In der Heimat der Sponheimer


Die Grafen von Sponheim waren wer. Ein reichsunmittelbares Geschlecht, direkt dem Kaiser unterstellt. Ihr Herrschaftsgebiet lag zwischen Mosel und Nahe, auf den Höhenzügen des Hunsrücks, wo sie auf zahlreichen Stadtwappen bis heute präsent sind. Ein Schachbrettmuster in roten und blauen Farben, der stolze Rest einer Familie, deren Name angeblich auf einen der Kreuzzüge zurückgeht. Einen „Span“ vom Kreuze Christi soll einer der Ihren angeblich mit nach Hause gebracht haben, aus den Spanheimern wurden schließlich die Sponheimer.

Wanderer im Hunsrück begegnen ihnen auf Schritt und Tritt. Auf der Traumschleife „Heimat“ etwa, einem von 111 zertifizierten Premium-Rundwanderwegen, die wie Perlen an der Schnur des Saar-Hunsrück-Steigs hängen. Die Heimat-Tour führt durch Alt-Sponheimer-Land. Kein Dorf, keine Burg, das nicht von ihnen geprägt wurde. Gemünden zum Beispiel oder Gehlweiler sowie natürlich die Ruine Koppenstein, deren majestätischer Bergfried die Landschaft überragt, mit formidablen Aussichten in den weiten Hunsrück hinein.

Knapp elf Kilometer ist die Traumschleife lang. Ziel und Endpunkt ist Gemünden, dessen Schloss – wie könnte es anderes sein – natürlich auch ein Bauwerk der Sponheimer ist. Steile 300 Höhenmeter geht es von dort bergauf, die einzig nennenswerte Steigung auf einer Tour, die mit mittlerer Kondition gut zu machen ist.

Der anschließende Abstieg ins Simmerbachtal ist ein grandioses Naturerlebnis, gesäumt von einem Meer aus Stein, das der Passage einen fast alpinen Charakter gibt. Kein Wunder, dass diese Traumschleife zu den Nominierten des Wettbewerbs „Deutschlands schönster Wanderweg 2020“ zählt. Eine reizvolle Mischung von Natur und Kultur, von spektakulären Abschnitten und stillen grünen Wiesenwegen.

Blick auf die Burgruine Koppenstein, Hunsrück

Blick auf die Burgruine Koppenstein bei Kirchberg, Hunsrück

Die Sponheimer wussten halt, wo es schön ist, der Begriff Heimat etwas, das auch sie im Hunsrück fanden. Ihren Namen hat die Traumschleife freilich aus der Gegenwart bekommen. Es ist einer Film-Trilogie geschuldet, dass der Begriff mit diesem Wanderweg verknüpft wurde. Der Autor und Filmregisseur Edgar Reitz setzte ein großangelegtes Epos in Gange, eine Leinwand-Trilogie, die er in seiner Hunsrücker Heimat spielen ließ.

Wanderer an der Burgruine Koppenstein, Hunsrück

Wanderer an der Burgruine Koppenstein bei Kirchberg, Hunsrück

Wanderer auf der Traumschleife Heimat, Hunsrück

Wanderer auf der Traumschleife Heimat bei Kirchberg, Hunsrück

„Heimat“ ist ein Epochenwerk, verfilmt in den Achtziger-, Neunziger- und Zweitausenderjahren, mit einem finalen Abschlusswerk, das 2013 in die Kinos kam. Viele der Schauplätze sind in Gehlweiler zu finden, das für die Dreharbeiten aufwendig ins 19. Jahrhundert zurückversetzt wurde. Ein Historienstoff der besonderen Art, nicht verkitscht, sondern authentisch inszeniert, vor einer Dorfkulisse im Hunsrück, die man dort noch heute finden kann. Die Schmiede der Film-Familie Simon gibt es hier noch, an vielen Häusern prangen Infotafeln, die von den Dreharbeiten berichten.

Laubbaumwald auf dem Saar-Hunsrück-Steig, Hunsrück

Laubbaumwald auf dem Weg des Saar-Hunsrück-Steig, Hunsrück

Wanderer auf dem Koppenstein, Hunsrück

Wanderer auf dem Aussichtspunkt Koppenstein, Hunsrück

Wer Gehlweiler erreicht hat, ist fast schon am Ziel angekommen. Rund vier Stunden dauert dieser Rundweg, der freilich Stoff genug bietet für einen schönen ganzen Wandertag. Mit der App „Rheinland-Pfalz erleben“ erschließt sich die Gegend um Gemünden und Gehlweiler, die gut an den Soonwaldsteig sowie an den Saar-Hunsrück-Steig angebunden ist. Am besten, man macht daraus einen Kurzurlaub und geht ein paar Tage auf Entdeckungsreise. In der Heimat der Sponheimer und der kreativen Filmleute, die hier ihre Traumkulisse fanden.

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Traumschleifen Saar-Hunsrück

Mit den Traumschleifen ist rund um den Saar-Hunsrück-Steig ein dichtes Netz von Premiumwanderwegen entstanden, die zu sprichwörtlich "traumhaften" Tageswanderungen einladen.

Soonwaldsteig - Etappe 02: Bundenbach-Simmerbachtal

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Über den Kamm des Lützelsoons, wo sich die Wildkatze auf den Quarzit-Blockschutthalden sonnt.

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Nationalpark Hunsrück-Hochwald

2015 wurde der Nationalpark Hunsrück-Hochwald als jüngster Nationalpark Deutschlands eröffnet. Gelegen auf den westlichen Höhen des Hunsrücks, soll sich die Natur ohne Einfluss des Menschen…

Rheinland-Pfalz erleben App

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Heimat Führung

Auf den Spuren der "Heimat" Filme

Gehlweiler Auf den Spuren des Films "Heimat" und "die andere Heimat" - zwischen Fiktion und Wirkichkeit. Eine Reise auf den Spuren des Films erwartet Sie.
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