterrichtete die Kurse "Abstrakte Formelemente" und "Analytisches Zeichnen" im Vorkurs. Nach 1933 emigrierte Kandinsky nach Paris.

Gerhard Marcks war ab 1919 Formmeister der Keramischen Werkstatt und begann mit dem Aufbau einer Werkstatt bei Töpfermeister Max Krehan und der Einrichtung eines eigenen Ateliers in Dornburg an der Saale. Während seiner Bauhauszeit entstanden neben vielen bekannten Töpferwaren die Holzschnittserie Wielandslied (1923) und die Kaffeemaschine Sintrax (1924). Marcks verließ das Bauhaus 1924.

Walter Peterhans wurde von Hannes Meyer 1929 als Leiter der Fotografieabteilung und Lehrer für Fotografie an das Bauhaus in Dessau gerufen, wo er bis zu dessen Schließung 1933 arbeitete. Nach der Auflösung des Bauhauses 1933 lehrte Peterhans an Werner Graeffs Berliner Fotoschule.

László Moholy-Nagy war das mediale Universalgenie. Seinen pädagogischen Ansatz des autodidaktischen Künstlers lebte er selbst vor. Ab 1923 beschäftigte er sich mit typografischen Entwürfen und dem experimentellen Film. 1928 verließ er das Bauhaus und gründete in Berlin ein Atelier für Typografie und Ausstellungsgestaltung, Fotomontagen und -collagen. 1937 wurde ihm die Leitung der geplanten Designschule New Bauhaus – American School of Design in Chicago übertragen, die aber aus Finanznot 1938 schließen musste. 1939 gründete er das Nachfolgeinstitut der School of Design in Chicago, das 1944 zum Institute of Design umstrukturiert wurde und heute Teil des Illinois Institute of Technology (IIT) ist.

Georg Muche wurde 1920 von Walter Gropius als jüngster Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. 1923 übernahm er die Organisation der ersten großen Bauhaus-Ausstellung 1923 und lieferte Entwürfe für das Einfamilienhaus "Haus Am Horn". 1926 plante er gemeinsam mit dem Architekturstudenten Richard Paulick in der Siedlung Dessau-Törten das Stahlhaus. Nach internen Auseinandersetzungen verließ Muche das Bauhaus 1927 und unterrichtete danach bis 1930 an der von Johannes Itten 1926 gegründeten Modernen Kunstschule Berlin.

Lothar Schreyer wurde 1921 von Walter Gropius als Meister und Leiter der Bühnenwerkstatt an das Staatliche Bauhaus Weimar berufen und lehrte dort bis 1923. Nach dem Misserfolg seiner Aufführung "Mondspiel" verließ er das Bauhaus. 1924 wurde er Gremienmitglied zur Gründung der Waldorfschule in Berlin und danach bis 1927 zeitweiliger Leiter der Kunstschule "Der Weg" in Berlin.

Oskar Schlemmer leitete die Bauhausbühne und entwickelte den "Tänzermenschen" mit Kostüm und Maske zur "Kunstfigur", in der sich Tanz, Kostüm und Musik vereint. Schlemmer kam 1921 ins Bauhaus und lehrte Wandmalerei, Aktzeichnen und Bildhauerei. Anlässlich der Bauhaus-Ausstellung 1923 in Weimar leistete Schlemmer auf den Gebieten Wandgestaltung, Malerei, Plastik, Druckgrafik, Werbung und Bühne einen vielseitigen Beitrag. Er verließ das Bauhaus am 11. Juli 1929.