Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Eine Kur beantragen – Vom Arzt zum Antrag

Um eine Kur durchführen zu können, sollten folgende Punkte beachtet werden.

1. Anspruch

Jeder gesetzlich Versicherte, bei dem die medizinischen Voraussetzungen vorliegen, hat Anspruch auf eine Kur, die alle drei Jahre (ambulant) bzw. alle vier Jahre (stationär) erneut beantragt werden kann.

2. Ärztlicher Befund

Nach einem Gespräch beim behandelnden Arzt bescheinigt dieser die medizinische Notwendigkeit einer Kurmaßnahme und rät je nach Krankheitszustand zu einem ambulanten oder stationären Aufenthalt.

3. Antrag

Gemeinsam mit dem Arzt wird der Kur-Antrag für eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme ausgefüllt und beim zuständigen Kostenträger (Kranken- oder Rentenversicherung, Beihilfestelle) eingereicht. Bereits hier kann der gewünschte Aufenthaltsort angeben. Der Arzt sollte eine umfassende Begründung für die Notwendigkeit der Kurmaßnahme erstellen und dem Antrag beilegen.

4. Prüfung

Es folgt die Überprüfung des Kur-Antrages durch den medizinischen Dienst, den Vertrags- oder Amtsarzt.

5. Genehmigung

Diese erfolgt durch die zuständige Krankenkasse, Renten- oder Beihilfestelle.

6. Ablehnung

Bei einer Ablehnung des Kur-Antrages kann – am besten mit Unterstützung des behandelnden Arztes – schriftlich Widerspruch eingelegt werden. Derzeit haben ca. 50% der in erster Instanz abgelehnten Anträge nach Widerspruch Erfolg! In Härtefällen hilft eine Klage vor dem Sozialgericht.

7. Private Kur

Es kann aber jederzeit auch auf eigene Kosten eine Kur durchgeführt werden. Die Kosten für die Übernachtungen werden privat gezahlt und der Kurarzt im Heilbad oder Kurort verschreibt nach entsprechender Untersuchung und bei medizinischer Notwendigkeit die entsprechenden Heilmittelanwendungen. 90% der Kosten für die Anwendungen übernimmt die Kasse, den Rest sowie die Rezeptgebühr zahlt der Kurgast selbst.

8. Kurort

Bei einer ambulanten Vorsorgeleistung kann der Patient einen anerkannten Kurort frei auswählen. Bei einer stationären Vorsorgeleistung oder einer Rehabilitationsleistung empfiehlt die Krankenkasse eine Vertragseinrichtung.

9. Dauer

Eine ambulante oder stationäre Kur dauert in der Regel drei Wochen. Eine Verlängerung ist je nach Schwere der Krankheit möglich.

10. Kosten

Bei einer stationären Rehabilitation, einer stationären Vorsorgeleistung sowie einer ambulanten Rehabilitation besteht eine volle Kostenübernahme. Die Eigenbeteiligung liegt bei 10 Euro pro Tag. Bei ambulanten Vorsorgeleistungen nach § 23 Absatz 2 SGB V in anerkannten Kurorten werden 100% der Kurarzt-Kosten und 90% der Kurmittel übernommen. Hinzu kommt ein Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe von bis zu 13 Euro pro Tag, für Kleinkinder 21 Euro pro Tag. Dies ist jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich geregelt. Bitte klären Sie vor Kurantritt, ob und in welcher Höhe ein Zuschuss bezahlt wird. Die Eigenbeteiligung liegt bei 10 Euro pro Verordnung und 10% der Kurmittel.