Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
  • Weinprobe im Weingut Boos von Waldeckscher Hof, Meisenheim
  • Weinkeller Weingut Burggarten, Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Weinpräsentation im Weingut Messmer, Burrweiler
  • Weinprobe im Weingut Jean Stodden, Rech
  • Vinothek des Weinguts Müller, Spay

Weinarchitektur in Rheinland-Pfalz: Tradition trifft Moderne!

In vielen rheinland-pfälzischen Weingütern ist nicht mehr nur der Wein selbst ein Erlebnis, sondern auch der Raum, in dem er verkostet wird. Alle Sinne ansprechen, das Thema Wein im Raum abbilden und durch die Gestaltung des Raumes das Weinerlebnis beeinflussen: Das sind die Gründe, warum es eine neue Weinarchitektur in Rheinland-Pfalz gibt. Viele Weingüter orientieren sich gerade neu: Sie öffnen sich nach außen und eine junge Winzergeneration rückt nach, die auch die Architektur des Weingutes überdenkt. Traditionelles wird geschickt mit Modernem verbunden - genau wie im Weinberg.

Wenn sich der Kreis schließt: Vom Weingarten bis zur Vinothek

Beginnen wir im Weingarten – dem Weinberg: Hier spielt die Landschaftsarchitektur eine große Rolle: Sie ordnet Reben nach alter Tradition und neuestem Wissen so an, dass die Früchte zu unvergleichlicher Reife gedeihen können.
Im Weinkeller sprechen wir vom "Weinausbau". Hier wird der Kellermeister zum individuellen Weinarchitekten. Er verfeinert, was die Natur mit Sorgfalt angelegt und den Trauben in die Wiege gegeben hat.
Die Schnittstelle zwischen Natur, Keller und Weingenießer ist die Vinothek. In ihr schließt sich der Kreis. Der Blick aus dem Fenster gibt die Sicht auf die Weinberge frei und der Eindruck des Raumes spiegelt sich im Glas. Hier riecht, sieht und schmeckt der Weingenießer nicht nur den Wein, sondern auch die Region, in der er gewachsen ist.

Sichtbargewordenes Terroir

Eine wohl durchdachte Weinarchitektur ist das Bindeglied zwischen Weingut und Landschaft. Was sich äußerlich in einem unverwechselbaren Baustil präsentiert, bezieht sich auch immer auf die Philosophie eines Weingutes. Im Weinberg und im Keller ist es der Winzer, der die Geschicke des Weins in Händen hält. Seine Fürsorge und Sorgfalt spiegelt sich im Geschmack des Weins wider. Darum ist es vielen Winzern heute ein Anliegen, auch die Architektur des Weingutes und der Vinotheken so zu gestalten, dass diese die Liebe und Sorgfalt, die eigene "Handschrift" und den unverkennbaren Charakter der eigenen Weine widergeben. Weinarchitektur ist im Idealfall sichtbargewordenes Terroir.

Pressemeldung: Architekturpreis Wein 2013

Wein + Architektur ist als Thema in der Öffentlichkeit angekommen. Immer mehr Winzer schaffen mit anspruchsvoller Architektur ein der Qualität ihrer Weine angemessenes Umfeld für Produktion, Präsentation und Degustation. Weinliebhaber wollen Genuss von Anfang an und erwarten ein entsprechendes Ambiente bei ihrem Besuch der Weingüter.

Der dritte Architekturpreis Wein, bundesweit ausgelobt
vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, dem Deutschen Weinbauverband und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz wurde am 25. April 2013 in Stuttgart an insgesamt vier Projekte verliehen:

  • Weingut Neef-Emmich in Bermersheim / Rheinhessen (Architekturbüro Win­fried Klein)
  • Weingut Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen / Mosel (Architekturbüro Lukas Baumewerd)
  • Weingut Leiss in Gellmersbach / Württemberg (Architekten Michael Egger und Benjamin Miatto)
  • die Winzerhäuser des WeinKulturgutes Longen-Schlöder in Longuich / Mosel (Architekt Matteo Thun mit Stein Hemmes Wirtz Architekten und Landschaftsarchitekt Johannes Cox)

Neben den Preisen gingen sechs Auszeichnungen und vier Anerkennungen quer durch Deutschland an die Winzer und ihre Architekten. Einen Sonderpreis erhielten Professoren und Studierende der Universität Kaiserslautern.

„Wein und Architektur können sich so harmonisch ergänzen wie ein gelungenes Cuvée, dies haben die Preisträger eindrucksvoll bewiesen.“, sagte die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Ulrike Höfken anlässlich der Preisverleihung im Rahmen der INTERVITIS in Stuttgart. Sie lobte den Mut der ausgezeichneten Weinbaubetriebe, architektonisches Neuland zu betreten und damit frischen Wind in alte Weinbautraditionen zu bringen. Höfken zeigte sich überzeugt davon, dass auch Kunden und Gäste dieses außergewöhnliche Engagement schätzen und sich solche, teilweise sehr hohen Investitionen auszahlen.

(...)
Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und Mitglied der Jury, sah in den nominierten Projekten den Beweis, „dass sich durch die seit 2005 durchgeführten Symposien und dem nun schon dritten Architekturpreis Wein einiges bewegt hat.“ Schlecht zu bauen, so Reker weiter, könne sich heute beinahe kein Weinbaubetrieb mehr leisten. „Zeitgenössisches Bauen in der Weinwirtschaft kann zugleich sinnlich aufgeladen, ästhetisch und funktional wie energetisch vorbildhaft sein.“, das zeigen die Preisträger eindrucksvoll.

Wie sehr Bau- und Weinkultur harmonieren und dadurch auch den Tourismus fördern, hatten schon die ersten beiden Wettbewerbe gezeigt. Regelmäßig sorgten die prämierten Projekte aus allen deutschen Anbaugebieten für Aufmerksamkeit und fanden Nachahmer – ein durchaus erwünschter Effekt. Denn allen drei Auslobern geht es mit dem Preis erklärtermaßen um eine Stärkung des ländlichen Raums und seiner Ertragskraft durch eine konsequent auf Qualität ausgerichtete Arbeit. Eine Aufgabe für die nächsten Jahre wird in der energetischen Sanierung manchen Betriebes liegen.

Im September 2012 hatten das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, der Deutsche Weinbauverband und die Architektenkammer Rheinland-Pfalz den Architekturpreis Wein nach 2007 und 2010 zum dritten Mal ausgelobt. Die nun bekanntgegebenenen Preise, Auszeichnungen, Anerkennungen und der Sonderpreis wurden durch eine Fachjury mit Vertretern aus der Architektur- und der Weinszene ausgewählt.

Weitere Informationen:

Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Annette Müller, Postfach 1150, 55001 Mainz, Telefon 06131/99 60 22, Telefax 06131/99 60 62 E-Mail: mueller(at)akrp.de, Internet: www.diearchitekten.org

Informationen zu den Projekten finden Sie auch im Internet:
www.weinundarchitektur.de

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