Kostbarkeiten für Kaiser und Zaren


Der Name der Stadt klingt für viele verheißungsvoll: Idar-Oberstein. Sie ist zwar mit 30.000 Einwohnern nicht besonders groß, aber seit Jahrhunderten weithin bekannt – als Zentrum für Edelsteine und Schmuck. Auch heute noch sind die Straßen der Stadt gesäumt von Händlern und Schmuckherstellern. Sie erstreckt sich im Tal entlang der Flüsse Idar und Nahe – unter bewaldeten Hügeln am Südrand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald.

Kostbare Fundstücke wurden in Idar-Oberstein bearbeitet und so mancher Edelstein, mit dem sich Könige und Herrscher schmückten, ging durch die Hände hiesiger Fachleute. Die wertvollen Steine symbolisieren seit jeher Reichtum und Macht. Deshalb ließen sich Könige und Kaiser ihre Kronen und Insignien damit ausstatten.

Ihren Ursprung haben die Preziosen in den heißen Lavaströmen im Erdinneren. Wenn diese in einem vulkanischen Gebiet an die Oberfläche drängten, wie hier in der Nahe-Region, bildeten sich beim Abkühlen in den Hohlräumen Mineralien. Auf diese Weise sind auch die Achate entstanden, mit denen in Idar-Oberstein eine mittlerweile über 500 Jahre alte Tradition begonnen hat.

Schon im 14. Jahrhundert wurden die Menschen hier fündig – anfangs noch über Tage, später mussten die Edelsteinsucher in Stollen unter der Erde nach ihnen graben. Wie tief sie sich vorarbeiten mussten, ist im Steinkaulenberg zu sehen: Besucher können hier eintauchen in das Labyrinth, das damals bei der Suche entstanden ist. Ein einzigartiges Erlebnis, denn die Mineralienmine am Steinkaulenberg ist die einzige in ganz Deutschland, die Interessierten zugänglich ist.

Krone im Deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein, Nahe

Mit Edelsteinen besetzte Krone im Deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein, Nahe

Was seit diesen Tagen ans Licht gefördert wurde und noch viele weitere Edelsteine und Kristalle aus aller Welt zeigt das Mineralienmuseum in Idar-Oberstein. Die Region war aber nicht nur reich an Achaten, sondern auch an Wasser: Deshalb entstanden viele kleine Betriebe, die mit Wasserkraft ihre Schneide-, Schleif- und Poliermaschinen antreiben konnten. So haben sie rohe Edelsteine wie Achat, Jaspis und Amethyst bearbeitet. Die „Historische Weiherschleife“ in Idar-Oberstein zeigt Besuchern, unter welchen Bedingungen das früher geschah – und dass die Schleifer trotz primitiver Mittel erstaunlich schöne Ergebnisse erzielten.

Die spezialisierten Steinschleifer, -schneider und Graveure haben dazu beigetragen, dass die Tradition erhalten und Idar-Oberstein bis heute ein bekanntes Edelsteinzentrum ist – auch nachdem Ende des 19. Jahrhunderts die Quellen in den umliegenden Bergen erschöpft und versiegt waren. Damals sind viele Menschen ausgewandert. So gelangten auch einige Idar-Obersteiner nach Südamerika und entdeckten dort riesige Achat-Vorkommen. Die Steine schickten sie in die alte Heimat, denn sie wussten, dass dort die Fachleute lebten, die ihnen den richtigen Schliff verleihen konnten.

Edelsteinschleifer in der Historischen Weiherschleife Idar-Oberstein, Nahe

Edelsteinschleifer in der Historischen Weiherschleife von Idar-Oberstein, Nahe

Es siedelten sich hier aber nicht nur Edelsteinhändler und Handwerker an, sondern auch viele Schmuckhersteller. So manches wertvolle Stück, das unter dem Namen einer Luxusmarke in den Metropolen der Welt verkauft wird, ist in der kleinen Stadt an der Nahe entstanden. Was diese Betriebe leisten, davon können sich Besucher auch im Deutschen Edelsteinmuseum überzeugen: Heimische Edelsteinschleifer, Graveure und Gefäßschleifer sind mit ihren Werken vertreten. Überall funkelt und glitzert es, neben ihren eigenen Entwürfen haben die Experten auch Replikate hergestellt, zum Beispiel von der Reichskrone oder wertvollen Kameen, also Reliefs, die Graveure aus Achatscheiben oder anderen Schmucksteinen gestalteten.

Selbst kunstvolle Figuren für Peter Carl Fabergé, den berühmten Hofjuwelier der Zaren in St. Petersburg, haben früher die Experten in Idar-Oberstein geschaffen. Und damit diese Tradition der Handwerkskunst und Schmuckindustrie auch in Zukunft weitergeführt wird, bildet die Hochschule Trier hier in ihrer Zweigstelle in Idar-Oberstein den Nachwuchs zum Thema Edelsteine und Schmuck aus.

Deutsches Edelsteinmuseum Idar-Oberstein, Nahe

Außenansicht des Deutschen Edelsteinmuseums Idar-Oberstein, Nahe

Exponate im Deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein, Nahe

Exponate im Deutschen Edelsteinmuseum Idar-Oberstein, Nahe

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