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  • Dornfelder-Rebe
    Dornfelder-Rebe

Die häufigsten Rebsorten in Rheinland-Pfalz

So groß wie die Vielfalt an kulinarischen Genüssen und sehenswerten Kulturdenkmälern ist auch die Vielfalt der Weine im WeinReich Rheinland-Pfalz. Bei einem Besuch in den sechs Weinregionen schlagen die Herzen aller Weinliebhaber höher, denn die Auswahl ist wahrlich groß. Hier vereint sich Regionstypisches wie der Riesling an der Mosel, der Silvaner in Rheinhessen oder Früh- und Spätburgunder im Ahrtal mit eher Exotischem wie Auxerrois, Tempranillo oder Muskateller. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die wichtigsten Rebsorten in Rheinland-Pfalz und ihr Vorkommen in den Regionen.

Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner & Co.: Weiße Rebsorten

Riesling:
Die rund 14.400 ha mit Riesling bestockten Weinberge (= ein Viertel der gesamten Anbaufläche) machen diese Rebsorte zur am häufigsten angebauten in Rheinland-Pfalz. Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, die geprägt ist durch ihre fruchtige Säure und die wie kein anderer Weißwein den Charakter ihrer Herkunft – das "Terroir" – widerspiegelt. Optimale Bedingungen findet die Rebe in den wärmespeichernden, steinigen Steillagen entlang der Flusstäler. Aus Riesling werden Weine aller Geschmacks- und Qualitätsstufen produziert: Vom trockenen und feinherben Qualitätswein bis zum mineralisch-trocken Spitzengewächs, vom fruchtigen, leichten Kabinett mit relativ niedrigem Alkoholgehalt bis zu edelsüßen Auslesen, Beerenauslesen und Eiswein. Typischerweise zeigt der Riesling eine blassgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe, Aromen von Pfirsich oder Apfel und im Mund spürt man eine rassige Säure.

Der Riesling ist in allen deutschen Anbaugebieten zu finden, die Pfalz ist sogar das größte Rieslinganbaugebiet der Welt, v.a. für Mosel und Mittelrhein ist er die prägendste Rebsorte.

Müller-Thurgau (Rivaner):
Die Rebsorte Müller-Thurgau ist mit 8.700 ha die am zweithäufigsten angebaute Rebsorte in Rheinland-Pfalz. Sie reift früh und liefert recht blumige, oft mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Müller-Thurgau wird meistens als trockener oder restsüßer Qualitätswein ausgebaut. Er ist – von einigen Ausnahmen abgesehen – kein besonders lagerfähiger Wein und schmeckt in den ersten Jahren nach der Ernte am besten.

Müller-Thurgau wird in allen rheinland-pfälzischen Weinregionen angebaut.

Silvaner:
Silvaner wird in Rheinland-Pfalz insgesamt auf einer Fläche von 3.700 ha angebaut. Silvanerreben liefern eher neutrale Weine mit einer milden Säure  und sind daher gut magenverträglich. Es gibt aber auch herzhafte Varianten, die gut zur kräftigen Regionalküche passen, sowie feine Menüweine. Bedeutung erlangte der Silvaner zu Beginn des 19. Jahrhunderts und verdrängte gerade in der Pfalz den Gutedel und Elbling. Im Anbau stellt der Silvaner höhere Ansprüche als der Riesling. Typisch für Silvaner-Weine ist ihre recht helle Farbe und ein eher dezenter, erdiger Duft. Auf schweren Böden gewachsen kann er aber auch saftig oder wuchtig wirken.

Am häufigsten kommt der Silvaner in Rheinland-Pfalz in den Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz vor.

Kerner:
3.400 ha groß ist die Fläche der mit Kerner bestockten Weinberge in Rheinland-Pfalz.  Die Kernerrebe, eine Kreuzung aus Trollinger und Riesling, bevorzugt Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind. Durch die lange Reifezeit bis in den Spätherbst können Mostgewichte über denen des Rieslings erzielt werden. Dazu sind die Erträge zumeist recht gut und kontinuierlich. Er wird in allen Qualitätsstufen bis zur Auslese angeboten, so gibt es ihn als einfachen Schoppenwein genauso wie als Spätlese und teilweise auch als Sekt. Farblich bewegt sich der Kerner zwischen hellgelb und strohgelb. Im Duft ist er etwas aromatischer als beim Riesling, säurebetont und fruchtig. Kerner-Weine zeigen außerdem typischerweise Aromen nach Birne, Orangenkonfitüre, grünem Apfel, Johannisbeere, Aprikose, Eisbonbon und manchmal auch einen leichten Muskatton.

Kerner wird in allen sechs rheinland-pfälzischen Weinregionen angebaut.

Grauburgunder (Ruländer):
Der Grauburgunder ist eine Mutation des Blauen Spätburgunders und ist in Deutschland auch unter dem Synonym Ruländer bekannt. In Rheinland-Pfalz wird er auf einer Fläche von 2.300 ha angebaut. Der Grauburgunder liefert zumeist gute Erträge und hohe Mostgewichte. Die Sorte gedeiht besonders gut auf Lössterrassen, aber auch auf Kalkböden und steinigen Untergründen. Grauburgunder werden meist trocken, mittelkräftig und etwas säurebetont. Je nach Ausbaumethode und Qualitätsstufe ist er in der Farbe blassgelb, goldgelb oder gar bernsteinfarben.
Typisch für den Grauburgunder ist der Duft von grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter sowie fruchtige Aromen, die an Birne, Trockenobst und Rosinen, Ananas und Zitrusfrüchte erinnern. Daneben treten aber auch vegetative Noten von grünen Bohnen oder Paprikaschoten auf.

Die größten Grauburgunder-Bestände in Rheinland-Pfalz gibt es in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Nahe.

Weißer Burgunder:

Der Weiße Burgunder entstand aus der Mutation des Grauen Burgunders und wird in Rheinland-Pfalz auf einer Fläche von 1.850 ha angebaut. Die Ansprüche der Rebe an die Böden und das Klima sind hoch. Sie bevorzugt warme, möglichst tiefgründige und kräftige Böden und exponierte, trocken-warme Lagen. Trotz dieser hohen Anforderungen entdecken die deutschen Winzer mehr und mehr den Wert dieser eleganten Rebsorte. Im Glas präsentiert sich der Weißburgunder blass- bis hellgelb, im Duft zart und verhalten. Typisch ist auch sein leicht nussiges Aroma.

Die größten mit Weißburgunder bestockten Flächen in Rheinland-Pfalz sind an der Nahe, in Rheinhessen, in der Pfalz und an der Mosel.

Weitere Weißweinreben in Rheinland-Pfalz: Auxerrois, Bacchus, Chardonnay, Ehrenfelser, Elbling, Faberrebe, Gewürztraminer, Huxelrebe, Morio-Muskat, Optima, Ortega, Regner Würzer, Reichensteiner, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Siegerrebe.

Dornfelder, Spätburgunder, Regent & Co.: Rote Rebsorten

Dornfelder:
Seit seiner Neuzüchtung vor 50 Jahren ist der Dornfelder längst zu einem deutschen Rotweinklassiker gereift. Auch in Rheinland-Pfalz ist er mit 7.800 ha bestockter Fläche die am häufigsten angebaute Rotweinsorte, die größten Bestände finden sich in der Pfalz und in Rheinhessen. Der Dornfelder ist robust, wenig anfällig und liefert hohe Erträge. Allerdings stellt er auch relativ hohe Ansprüche an den Boden (er begnügt sich ungern mit steinigen oder sandigen Standorten) und ist nicht geeignet für allzu frostgefährdete Lagen. Dornfelder wird vornehmlich trocken, manchmal auch halbtrocken ausgebaut und ergibt gehaltvolle, unkomplizierte, fruchtbetonte und harmonische Weine mit intensiver, tiefdunkler Farbe.
Die größten Dornfelder-Anteile in Rheinland-Pfalz befinden sich in der Pfalz und in Rheinhessen, an der Nahe stellt er den größten, an der Mosel den zweitgrößten Anteil roter Rebsorten dar.


Blauer Portugieser:

Der Blaue Portugieser wird in Rheinland-Pfalz auf 4.500 ha angebaut und ist damit die zweithäufigste rote Rebsorte in Rheinland-Pfalz. Im Vergleich zum Blauen Spätburgunder ist der Blaue Portugieser verhältnismäßig säurearm. Er stellt geringe Boden- und Lageansprüche und kommt auch mit nährstoffarmen Sandböden gut zurecht, allerdings ist die Rebe weniger für feuchte und schwere Böden geeignet. In der Nase zeigt er Anklänge von Beerendüften wie rote Johannisbeere, Himbeere oder Erdbeere, mitunter auch Sauerkirsche oder einen Pfefferton.
Die größten Anteile an der Gesamtproduktion hat der Blaue Portugieser in Rheinhessen, der Pfalz sowie an Nahe und Ahr.


Spätburgunder:

Der blaue Spätburgunder (oder Pinot Noir) stammt ursprünglich aus dem Burgund und ist eine der ältesten und edelsten Rebsorten der Welt. In Rheinland-Pfalz wird er auf einer Fläche von 3.900 ha angebaut. Die Spätburgunder-Traube verlangt viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Am besten gedeiht sie in sogenannten Rieslinglagen, also besten Lagen. Spätburgunderweine werden meist als trockene Rotweine ausgebaut, es gibt sie aber auch als feinherber Weißherbst, Rosé oder Blanc de Noir (= weißer Wein aus roten Trauben). Spätburgunderweine schmecken meist vollmundig, samtig und fruchtig. In der Nase zeigen sie einen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere.
Die Spätburgunder-Traube ist in allen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten zu finden, an der Ahr ist sie dominierend und macht fast 63 Prozent der Gesamtrebfläche aus.


Regent:

Die Sorte Regent ist eine Neuzüchtung, die oft feurige, beinahe südländische Weine liefert. In Rheinland-Pfalz wird sie auf rund 1.600 ha angebaut. Durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Winterfrösten ist ihr Anbau auch in Randlagen möglich.
Der Regent erreicht Mostgewichte, die oft sogar die des Spätburgunders übertreffen. Da sich ähnlich wie bei diesem aber die Erträge in Grenzen halten, fallen die Weine entsprechend gehaltvoll aus. Durch die moderaten Säurewerte werden Regent-Weine oft mild und samtig, typisch ist auch ihre intensive rote Farbe. In der Nase zeigen sich Aromen von Pflaumen oder Johannisbeeren, die an international renommierte Rotweinsorten erinnern.
In relativ geringen Anteilen (meist um die zwei Prozent der gesamten Rebfläche) findet sich der Regent in allen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten.


St. Laurent:

Die Rebsorte St. Laurent wird in Rheinland-Pfalz auf ca. 630 ha angebaut, allein rund 300 ha davon in Rheinhessen. Der St. Laurent treibt früh aus und reift auch zeitig. Er mag tiefgründige Böden ebenso wie kalkhaltige. Durch oftmals hohe Mostgewichte kombiniert mit guten Extrakt- und Säurewerten entstehen meist kräftige und gleichzeitig frisch - fruchtige Rotweine, die eine tiefrote Farbe besitzen. Mitunter lassen sich in den fruchtigen Weinen Aromen von Holunderbeeren oder von Wildkirschen erkennen.
St. Laurent findet man in relativ geringen Anteilen in der Pfalz und in Rheinhessen, auch an Mosel und Nahe stellt er eher eine Randerscheinung dar.


Frühburgunder:

Bezogen auf ganz Rheinland-Pfalz stellt der Frühburgunder zwar nur einen verschwindend geringen Anteil der Weinproduktion dar, im Ahrtal aber ist er eine besondere Spezialität und macht dort immerhin 6,6 Prozent der Gesamtrebfläche aus. Der Frühburgunder ist eine eigenständige, zur Burgunderfamilie gehörige Rebsorte. Seine Weine zeichnen sich durch ihre intensive rubinrote Farbe und ihren weichen, fülligen, gehaltvollen und fruchtigen Charakter aus. Aufgrund der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten war der Frühburgunder vom Aussterben bedroht, doch die Winzer blieben ihm treu und bewahrten ihn davor, in Vergessenheit zu geraten. In der Nase zeigt er typische Aromen von Kirsche, Brombeere, schwarzer Johannisbeere, Himbeere und oft auch rauchigen Noten.

Weitere Rotweinreben in Rheinland-Pfalz: Merlot, Dunkelfelder, Cabernet-Sauvignon, Müllerrebe, Heroldrebe, Acolon, Domina, Cabernet Dorsa.

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Tags: Wein, Essen & Trinken, Gesundheit, Wellness