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Die protestantische Kirche Rehborn | Rehborn

Die Kirche von Rehborn fasziniert den Betrachter schon beim ersten Anblick durch ihren markanten Wehrturm. Er besitzt eine etwas vorkragende Zinnenplattform mit zwei Schießscharten auf jeder Seite. Daran sind Halterungen für Holzklappläden befestigt, die während der Verteidigung nach Abgabe des Schuss wieder geschossen werden konnte. Auf dem dreistöckigen, burgartigen Turm befindet sich ein pyramidenförmiges Dach. Über das Alter des Turms gehen die Meinungen auseinander, er wird wechselweise als früh- oder spätgotisch bezeichnet. Sicher bezeugt ist er für 1387, als Graf Friedrich von Veldenz die Verpflichtungen für den Kirchturmbau übernahm.

Die Geschichte der Gemeinde Rehborn ist wesentlich älter. Nach der erstmaligen Erwährung 1128 mussten die Rehborner um 1000 die Baulasten der Pfarrkirche auf dem Disibodenberg mittragen. Spätestens 1241 hatte sich die Gemeinde jedoch vom Kloster gelöst und eine eigene Pfarrei gebildet. Es gibt Vermutungen, wonach damals das Gotteshaus an den sichersten Ort, den im unteren Teil schon bestehenden Wehrturm des Rehborner Edelknechts, angebaut wurde. Die Kirche war wahrscheinlich dem heiligen Antonius geweiht. Im Inneren gab es einen Marien- und einen Nikolausaltar, die nach Einführung der Reformation 1533 verschwunden sein dürften.

Der Herzog von Pfalz-Zweibrücken als Landesherr wurde damit auch für die kirchlichen Angelegenheiten zuständg. Die ursprüngliche Einheit von Wehrturm, Wehrkirche und Wehrfriedhof wurde durch die Entwicklung der Alliierten überholt. Daher wurde der Turm zum Glockenträger umfunktioniert; die heutigen Spitzbogenfenster gehen ursprünglich auf Schalllöcher zurück. Eine alte, 1978 restaurierte Glocke vom Disibodenberg, die einst im Turm hing, ist jetzt an der Leichenhalle am Friedhof angebracht. Sie wurde 1454 von Jakob Ott aus Kreuznach gegossen und ist eine der wenigen erhaltenen gotischen Glocken der Pfalz. Heute hängen im Turm drei Glocken, die elektrisch geläutet werden. Sie gehören der Zivilgemeinde Rehborn.

Ursprünglich lag um die Kirche der Begräbnisplatz, bis er infolge der furchtbar grassierenden "Roten Ruhr" im Jahr 1719 nicht mehr genügend Platz bot. In diesem Jahr wurde der neue Friedhof an der Straße nach Meisenheim angelegt.

Auch Rehborn blieb von den Widrigkeiten eines Simultaneums nicht verschont, wie eine Beschwerde der Reformierten aus dem Jahr 1721 zeigt: "Hier fragt der katholische Pfarrer nicht mehr bittend an, wenn er die Casualien" - Taufe, Trauung, Beerdigung - "verrichten will, sondern ermaßt sich, nachdem ihn Kur-Mainz in unserer Kirche eingeführt hat, alle Rechte an." Dabei war die Gemeinde Rehborn 1757 zu fast 80 % calvinistisch; die Katholiken machten nur etwa 15 % der Bevölkerung aus. Die wenigen Lutheraner (1757 noch nicht einmal 5 %) gingen 1818 in der unierten Protestantischen Landeskirche der Pfalz auf.

Das an den Turm anschließende Kirchenschiff wurde als chorloser barocker Saalbau auf Kosten der Kirchenschaffnei 1768 angebaut. Es ersetzte einen gotischen Vorgängerbau. Damals verlor der Turm seine Funktion als Altarraum, und diente nun zeitweise sogar als Gefängnis! Die Pläne für den Anbau stammten von dem aus Meisenheim gebürtigen pfalz-zweibrückischen Landbaudirektor Philipp Heinrich Hellermann (1728-1806). Die Ausstattung der Erbauungszeit ist fast vollständig erhalten. Altar und Kanzel sind in der Längsseite gegenüber dem Hauptportal angeordnet. Vier Bankblöcke sind auf sie zugeordnet. Die Emporen befinden sich an den beiden Schmalseiten. Bis zur Renovierung 1952 umgab ein Holzgitter die jeweils letzte Bank zur Hauptstraße hin. Dieses "Herrschaftsgefühl" war für die Presbyter und angehörigen des Pfarrers reserviert und trennte sie vom "gemeinen Volk". Der Anstrich ist grau-grün mit recht schönen, goldfarbenen Ornamenten versehen. Diese hölzerne Inneneinrichtung stammt nach Meinungen des Kunsthistorikers Dr. Meinhold Lurz aus der bekannten Schmidt-Werkstatt aus Meisenheim, und zwar von Georg Philipp Schmidt (1740-1816). Jedoch wird neuerdings Nickel Giesler, ein ortsansässiger Schreiner, als Erbauer vermutet.

Graue quadratische Bodenplatten stammen wohl noch aus der Zeit der Errichtung der Kirche, denn sie sind sehr ausgetreten. Von den Rundbogenfenstern wurden 1923 drei aus Buntglas mit biblischen Bildern und Inschriften als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gefertigt. Die übrigen Fenster sind holzgerahmt mit leicht getöntem Glas und Bleifassungen. Die Orgel wurde 1859 von der Firma Karl Wagner erbaut. Sie hat ein Manual und 13 Register und wurde mehrmals überarbeitet.

Der gotische Wehrturm mit seinem barocken Anbau stellt eine sehr eigenwillige Kombination dar.

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