Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
  • Bauhaus in Rheinland-Pfalz: Weingut Kreutzenberger (1929/30), Architekt: Otto Prott; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
    Bauhaus in Rheinland-Pfalz: Weingut Kreutzenberger (1929/30), Architekt: Otto Prott; Foto: ©Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
  • Ebertsiedlung Ludwigshafen (1927–29), Architekten: Hermann Trum, Wilhelm Scholler, Markus Sternlieb Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
    Ebertsiedlung Ludwigshafen (1927–29), Architekten: Hermann Trum, Wilhelm Scholler, Markus Sternlieb; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
  • Ebertsiedlung Ludwigshafen (1927–29), Architekten: Hermann Trum, Wilhelm Scholler, Markus Sternlieb Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
    Ebertsiedlung Ludwigshafen (1927–29), Architekten: Hermann Trum, Wilhelm Scholler, Markus Sternlieb; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
  • Lutherkirche Mainz, Rheinhessen © Hans Ulrich Hoffmann-Schäfer / Ev. Luthergemeine Mainz
    Lutherkirche Mainz, Rheinhessen © Hans Ulrich Hoffmann-Schäfer / Ev. Luthergemeine Mainz
  • Kirchenschiff der Lutherkirche Mainz, Rheinhessen © Hans Ulrich Hoffmann-Schäfer / Ev. Luthergemeine Mainz
    Kirchenschiff der Lutherkirche Mainz, Rheinhessen © Hans Ulrich Hoffmann-Schäfer / Ev. Luthergemeine Mainz
  • Gutenberg-Museum Mainz im Haus zum Römischen Kaiser, Rheinhessen © Martina Pipprich
    Gutenberg-Museum Mainz im Haus zum Römischen Kaiser, Rheinhessen © Martina Pipprich
  • Druckmaschine Gutenberg-Museum Mainz
    Historische Druckmaschine im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen
  • Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen
    Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen

Bauhausjubiläum 2019: Grand Tour der Moderne

Zum Jubiläumsprogramm "100 jahre bauhaus" unter dem Motto "Die Welt neu denken" lädt Sie der Bauhaus Verbund 2019 gemeinsam mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern dazu ein, die historischen Zeugnisse des Bauhauses und ihre Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft neu zu entdecken. Die Grand Tour der Moderne führt in einem deutschlandweiten Projekt zu 100 Einzelgebäuden, Siedlungen, Ikonen und Streitobjekten, Schlüsselbauten und Entdeckungen, die eine Verbindung zur Bauhaus-Idee haben.

Begeben Sie sich auf die Spuren von Bauhaus in Rheinland-Pfalz: Hier führt Sie die Reise zum Pfälzer Weingut Kreutzenberg in Kindenheim, zur Westendsiedlung in Ludwigshafen und zur Lutherkirche in Mainz. Das Gutenberg-Museum in Mainz veranstaltet anlässlich des Jubiläums eine Sonderausstellung zum Thema Typografie.

Weingut Kreutzenberger in Kindenheim (Pfalz)

Der Weinbauer Emil Kreutzenberger war ein Freund der Moderne und neuen Sachlichkeit. Als er 1929 das Gutshaus der Winzerfamilie in Kindenheim plante, entschied er sich für den Architekten Otto Prott, der zwar nicht am Bauhaus studiert oder gelehrt hatte, aber den avantgardistischen Bauhaus-Ideen aufgeschlossen gegenüberstand.

Emil Kreutzenberger ging mit dem schnörkellosen Flachbau neue und für die Pfalz durchaus ungewöhnliche Wege. Bis heute ist das Familienweingut dieser Linie treu geblieben und widmete dem Architekten sogar eine eigene Etikettenlinie, auf der eine perspektivische Zeichnung von Prott zu sehen ist.

Das Gläserne Weingut

Im Jahr 2004 wurde dem Weingut Kreutzenberger ein Neubau hinzugefügt. Dabei gelang es dem Architekten Professor Heribert Hamann die Formensprache der klassischen Moderne aufzugreifen. Dabei entstand das "Gläserne Weingut", in dem Besucher die Weinherstellung von der Traube bis zur Flasche erleben. Ein Rundgang auf der Kellerebene verbindet alle Gebäudekomplexe miteinander.

Besonders eindrucksvoll ist das zweigeschossige Kelterhaus mit Arbeitsgalerie. Die Dachterrasse bietet einen fantastischen Ausblick in die Rheinebene. Auf Weinproben und in Seminaren der neu gestalteten Vinothek können sich Weinliebhaber von der Qualität der Kreutzberger Weine aus den besten Lagen von Kindenheim, Bockenheim und Wachenheim überzeugen.

Das Weingut erhielt den "1. Deutschen Architekturpreis Wein 2007", um den sich 48 Weinbauprojekte aus allen Weinanbaugebieten Deutschlands beworben hatten. 2013 erhielt es als einziges Weingut in der Pfalz die Auszeichnung "Höhepunkt der modernen Weinkultur in Deutschland" vom Deutschen Weininstitut

Die Westendsiedlung in Ludwigshafen (Pfalz)

Die architektonischen Gestaltungsprinzipien und Ideen der Bauhausschule waren Vorbild für die Konzipierung der Westendsiedlung in Ludwigshafen. Sie wurde in den Jahren 1929 und 1930 um den damaligen Messplatz am westlichen Ende der Innenstadt von der 1920 gegründeten Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) gebaut.

Der sozialpolitisch engagierte Architekt Markus Sternlieb arbeitete in der GAG als technischer Vorstand. Unter seiner Leitung entstanden neben der Westendsiedlung 1927 bis 1930 die Friedrich-Ebert-Siedlung (damals Hindenburgsiedlung) und 1931 die Christian-Weiß-Siedlung im Stadtteil Süd.

Der Ursprung der Einbauküche

Sternliebs Ziel war es, bezahlbaren und guten Wohnraum zu schaffen. Aufgrund der oftmals schlechten Lebensbedingungen der einkommensschwachen Arbeiterfamilien stand die Frage nach günstigem Wohnraum im Zentrum der Sozialpolitik in der Weimarer Republik.

Deshalb konzentrierte sich Sternlieb darauf, wie der Wohnraum optimal gestaltet werden kann: Die Wohnungen waren bis zu 50 Quadratmeter groß. Jede war mit eigenem Bad und WC ausgestattet, was zu jener Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Die Wohnungen boten Platz für eine vierköpfige Familie mit getrennten Schlafzimmern für Eltern und Kinder sowie einem Wohnzimmer. In einem Großteil der Wohnung wurde die sogenannte "Frankfurter Küche" eingebaut, die 1926 von der Architektin Margarete Schütte-Linotzky entworfen worden war. Sie gilt heute als die Urform der modernen Einbauküche.

Hauptpost in Pirmasens (Pfalz)

Die 1928 erbaute Hauptpost in Pirmasens war zu ihrer Zeit eines der modernsten Postgebäude. Sie verfügte über eine mechanisierte Paketabfertigung, die bei Millionen von Paketen, die aus der Schuhstadt in alle Welt versandt wurden, gut ausgelastet war. Eine eigene Rangierlok, der "Schuhkurier", beförderte die mit Paketen beladenen Waggons direkt zu den Zügen an den nah gelegenen Bahnhof.

Der Pfälzer Architekt Heinrich Müller (1892-1968) würde von sich nicht behaupten von den Bauhäuslern gelernt zu haben. Er studierte bei Theodor Fischer und German Bestelmeyer an der Technischen Hochschule München.

1923 bis 1924 arbeitete er für die Oberpostdirektion München. Von dort wechselte er als Oberpostbaurat zur Oberpostdirektion Speyer. Als Leiter der Hochbauabteilung war er für alle Neu- und Umbauten der Post in der Pfalz verantwortlich. So war er in der komfortablen Lage, sich für seine Projekte selbst die Baugenehmigung zu erteilen. 1936 wurde Heinrich Müller für Gebäudelehre und Entwerfen der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule in Karlsruhe berufen.

Das "Neue Bauen"

Heinrich Müller gehört zu den weniger bekannten Architekten Deutschlands, sicher zu unrecht. In der Pfalz baute er mehrere Postgebäude. Er galt als wenig mitteilsam, wenn es um seine Person ging. Über seine berufliche Prägung, Motivation und Überzeugungen ist wenig bekannt. Am Postgebäude in Pirmasens ist unschwer zu erkennen, dass der Zeitgeist der Architektur nicht an ihm vorbeiging. Das "Neue Bauen" setzte er in Pirmasens konsequent um. Die Funktionalität des Gebäudes hatte, ganz im Sinne des Bauhausgedankens, höchste Priorität. Dabei stand über allem der Grundsatz der Post zu "äußerster Sparsamkeit".

Von 1928 bis 1932 war Müller mit dem Bau von drei großen städtischen Postbauten beschäftigt. Pirmasens war das erste, es folgten die Postgebäude für Neustadt an der Weinstraße und Kaiserslautern. Alle drei sind Hochhäuser, bei denen sich Müller von seinen sonst gern verwendeten Satteldächern verabschiedete und den Übergang zum Flachdach einleitet.

Im ehemaligen Gebäude der Hauptpost in Pirmasens entsteht bis zum 1. April 2019 eine der modernsten Jugendherbergen in Deutschland.

Lutherkirche in Mainz (Rheinhessen)

Otto Bartning gilt als wichtigster deutscher Kirchenbaumeister im protestantischen Bereich und Begründer des modernen evangelischen Kirchenbaus. Er baute 150 Kirchen in Deutschland und im Ausland. Gemeinsam mit Bauhaus-Gründer Walter Gropius war er einer der führenden Köpfe, die 1918 die Bauhaus-Idee entwickelten.

Nach dem Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau war Bartning von 1926–1930 Direktor der neu gegründeten Bauhochschule in Weimar. Nach dem Sieg der NSDAP in Thüringen musste er diese Funktion wieder abgeben und ging nach Berlin.

Bauhaus-Idee in "Notkirchen"

Nach dem zweiten Weltkrieg entwarf Otto Bartning ein Serienprogramm für den Bau sogenannter Notkirchen, von denen mit Unterstützung aus dem Ausland in einem ersten Programm 43 Kirchen in ganz Deutschland gebaut wurden.
Eine dieser Kirchen ist die Lutherkirche in Mainz im Zitadellenweg 1. Sie ist die erste Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Mainz gebaut wurde.

Bartning gelang es mit dem Serienbau trotz der schlichten Ausführung einen beeindruckenden Kirchenbau zu schaffen. Viel Licht und warme Holztöne zielten auf das Gefühl der Geborgenheit. Damals wie heute versteht sich die Lutherkirche als Anlaufpunkt für Menschen in Not.

Gutenberg-Museum in Mainz (Rheinhessen)

Das Mainzer Gutenberg-Museum, Weltmuseum der Druckkunst, wirft anlässlich des Jubiläums "100 jahre bauhaus" ein Schlaglicht auf die Bauhaus-Typografie, die das Grafik- und Kommunikationsdesign revolutioniert und bis in unsere heutige Zeit weltweit geprägt hat.

Der Bauhaus-Meister László Moholy-Nagy und Bauhäusler wie Herbert Bayer, Josef Albers oder Joost Schmidt haben mit der "Neuen Typografie" oder "Elementaren Typografie" das Grafik- und Kommunikationsdesign revolutioniert und weltweit geprägt. Das reicht von der Reklame über Plakat-, Zeitschriften- und Buchgestaltungen bis zum Corporate Design internationaler Marken. Sie prägten den internationalen Stil der Moderne. Insbesondere die Grotesk-Schriften wurden auch in den USA zum Inbegriff der Moderne und dort stilprägend für weitere Generationen.

Bauhausjubiläum im Gutenberg-Museum

Dem Wirken des Bauhauses auf dem Gebiet der Druck- und Schrift- sowie der Plakatkunst widmet sich das Mainzer Gutenberg-Museum im Herbst 2019 mit einer umfassenden Typografie-Sonderausstellung und einer begleitenden Publikation.

Vorbote des Jubiläums ist der im Innenhof aufgestellte Bauhaus-Pavillon. Der von der Firma Ettweil in Villingen-Schwenningen gebaute langgestreckte Riegel mit halbrundem Bug lehnt sich in seinen geometrischen Formen an den Regina-Kiosk des Bauhaus-Jungmeisters Herbert Bayer an. Seine für das Bauhaus entwickelte Werbetypografie prägte das Erscheinungsbild des Bauhauses zur Dessauer Zeit und steigerte die Popularität der Hochschule für Gestaltung entscheidend.

Der Bauhaus-Pavillon dient als Begegnungs- und Experimentierraum für typografische Gestaltungsprojekte zur Bauhaus-Idee, die das Museum in Kooperation mit der Hochschule Mainz erarbeitet. Das 3,50 Meter breite und neun Meter lange Holzloft mit großer Glasfront eignet sich außerdem als Ort für Filmvorführungen, Seminare, Workshops sowie Lesungen und wird auch über das Jubiläumsjahr hinaus genutzt.

14 Ergebnisse, sortiert nach aufsteigend / absteigend

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Gutenbergmuseum (Foto: Robert Dieth/Rheinhessenwein e.V., Quelle: Tourist Service Center Mainz)

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2019 feiert "Bauhaus" das 100jährige Jubliäum mit einer großen Sonderausstellung im Gutenbergmuseum. In einer zeitlichen...

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