Der Kurfürst und die kühne Brücke


Der Atem stockt. Die Planken wanken. Mit jedem Schritt wackelt die Hängebrücke ein wenig mehr. Immer größer wird der Abstand zum Tal, in der Mitte der Schlucht sind es rund 100 Meter. Viele halten sich vorsichtshalber am Stahlseil fest, tasten sich Schritt für Schritt über den Abgrund und atmen erleichtert auf, wenn sie es geschafft haben.

Seit ihrer Eröffnung 2015 hat die Geierlay-Brücke über eine Million Besucher in ihren Bann gezogen. Ein majestätisches Bauwerk im nördlichen Hunsrück, das von Schweizer Experten nach Vorbildern aus dem asiatischen Königreich Nepal errichtet wurde. 360 Meter ist sie lang, 62 Tonnen schwer, über eine Million Euro war sie teuer. Nationale und internationale Gäste kommen hierher, und lassen sich faszinieren von diesem Wunderwerk der Technik, das in eine der schönsten Naturlandschaften des Hunsrücks hineingebaut wurde.

Die Geierlay-Brücke ist eine der ganz großen Attraktionen auf dem Saar-Hunsrück-Steig. 2007 wurde er eröffnet, ein Fernwanderweg der Extraklasse mit über 400 Kilometern Länge und 27 Etappen, die abwechslungsreicher nicht sein könnten. Von Anfang an trägt der Saar-Hunsrück-Steig das Siegel „Premium-Weg“ des Deutschen Wanderinstituts, die höchste Qualitätsstufe, die zu vergeben ist. Gleich zweimal wurde er vom Wandermagazin zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekrönt (2009 und 2017), das hat noch kein anderer Premiumweg vor ihm geschafft.

Überqueren der Hängeseilbrücke Geierlay, Hunsrück

Überqueren der Hängeseilbrücke Geierlay, Hunsrück

Die 20. Etappe der Saar-Hunsrück-Steigs beginnt in der Nähe von Mörsdorf, unmittelbar unterhalb der Geierlay-Brücke. Der Hauptweg führt durchs Tal, doch ein kleiner Zubringer nach oben. Wer den Saar-Hunsrück-Steig geht, kann die Brücke also von ganz verschiedenen Seiten erleben.

Hängeseilbrücke Geierlay, Hunsrück

Die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück: 360 Meter lang und 100 Meter hoch

Es ist der spektakuläre Auftakt eines 16 Kilometer langen Abschnitts, der es in sich hat. Man begleitet ein Bachbett, in dem die Natur regiert, an dessen Rändern Blumen blühen und Vögel tirilieren. Wenig später stößt man auf das Reich des Kurfürsten Balduin von Trier, der sich mitten in den Wald eine trutzige Residenz gebaut hat: Burg Balduinseck. Majestätisch überragen ihre Ruinen das Tal, geben Zeugnis davon ab, welche Bedeutung sie seinerzeit hatte.

Vier Stockwerke hatte der Wohnturm einst, eine luxuriöse Wendeltreppe führte zu ihnen hinauf. Auf jeder Etage gab es einen Kamin und ganz unten einen tiefen Brunnen, mit dem man auch für längere Belagerungszeiten gewappnet war. Fotoanimationen und Infotafeln in der Ruine vermitteln eine Vorstellung davon, wie es einmal früher ausgesehen haben könnte. Der malerische Masdascher Burgherrenweg lädt ein, die Umgebung zu erkunden, eine von 111 Traumschleifen, die als Rundwanderwege den Saar-Hunsrück-Steig ergänzen.

Wanderer bei der Burgruine Balduinseck, Hunsrück

Wanderer auf der Traumschleife Masdascher Burgherrenweg mit Blick auf die Burgruine Balduinseck, Hunsrück

Burg Kastellaun, Hunsrück

Sonnenuntergang bei der Burg Kastellaun, Hunsrück

Mit der Burg Balduinseck meldete der Kurfürst von Trier seine Ansprüche auf den Hunsrück an, eine Feste in unmittelbarer Nähe der Burg Kastellaun, die den Grafen von Sponheim gehörte. Auch die erlebt man auf dem Saar-Hunsrück-Steig, am Ende der Etappe 20, die Wanderer ins Schwärmen bringt und ins Schwanken (Geierlay).

Wer ihn geht, sollte sich unbedingt den gedruckten und kostenlosen Wanderführer „Saar-Hunsrück-Steig“ besorgen, sowie den Tourenplaner Rheinland-Pfalz nutzen und die App „Rheinland-Pfalz erleben“ auf sein Smartphone laden. Ideale Wegbegleiter für die Hosentasche, mit Höhenprofil und Streckenbeschreibungen.

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