Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
  • Hauptgebäude der ehemaligen Kunstschule (1904–11), Architekt: Henry van de Velde Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Hauptgebäude der ehemaligen Kunstschule (1904–11), Architekt: Henry van de Velde; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Haus Am Horn (1923), Architekt: Georg Muche Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Haus Am Horn (1923), Architekt: Georg Muche; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Dessau-Roßlau Bauhausgebäude (1925–26), Architekt: Walter Gropius Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Dessau-Roßlau Bauhausgebäude (1925–26), Architekt: Walter Gropius; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Meisterhäuser Dessau (1925–26), Architekt: Walter Gropius Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Meisterhäuser Dessau (1925–26), Architekt: Walter Gropius; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Neue Meisterhäuser (Haus Gropius) Dessau, Architekten: Bruno Fioretti Marquez Architekten (2010–2014) Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Neue Meisterhäuser (Haus Gropius) Dessau, Architekten: Bruno Fioretti Marquez Architekten (2010–2014); Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung Berlin (1976–79), Architekten: Walter Gropius, Alex Cvijanovic, Hans Bandel Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung Berlin (1976–79), Architekten: Walter Gropius, Alex Cvijanovic, Hans Bandel; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
  • Hufeisensiedlung (1925–30), Architekten: Bruno Taut, Martin Wagner Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
    Hufeisensiedlung (1925–30), Architekten: Bruno Taut, Martin Wagner; Foto: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com

Bauhaus – Bewegung der Moderne

Logo 100 jahre Bauhaus, Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar gGmbH

Das Bauhaus ist eine Idee für funktionale Gestaltung und modernes Bauen, die in Deutschland und weltweit Schule gemacht hat. Die Bauhaus-Gründer verfolgten 1918 den Traum eines Gesamtkunstwerkes aus Architektur und Design, Kunst und Kunstgewerbe, Tanz und Theater. Das Bauhaus gibt noch heute Impulse für unser Kulturschaffen und unsere Lebenswelten.

Insgesamt bestand das Bauhaus als Ideenschule und Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der Pädagogik nur 14 Jahre von 1919 bis 1933: als "Staatliches Bauhaus" in Weimar, als "Hochschule für Gestaltung" in Dessau und als private Lehranstalt in Berlin.

Die Gründung

Als Teil und Mittler der Bewegung der Moderne entwickelte sich das Bauhaus aus den Ideen von Architekten, Stadtplanern, Künstlern, Wissenschaftlern und Gestaltern. Für das bahnbrechende Weimarer Bauhaus-Programm war einserseits die Vorleistung von Henry van de Veldes prägend, der als Leiter der Weimarer Kunstgewerbeschule schon 1910 den Übergang von handwerklichen Techniken zur Industrietechnologie beschritt. Andererseits waren ebenso die Diskussionen deutscher Intellektueller, Architekten und Künstler dafür maßgebend, die sich 1918 im Arbeitsrat für Kunst zusammengeschlossen hatten.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Otto Bartning und unter Beteiligung von Walter Gropius diskutierte weitreichende Reformen des Bildungswesens sowie der Kunstschulen. Im Frühjahr 1919 entwickelte die Arbeitsgruppe ein gemeinsames Ideenpapier, das Grundlage für die Gründung des Staatlichen Bauhauses war, mit dem die Trennung von Handwerkern und Künstlern überwunden und gesellschaftliche Unterschiede aufgehoben werden sollten.

Bauhaus in Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz findet sich die Bauhaus-Idee an so manchem Ort wieder: So hält der Bauhausstil Einzug im Weingut Kreutzenberger in der Pfalz, in der Westendsiedlung Ludwigshafen sowie in der Lutherkirche Mainz. Mehr Informationen zu Bauhaus in Rheinland-Pfalz finden Sie hier

Bauhaus: Die Historie

1919 bis 1925: Weimarer Zeit

Die Weimarer Zeit

Das Bauhaus wurde am 1. April 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet. Er berief hochkarätige Künstler wie Gerhard Marcks, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und László Moholy-Nagy als Meister.

Akademische Zugangsbedingungen wurden aufgehoben, jeder begabte junge Mensch sollte am Bauhaus in Weimar studieren können. Rund 200 Studierende waren am Weimarer Bauhaus eingeschrieben, darunter bis zu 50 Prozent Frauen und bis zu 33 Prozent ausländische Studierende. Die Bauhaus-Meister entwickelten ein Lehrprogramm mit dem konzipierten Vorkurs des Schweizer Künstlers und Kunstpädagogen Johannes Itten, der berühmten Formen- und Farbenlehre von Paul Klee und Wassily Kandinsky sowie der praktischen Ausbildung in den Werkstätten.

Die Wendung

Das Bauhaus stand in Thüringen von Anfang an in der Kritik rechter und linker Parteien. Als bei den Wahlen 1924 der rechte Thüringer Ordnungsbund die Mehrheit im Landtag erhielt, wurde der Etat um die Hälfte gekürzt und die Verträge der Lehrenden aufgehoben. Gropius und die Meister des Bauhauses kündigten ihrerseits. Mehrere Städte signalisierten ein Interesse an der Übernahme des Bauhauses. Die Wahl fiel auf die SPD-regierte Stadt Dessau in Sachsen-Anhalt.

Walter Gropius übergab 1925 den damaligen Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar 160 Werkstattarbeiten. Damit verfügt Weimar über die älteste autorisierte Bauhaus-Sammlung weltweit.

1925 bis 1931: Dessauer Zeit

Die Dessauer Zeit

In Dessau erlebte das Bauhaus seine Blütezeit. Aus dem "Staatlichen Bauhaus" wurde die "Hochschule für Gestaltung". 1926 eröffnete das Gebäude des Dessauer Bauhauses aus dem privaten Baubüro seines Gründungsdirektors Walter Gropius. Die berühmten Meister der Weimarer Zeit Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy, Georg Muche und Oskar Schlemmer folgten Gropius nach Dessau und zogen in die von ihm entworfenen Meisterhäuser ein.

In den Dessauer Bauhaus-Werkstätten entstanden die meisten Produkte und Bauten, die das Bauhaus weltberühmt machten. Die Kleinschreibung wurde zum Programm und die Studenten wurden am Erfolg der Produkte beteiligt.

Die Wendung

Ab 1927 begannen wieder schwierige Zeiten für das Bauhaus. Die Dessauer Bürger, die sich vom Bauhaus günstigen Wohnraum erhofften, zeigten sich enttäuscht von der teuren Experimental-Siedlung in Dessau-Törten. Da halfen auch die kulturellen Beiträge des Bauhauses mit Bühne, Kapelle, Lesungen und Festen nicht. 1928 gibt Gropius seinen Job auf. Neuer Direktor wird Hannes Meyer, der mit dem Motto "Volksbedarf statt Luxusbedarf" in die Bauhausgeschichte einging.

1930 erhielt er wegen angeblicher "kommunistischer Machenschaften" die Kündigung vom Stadtrat. Sein Nachfolger Ludwig Mies van der Rohe war der am wenigsten politisch denkende und letzter Bauhausdirektor. Die Schule war nun stärker auf die Architektur ausgerichtet und den Studenten jegliche politische Betätigung verboten. Doch auch das nützte nichts. Als die NSDAP im Gemeinderat die Oberhand gewann wurde das Dessauer Bauhaus im September 1932 geschlossen. Die Schule zog in eine alte Telefonfabrik nach Berlin-Steglitz um.

1932 bis 1933: Berliner Zeit

Die Berliner Zeit

An einen ordentlichen Lehrbetrieb war in der kurzen und dramatischen Zeit des Bauhauses in Berlin nicht zu denken. Zum einen waren die Geldmittel drastisch gekürzt worden, zum anderen war das Bauhaus ständigen Angriffen der Nationalsozialisten ausgesetzt. Nach einer Hausdurchsuchung durch Polizei und SA wurden die Räume im April 1933 versiegelt. 32 Schüler wurden festgenommen. Da eine Wiedereröffnung nur unter dem politischen Diktat der Nationalsozialisten möglich gewesen wäre, erklärte der Lehrkörper des Bauhauses am 20. Juli 1933 seine Selbstauflösung.

Heute erinnert in der Birkbuschstraße 49 eine Gedenktafel an den letzten Wirkunsort des Bauhauses. Viele Lehrende und Studierende verließen Deutschland und trugen die Bauhaus-Idee in die Welt.