Alte Abtei mit Barockgarten


Ein blühender Weißdornzweig im Wappen der Abtei und der Name Kloster Marienstatt im Westerwald erinnern an die Gründungsgeschichte des Zisterzienserklosters. Die Marienstatter Tafeln von 1324, die im Rheinischen Landesmuseum in Köln aufbewahrt werden, berichten von einem Traum des Abtes Hermann aus dem Kloster Heisterbach im Siebengebirge, das in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen war. Von der Gottesmutter Maria erhielt er in dem Traum einen Wink, wo er einen besseren Platz für einen neuen Klosterstandort finden könne. Mitten im Winter sollte er nach einem blühenden Weißdornstrauch suchen. Er fand ihn am Ufer der Nister in der wildromantischen Kroppacher Schweiz.

Ein Weißdornstrauch vor dem Kloster hält den Traum, der 1220 den Grundstein für das Kloster legte, bis heute wach. Seit dem 13. Jahrhundert leben und arbeiten im Kloster Zisterziensermönche. Als Tochterkloster von Heisterbach im Siebengebirge sieht sich das Kloster Marienstatt über Himmerod in der Eifel und Clairvaux im französischen Bistum Troyes in der direkten Nachfolge des Gründungsklosters der Zisterzienser, der Abtei Cîteaux in der Region Burgund. Zurzeit leben in der Abtei 16 Mönche in Gemeinschaft nach den Regeln des heiligen Benedikts im ständigen Wechsel zwischen Gebet und Arbeit.

Vier Mal am Tag – in der Regel 6.10 Uhr (Laudes), 12.15 Uhr (Mittagshore), 17.30 Uhr (Vesper) und 19 Uhr (Matutin und Komplet) – erklingt in der Abteikirche des Klosters Marienstatt das Chorgebet der Mönche. Wie vor Jahrhunderten wird es in gregorianischer Weise und in lateinischer Sprache gesungen. Dazu nehmen die Mönche in dem originalen Chorgestühl aus dem Jahr 1290 Platz und haben nahezu immer faszinierte Zuhörer, die den Klang des Mittelalters aufsaugen und genießen.

Die sehr sehenswerte Abteikirche ist die erste rechtsrheinische gotische Kirche Deutschlands. Papst Pius XI. verlieh ihr den Ehrentitel „Basilica minor“ (päpstliche Basilika). Der Altaraufsatz im Hochchor gehört neben dem Oberweseler Goldaltar und dem Klarenaltar im Kölner Dom zu den bedeutendsten mittelalterlichen Flügelaltären des Rheinlands.

Innenansicht von Kloster Marienstatt im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Innenansicht der Abteikirche von Kloster Marienstatt im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Viele ältere Grabsteine stammen aus der Zeit, als es Brauch war, Mitglieder der Stifterfamilien und Äbte in der Nähe der Altäre zu bestatten. Die älteste Grabplatte aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erinnert an die erste Stifterin der Abtei, Gräfin Aleydis von Molsberg. Die Grabplatte des Chorherrn Johann Pithan ist eine der ältesten gusseisernen Grabplatten Deutschlands.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die drei Altäre aus schwarzem und rotem Lahnmarmor an der Südwand der Kirche gebaut. Eine besondere Kostbarkeit ist die Klosterbibliothek mit 97000 Bänden im barocken Bibliothekssaal, der zu bestimmten Terminen für geführte Besichtigungen geöffnet wird. In der hauseigenen Brauerei mit Restaurant und Biergarten fließt das tiefbraune Marienstatter Klosterbräu aus den Zapfhähnen und passt gut zur deftigen Westerwälder Kost.

Marienstatter Brauhaus im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Das Marienstatter Brauhaus im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Kloster Marienstatt mit Klostergarten im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Kloster Marienstatt mit seinem Klostergarten im Nistertal bei Streithausen, Westerwald

Alte und teilweise restaurierte Natursteinmauern umgrenzen das Gelände, auf dem die Mönche in alter Zeit ihre Gartenfrüchte anbauten. Nach alten Zeichnungen wurde der barocke Klostergarten rekonstruiert. Gerade Wege, zurückhaltende Bepflanzung und der zentrale Brunnen sind Zeichen des Strebens nach Schlichtheit. In der Nähe der Abteikirche blühen Rosen und Lilien als Symbole der Mutter Maria.

Die Anlage eignet sich wunderbar für einen entspannten Spaziergang, den man auf einer der vielen Bänke immer wieder unterbrechen kann. Ein Teil des Barockgartens ist im Stil eines typischen klösterlichen Kräutergartens angelegt, in dem rund 300 Kräuter- und Heilpflanzen wachsen. Im Mittelpunkt steht ein irisches Kreuz, das früher den Westgiebel des Kirchendachs zierte.

Im Tal der Nister, Westerwald

Brücke im Tal der Nister, Westerwald

Wer den besonderen Reiz des Ortes, der Stille und der Ursprünglichkeit nutzen will, um zu sich selbst zu kommen, kann dies bei einer kleinen Auszeit im Kloster tun. Gäste sind herzlich eingeladen in den einfachen Gästezimmern zu übernachten. Direkt vor den Klostermauern lädt das umliegende Landschaftsschutzgebiet Kroppacher Schweiz mit seiner wunderschönen Natur zu ausgedehnten Spaziergängen entlang der Nister ein.

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