Gastlandschaften Rheinland-Pfalz


Heilbäder und Kurorte

Heilbäder und Kurorte in Rheinland-Pfalz - Kur in Deutschland

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Meine Kur - wichtige Hinweise rund um die Kur

Kurzüberblick

  • Kuren gehören als ambulante Vorsorgeleistungen nach wie vor zum Leistungsangebot der Sozialversicherungen
  • Der erste Weg führt immer zu Ihrem Arzt. Danach muss der Arzt Ihrer Krankenkasse per Formblatt eine Maßnahme empfehlen.
  • Machen Sie im Falle einer Ablehnung des Kurantrages von Ihrem Recht Gebrauch und gehen Sie in Widerspruch!
  • Klären sie rechtzeitig vor Kurantritt Art und Höhe der Kostenübernahme
  • Sammeln Sie sorgfältig alle Belege über geleistete Zuzahlungen an Ärzte, Apotheken und sonstige Heilmittelerbringer (z.B. Physiotherapeuten)
  • Denken Sie vielleicht auch einmal darüber nach, anstelle eines Urlaubs eine Kur privat zu buchen! Zahlreiche Heilbäder und Kurorte verfügen über günstige Pauschalkur-Angebote.

Kurformen auf einen Blick

Ambulante Vorsorgekur in anerkannten Kurorten (auch "offene Badekur" genannt)

Eine Vorsorgekur soll Krankheiten verhüten, wenn die körperliche oder geistige Gesundheit bereits geschwächt ist. Diese Kurform dient dazu, Schlimmeres zu verhindern und hilft einem dabei, wieder richtig gesund und fit zu werden.  Kurort und Unterkunft können im Einvernehmen mit dem Arzt und dem Kostenträger frei gewählt werden. Ebenso der Termin für die Anreise sowie  Kurarzt und Kureinrichtung.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 100 Prozent der Kurarzt-Kosten und 90 Prozent der Kurmittel. Sie gewähren außerdem einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung in Höhe von bis zu 13 € pro Tag, für Kleinkinder in Höhe von bis zu 21 € pro Tag. Ihr Eigenanteil beträgt 10 € pro Verordnung/Rezept sowie 10 Prozent der Kurmittel. Die Beihilfestelle gewährt einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung in Höhe von bis zu 16 €. Die Kostenbeteiligung für Kurarzt und Kurmittel ist individuell bei der Beihilfestelle oder der Privatkrankenkasse abzuklären.

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung können Sie diese Leistungen alle drei Jahre beantragen, bei medizinischer Notwendigkeit auch öfter. Alle anderen Leistungen können nur alle vier Jahre genehmigt werden.


Kompaktkur

Die Kompaktkur ist eine medizinisch hoch wirksame Variante der ambulanten Vorsorgekur in anerkannten Kurorten und stellt eine den ganzen Menschen umfassende Heilbehandlung dar. Die Kompaktkur verbindet dabei ein indikationsbezogenes, umfassendes Therapiekonzept mit allen Annehmlichkeiten einer selbst gewählten Unterkunft. Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Krankengymnasten, Therapeuten, Psychologen und Gesundheitspädagogen, entwickelt indikationsbezogene Kurkonzepte, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen ansprechen.

Mit maximal 15 Gleichgesinnten befindet sich der Kompaktkur-Teilnehmer in einer stabilen Gruppe. Die Kompaktkur wird somit auch zu einer Zeit des Erfahrungsaustauschs mit Menschen, die ein ähnliches Krankheitsbild haben und gemeinsam in der Gruppe Neues erlernen. Die Kompaktkur findet zu festgesetzten Terminen statt und dauert in der Regel 3 Wochen.

Bei der Kompaktkur erhält der Teilnehmer wie in der traditionellen ambulanten Kur bis zu € 13,- Tageszuschuss. Die Krankenkasse genehmigt alle 3 Jahre eine Kompaktkur, bei medizinischer Notwendigkeit jedes Jahr.


Ambulante Rehabilitationskur

Bei ambulanten Rehabilitationsleistungen in wohnortnahen, auch teilstationären Einrichtungen empfiehlt Ihnen der Kostenträger eine Vertragseinrichtung und übernimmt die vollen Kosten für Arzt und Kurmittel.

Ihr Eigenanteil beträgt 10 € pro Tag.


Stationäre Vorsorgekur in anerkannten Kurorten und stationäre Rehabilitationskur

Reichen ambulante Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen nicht aus, dann kann der zuständige Kostenträger eine stationäre Behandlung mit Unterkunft und Verpflegung in einer Kurklinik, in einem Sanatorium oder in einer Rehabilitationseinrichtung bewilligen. Den Kurort und Ihre Unterkunft müssen Sie hierbei mit dem Kostenträger abstimmen. Die gewählte Unterkunft bestätigt Ihnen den Anreisetermin.

Vom Kostenträger werden in der Regel für drei Wochen die gesamten Kosten übernommen, es sei denn, für die Krankheit ist eine andere feste Behandlungszeit vorgesehen oder eine Verlängerung der Behandlung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich. Ihre Eigenbeteiligung beträgt 10 € pro Tag. Bei Zuständigkeit der Beihilfestelle oder der Privatkrankenkasse sind sowohl die Kostenübernahme für Unterkunft und Verpflegung als auch die Kostenbeteiligung für medizinische und therapeutische Leistungen individuell abzuklären.


Vater/Mutter-Kind-Kur

Unter einer Vater/Mutter-Kind-Kur (oder auch Stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen gemäß §§ 24 und 41 SGB V genannt) versteht man eine 3-wöchige Kur, die kranken oder überforderten Eltern angeboten werden kann. Die häufigsten Erkrankungen, mit denen Frauen in Mutter-Kind-Kliniken aufgenommen werden, sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychosomatische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Burn-Out, Atemwegserkrankungen oder Adipositas). Kinder können entweder als gesunde Begleitpersonen mit zur Kur (wenn sie zuhause nicht betreut werden können) oder sie werden mitbehandelt, z.B. bei Infektanfälligkeit oder Verhaltensstörungen wie ADHS.

Vater/Mutter-Kind-Kuren sind prall gefüllt mit Gruppen- und Einzelgesprächen, Bewegungsprogrammen, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren usw. Im Rahmen der Kur soll dem Elternteil Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden, damit nach Beendigung der Kur eine Besserung langfristig sichergestellt werden kann.

Der Anspruch auf eine Kur besteht alle 4 Jahre, wobei die Krankenkassen die Kosten bis auf eine Selbstbeteiligung von 10 Euro pro Tag bei Erwachsenen übernehmen. Privat Versicherte können in der Regel nur eine Vater/Mutter-Kind-Kur beantragen, wenn Sie dafür eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben.

Für die Kur dürfen vom Arbeitgeber übrigens keine Urlaubstage angerechnet werden, allerdings kann es - je nach betrieblicher Vereinbarung - zur Kürzung der Lohnfortzahlung kommen. 

 

Vom Arzt zum Antrag

  1. Anspruch
    Jeder gesetzlich Versicherte, bei dem die medizinischen Voraussetzungen vorliegen, hat Anspruch auf eine Kur, die alle drei Jahre (ambulant) bzw. alle vier Jahre (stationär) erneut beantragt werden kann.
  2. Ärztlicher Befund
    Nach einem Gespräch bei Ihrem behandelnden Arzt bescheinigt dieser die medizinische Notwendigkeit einer Kurmaßnahme und rät je nach Krankheitszustand zu einem ambulanten oder stationären Aufenthalt.
  3. Antrag
    Gemeinsam mit dem Arzt füllen Sie den Kur-Antrag für eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme aus und reichen diesen bei Ihrem zuständigen Kostenträger (Kranken- oder Rentenversicherung, Beihilfestelle) ein. Bereits hier können Sie Ihren gewünschten Aufenthaltsort angeben. Der Arzt sollte eine umfassende Begründung für die Notwendigkeit der Kurmaßnahme erstellen und dem Antrag beilegen.
  4. Prüfung
    Es folgt die Überprüfung des Kur-Antrages durch den medizinischen Dienst, den Vertrags- oder Amtsarzt.
  5. Genehmigung
    Diese erfolgt durch die zuständige Krankenkasse, Renten- oder Beihilfestelle.
  6. Ablehnung
    Bei einer Ablehnung des Kur-Antrages kann – am besten mit Unterstützung des behandelnden Arztes – schriftlich Widerspruch eingelegt werden. Derzeit haben ca. 50% der in erster Instanz abgelehnten Anträge nach Widerspruch Erfolg! In Härtefällen hilft eine Klage vor dem Sozialgericht.
  7. Private Kur
    Sie können aber jederzeit auch auf eigene Kosten eine Kur machen. Sie übernehmen die Kosten für Ihre Übernachtungen und der Kurarzt im Heilbad oder Kurort verschreibt Ihnen nach entsprechender Untersuchung und bei medizinischer Notwendigkeit die entsprechenden Heilmittelanwendungen. 90% der Kosten für die Anwendungen übernimmt die Kasse, den Rest sowie die Rezeptgebühr zahlt der Patient selbst.
  8. Kurort
    Bei einer ambulanten Vorsorgeleistung kann der Patient einen anerkannten Kurort frei auswählen. Bei einer stationären Vorsorgeleistung oder einer Rehabilitationsleistung empfiehlt die Krankenkasse eine Vertragseinrichtung.
  9. Dauer
    Eine ambulante oder stationäre Kur dauert in der Regel drei Wochen. Eine Verlängerung ist je nach Schwere der Krankheit möglich.
  10. Kosten
    Bei einer stationären Rehabilitation, einer stationären Vorsorgeleistung sowie einer ambulanten Rehabilitation besteht eine volle Kostenübernahme. Die Eigenbeteiligung liegt bei 10 €/Tag. Bei ambulanten Vorsorgeleistungen nach § 23 Absatz 2 SGB V in anerkannten Kurorten werden 100% der Kurarzt-Kosten und 90% der Kurmittel übernommen. Hinzu kommt ein Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und Kurtaxe von bis zu 13 €/Tag, für Kleinkinder 21 €/Tag. Dies ist jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich geregelt. Bitte klären Sie vor Kurantritt, ob und in welcher Höhe ein Zuschuss bezahlt wird. Die Eigenbeteiligung liegt bei zehn Euro pro Verordnung und 10% der Kurmittel.

Kurantrag abgelehnt?

Kuren gibt es nach wie vor! Doch bis ein Kurantrag genehmigt wird, sind viele Hürden zu überwinden.

Wussten Sie, dass fast jeder vierte Kurantrag von den Krankenkassen in einem ersten Schritt abgelehnt wird? Und ein – in zahlreichen Fällen erfolgreicher – Widerspruch wird von den Patienten nur selten eingelegt.

Wir, die rheinland-pfälzischen und saarländischen Heilbäder und Kurorte, sind überzeugt, dass jeder Euro, der rechtzeitig in Form von ambulanten Vorsorgemaßnahmen in die Gesundheit eines Menschen investiert wird, nicht nur zur persönlichen Gesundheitsverbesserung beiträgt, sondern langfristig unser gesamtes Gesundheitssystem entlastet.


Die Leistungen und die Voraussetzungen für ihre Gewährung durch die Krankenkassen sind imSozialgesetzbuch V festgelegt. Zu unterscheiden sind dabei 1. Vorsorge und 2. Rehabilitation.


1. Informationen zu Vorsorgeleistungen

Medizinische Vorsorgeleistungen (§23 SGB V) sind angezeigt, wenn eine Schwächung der Gesundheit vorliegt, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde. Hier gilt besonders "Vorbeugen ist besser als Heilen". Dies gilt insbesondere bei einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung bei Kindern, z.B. Übergewicht, Bewegungsmangel, zur Vermeidung der Verschlimmerung bestehender Krankheiten oder der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit.
Die Maßnahmen (ärztliche Behandlung, Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil-und Hilfsmitteln) können am Wohnort erfolgen, wenn dadurch das medizinische Ziel erreicht werden kann. Ist dieses medizinische nicht zu erwarten, dann sollten ambulante Vorsorgeleistungen in einem anerkannten Kurort beantragt werden. Abhängig von der Satzung der einzelnen Krankenkasse können dabei Zuschüsse bis zu 13 € / Tag gewährt werden, bei chronisch kranken Kleinkindern bis zu 21 €/ Tag.

Reichen auch die ambulanten Maßnahmen in einem Kurort nicht aus, kann die Krankenkasse Behandlung mit Unterkunft und Verpflegung in einer Vorsorgeeinrichtung erbringen, mit der entsprechende Verträge bestehen. Diese stationären Vorsorgemaßnahmen sind in der Regel auf 3 Wochen Dauer und im Abstand von 4 Jahren begrenzt, wenn nicht aus medizinischen Gründen eine längere oder vorzeitige Maßnahme notwendig ist.

Eine Sonderstellung nehmen die medizinische Vorsorge für Mütter und Väter (§ 24 SGB V) ein, die in entsprechenden Einrichtungen erbracht werden, z.B. als Mutter-Kind-Maßnahme.

Entscheidend für das Genehmigungsverfahren sind immer die medizinischen Erfordernisse des Einzelfalles.


2. Informationen zu Rehabilitationsmaßnahmen

Rehabilitation bedeutet Wiederherstellung. Unter medizinischer Rehabilitation verstehen wir den Einsatz medizinischer Maßnahmen, die geeignet sind die körperlichen, seelischen und sozialen Folgen von Krankheiten zu minimieren. Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen können ambulant oder stationär erbracht werden. Voraussetzung ist immer die Notwendigkeit, die Rehabilitationsfähigkeit und ein erreichbares, definiertes Rehabilitationsziel.
Kostenträger der Maßnahmen können z.B. die Kranken- und Pflegekassen, die Rentenversicherung oder die Unfallversicherung sein, dies sollte möglichst vor der Antragstellung geklärt sein, um zeitliche Verzögerungen zu vermeiden.
Eine Sonderform der medizinischen Rehabilitation ist die Anschlussheilbehandlung, die nach einem Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird. In der Regel beginnt sie spätestens zwei Wochen nach der Krankenhausentlassung und dauert 3 Wochen. Kostenträger sind entweder die Rentenversicherung oder die Krankenkasse.

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Tags: Gesundheit, Heilbäder & Kurorte