Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Kurformen

Es gibt verschiedene Formen von Kuren.

 

1. Kuren zur Vorsorge

Um ernste gesundheitliche Problemen auszuschließen, gibt es die Vorsorgekuren. Die sollen dafür sorgen, dass bestimmte Krankheitssymptome gar nicht erst auftreten oder sich zumindest nicht verschlimmern.

Ambulante Vorsorgekur in anerkannten Kurorten („offene Badekur“)

Eine Vorsorgekur soll Krankheiten verhüten, wenn die körperliche oder geistige Gesundheit bereits geschwächt ist. Diese Kurform dient dazu, Schlimmeres zu verhindern und hilft einem dabei, wieder gesund und fit zu werden. Kurort und Unterkunft können im Einvernehmen mit dem Arzt und dem Kostenträger frei gewählt werden. Ebenso der Termin für die Anreise sowie Kurarzt und Kureinrichtung.

Kompaktkur

Die Kompaktkur ist eine medizinisch hoch wirksame Variante der ambulanten Vorsorgekur in anerkannten Kurorten und stellt eine den ganzen Menschen umfassende Heilbehandlung dar. Die Kompaktkur verbindet dabei ein indikationsbezogenes, umfassendes Therapiekonzept mit allen Annehmlichkeiten einer selbst gewählten Unterkunft. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Krankengymnasten, Therapeuten, Psychologen und Gesundheitspädagogen, entwickelt indikationsbezogene Kurkonzepte, die Körper und Geist gleichermaßen ansprechen. Mit maximal 15 Gleichgesinnten befindet sich der Kompaktkur-Teilnehmer in einer stabilen Gruppe.

 

2. Kuren zur Anschlussbehandlung

Handelt es sich um eine Anschlussheilbehandlung, spricht man von „medizinischen Rehabilitationskuren“. Genehmigt werden diese meist nach einem schweren Krankheitsverlauf oder einer schweren Operation. Dann sollen sie den Patienten helfen, wieder auf die Beine zu kommen und den Alltag selbstständig zu meistern. Bestandteile sind unter anderem Krankengymnastik, Ernährungsberatung und Sport.

Ambulante Rehabilitationskur

Bei ambulanten Rehabilitationsleistungen in wohnortnahen, auch teilstationären Einrichtungen empfiehlt der Kostenträger eine Vertragseinrichtung und übernimmt die vollen Kosten für Arzt und Kurmittel.

Stationäre Rehabilitationskur

Reichen ambulante Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen nicht aus, dann kann der zuständige Kostenträger eine stationäre Behandlung mit Unterkunft und Verpflegung in einer Kurklinik, in einem Sanatorium oder in einer Rehabilitationseinrichtung bewilligen. Den Kurort und die Unterkunft müssen hierbei mit dem Kostenträger abgestimmt werden.

Vom Kostenträger werden in der Regel für drei Wochen die gesamten Kosten übernommen, es sei denn, für die Krankheit ist eine andere feste Behandlungszeit vorgesehen oder eine Verlängerung der Behandlung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich.

 

3. Mutter-Kind-Kur / Vater-Kind-Kur

Unter einer Vater/Mutter-Kind-Kur versteht man eine 3-wöchige Kur, die kranken oder überforderten Eltern angeboten werden kann. Die häufigsten Erkrankungen, mit denen Frauen in Mutter-Kind-Kliniken aufgenommen werden, sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychosomatische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Burnout, Atemwegserkrankungen oder Adipositas). Kinder können entweder als gesunde Begleitpersonen mit zur Kur (wenn sie zuhause nicht betreut werden können) oder sie werden mitbehandelt, z.B. bei Infektanfälligkeit oder Verhaltensstörungen wie ADHS. Im Rahmen der Kur soll dem Elternteil Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden, damit nach Beendigung der Kur eine Besserung langfristig sichergestellt werden kann.