Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Täglich auf Tour mit der RheinZeitung

...  unsere Tipps für Ihre Ausflüge nach Rheinland-Pfalz im September:

Backfischfest in Worms vom 26. August bis 3. September 2017

Die älteste Fischerzunft Deutschlands hat dieses heute größte Wein- und Volksfest am Rhein ins Leben gerufen. An die Eröffnung auf dem Marktplatz am ersten Samstag des Festes schließt sich sonntags darauf der große Festumzug durch die Stadt bis hin zum Festplatz, der Kisselswiese, an. Den krönenden Abschluss des Festes stellt das traditionsreiche Fischerstechen dar.

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Zweites Wochenende im September .... Fischerstechen in Bad Kreuznach

Am zweiten Wochenende im September, von Freitag bis Sonntag, spielt sich auf der Nahe vor dem Fischerstecher-Stadion der Roseninsel ein ganz besonderes Spektakel ab:
Beim Fischerstechen werden die flachen Käöhne von Viererteams bewegt. Auf einem Ausleger steht der Lanzenstecher. Er - oder sie- versuchen den Gegner ins Wasser zu befördern. Eine Jury am Ufer entscheidet über Sieg und Niederlage.

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Zweites Wochenende im September .... Historisches Schinderhannes-Räuberfest im mittelalterlichen Herrstein

Wer kennt sie nicht, die berühmte deutsche Räuberlegende Schinderhannes und seine Spießgesellen? Ganz wie zu Zeiten des Räubers findet im mittelalterlichen Ortskern von Herrstein an der Deutschen Edelsteinstraße am zweiten Septemberwochenende beim „Schinderhannes-Räuberfest“ ein buntes Markttreiben statt. Zahlreiche Künstler und Handwerker wie Töpfer, Spielzeugmacher, Korbflechter, Färber und Glasbläser präsentieren dort ihr Handwerk und die Bauern bieten leckere Speisen, Wein, Met und Gerstensaft für das leibliche Wohl. Spannend wird es vor allem für die Kinder beim Bogenschießen, Hexentheater oder beim Pferdereiten im Mittelalterlager. Dazwischen sorgen Zauberer, Hellseherinnen, Spielleute, Gaukler und Feuerkünstler mit Musik und Kunststücken für viel Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie. Das Highlight am Samstagabend ist ein großes Feuerspektakel auf dem Marktplatz vor dem Schinderhannesturm. An beiden Tagen wird der Schinderhannes und seine Bande über den Markt ziehen und mit vielen Räuberliedern für gute Laune sorgen.

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Zweiter Samstag im September... Rhein in Flammen in Oberwesel

Mit einem musiksynchronen Feuerwerk der Superlative empfängt am zweiten Samstag im September die festlich illuminierte Stadt Oberwesel die Schiffsgäste zum jährlichen Feuerwerksspektakel „Rhein in Flammen". Rund 50, mit bunten Lichtern geschmückte, Schiffe fahren in der Dunkelheit von St. Goar bis Oberwesel, vorbei an der faszinierenden Kulisse des in bengalischem Rot leuchtenden Loreleyfelsen

Weitere Informationen zur Veranstaltung "Rhein in Flammen".

Koblenzer Schängelmarkt vom 15. - 17. September 2017

Beim jährlichen Schängelmarkt steht Koblenz mit dem größten Volks- und Stadtfest im nördlichen Rheinland-Pfalz Kopf. Der Schängelmarkt präsentiert sich in der Koblenzer Innenstadt in seiner ganzen Vielfalt mit unterhaltsamem Marktgeschehen und Musik auf vielen Großbühnen. Jedes Jahr wird ein abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Darbietungen à la couleur zusammengestellt  - ein echtes Mega-Event im Herzen der Innenstadt, mit mehr als 100.000 Besuchern und über 400 Ausstellern.

Weitere Informationen zum Koblenzer Schängelmarkt.

Dritter Samstag im September .... Rhein in Flammen in St. Goar - St. Goarshausen

Die Städte St. Goar und St. Goarshausen veranstalten am dritten Samstag im September zu Füßen der Loreley und der romantischen Burgen Rheinfels und Katz seit mehr als 60 Jahren das traditionelle Feuerwerksspektakel. Wenn am Abend rund 65 bunt beleuchtete Fahrgastschiffe in der Mitte des Rheines liegen, kann das gigantische Lichterfestival rechts und links am Ufer beginnen, das Finale erfolgt schließlich von der Mitte des Rheins.

Weitere Informationen zur Veranstaltung "Rhein in Flammen"
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Drittes Wochenende im September .... Schustermarkt in Montabaur

Am dritten Wochenende im September ist traditionell Handwerker- und Bauernmarkt in Montabaur – mit einem bunten Marktprogramm für die ganze Familie. Die gesamte Innenstadt von Montabaur verwandelt sich dann in einen großen Marktplatz. Viele Handwerker und Kunsthandwerker zeigen auf dem Schustermarkt  modernes und historisches Handwerk.

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Drittes Wochenende im September - Zwiebelmarkt in Bad Breisg

Nach alter historischer und religiöser Tradition  feiert Bad Breisg ein ganz besonderes Fets, den "Zwibbelsmaat". An ca. 300 Verkaufsständen kann man alles erwerben, was man für den täglichen Bedarf benötigt, egal ob nach alter Tradition oder auf zeitgenössische Weise. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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Letztes Wochenende im September - Nassauer Michelsmarkt

Der Michelsmarkt in Nassau findet jährlich am letzten Wochenende im September (auch der Montag muss dabei im September liegen) statt. Er bietet den Gästen bei Musik, Tanz und lukullischen Spezialitäten stimmungsvolle Stunden der Unterhaltung. Neben den kulturellen Veranstaltungen findet in der Innenstadt einen Vergnügungspark mit zahlreichen Fahrgeschäften für Groß un Klein sowie einen Jahrmarkt. Den Kirmes-Abschluss bilden ein Frühschoppen und das Brilliantfeuerwerk am Montag.

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24 Millionen Mosaiksteinchen funkeln um die Wette

Erlöserkirche in Gerolstein beeindruckt mit vergoldeter Kuppel im byzantinischen Stil.


Von außen deutet kaum etwas auf die Pracht hin, die im Inneren der evangelischen Erlöserkirche auf dem „Hofacker“ im Gerolsteiner Ortsteil Sarresdorf zu finden ist. Sie wurde 1913 in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. eingeweiht. Die Errichtung erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Evangelischen Kirchenbauvereins zu Berlin, doch auch der Kaiser griff für die Realisierung des mit 1,1 Millionen Mark sündhaft teuren Baus tief in die eigene Tasche.


Im Grundriss präsentiert sich die Kirche als ein einfaches romanisches Kreuz aus Backsteinen und Rotsandsteinquadern. Acht rötliche Granitsäulen tragen ein Kuppelgewölbe, das mit der reichhaltigen Innenausstattung das Prunkstück der Kirche darstellt: Die Wände der Vorhalle sind mit Cipolino-Marmor verkleidet und die Gewölbe mit Mosaik aus 24 Millionen Steinchen ausgestaltet, dessen Goldgrund mit blauen Verzierungen versehen ist. Die nach byzantinischem Vorbild erstellten Mosaike verbinden deutlich sichtbar religiöse Inhalte mit dem politischen Machtanspruch Kaiser Wilhelm II.


In der Mitte der Kuppel befindet sich ein Kronleuchter, der schon zur Zeit der Erbauung der Kirche elektrisch versorgt und damals eines der wenigen Bauwerke in Gerolstein war, das über elektrisches Licht verfügte. Aufgrund der enormen Unterhaltungskosten, die die Gemeinde Gerolstein nicht aufbringen konnte, wurde die Erlöserkirche 1914 dem Hause Hohenzollern zum Geschenk gemacht. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs befindet sich die Kirche im Besitz der Evangelischen Landeskirche und wird von ihr verwaltet.


Beim Bau der Erlöserkirche entdeckte man 1907 auf dem "Hofacker" die Fundamente einer römischen Villa rustica. Heute können die Grundmauern, eine teilweise rekonstruierte Hypokaustenheizung sowie weitere Fundstücke aus den Grabungen in der "Villa Sarbodis" besichtigt werden. Dieses kleine Museum wurde anlässlich des Besuchs des Kaisers in Gerolstein direkt neben der Kirche errichtet. Zum Schutz der wertvollen Mosaike kann das Innere der Kirche nur in Verbindung mit einer Führung besichtigt werden. Diese werden montags, mittwochs und samstags um 11 Uhr und mittwochs und samstags zusätzlich um 15 Uhr angeboten und kosten 2,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder. Gruppenführungen sind auf Anfrage auch zu anderen Zeiten montags bis samstags möglich.

Weitere Informationen: Tourist-Information Gerolsteiner Land, Brunnenstraße 10, 54568 Gerolstein, Tel.: 06591/ 94 99 10, http://www.gerolsteiner-land.de/

Mühle, Töpferei und Heckrinder

Radrundweg Puderbacher Land durch den Westerwald.


Die Höhen und Bachtäler des Niederwesterwaldes mit zum Teil anspruchsvollen Anstiegen und Abfahrten erkundet der rund 45 Kilometer lange Radrundweg Puderbacher Land. Am Rande des Naturparks Rhein-Westerwald beginnt die Tour in Raubach und führt über mehrere Anstiege nach Lautzert. Unterwegs kann in Woldert das Scheunenmuseum besichtigt werden. Das Naturdenkmal Beilstein kündigt den Ort Oberdreis mit seiner Mühle an, die eines der ältesten Ölmühlenwerke des Westerwaldes besitzt. In der Töpferei Schmidt wird in langer Familientradition Keramik hergestellt.In Lauzert ist die Höhe erreicht und es geht in rasanter Abfahrt hinunter in das Tal der Wied. Gemeinsam mit dem Wied-Radweg führt der Radrundweg Puderbacher Land entlang der Teichanlage zwischen Udert und Niederwambach nach Döttesfeld. Dort lädt die Wassertretanalge im Holzbach zur Erfrischung ein.


Das letzte Stück der Rundtour führt durch das renaturierte Grenzbachtal. Das neun Kilometer lange Tal war vor der Renaturierung dicht mit Fichten bepflanzt. Heute weiden hier Heckrinder, deren Ähnlichkeit mit dem längst ausgestorbenen Auerochsen nicht zufällig ist. Die Zoologen Heinz und Lutz Heck züchteten die Auerochsen aus verschiedenen Rinderrassen nach. Die nach ihren Züchtern benannten Heckrinder sind zwar kleiner als die Auerochsen, ähneln ihnen aber äußerlich und in ihren Eigenschaften.


Bei Dürrholz-Daufenbach gibt es beim Naturerlebnispfad eine Möglichkeit der Rast, bevor kurz vor Urbach der höchste Punkt der Rundfahrt erreicht ist. Von dort geht es bergab zurück nach Raubach. Auf einem kleinen Abstecher zur Burgruine Reichenstein, die rund zwei Kilometer nordwestlich von Puderbach über dem Holzbachtal liegt, kann man sich auf die Spuren der Burggrafen und Walpoden begeben, die die Burg im 14. Jahrhundert bauten.
Weitere Informationen: Tourist-Information Puderbacher Land, Hauptstr. 13, 56305 Puderbach, Telefon: 02684/858160, www.puderbacher-land.de

Raffael der Viehmaler

Malschule und Restaurant in der Wasserburg.


Für ihr Alter ist sie wirklich schmuck anzusehen. Die Wasserburg Reipoltskirchen im Landkreis Kusel ist ein wahres Kleinod des Pfälzer Berglandes und eine der am besten erhaltenen Talburgen der Pfalz. Ab 1999 unterzog sich die im 12. Jahrhundert zur Sicherung des Odenbachtales erbaute Wehranlage einer gründlichen Schönheitskur. Mit Liebe zum Detail wurde die historische Substanz konserviert und mit einer Malschule und einem Restaurant Leben in die Gemäuer gebracht. Auch der Bergfried ist nun wieder begehbar.


Die Malschule, in der regelmäßig Kurse für alle Altersgruppen, Laien und Fortgeschrittene stattfinden, geht auf eine künstlerische Tradition des Ortes zurück. Eine der Berühmtheiten des Ortes, der Tiermaler Johann Heinrich Roos, wurde wahrscheinlich in Reipoltskirchen geboren, ganz sicher aber 1631 im Ort getauft. Von seinen Zeitgenossen wurde er anerkennend „Raffael der Viehmaler“ genannt.


Auch heute ist die Wasserburg Anziehungspunkt für Künstler zum Beispiel aus Deutschland, Ungarn, Rumänien, Luxemburg, Finnland und Frankreich, die auf einem rund einen Kilometer langen Rundweg unter dem Motto „Kunst im Grünen“ zeitgemäße skulpturale Kunst erschufen. Auch in diesem Jahr sind neue Werke dazugekommen. Die Künstler nahmen sich dem hochaktuellen Thema „Frieden“ an und präsentieren ihre Gedanken mit Werken, Installationen und Bepflanzungen aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Die Tour über die „Europäische Skulpturenstraße des Friedens“ startet auf dem Parkplatz an der Wasserburg in der Schlossstraße.
Weitere Informationen: Tourist-Information Pfälzer Bergland „hin & weg“, Bahnhofstr. 67, 66869 Kusel, Telefon: 06381/424270, http://pfaelzerbergland.de/

Alte Gemäuer am Wegesrand erkunden

Schloss Herrnsheim, Gottliebenkapelle und Trullos sind Weggefährten auf einer Wanderung über die rheinhessischen Höhen.


Wer an die Landschaft in Rheinhessen denkt, dem fallen zunächst sanfte Hügel ein, dem Volksmund seit jeher als „Hiwwel“ bekannt. Doch es gibt weit mehr zu entdecken, denn an den Wanderwegen durch die Reben findet sich so manches historische Kleinod. Die Wanderung auf dem „Herrnsheimer Höhenrundweg“ führt gleich an mehreren sehenswerten Gemäuern vorbei.


Start- und Endpunkt der Rundwanderung ist der  Parkplatz am Mauergarten in der Nähe des alten Bahnhofs von Herrnsheim. Entlang des ehemaligen Bahndamms, dessen Areal vor dem Bau der Bahnlinie als Nutzgarten für die Schlossbewohner diente, führt der Weg vorbei an Resten der alten Stadtmauer zur Gottliebenkapelle. Das kleine Gotteshaus beeindruckt mit einem tonnengewölbten Saal im spätromanischen Stil mit ins Achteck übergeleitetem Chorturm. Im Inneren befindet sich eine Rankenmalerei von Otto Hupp. Seitlich schließt sich ein neuromanischer Kreuzgang an. Weiter geht es oberhalb von Wald und Streuobstwiesen auf der „Leiselheimer Chaussee“ mit Ausblicken auf Worms, das Pfrimmtal sowie den Donnersberg im Westen. Bald darauf passiert man ein traditionelles rheinhessisches Weinbergshäuschen, einen „Trullo“.


Der Höhepunkt der Wanderung wartet in der Nähe des Start- und Zielpunktes: Das Herrnsheimer Schloss. Es geht auf eine 1460 erbaute Burg zurück, die im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt und ab 1711 im Stil des Barock wieder aufgebaut wurde. Nach erneuter Zerstörung wurde aus den Ruinen das heutige Schloss im Empire-Stil errichtet. Der Gartenarchitekt Friedrich Ludwig Skell entwarf 1790 einen Englischen Garten, mit dem das Gemäuer noch heute verzaubert. Der Garten ist mit Wiesen, Teichen, einem Bachlauf und Waldstücken abwechslungsreich gestaltet. Heute befinden sich das Schloss und der 10 Hektar große Park im Besitz der Stadt Worms, sodass die Anlage öffentlich zugänglich ist. Besonders sehenswert sind auch die historische Innenausstattung des Schlosses, die im Erdgeschoss weitgehend erhalten ist, sowie der Bibliotheksturm, die bei einer Führung auf Anfrage besichtigt werden können. Dem Englischen Garten ist außerdem eine Orangerie aus dem 19. Jahrhundert angeschlossen, in der sich heute ein Café befindet. Hier kann man die Wanderung bei Kaffee und Kuchen und mit Blick auf das Schloss entspannt ausklingen lassen.
Informationen: Tourist Information Worms, Neumarkt 14, 67547 Worms, Telefon: (0 62 41) 8 53 - 73 06, www.worms.de

Das Fundament des Neuen Jerusalem

In Kempfeld gibt es einen ganzen Garten voller Edelsteine.


Vor kurzem bekam Kempfeld ein neues Ortsschild, das den Ort stolz als Nationalparkgemeinde ausweist. Kempfeld liegt im südlichen Hunsrück zwischen dem Idarwald im Norden und Idar-Oberstein im Süden direkt an der Deutschen Edelsteinstraße und nicht weit vom Saar-Hunsrück-Steig am Fuße der Wildenburg. Ein besonderes Kleinod in der Edelsteinregion rund um Idar-Oberstein ist der Edelsteingarten in Kempfeld.


Von der Schulstraße führt eine Holzbrücke zu dem kleinen Park, in dem mehr als 100 stattlich große Edelstein-Rohsteine aus aller Welt nicht nur angesehen, sondern auch befühlt werden können. Sie liegen auf kleinen Sockeln im Gras oder sind auf hölzernen Pfosten befestigt. So wandelt man von Aventurin, Citrin und Bergkristall zu Jaspis, Malachit und Amethyst. Zu jedem Stein steht auf einer kleinen Tafel genau, woher er stammt und welche Eigenschaften er hat.


Als ein Ort der Kraft, Ruhe und Besinnung bildet das „Neue Jerusalem“ den Mittelpunkt des Gartens. Zitiert wird aus der Offenbarung 21, in der Johannes das neue Jerusalem beschreibt: „Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelgestein. Der erste war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalcedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder (Karneol), der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, und ein jegliches Tor war von einer einzigen Perle, und die Gassen der Stadt waren lauteres Gold wie durchscheinendes Glas.“ Zum gleichen Thema gibt es zurzeit auch eine Wanderausstellung in Rheinland-Pfalz. Die Installation aus Holz und Stein wird gerade im Kloster Machern bei Bernkastel-Kues gezeigt. Die 13 Rohedelsteine sind auf schweren Eichenholzstelen befestigt, sodass man sie aus nächster Nähe betrachten kann.
Weitere Informationen: Tourist-Information Deutsche Edelsteinstraße, Brühlstraße 16, 55756 Herrstein, Telefon: 06785/7910; http://www.edelsteinstrasse.info/index.php/de/

Abenteuer unter Tage

Die Grube Bendisberg in St. Jost-Langenfeld in der Vordereifel bietet spannende Erlebnisführungen.


Der Abbau von Blei- und Zinkerzen bei St. Jost in der Eifel kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Die Grube Bendisberg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgeschlossen. Nachdem die Aufbereitungsanlage 1903 jedoch einer Feuerbrunst zum Opfer fiel, wurde der gesamte Betrieb bald darauf wieder stillgelegt. Man ging jedoch davon aus, dass insgesamt noch über 30.000 Kubikmeter Grubenerze vorhanden waren, „anstanden“, wie es in der Fachsprache der Bergleute heißt, sodass der Abbau von 1937 an wieder aufgenommen wurde. In den folgenden Jahren gruben die Bergleute viele weitere Stollen und drei Tiefbausohlen in die Erde und der Abbau wurde mit kriegsbedingten Unterbrechungen betrieben, bis die Grube 1957 endgültig schloss.


Heute ist die Grube Bendisberg ein Besucherbergwerk, das seinen Gästen anhand verschiedener interessanter Führungen die Welt unter Tage näherbringen will. So gibt es neben der Führung durch den Mittelstollen auch abenteuerliche Führungen durch zwei- oder sogar drei Stollen. Doch auch über Tage haben sich noch einige technische Denkmäler erhalten, die in einer reizvollen landschaftlichen Umgebung liegen. Zunächst fällt der Blick auf die riesige Berghalde, die sich den gesamten Hang des Nitzbachtals emporzieht und die Lage der Stolleneingänge, der „Stollenmünder“, anzeigt. Im Talgrund liegen neben weiteren Bergmassen auch noch Reste der Tagebauanlage. Fundamentreste aus Stahlbeton, Teichen und Bassins, das Zechenhaus und ein Transformatorengebäude zeugen von längst vergangener Zeit.


Heute ist in den Gebäuden ein Café untergebracht, das zum Verweilen einlädt.
Die ehemalige Grube Bendisberg liegt nahe bei der kleinen Ortschaft St. Jost (Ortsteil der Ortsgemeinde Langenfeld) und ist über eine Fahrstraße von Langenfeld aus bzw. über einen Feldweg von Virneburg durch das Nitzbachtal zu erreichen. Eine Standardführung kostet für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren 6 Euro, für Kinder ab sechs Jahren 4 Euro. Das Besucherbergwerk ist ganzjährig geöffnet. Samstags, sonn- und feiertags sind Führungen um 11, 14 und 16 Uhr. Weitere Führungen sind nach Voranmeldung dienstags bis sonntags jederzeit möglich, Anmeldung unter (02655) 962996 von 9 bis 19 Uhr.

Weitere Informationen: Besucherbergwerk Grube Bendisberg, In der Eisenkaul 2, 56729 Langenfeld / Vordereifel, Telefon (0 26 55) 96 29 96, http://www.grube-bendisberg.de/index-2.html

Das einsilbige Holz

Mit Hanni Holzwurm auf dem Holzweg durch das Hunsrücker Holzmuseum.


Mit Holz kennen sich die Hunsrücker aus. Sie haben sehr viel davon und über Jahrhunderte prägte es das Leben der Holzhauer, Holzrücker und Sägewerksarbeiter. Der Satz des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss „Holz ist nur ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt voller Schönheit und Wunder“ spricht den Hunsrückern nicht nur aus dem Herzen, sondern ist auch eine schöne Zusammenfassung für das Holzmuseum in Morbach. Hier befindet man sich im besten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Eine 137 Jahre alte Fichte aus dem Wenigerather Wald durchschreiten die Besucher auf dem Weg in die Ausstellung. Und schon steigt der besondere und würzige Duft des Holzes angenehm in die Nase.


Der Weg des Baumes von der Holzernte über den Transport bis zu seiner Verarbeitung im Sägewerk ist das Thema des Museums. Viele Berufe haben mit Holz zu tun, einige davon sind fast ausgestorben. So zum Beispiel die Hottenmacher, die geflochtene Tragekörbe herstellten. Oder die Besenbinder, die aus Birkenreiser langlebige Besen fertigten. Eine komplette Stellmacherwerkstatt gibt Einblick in die Tätigkeiten des Wagners, der früher in keinem Dorf fehlte und viele für die Landwirtschaft wichtigen Geräte von Hand produzierte. Auch Dinge des täglichen Gebrauchs aus alter Zeit wie bemalte Hutschachteln aus Span, Bügelbretter und Waschbretter sind zu sehen.


Die Kinder leitet das Maskottchen Hanni Holzwurm durchs Museum. Er taucht überall dort auf, wo es für die Kinder etwas mit dem Holz zu tun gibt, das man überall nicht nur sehen, sondern auch fühlen, schmecken, riechen und sogar hören kann. Kinder zwischen sieben und 13 Jahren dürfen auch an einer Museumsrallye mit Hanni Holzwurm teilnehmen.Das Gebäude, in dem sich das Holzmuseum befindet, war einst die einklassige Dorfschule. Gebaut wurde es 1844/45 unter Aufsicht des Trierer Bauinspektors Johann Wolff, der Schüler von Karl-Friedrich Schinkels war. Der Schulsaal ist heute die Gaststube des Museums. Das Hunsrücker Museum in 54497 Morbach, Weiperath 79 ist von Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Im November, Dezember und März öffnet es am Samstag von 14 – 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr. Im Januar und Februar ist es geschlossen. Die Gaststube öffnet nur am Wochenende und an Feiertagen.
Weitere Informationen: Hunsrücker Holzmuseum, Ortsbezirk Weiperath Nr. 79, 54497 Morbach, Telefon: 06533/959750, www.hunsruecker-holzmuseum.de

Kapelle und Riesenrad

Das Jubiläum der Michaelskapelle wird mit Wein und Aussicht gefeiert


Der Wurstmarkt in Bad Dürkheim ist das größte Weinfest in der Pfalz. Seine Ursprünge liegen in den mittelalterlichen Wallfahrten zum St. Michaelsberg. Dort steht seit der Mitte des 12. Jahrhunderts eine Wallfahrtskapelle. Schon 1155 wird der „Monte sancti Michaelis“ urkundlich erwähnt. Die Wallfahrten wurden immer am 29. September, dem Namenstag des Heiligen Michael, abgehalten. Mit dem Kauf von Ablassbriefen erhofften sich die Pilger die Vergebung all ihrer Sünden. Für die Bauern der Region war die Verköstigung der Wallfahrer ein lukratives Zusatzgeschäft. Bauern und Winzer zogen mit Schubkarren auf den Michaelsberg und boten Wein, Wurst und Brot an.


Von einem Wurstmarkt wird seit 1417 gesprochen. Den Kirchenvätern wurde das Treiben dann doch zu ausgelassen und bunt. Sie verlegten den Markt auf die Brühlwiesen am Fuße des Michaelsberg und wandelten ihn in ein Kirchweihfest um. Die unglaublichen Mengen an Würsten, die beim Michaelismarkt gegessen wurden machten ihn bald zum Wurstmarkt. Seit 1910 wird der Wurstmarkt stets am zweiten und dritten Wochenende im September gefeiert.


Die alte Michaelkapelle wurde 1601 abgerissen. Seit 1990 steht eine neue Kapelle auf dem Michelsberg, die von den Spenden Dürkheimer Bürger zur Erinnerung an die Entstehung des Wurstmarktes erinnern soll. Anlässlich des 25. Geburtstages der St. Michaelkapelle findet auf dem diesjährigen Wurstmarkt eine Weinprobe im Riesenrad „Jupiter“ auf dem Wurstmarkt statt. Während der einstündigen Fahrt werden sechs Spitzenweine von Dürkheimer Winzern unter der Moderation des Sommeliers Dr. Steffen Michler ausgeschenkt. Bei vielen Runden im Riesenrad kann man bei dieser Gelegenheit den Blick nicht nur über die Stände des Weinfestes, sondern auch hinüber zum Michaelsberg auf die Kapelle schweifen lassen. Tickets zum Preis von 25 Euro können unter info@michaelskapelle.de bestellt werden. Die Weinprobe beginnt am Freitag, 18. September, ab 13 Uhr.

Weitere Informationen zum Wurstmarkt: Tourist Information Bad Dürkheim, Kurbrunnenstr. 14, 67098 Bad Dürkheim, Telefon: 06322/935140, http://www.bad-duerkheim.com/

Mit einem Apfel zum Eifelheiligen

Kloster Steinfeld gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten am Eifelsteig


„Als Hermann Josef dem Jesuskind einen Apfel schenkte, da neigte sich ihm Maria zu.“ Dieser zum „Eifelheiligen“ Hermann Josef überlieferte Satz ist der Grund, warum Pilger und Besucher des Klosters Steinfeld an seinem Grab Äpfel ablegen. Sie begegnen in der Klosteranlage, die mit ihrer Basilika zu den bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmälern des Rheinlandes gehört, innerer Ruhe und Besinnung. Das dreitürmige Kloster steht auf einem Höhenzug der Nordeifel.


Seine Gründung reicht in die Zeit Heinrichs I. zurück. Die Basilika wurde Mitte des 12. Jahrhunderts als eine der ersten deutschen Gewölbekirchen von Prämonstratensern erbaut. Besonders sehenswert sind die spätgotischen Gewölbemalereien des Malers Hubert von Aachen und eine reiche Barockausstattung. Weltbekannt ist der wunderbare Klang der König-Orgel aus dem Jahr 1727. Die Kirche darf sich seit 1960 päpstliche Basilika minor nennen.


Im Mittelalter gehörten geheimnisvolle Gärten zu einem Kloster dazu. Auch im Kloster Steinfeld gibt es einen von Hecken und Rotbuchen eingefassten Garten, der als Labyrinth angelegt ist. Er gehört auf der „Suche nach der Mitte“ zu den besonderen spirituellen Erfahrungen im Kloster. In der Mitte steht ein großes Kreuz. Die Eingänge und Pfade sind barrierefrei. Eine Gedenktafel im Kreuzgang erinnert an den Generaloberen der Salvatorianer, Pater Pankratius Pfeiffer, der in Rom zu Zeiten des Faschismus viele Frauen, Männer und Kinder vor Deportation und Tod bewahrte. Er gilt als der „Engel von Rom“, da es ihm auch gelang, erfolgreich gegen die Zerstörung der Heiligen Stadt zu intervenieren.


Als Platz der Entschleunigung, des Gesprächs und der Entspannung gehört das Kloster zu den historischen Orten, Museen und unentdeckten Kleinoden, die in der Veranstaltungsreihe „Nordeifel – Kultur bei Nacht“ ihre Tore öffnen. Der Steinfelder Basilikaorganist Andreas Warler gibt am 18. September von 19 bis 22 Uhr ein Konzert mit Bach-Werken (Eintritt: 5 Euro in die Kollekte). Das Kloster ist täglich von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Täglich um 14 Uhr findet eine öffentliche Führung statt. Sie dauert eine Stunde und kostet pro Person 3 Euro.
Weitere Informationen: Kloster Steinfeld, 53925 Kall-Steinfeld, Hermann-Josef-Straße 4, Telefon: 02441/8890, http://www.kloster-steinfeld.de/

Murscher Eselsche und die Kräuterfrau

Literarische Wanderung über Wiesen und Felsenpfade im Hunsrück


Ein übermütiger Jungenstreich in der Nachkriegszeit, als die noch überall herumliegende Munition wohl zu verführerisch war, deren Schlagkraft nicht auszuprobieren, ging zwar für die Dorfjungen glimpflich aus, veränderte aber die Form des Felsens Murscher Eselsche (Morshausener Eselchen) so, dass er leider nicht mehr wie einst an einen Esel erinnert. Der Name aber blieb und bezeichnet heute eine rund elf Kilometer lange Traumschleife am Saar-Hunsrück-Steig. Sie führt über weite Wiesen und felsige Pfade hinab in das untere Baybachtal und in geschwungenen Serpentinen wieder hinauf zum Aussichtspunkt am Felsen. Bei der Wanderung geht es auch über den historischen Zechenpfad zur Grube Theresa. Am Weg erinnert die geschnitzte, lebensgroße Figur des Zechenarbeiters Jupp an den täglichen Arbeitsweg von Morshausen zur Grube. Rudi Hammes aus der örtlichen Schreinerei sägte für die Traumschleife eine wunderschöne Wurzelbank mit Tisch aus einem großen Birnbaum. Zur Erinnerung an die Grubenarbeiter flankieren die Bank drei Wurzelknappen aus Robinienholz. So entstand ein origineller und aussichtsreicher Rastplatz.


Die Buchautorin und Kräuterfrau Heike Rosa Maria Gaudenti kürzt ihren langen Namen selbst auf „Heiroma“ ab. Sie lauscht den hier wachsenden Pflanzen ihre Geheimnisse ab und fasste dieses Kräuterwissen in dem Buch „Schwupps, wir sind dann mal hier drin“ zusammen. Auf Kräuterwanderungen hat sie das Buch dabei und liest zum Beispiel zu Brennnessel, Farn und Löwenzahn vor, was die Pflanzen über ihre kulinarischen, magischen und nützlichen Eigenschaften zu sagen haben. Außerdem ist sie auch eine Meisterin der Kräuterküche und zaubert aus einfachen Dingen Erstaunliches, zum Beispiel einen Dip aus Brennnessel, Linsen, Süßkartoffeln, Zwiebeln und Schmand oder eine verwunschene Suppe aus Mohn, Milch, Schokolade und Chilli.


Nach der Wanderung lohnt sich ein Spaziergang durch Morshausen zum Schwengelbrunnen, zur St. Lambertus-Kirche, ins Jakob-Kneip-Museum und zu den Fachwerkhäusern, die hier sogar Namen haben. Am Wochenende 19. und 20. September feiert Morshausen Kirmes. Die Traumschleife „Murscher Eselsche“ ist zurzeit wegen Holzfällarbeiten nur am Sonntag uneingeschränkt begehbar. Am Samstag, 26. September, lädt Heike Gaudenti zum Erntedank zu einer kulinarischen Premiumwanderung mit „grünem“ Büfett ein. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Bahnhof in 56281 Emmelshausen. Die Teilnahme inklusive Kräuterschmaus kostet pro Person 29 Euro.
Weitere Informationen: Tourist-Info im ZAP, Rhein-Mosel-Straße 45, 56281 Emmelshausen, Telefon: 06747/93220, http://www.hunsruecktouristik.de/

Fliegendes Dach und Vogelnest

Originelle Holzobjekte möblieren den Birnen- Rundwanderweg


Die Birnen werden jetzt reif. Das ist die richtige Zeit, um auf dem Birnen-Rundwanderweg die verschiedenen Sorten zu kosten. Das Birnendorf Lantershofen hatte einst 400 Birnbäume, die im Zuge der Flurbereinigung fast alle verschwanden. Seit September 2007 ist der Förderverein „Zukunft Lantershofen“ dabei, das Birnendorf neu zu beleben. Der erste Schritt dazu war das Anpflanzen von 54 Birnbäumen in einem Sortengarten, der 2010 eröffnet wurde. Drei Jahre später tauchte der Sortengarten in dem Buch „111 Orte in der Eifel, die man gesehen haben muss“ auf. Dabei gab es dort außer den jungen Bäumen und einer Hinweistafel nicht viel zu sehen. Das konnte nicht so bleiben. Es entstand die Idee, einen thematischen Rundweg zum Thema „Birne“ anzulegen. Doch gibt es rund um Lantershofen weder spektakuläre Schluchten, Kletterfelsen oder Wasserfälle, die den Rundweg zu einem tollen Wanderweg machen würden. So entschlossen sich die Lantershofer, die Kunst mit dem Nützlichen zu verbinden und den Weg zu „möblieren“, um zum Beispiel eine bessere Fernsicht in das Rheintal, in die Eifel und in das Siebengebirge oder Rast- und Unterstellplätze zu schaffen.


Entstanden ist ein 8,2 Kilometer langer, barrierefreier Rundweg, der abseits der Weinberge über die Höhen und durch die „Kornkammer“ des Ahrkreises führt. Die leicht begehbare Strecke beginnt am Parkplatz südlich der L 83 am Rotweinwanderweg und führt durch den alten Hohlweg „Schwallhüll“ und alte Gassen, vorbei an historischen Gebäuden und Fachwerkhäusern bis zum Birnensortengarten. An zwei Stellen ist der Weg mit dem Rotweinwanderweg verbunden. Auf dem Weg stehen sechs Holzobjekte, die von Studenten der Universität Trier, vom Architekturbüro Mertens und dem Lantershofener Elmar Zillgen entworfen wurden, der als Mitglied des Vorstands des Fördervereins die Idee zu diesen Objekten hatte. In der Verlängerung der Schmittstraße befindet sich das „Fliegende Dach“. Es ist das größte „Möbelstück“ des Weges. Auch die hohe Sitzbank „Vogelnest“, ein überdachtes schiefes Holztrapez auf der Ringener Höhe in der Nähe des Asbacher Hofes, und die „Z-Bank“ im Birnensortengarten gehören dazu. Auf dieser Bank können auf verschiedenen Ebenen bis zu 32 Wanderer Platz nehmen.
Weitere Informationen: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., Hauptstraße 80, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: 02641/91710, http://www.ahrtal.de/

Höchster Wehrturm am Rhein

Der Runde Turm von Andernach ist am Tag des Denkmals für Besucher geöffnet


Der ganze Stolz der Bürger von Andernach ist ihr Runder Turm. Er gehört zu den eindrucksvollsten spätmittelalterlichen Türmen Deutschlands. Erbaut wurde er um 1440 von den Bürgern der Stadt. 13 Jahre dauerte der Bau von Hand. Mühsam wurde das Baumaterial per Flaschenzug auf den letztendlich 56 Meter hohen Turm gehievt. Auf eine solche Höhe bringen es weder Bergfried und Pulverturm der kurkölnischen Stadtburg, noch der Kirchturm des katholischen Mariendoms.


Im unteren Teil hat der Turm die Form eines Butterfasses. Obenauf steht die 23 Meter hohe achteckige Spitze. Sie sollte dem Kölner Erzbischof und Kurfürsten ein Dorn im Auge sein. So wurde der Turm in der Stadtmauer unübersehbar nahe der Kölnpforte platziert, durch die der jeweilige Kurfürst in die Stadt fuhr. Die Höhe gestattete dem Türmer eine weite Aussicht ins Rheintal. Neben dem Wach- und Feuerdienst hatte er auch die ankommenden Rheinschiffe „anzublasen“, damit die Zöllner sie auch ja nicht übersahen. Im Sockel des Turmes gab es auch eine „deustere kamer“, die als Gefängnis diente, in dem manche vermeintliche Hexen und Zauberer eingekerkert waren. Berühmtester Insasse war 1509 der Andernacher Adlige und Bürgermeister Gerlach Hausmann von Namedy.


Der wehrhafte Turm widerstand 1689 einem Sprengversuch der abrückenden französischen Truppen. 1922 zog die Jugendherberge aus der Stadtburg in den Runden Turm um und wurde dort mit Unterbrechungen bis 1961 geführt. 2003 wurde der Turm als Erinnerungsort der Stadtgeschichte aufwändig restauriert. Mit Unterstützung der Stadt Andernach richtete der Förderverein „Runder Turm“ im ehemaligen „Schlafraum Nr.1 für Jungen“ eine Ausstellung mit vielen originalen Exponaten zur Andernacher Jugendherberge ein. Zum Tag des Denkmals am Sonntag, 13. September, kann die Ausstellung zur Jugendherbergszeit von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden.
Weitere Informationen: Touristinformation Andernach, Konrad-Adenauer-Allee 40, 56626 Andernach, Telefon: 02632/9879480, http://www.andernach-tourismus.de/

Kühe unterm Kreuzgewölbe

Trostlikör und spitze Zungen in rheinhessischer Kuhkapelle


Das größte Weinanbaugebiet Deutschlands hat eine lange Tradition, die sich aber nicht nur auf den Wein bezieht. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es in der rheinhessischen Landwirtschaft üblich, das Vieh im Stall zu halten. Man versprach sich davon höhere Milchleistungen und bessere Zuchterfolge. Die Ställe wurden anfangs in der fränkischen Fachwerkbauweise errichtet. Das barg die Gefahr, dass ein ausbrechendes Feuer wegen des vielen Heus kaum zu löschen war. Auch zeigte sich bald, dass sich Holz für einen Stallbau nicht eignete, weil es im Stallklima schnell faulte und somit ein Hort von Krankheitserregern war. Der Gedanke daran, bei einem Brand nicht nur den Stall, sondern auch das Vieh zu verlieren, brachte den Gutsbesitzer Best aus Osthofen auf die Idee, einen Gewölbestall zu errichten. Der pfälzische Maurermeister Franz Ostermayer perfektionierte diese Stallbauten nach dem Vorbild der Kreuzgewölbe in Klosterbauten und schulte viele Maurer aus der Region. So entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts rund 300 Ställe, die statt Holzdecken wunderschöne Gewölbe aus Stein erhielten. Das war nicht nur ein Schutz vor Feuer, sondern auch viel hygienischer.


 

Bruch- und Feldsteine lagen sozusagen vor der Haustür und mussten nicht so teuer eingekauft werden wie Holz. Ziegelsteine wurden damals schon industriell hergestellt. Da die Ställe nun aussahen wie kleine Kirchen, wurden sie auch Kuhkapellen genannt. Ende des 19. Jahrhunderts verwendete man statt der stützenden Sandsteinsäulen vermehrt gusseiserne Säulen und zog in die Decken stabilisierende Eisenträger ein. Im 20. Jahrhundert wurde die kleine Viehwirtschaft unrentabel und die Kuhkapellen gerieten zu Lagerräumen und in Vergessenheit. Doch seit den 1990er Jahren wird die kulturhistorische Besonderheit wiederentdeckt und viele Gewölbebesitzer setzen ihre Kuhkapellen wieder instand.


 

Viele von den 200 heute noch erhaltenen ehemaligen Ställen in Rheinhesssen sind heute Straußwirtschaften, Restaurants oder Veranstaltungsräume. In der historischen Kuhkapelle der Sandmühle in Wahlheim zum Beispiel lesen am Samstag, 12. September, ab 19 Uhr, fünf Autorinnen ihre scharfzüngigen, spitzen, romantischen und ein wenig nachdenklich stimmenden Texte. Umspielt wird die literarische Kost von einem Drei-Gang-Menü, das aus Zutaten der Texte zusammengestellt wird: Kräuterrahmsuppe mit Backerbsen, Schafskäse im Blätterteig auf buntem Lauchgemüse, Schokokuss-Quarkspeise, Nusskuchen und Vanilleeis mit Trostlikör. Der Eintritt kostet 5 Euro, das Menü 25 Euro. Eine Tischreservierung unter Telefon: 06731/941765 ist erforderlich.Weitere Informationen: Weinstube Zur Sandmühle im Weingut Korfmann, Sandmühle, 55234 Wahlheim, www.rheinhessen.de

Gladiator Valerius in der Arena

Führung durch das römische Amphitheater als spannendes Monologtheater


Augusta Treverorum nannte Kaiser Augustus die Stadt Trier, die er in der Nähe eines Stammheiligtums der keltischen Treverer im Jahr 16 vor Christus gründete. Im Jahr 293 wurde Trier Kaiserresidenz sowie Hauptstadt des Römischen Westreiches und als Roma Secunda, das zweite Rom, bezeichnet. Im 1. Jahrhundert war Augusta Treverorum als Verwaltungs- und Handelszentrum so bedeutend geworden, dass auch an die Unterhaltung der Römer gedacht werden musste. Aus diesem Grund errichtete man das Amphitheater. Seine heute noch vorhandenen Reste, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, stammen aus dem zweiten Drittel des 2. Jahrhunderts. Das Unterhaltungsprogramm bestand vorwiegend aus Kämpfen zwischen Menschen und Tieren. Die 2710 Quadratmeter große ellipsenförmige Arena ist von einer vier Meter hohen Mauer umgeben. Die Zuschauerränge hatten Platz für 18.000 Menschen. Das Amphitheater wurde beim Bau der Stadtmauer als östliches Stadttor integriert.


Die spannendste Art einer Führung durch das Trierer Amphitheater ist das Monologtheater mit dem Gladiator Valerius in der Hauptrolle. Über 1.800 Jahre sind seit seinem ersten Kampf vergangen, der sein Leben veränderte. Er war Sklave, wurde freigelassen und begann eine Karriere als Gladiator. Seit dieser Zeit findet er keine Ruhe. Er hat alles erlebt, was einem Gladiator zustoßen kann, aber die Eindrücke von damals lassen ihm keinen Frieden. Wie viel Blut hat er gesehen, wie viel Ruhm und auch Verachtung hat er geerntet. Nun irrt er von Unruhe getrieben durch die Dunkelheit der Keller und Kanäle des Amphitheaters, durchquert die gewaltige Arena und folgt den kaum noch zu erkennenden Spuren der Opfer, der Tiere und sogar denen des Kaisers. Und er, der Gladiator Valerius, erzählt aus seinem damaligen Leben.


Das Monologtheater wird noch bis zum 29. September an jedem Freitag, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen jeweils um 18 Uhr aufgeführt. Bei großem Gästeansturm oder auf Anfrage gibt es einen zusätzlichen Termin um 20 Uhr. Im Oktober jeden Freitag, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen um 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 12,90 Euro und für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren und Studenten 9 Euro. Die Familienkarte für Eltern mit bis zu vier Kindern gibt es für 33 Euro.
Wweitere Informationen: Trier Tourismus und Marketing GmbH, Simeonstraße 55, 54290 Trier, Telefon: 0651/978080, http://www.trier-info.de/

Von Kapelle zu Kapelle

Innere Einkehr und Entschleunigung auf dem Kapellenpilgerweg in der Südpfalz.


In der Südpfalz ist das Wandern zu jeder Jahreszeit ein Thema. Im Frühling blühen die Mandelbäume und Kastanien, im Sommer spendet der Pfälzerwald an den Hängen angenehmen Schatten und im Herbst führen die Wege vorzugsweise von Weindorf zu Weindorf oder von Kapelle zu Kapelle.


Der 76 Kilometer lange Kapellenpilgerweg beginnt in Bad Bergzabern und schlägt als Rundwanderweg einen weiten Bogen über Klingenmünster, Vorderweidental, Schweigen-Rechtenbach und mit einem kleinen Abstecher ins deutsch-elsässische Grenzland bei Wissembourg zurück zum Ausgangspunkt. Ziele sind bekannte und weniger bekannte Kapellen, Kirchen und Klöster in der Südpfalz. Ideengeber für den Kapellenpilgerweg ist der protestantische Pfarrer Norbert Unkrich, der als Seelsorger die Sehnsucht vieler Menschen nach zumindest zeitweiser Entschleunigung kennt. So geht es auf dem Kapellenpilgerweg nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern an den kleinen Kapellen in der schönen südpfälzischen Landschaft inne zu halten und sich Zeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen und zu genießen. Etappen teilen den Kapellenpilgerweg in vier leicht zu wandernde Tagestouren ein.


An der St. Jakobus-Pilger-Statue im Bad Bergzaberner Kurpark startet die erste Etappe. Sie führt über Pleisweiler-Oberhofen mit der katholischen Kirche nach Gleiszellen-Gleishorbach zur Dionysius-Kapelle und Kloster Klingenmünster. Von Klingenmünster führt die zweite Etappe über die Karlsplatzhütte zum Abtskopf und zur Burgruine Lindelbrunn nach Vorderweidenthal. Über Lauterschwan, den Seehof-Weiher und das Hirzeck-Haus hat die dritte Etappe mit einer schönen Wanderung durch den Mundatwald nach St. Germanshof zum Europadenkmal und dann entlang der deutsch-französischen Grenze über das Pauliner Schloss das Deutsche Weintor zum Ziel. Auf der letzten Etappe von Schweigen-Rechtenbach zurück nach Bad Bergzabern lernen die Wanderer die Ruine Guttenberg, den Stäffelsberg-Turm, die Kolmerberg-Kapelle, die Wehrkirche in Dörrenbach und das Böhämmerhaus kennen.
Weitere Informationen: Bad Bergzaberner Land, Kurtalstraße 27, 76887 Bad Bergzabern, Telefon: 06343/989660, http://www.bad-bergzaberner-land.de/

Aromen von Mango und Zitrone

Wein-Kult-Tour-Tag an der Südlichen Weinstraße.


Landau Land heißt das Weinparadies entlang der Südlichen Weinstraße, zwischen Elsass, Mittelhaardt und Pfälzerwald. Hier fühlen sich nicht nur Weinliebhaber wohl, sondern auch Feigen, Zitronen und dank des guten Wetters, mit über 1800 Sonnenstunden im Jahr. Dies ist das Geheimrezept für die exklusiven Weine der Region. Ungefähr 450 Betriebe bauen auf rund 3500 Hektar bestockter Rebfläche sowohl Weiß- als auch Rotweine an. Der Weißweinanbau überwiegt mit rund 60 Prozent. Entscheidend für die Eigenschaften des Weins ist das Terroir.


In Landau-Land dominieren Buntsandstein-, Muschelkalk- und Lössboden. Auf Buntsandsteinböden ist der Rebenwuchs recht schwach, das heißt der Boden erwärmt sich schnell, speichert aber nur wenig Wasser. Für die Entwicklung eines vollen Aromas von Pfirsich, Aprikose oder Apfel ist das von Vorteil und verleiht dem Wein seine individuelle Note. Der Riesling fühlt sich auf dem Muschelkalkboden sehr wohl und entwickelt Aromen von Mango und Zitrusfrucht. Der Muschelkalkboden verleiht den Weinen eine Fülle und einen kräftigen Stil. Der fruchtbare Lössboden ist ein prädestinierter Mineralstofflieferant. Im Gegensatz zum Buntsandstein kann der Lössboden sehr gut als Wasserspeicher dienen. Auch auf diesem Boden fühlt sich der Riesling wohl. Er führt die Rebsorten in der Region an. Dicht darauf folgen die Burgunderfamilie, Regent und Spätburgunder.


Billigheim ist die älteste Ansiedlung im südpfälzischen Raum und wird schon im Jahr 693 erwähnt. Gemeinsam mit Ingenheim bildet der Ort heute eine Gemeinde, zu der auch Mühlhofen gehört. Auch Mühlhofen hat eine alte Geschichte und findet schon 991 Erwähnung in den Zehntbüchern des Klosters Weißenburg im Elsass. Das Dorfzeichen, ein Mühlrad, schmückt auch das Siegel, das heute noch auf dem Berwartstein zu sehen ist. Die Bauern- und Winzerschaft Mühlhofen veranstaltet rund um die Weinlage Rosenberg am Sonntag, 6. September 2015, die sechste „Wein-Kult-Tour“. Auf dem etwa 2,5 Kilometer langen Weg über den Weinberg erfahren die Besucher den „Genuss rund um den Rosenberg“ und können sich an 13 Tafeln über die Besonderheiten der Rebsorten, der Weinlagen und die Arbeit der Winzer informieren.
Weitere Informationen: Büro für Tourismus Landau-Land, Hauptstr. 4, 76829 Leinsweiler, Telefon: 06345/3531, www.ferienregion-landau-land.de

Eck-Fritz und Witwensitz

Stadtführung durch ein altes Rheinstädtchen zu Burgen und Rosen.


Die Marksburg über dem kleinen Städtchen am Rhein ist weltweit bekannt und gemeinhin ein Aushängeschild für das Welterbetal. In Japan steht sogar eine exakte Kopie von ihr. Sie hat die Aufmerksamkeit verdient, ist sie doch die einzig unzerstörte Ritterburg am gesamten Mittelrhein und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Wehranlagen. Zu Füßen der stolzen Burg schmiegt sich ganz bescheiden Braubach mit engen winkeligen Altstadtgassen an den Burgberg. Rheinreisende, die auf dem Schiff an Braubach vorbeifahren, behalten es wahrscheinlich über den dort immer wieder mit Erfolg erzählten Witz, dass die drei großen Schornsteine des ehemaligen Blei- und Silberbergwerkes, heute die Weinberge anheizten, in Erinnerung.


Braubach darf sich Rosen- und Burgenstadt nennen. Viele Rosenstöcke sind an der Rheinpromenade angepflanzt. Und neben der berühmten Höhenburg gibt es mitten in der Stadt die Philippsburg. Philipp II. ließ sie im 16. Jahrhundert als künftigen Witwensitz für seine Gemahlin in Braubach errichten, da die Marksburg für diesen Zweck nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprach. Ab 1583 diente das Schloss der Landgräfin Anna Elisabeth als Witwensitz. 1804 wurde die Burg umgebaut und teilweise als Amtsgericht genutzt.


Beim Bau der Eisenbahn mussten Teile der Wehrmauer und mehrere Türme abgerissen werden. Seit 1997 gehört die Philippsburg der Deutschen Burgenvereinigung und beheimatet seit 1999 das Europäische Burgeninstitut. Darüber hinaus werden die Keller noch für Weinproben genutzt. Um Wein dreht es sich auch beim Eck-Fritz. Die Fachwerk-Bauernschänke stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert und ist auch heute eine urgemütliche Schankwirtschaft.


Das Obertor war das östlichste Tor der Stadtmauer und ein wichtiger Kontrollpunkt zur Handelsstraße nach Wiesbaden. Es wurde Anfang dieses Jahrhunderts von der Braubacher Kleinbahn als Durchfahrt genutzt. Nachdem die Blei- und Silberhütte den Transport aber auf Lkw umgestellt hatte, wurde die Kleinbahn in die Schweiz verkauft und das Obertor umgebaut. Heute fließt der Verkehr um dieses Tor herum
An den Samstagen 5. und 19. September 2015 sowie 3. und 10. Oktober 2015 beginnen jeweils um 10 Uhr Stadtführungen durch Braubach. Treffpunkt und Kartenverkauf (2,50 Euro) sind in der Tourist-Information im Rathaus in der Rathausstraße 8.
Weitere Informationen: Touristinformation Braubach, Rathausstraße 8, 56338 Braubach, Telefon: 02627/976001, http://braubach.welterbe-mittelrhein.de/

Römische Hausherrin und Badesklave

Interessante Führungen durch die Römervilla in Ahrweiler.


Auf dem Weg aus den Weinbergen in die wunderschöne Altstadt von Ahrweiler liegt die Römervilla direkt an der B 267. Dem Ausbau der Straße im März 1980 verdankt das Museum seine Existenz, denn ein Bagger brachte die exzellent erhaltenen Mauern mit ihren farbigen Wandmalereien mehr oder weniger zufällig zutage. Dass es am Fuße des Silberberges eine solche Villa gegeben hatte, wusste man allerdings schon länger.


Das ungewöhnlich gut erhaltene Landhaus aus dem 2. Jahrhundert eröffnete den Archäologen manch neue Erkenntnisse über die Ansiedlung der Römer nördlich der Alpen. Zehn Jahre dauerten die Ausgrabungen der Koblenzer Landesarchäologen. Deutlich zu erkennen sind eine Vorrichtung für ein Schiebefenster, eine funktionstüchtige Fußbodenheizung, eine Badeanlage und eine Küche mit Herd, Backofen und Räucherkammer. Dass die hier ansässigen Römer Feinschmecker waren, bewiesen nicht nur Tonkrüge für edle Getränke, sondern auch Austernschalen im Uralt-Restmüll. Viele Alltagsgegenstände von antikem Fensterglas, Tafelgeschirr, Haarnadeln bis hin zu einer Theatermaske wurden gefunden. Der Gang durch die antiken Räume gibt einen sehr detaillierten Einblick in das provinzialrömische Leben vor rund 2000 Jahren.


Seit Mai 1993 kann der außergewöhnliche Fund, geschützt durch einen Museumsbau, besichtigt werden. Der Rundgang, der weitgehend behindertengerecht gestaltet ist, führt direkt durch die Räume und vermittelt so einen guten Eindruck von der gehobenen römischen Wohnkultur und Lebensweise. Ein Modell des römischen Gutshofes und ein audiovisueller Vortrag bereichern das Erlebnis eines Besuchs der Römervilla, in der auch wechselnde Sonderausstellungen zu archäologischen Themen stattfinden. Mittwochs um 15 Uhr, samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr gibt es öffentliche Führungen. Ein besonderes Erlebnis sind die Führungen mit der „römischen Hausherrin“ oder mit dem „Badesklaven“, die immer sonntags und feiertags um 14 Uhr stattfinden. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte 2,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Die Teilnahme an einer Führung kostet pro Person zusätzlich 2 Euro bzw. für die Führungen sonntags um 14 Uhr 4 Euro. Die Römervilla ist bis Mitte November von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V., Hauptstraße 80 und Blankartshof 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: 02641/9171-0, http://www.ahrtal.de/

Ritter, Tod und Teufel

Landesmuseum Mainz veranstaltet Ritterfest für die ganze Familie.


Ein geharnischter Reiter zieht durch unwirtliche Felslandschaft. Um ihn herum weicht ihm widerliches Gesindel nicht von der Seite. Neben ihm reitet der Tod als Greis auf einer Schindmähre und hält das ablaufende Stundenglas in der Hand. Der Teufel, ein Wesen aus Pferd und Ziege, sticht seinen lodernden Blick in den Rücken des Reiters. Keine Frage, der Ritter ist in großer Gefahr, zieht aber stolz weiter, den Blick nach vorn gerichtet. Dieses berühmte Bild von Albrecht Dürer wurde 1513 meisterhaft in Kupfer gestochen.


Kunsthistoriker sagen heute, dass der Ritter keine bestimmte Person darstellt. Im 19. Jahrhundert war man sich dagegen sicher: Es kann nur Franz von Sickingen gemeint sein. Dürer zeigt einen Ritter an der Schwelle zur Neuzeit, der vielen Anfeindungen ausgesetzt ist. Der rebellische Kämpfer Franz von Sickingen (1481 bis 1523) ist ein exemplarischer Vertreter dieses Standes. Zu seiner Zeit befinden sich die Ritter im Würgegriff. Zum einen werden sie vom erstarkenden Bürgertum der reichen Städte bedroht, zum anderen von den Landesfürsten zunehmend politisch kalt gestellt.


„Ritter! Tod! Teufel?“ heißt die Ausstellung im Landesmuseum Mainz, die sich am Beispiel des streitbaren Ritters Franz von Sickingen mit dem Einfluss der Ritterschaft auf die Reformation auseinandersetzt. Die rund 800 Quadratmeter große Ausstellungsfläche ist in sieben Sektionen aufgeteilt. Vier davon erzählen die Geschichte des pfälzischen Ritters, seinen Aufstieg und seine Fehden, seine Unterstützung für den Humanismus und die Reformation sowie seinen Tod auf der Burg Nanstein bei Landstuhl in der Nähe von Kaiserslautern. In zwei weiteren Abteilungen werden die politische Situation der Ritterschaft um 1500 und die Nachwirkungen Sickingens dargestellt. Ein Ausstellungsbereich ist dem Zusammenhang von Ritterschaft und Reformation im Heiligen Römischen Reich und in Ostmitteleuropa gewidmet.


Die Ausstellung wird von einem umfassenden Kinderprogramm begleitet. Hier können Kinder begleitend zur Hauptausstellung in einer speziell für sie konzipierten Mitmachausstellung in die Ritterwelt des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit eintauchen. Spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema steht hier im Vordergrund. Ritter zum Anfassen, spektakuläre Schwertkämpfe, aktionsreiche Mitmachangebote für Kinder und vieles mehr bietet das Ritterfest am Wochenende, 5. und 6. September 2015, im Landesmuseum. Das Programm für die ganze Familie startet am Samstag um 10 Uhr. Drei Mal pro Veranstaltungstag präsentieren die Ritter bei Schwertkämpfen ihr Können. Das Landesmuseum in Mainz, Große Bleiche, hat dienstags von 10 bis 20 Uhr sowie mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum kostet für Erwachsene 6 Euro, für Kinder ab sechs Jahre 3 Euro. Für den Besuch des Ritterfestes entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Weitere Informationen: Landesmuseum Mainz, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Große Bleiche 49 – 51, 55116 Mainz, Telefon: 06131/28570, http://www.landesmuseum-mainz.de/

Constantins-Erzlust

Auf dem Erzweg zur Bergbauvergangenheit rund um die Grube „Gute Hoffnung“


Zwei Blei-Zink-Erzgruben am Mittelrhein bauten noch bis in die 1960er-Jahre die Vorkommen des sogenannten Werlau-Wellmicher Gangzuges ab, der mehr als 20 Kilometer lang und zwei Kilometer breit vom Hunsrück zum Taunus reicht. Linksrheinisch erstreckte sich die Grube „Gute Hoffnung“ zwischen St.Goar-Fellen und -Werlau und rechtsrheinisch zwischen St.Goarshausen-Wellmich und -Ehrenthal.


Die linksrheinische Grube „Gute Hoffnung“, die wegen ihrer Lage unterhalb eines Aussichtspunktes auch „Grube Prinzenstein“ genannt wurde, war bereits im 16. Jahrhundert bekannt und galt damals schon als „uralt“. Zu Ehren des Landesvaters Landgraf Constantin von Hessen, der 1753 die Schürferlaubnis erteilte, hieß die Grube damals „Constantins-Erzlust“. 1756/58 wurde im nahegelegenen Gründelbachtal eine Schmelze und ein Pochwerk errichtet und 1758 der Hüttenbetrieb. Nach mehreren Stilllegungen und Betreiberwechseln ging die Grube 1934 an die Stolberger Zink-AG, die bis heute Eigentümerin des Grubengeländes ist. 1937 entstand eine Werkssiedlung zwischen Prinzenstein und St. Goar und begründete den St. Goarer Stadtteil Fellen. 1950 arbeitete die Grube mit Gewinn. Dann fielen die Blei- und Zinkpreise auf dem Weltmarkt. 1961 schloss die Grube „Gute Hoffnung“ endgültig.


Auf der 13 Kilometer langen Rheinfelsschleife „Erzweg“ informieren Schautafeln mit Abbildungen aus der ehemaligen Erzgrube „Gute Hoffnung“ über die Geschichte des Bergbaus. Der linksrheinische Rundwanderweg startet am Spritzenhaus in St. Goar und führt zu den ehemaligen Erzfeldern und Produktionsstätten. In der Werlauer Schweiz, dem Heimbachtal, steigt der schmale Fußweg steil nach oben bis zur Werlauer Höhe, auf den sogenannten Hartenberg. Weiter der Hangkante folgend geht es zum Aussichtspunkt „Pilz“ und von dort um den Hof „Auf der Schanz“ herum und über Weinbergswege bis zum Parkplatz des Rheingoldbades. Vorbei an der Werlauer Grube und über Streuobstwiesen erreicht der Weg den Wanderparkplatz an der Halde mit weiter Sicht bis zu den „Feindlichen Brüdern“ in Kamp-Bornhofen. Durch den Brandswald und vorbei am Brandsweiher führt der Weg mit einem kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt „Prinzenstein“ zurück zum Ausgangspunkt.
Weitere Informationen: Tourist-Information St. Goar, Heerstraße 86, 56329 St. Goar, Telefon: 06741/383, http://www.st-goar.de/18-0-tourist-info.html

Yin und Yang in der Pfalz

Fernöstliche Gartenkultur im größten Japanischen Garten Europas


Ein Stück faszinierender Kultur Japans liegt mitten in Kaiserslautern. Im größten japanischen Garten Europas durchweht fernöstliche Weisheit die Landschaftskunst. Die Idee für den heute 13.500 Quadratmeter großen exotischen Garten brachte eine Kaiserslauterer Delegation 1993 von einem Besuch der japanischen Partnerstadt Bunkyo-ku mit. Er entstand auf dem Areal zweier völlig verwilderter, ungenutzter Villengärten aus der Gründerzeit.


Im April 1997 gründete sich der Verein „Freunde des Japanischen Gartens Kaiserslautern e.V.“, der das von undurchdringlichem Dickicht überwucherte Gelände aus dem Dornröschenschlaf weckte. Erhalten blieben nur die über hundertjährigen Blutbuchen, Baumhaseln und seltenen Tulpenbäume, die 1893 angepflanzt wurden.


Zur ersten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau im April 2000 wurde der Park eröffnet. Er begeisterte nicht nur die Besucher von außerhalb, sondern vor allem die Kaiserslauterer selbst, die das Projekt auch in den Folgejahren mit Spenden, Schenkungen und Arbeitseinsätzen unterstützten. Vier große und kleine Wasserfälle – der höchste ist zwölf Meter hoch –, Teiche, Bäume und Steine erfüllen den Garten mit einem ständig wechselnden Bild. Ein über 100 Jahre altes, original japanisches Tee- und Gästehaus, das am Oberen Teich errichtet wurde, sowie der Stein- und Moosgarten sind der Stolz der Stadt. 2006 entstand „Am Abendsberg“ ein neuer Eingang im japanischen Stil. Ein Jahr später folgte der Berggarten Tsukiyama. Das ganze Jahr über finden verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. Auf Anfrage wird auch eine echte japanische Teezeremonie zelebriert.


Der Japanische Garten bis Ende September dienstags bis sonntags sowie an Brücken- und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Im Oktober schließt der Garten bereits um 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,50 Euro und für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren 3 Euro. Der Haupteingang „Am Abendsberg“ liegt gegenüber der Kreisverwaltung und ist barrierefrei angelegt. An den Wochenenden, Sonn- und Feiertagen kann das Parkdeck der Kreisverwaltung von Besuchern des Japanischen Gartens während der Öffnungszeiten kostenlos genutzt werden.
Weitere Informationen: Japanischer Garten Kaiserslautern e.V., Am Abendsberg 1, 67657 Kaiserslautern, Telefon: 0631/3706600, http://www.japanischergarten.de/index.php?id=startseite

Panoramablick in zwei Flusstäler

Von der Lahn zum Rhein auf einem der schönsten Wanderwege Deutschlands


Wanderer stimmten ab und wählten den Lahnwanderweg zu einem der schönsten Wanderwege Deutschlands 2015. Auf dem rund 290 Kilometer langen Wanderweg geht es mal am Fluss und oft auf den Höhen entlang. Die wenigen Klettersteigpassagen sind gut gesichert und die Etappen so gewählt, dass es nicht zu anstrengend wird. An der Strecke von der Quelle bis zur Mündung der Lahn in den Rhein gibt es viele Bahnhöfe, die eine variantenreiche Planung von Tagestouren ermöglichen, bei denen die Wanderer auch bequem wieder zum Ausgangspunkt zurückkommen oder die Tour verkürzen können.


Die letzte Etappe ist auch eine der erlebnisreichsten und führt auf rheinland-pfälzischen Gebiet von Bad Ems nach Lahnstein und ist 16 Kilometer lang. Sie beginnt in Bad Ems am Kurhaus, wo an der Römerquelle die Gelegenheit besteht, die eigenen Trinkflaschen zu füllen, und führt zunächst ganz gemütlich an der Uferpromenade entlang bis zur Emser Therme. Dann geht es hinauf auf den Lemberg und über den alten Postweg zu einem Aussichtspunkt mit Gipfelkreuz hoch über den Orten Fachbach und Nievern. Weiter aufwärts erreicht der Lahnwanderweg die Zwei-Tannen-Hütte. Nach diesem Abschnitt durch den für das Lahntal typischen Mischwald wird es auf einem Panoramaabschnitt aussichtsreich. Wunderschön ist die Aussicht auf die sagenumwobene Burg Lahnstein im Lahntal und auf Schloss Stolzenfels im Rheintal. Eine geschwungene Wanderliege am Mehrsberg gehört zu den bevorzugten Rastplätzen am Weg. Hier wird vor dem nächsten Höhepunkt der Wanderung ausgiebig entspannt. Spektakulär und romantisch zugleich ist der nun folgende Pfad durch die 1,5 Kilometer lange Ruppertsklamm, die sich der Lahnwanderweg mit dem Rheinsteig teilt. Am Ende der Klamm sind es nur noch zwei Kilometer zum Ziel an der Lahnmündung.
Weitere Informationen: Tourist Information Lahnstein, Salhofplatz 3, 56112 Lahnstein, Telefon: 02621/914171, http://www.gastlandschaften.de/urlaubsthemen/wandern/praedikats-fernwanderwege/lahnwanderweg/#accordion

Gonderscher Besembenner im “Canyon des Hunsrücks“

Erlebnisreiche Traumschleife „Rabenlay“ in drei Varianten


Rund um den Saar-Hunsrück-Steig gibt es 111 Rundwanderwege. Eine dieser Traumschleifen führt in den „Canyon des Hunsrücks“, zur Rabenlay. Vom Parkplatz an der Gunthershalle in Gondershausen führt ein Zuweg zum hölzernen Eingangsportal der Traumschleife Rabenlay. Ausblicke in das Baybachtal und in das Ehrbachtal sowie bis in die Eifel machen den Wanderweg zu einer aussichtsreichen Tour. Thematisch geht es um die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, die auf Infotafeln erklärt werden. Windräder, Wasserräder und Solarfelder dienen als Anschauungsobjekte.


Auf schmalen Pfaden geht es zum Rastplatz „Eifelblick“. Von dort sind die Hohe Acht und die Nürburg in der Eifel zu sehen. Ausblickreich geht es entlang von Streuobstwiesen zum Biotop am Sonnenhof und zur Sinnesbank am Windradblick mit ausführlichen Erklärungen zu den Standorten von Windrädern im Hunsrück. Das nächste Ziel ist schon zu sehen: das idyllische Baybachtal. Im Wald führt der Weg hinab in den „Canyon des Hunsrücks“. In Millionen von Jahren hat sich das Wasser seinen Weg entlang der Rabenlay gegraben, deren hohe Felsen jetzt den Weg begleiten. Auf dem Felsmassiv lädt eine Sinnesbank zur Rast nach dem Aufstieg und zu schönen Aussichten ins Tal und in die Ferne ein. Durch Wald, über Wiesen und Felder geht es weiter zur Erzgrube Petrus, wo bis zum Ende des Ersten Weltkrieges noch Eisenerz im Tagebau gewonnen wurde. Am Ortseingang symbolisiert der Besembennerkreisel mit drei stählernen in die Luft gestreckten Reisigbesen die Gondershausener Tradition des Reiserbesenbindens. Im Ort bindet Willi Eiskirch seit 63 Jahren Naturbesen aus dem Reisig von Birkenbäumen mit Stielen aus Haselnussholz. Ihm ist die geschnitzte Holzfigur „Gonderscher Besembenner“ in der Nähe des Kreisels nachempfunden.


Vom Aussichtspunkt Steinkaul blickt man auf den Rhein-Mosel-Dreieck-Blick und die zweit- und das dritthöchsten Bauwerke von Rheinland-Pfalz, auf die Fernsehtürme von Dieblich-Naßheck und Koblenz. Kurz vor dem Ziel gibt es mit der Schönstattkapelle einen Ort der Besinnung, um die schöne Wanderung Revue passieren zu lassen, bevor über einen schmalen Waldpfad zurück zum Ausgangspunkt gewandert wird. Die Traumschleife ist als sechs, 13 oder 15,5 Kilometer lange Tour gut ausgeschildert. Den Ausgangspunkt erreicht man über die L 206 nach 56283 Gondershausen, Buchenweg 3 (Navigation).
Weitere Informationen: Tourist-Info im Zentrum am Park, Am Kreisel, Rhein-Mosel-Straße 45, 56281 Emmelshausen, Telefon: 06747/93220, http://www.rhein-mosel-dreieck.de/de/index.aspx

Wanderung zu den Sponheimern

Die Bockenauer haben Humor. Die Tatsache, dass sich der Ort am Fuße des 380 Meter hohen Wingertsbergs befindet, nehmen sie gleich zum Anlass von der Bockenauer Schweiz zu sprechen. Immerhin gehört der Landstrich somit zu den 67 Schweizen in Deutschland. Und da der Begriff „Schweiz“ schon von altersher als Synonym für eine besonders schöne Landschaft steht, hat der Name „Bockenauer Schweiz“ durchaus seine Berechtigung.


Die Vitaltour Schlossweg bestätigt das einmal mehr. Sie beginnt am Campingplatz, der zwischen den Orten Bockenau und Winterburg direkt an der B 41 liegt. Über die Daubacher Brücke führt er in nördlicher Richtung auf einem Grasweg, der einst eine Kleinbahntrasse war, schnurgerade durch das Ellerbachtal. Margariten, Kornblumen und Klee setzen auf den Wiesen bunte Tupfer in die Landschaft. Am Ortsrand von Winterburg verlässt der Weg das Tal und führt stetig bergan. Auf der Höhe genießt man einen Weg mit Aussicht. Man blickt auf die Quarzithänge des Soonwaldes und auf den Donnersberg in der Pfalz.


Auf der gegenüberliegenden Talseite sieht man schon die Gebäude des Schlosses Winterburg. Am Aussichtspunkt „Auf dem Eckweiler Berg“ bietet sich unter einem Pavillon oder auf der Sitzgruppe davor eine gute Gelegenheit zur Rast. Durch das Tonnenbachtal und vorbei an einer riesigen Eiche am Friedhof nimmt die Vitaltour den direkten Weg durch Winterburg.


Die im 14. Jahrhundert von den Grafen von Sponheim als Jagd- und Winterresidenz genutzte Winterburg ist heute Landschulheim. In den urig und zugleich individuell eingerichteten Zimmern können bis zu 100 Gäste übernachten. Vom Schloss geht es auf bemoostem Pfad durch die Felsen steil bergab zum Ortsausgang von Winterburg. Durch Buchen und Eichen gelangt man zum Aussichtspunkt „Hahn“. Im Auf und Ab folgt der Aussichtspunkt „Schlicht“, bis es über den Höhenzug „Am Meerhölzchen“ im Laubwald über den Kirchweg zum Kloster bei Bockenau bergab zum Ausgangspunkt zurück geht. Die Vitaltour Schlossweg ist rund 9 Kilometer lang und mit kurzen Konditionseinlagen leicht zu gehen. 2,5 Stunden sollte man für die Rundtour einplanen. Einen Parkplatz gibt es am Campingplatz „Bockenauer  Schweiz“.

Weitere Informationen: Naheland-Touristik GmbH, Bahnhofstraße 37, 55606 Kirn/Nahe, Telefon: 06752/137610, www.naheland.net

Zwerg Nase und das Kräutlein Niesmitlust

In der Vollmondnacht wird der gotische Pilgersaal im Kloster Arnstein zur Bühne für Märchenerzähler, Musiker und Kochkünste


Kloster Arnstein könnte man von Weitem betrachtet auch für einen Dom halten. Die alte Prämonstratenserabtei ist ein wahrer Blickfang im Lahntal. Seit 1919 arbeiten dort Ordensleute von den Heiligsten Herzen in den Pfarreien Arnstein, Nassau und Winden und in der Jugendbegegnungsstätte. Und sie ist jährlich Wallfahrtsort für Tausende von Pilgern. Über die Jahrhunderte war Arnstein immer auch eine Kulturstätte. Wertvolle Glasmalereien und Handschriften wurden in den Werkstätten des Klosters hergestellt. In dieser Tradition werden in Kirche und Kloster in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein Obernhof-Arnstein und dem Peregini e. V. regelmäßig Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen angeboten.


In fröhlicher Rotweinrunde und am flackernden Kaminfeuer entstand vor zwölf Jahren eine ganz besondere Idee, die allen, die in Vollmondnächten nicht schlafen können, entgegenkommt und den Winzerort Obernhof auch als Kulturdörfchen bekannt machte. Gaby Fischer hatte damals die Idee, schlaflose Vollmondnächte in gesellige Abende mit Märchen und Geschichten von der Lahn zu verwandeln. Was damals klein begann, ist heute als literarisches, musikalisches und kulinarisches Kleinod nicht mehr aus dem Kulturkalender wegzudenken. Bei der 144. Vollmondnacht am Dienstag, 9. September, geht es um die Kräutlein Niesmitlust und Magentrost, die Pastete Souzeraine und die dänische Suppe mit roten Hamburger Klößchen. Die Spielleut Ranunculus werden mit Liedern und Tänzen das Hauff-Märchen vom Zwerg Nase begleiten, das von Gaby Fischer und Diethelm Gresch erzählt wird. Dabei geht es bekanntlich um den Marktjungen Jakob, der von einer unheimlichen Alten in einen langnasigen und buckligen Zwerg verwandelt wird. Doch die lange Nase hat auch Vorteile, wenn man auf der Suche nach seltenen Kräutlein ist … Als besonderes Schmankerl der Veranstaltung wird ein Kräutersüpplein von Herzogs Tafel serviert.


Die 144. Obernhofer Vollmondnacht findet am Dienstag, 9. September, um 20 Uhr im gotischen Pilgersaal des Klosters Arnstein in 56379 Obernhof statt. Der Eintritt ist frei. Plätze können unter der Telefonnummer: 02604/943277 oder per E-Mail: gabyfischer@obernhofer-vollmondnacht.de reserviert werden. Weitere Obernhofer Vollmondnächte gibt es am 8. Oktober, 7. November und 6. Dezember.


Weitere Informationen: Tourist-Information Nassauer Land e.V., Obertal 9a, 56377 Nassau, Telefon: 02604/95250, www.nassau-touristik.de.

Der große Kaiser wird ins rechte Licht gesetzt

Die Kaiserpfalz in Ingelheim ist eines der größten und bedeutendsten Bauwerke des frühen und hohen Mittelalters. Im Karlsjahr 2014 steht die Rotweinstadt am Rhein ganz im Zeichen der historischen Leistungen Karl des Großen. Schon seit April ist im Museum bei der Kaiserpfalz die Ausstellung „Personenkult“ zu sehen, die sich mit der Verehrung und mit den Legenden um den großen Herrscher beschäftigen. Jetzt wurden zwei weitere Karlsjahr-Ausstellungen in Ingelheim eröffnet. Die Ausstellung „Prachtort“ im Museum bei der Kaiserpfalz rückt Originalfunde der Karolingerzeit in den Fokus. Darunter ist auch die Goldmünze mit dem Bildnis Karl des Großen, die in Ingelheim gefunden wurde.

Die Ausstellung „Pfalzansichten“ im Alten Rathaus in Nieder-Ingelheim zeigt den Wandel der Kaiserpfalz von einem der kostbarsten Paläste der Karolingerzeit über seinen Verfall im Spätmittelalter bis zum lebendigen Denkmal in der Gegenwart. Alle drei Ausstellungen sind noch bis zum 14. Dezember zu besichtigen.


Besonders eindrucksvoll präsentiert sich Ingelheim von Freitag, 12. September, bis Sonntag, 14. September, beim Lichtkunstspektakel „Illumina Ingelheim“ zum Karlsjahr. Der Lichtkünstler Wolfram Lenssen verwandelt das Areal rund um die Kaiserpfalz an drei Abenden in einen einzigartigen Ort. Sichtachsen, Denkmäler und Besonderheiten der mittelalterlichen Architektur werden mit Licht- und Klangelementen stimmungsvoll aus dem Dunkel gehoben. Die Ingelheimer Winzer und Gastronomen bewirten die Gäste der Illumina an allen drei Abenden ab 17 Uhr. Die Illumination beginnt jeweils bei Einbruch der Dunkelheit und dauert bis 23 Uhr. Der Eintritt ist frei. Parkplätze gibt es an den Sportanlagen „Im Blumengarten“, die ab Ortseingang Ingelheim ausgeschildert sind. Ab 17.30 Uhr verkehren Shuttle-Busse zwischen Parkplatz und Kaiserpfalz. Die drei Karlsjahr-Ausstellungen sind an den Abenden der Illumina Ingelheim bis 21 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. An den drei Tagen finden um 18 und 19 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellungen statt. Am 12. und 13. September gibt es außerdem jeweils um 18 Uhr kindgerechte Führungen. Am 14. September werden zum Tag des offenen Denkmals ab 11 Uhr stündlich Führungen sowie um 15 Uhr eine Familienführung angeboten.


Die Teilnahme an einer Führung kostet pro Person ab 19 Jahre 1 Euro. Das Museum bei der Kaiserpfalz befindet sich am Francois-Lachenal-Platz 5 in 55218 Ingelheim am Rhein.

Weitere Informationen erteilt Rheinhessen-Touristik GmbH, Friedrich-Ebert-Str. 17, 55218 Ingelheim am Rhein, Telefon: 06132/44170, www.rheinhessen.de und das Museum bei der Kaiserpfalz, Telefon: 06132/714701, www.karlsjahr2014-ingelheim.de

Sommerfest auf dem Juwel preußischer Rheinromantik

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. war nicht nur Kunstliebhaber, sondern galt auch als Architekturkenner. Zu vielen seiner Bauvorhaben in Berlin und Potsdam fertigte er eigene Skizzen an, die er dann mit den jeweiligen Baumeistern besprach. Noch als Kronprinz nahm er deshalb 1823 das etwas zweifelhafte Geschenk der Stadt Koblenz, nämlich die Ruine des Schlosses Stolzenfels, sicher sogar dankbar an und verwandelte den Ort alsbald in eine Großbaustelle.

Am 14. September 1842 weihte er seine Sommerresidenz Stolzenfels als preußischer König mit einem großen Fest ein. Der König selbst führte einen prachtvollen Festzug in Mittelalterkostümen vom Rheinufer hinauf auf die Burg. Er und seine Hofarchitekten Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler sowie der preußische Gartendirektor Joseph Lenné hatten ein romantisches Meisterwerk aus Schloss, Gärten, Park und Rheinlandschaft geschaffen, das uns noch heute ins Schwärmen geraten lässt.

Nach den Restaurierungsarbeiten, die 2011 abgeschlossen wurden, wird wieder deutlich, wie geschickt die preußischen Baumeister vorgingen. Der äußere Landschaftspark mit Grotten, Wasserfällen, Teichen, römischen und kurfürstlichen Baurelikten und sogar die ovale Reitbahn verbinden sich jetzt wieder harmonisch mit dem Wald. In den fünf Schlossgärten konzipierte Lenné kunstvoll ausgestattete Kulturräume von denen der Pergolagarten unter dem Schlafzimmer des Regenten als das Prachtstück gilt.


Am Sonntag, 14. September, findet ein romantisches Sommerfest auf Schloss Stolzenfels statt. An diesem Tag können die Besucher die historischen Räume auf eigene Faust erkunden. Das Vokalensemble „TonArt Ebernhahn“ präsentiert Chormusik verschiedener Epochen, Lutz Brenner spielt Orgelmusik und die Gitarrenvirtuosin Heike Matthiesen tritt in der Sommerhalle des Schlosses auf. Deftiges vom Grill, guter Wein sowie Kaffee und Kuchen runden den Genuss an diesem Tag ab. Der Eintritt inklusive Führung durch die historischen Schlossräume kostet für Erwachsene 4 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 2 Euro. Parkmöglichkeiten gibt es im Stadtteil Koblenz-Stolzenfels (Navigation Kapellener Platz, 56075 Koblenz). Vom Parkhaus wird ein Shuttle-Service zum Schloss eingerichtet. Der Fußweg zum Schloss ist ausgeschildert.


Weitere Informationen: Schloss Stolzenfels, 56075 Koblenz, Telefon: 0261/51656, www.schloss-stolzenfels.de

Zwiebeln unter dem Bopparder Weinhimmel

Zwischen dem blauen Band des Rheins und dem Grün der Hunsrückhöhen liegt Boppard als Ausgangspunkt schöner Wanderungen, Radtouren oder Schiffsausflüge. Historisch hat der Ort vieles erlebt. Die Römer und die frühen Christen ließen sich hier nieder, Ritter trieben ihr Unwesen, Dichter und Komponisten verewigten die romantische Rheinlandschaft in ihren Werken. Von allen blieb ein Stück Erinnerung zurück. Viele Wege führen zu den bekannten und versteckten Schätzen der Stadt über die blühende Rheinallee oder durch die verwinkelten Gassen des alten Stadtkerns. Die Kurtrierische Burg, die Severus Kirche, das Karmeliterkloster, das Thonet-Museum, das Römer-Kastell, der Vierseenblick, schöne Gärten und Parks, Villen an der Rheinpromenade und andere Sehenswürdigkeiten versprechen interessante und erholsame Stunden in Boppard.


Die Tradition des Zwiebelmarktes, der immer am zweiten Mittwoch und Donnerstag im September stattfindet, geht bis ins späte Mittelalter zurück. Damals verkauften Zwiebelbauern einer nahen Rheininsel ihre Ernte in Boppard. Mit Nachen und Kähnen wurden die Zwiebeln zum Markt gebracht. Heute gibt es beim Zwiebelmarkt auf dem Marktplatz und an der Rheinpromenade neben Zwiebeln in kunstvoll geflochtenen Zöpfen auch andere Dinge zu kaufen.


Das gute Klima rund um den Bopparder Hamm begünstigt die gute Entwicklung und nicht zuletzt auch die meist frühe Weinlese. Die Beeren sind nicht selten schon um die Wochen des Bopparder Weinfestes (26.-29.09. und 03.-05.10.2014) geerntet. Die Bopparder Winzer laden dazu auch gern Gäste ein und so gehört das Weinfest vor der romantischen Kulisse des Marktplatzes zu den Höhepunkten im Jahr. Viele Weinprobierstände, Musik und Unterhaltung und das Feuerwerk am Samstagabend machen es zu einem stimmungsvollen Erlebnis. Gleich an zwei aufeinander folgenden Wochenenden öffnen sich die Pforten zum Weinhimmel, dem man in Boppard ganz nah sein kann.


Weitere Informationen: Tourist Information, Marktplatz (Altes Rathaus), 56154 Boppard, Telefon: 06742/3888, www.boppard-tourismus.de. Der Bopparder Zwiebelmarkt findet am 10. und 11. September zwischen 9 und 19 Uhr und das Bopparder Weinfest vom 26. bis 29. September sowie vom 3. bis 5. Oktober statt.

Rundwanderung am Lahnwanderweg

Auf der TourNatur in Düsseldorf wurde es offiziell: Die Bergmannsroute am Lahnwanderweg ist als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert. Der Rundwanderweg verläuft durch den Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Er verbindet historische Städte und Bergbaugeschichte und führt durch die ruhige Landschaft des Lahntals.


Start ist der „Eisenmarkt“ in der Wetzlarer Altstadt. Mittelalterliche Plätze, Fachwerkhäuser und Barockbauten sowie der Dom, an dem über Jahrhunderte gebaut wurde ohne je fertig zu werden, prägen das Bild der Stadt. Auf der Bergmannsroute folgt man der blauen Markierung auf weißem Grund, die die gekreuzten Bergmannswerkzeuge Schlägel und Eisen darstellt. Der Weg führt an der Lahn entlang zur Stadt hinaus und über die Flüsse Lahn und Dill nach Dalheim und zum Kloster Altenberg.


Die 1170 erbaute Klosteranlage mit schöner gotischer Kirche ist täglich zur Besichtigung geöffnet. Nur wenige Kilometer weiter ist das Besucherbergwerk Grube Fortuna erreicht. Bei einer Grubenfahrt unter Tage kann man sich davon überzeugen, dass alle technischen Anlagen noch original und betriebsbereit sind. Hinter der Grubengaststätte „Zum Zechenhaus“ steigt die Bergmannsroute steil an.


Durch den Wald wandert man in Richtung Solms-Niederbiel. Das vier Hektar große Vogelschutzgehölz Niederbiel wurde für die heimischen Vogelarten angelegt. Schutzhütte und Sitzgruppen bieten hier einen guten Rastplatz. Über Leun, die Lahnwiesen und den Fürstlichen Forst steuert die Tour Braunfels an. Mit vielen Türmen und Zinnen thront hier das Braunfelser Schloss auf einem Basaltfelsen über der malerischen Altstadt. Das Schloss kann täglich ab 11 Uhr besichtigt werden. Doch bevor Braunfels erreicht ist, beginnt ein spektakulärer Streckenabschnitt über Pfade und Treppenstufen. Im Braunfelser Kurpark trifft die Bergmannsroute auf den Lahnwanderweg. Um die insgesamt 26 Kilometer lange Bergmannsroute abzukürzen, kann man vom Europaplatz mit dem Bus nach Wetzlar zurückfahren.

Weitere Informationen:
Tourist-Information Wetzlar, Domplatz 8, 35578 Wetzlar, Telefon: 06441/997755, www.wetzlar-tourismus.de oder Tourist-Information Braunfels, Am Kurpark 11, 35619 Braunfels, Telefon: 06442/934411, www.braunfels.de

Breisiger Ländchen mit Farbhexe und Vulkanexpress

Die Kurstadt im Landkreis Ahrweiler vereint die Vorzüge des Mittelrheintals und der idyllischen Eifel. Die Lage der Stadt zwischen Koblenz und Bonn macht sie zu einem idealen Ausgangspunkt für viele Unternehmungen zu Fuß, per Schiff oder per Rad. Mit der nostalgischen Schmalspurbahn Vulkanexpress kann man vom Rhein direkt in die Eifel fahren. Nach einem erlebnisreichen Tag entspannt man sich in den Römer-Thermen im heilenden Thermalwasser, beim Saunagang oder bei einer Massage.


Rund um Bad Breisig gibt es acht Kurzwanderstrecken mit einer Länge zwischen fünf und 17 Kilometern. Die Wege sind in beide Richtungen mit einer schwarzen Ziffer auf gelbem Untergrund markiert. Alle Wege beginnen mitten im Ort bei den Römer-Thermen und sind Rundwege. Als Premiumwanderweg wurde die RheinBurgenWeg Rundtour „Breisiger Ländchen“ vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert. Er führt über die Lieshöhe nach Gönnersdorf und weiter über Waldorf und die Mönchsheide zurück zum Startpunkt.


Am Sonntag, 14. September, wird der 16,9 Kilometer lange Rundweg „Breisiger Ländchen“ mit einem bunten Programm an den Römer-Thermen in Bad Breisig eröffnet. Los geht es ab 10 Uhr mit der Finissage der Farbhexe Gundel und Live-Musik der Band „Pipa & No Mercy“ in den Römer-Thermen. Nach der offiziellen Eröffnung um 10.30 Uhr beginnt eine Viertelstunde später eine Wanderung der gesamten Rundtour.


Eine zweite, auf 13 Kilometer verkürzte Wandertour auf einer Teilstrecke des Rundweges „Breisiger Ländchen“, startet um 11.15 Uhr. Die Teilnahme an diesen Eröffnungswanderungen ist kostenfrei. Unterwegs sind Verpflegungsstationen eingerichtet. Sie befinden sich in Gönnersdorf Ecke Neustraße/Friedhof, in Waldorf an der Schutzhütte „Auf Staudig“ an der K 48 und auf dem Gutshof Mönchsheide. Um 14 Uhr beginnt an der Vinxtbachhalle Waldorf eine Kräuterwanderung. Dafür ist eine Anmeldung bei der Tourist-Information Bad Breisig erforderlich und die Teilnahme kostet 5 Euro.
Die Eröffnungsveranstaltung mit Wandertouren findet in den Römer-Thermen in der Albert-Mertés-Straße 11 statt. Parkplätze gibt es auf dem Bahnhof in Bad Breisig oder direkt hinter den Römer-Thermen bei der Tennisanlage. Mit der Bahn gelangt man im Halbstundentakt zum Bahnhof Bad Breisig. Von dort führt ein Zuweg direkt zum Rundwanderweg „Breisiger Ländchen“.

Weitere Informationen: Tourist-Information Bad Breisig, Koblenzer Straße 39, 53498 Bad Breisig, Telefon 02633/45630, www.bad-breisig.de.

Neuer Weg auf den Spuren von Hildegard von Bingen

Die Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard in Rüdesheim hat nicht so viel Zulauf wie die weltberühmte Drosselgasse in Rüdesheim, ist aber als weithin sichtbares Bauwerk ein historisches Wahrzeichen der Stadt am Rhein. Die Abtei sieht sich in der Nachfolge des von Hildegard von Bingen gegründeten Klosters Eibingen, das Anfang des 19. Jahrhunderts größtenteils abgerissen wurde. Die Benediktinerinnen bewahren somit auch die Tradition des Klosters Rupertsberg, das 1632 von schwedischen Truppen zerstört wurde. Die Idee zur Klostergründung in Rüdesheim reifte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.


Am 2. Juli 1900 legte man den Grundstein und vier Jahre später zogen die ersten Benediktinerinnen aus der Prager Abtei St. Gabriel ein. Der jetzt eröffnete Rüdesheimer Hildegardweg führt sowohl zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Eibingen als auch zur Abtei St. Hildegard. Informationstafeln verknüpfen den Weg mit der Landschaft des 12. Jahrhunderts, in dem Hildegard von Bingen lebte. Der 6,7 Kilometer lange Rundweg beginnt an der Personenfähre Bingen/ Rüdesheim bzw. am Bahnhof und führt zunächst zur Brömserburg.


Anschließend geht es durch die Weinbergslandschaft von Rüdesheim über Eibingen zur Abtei St. Hildegard. Gemeinsam mit dem Rheinsteig verläuft der Weg am Hang entlang und führt zum Viadukt der ehemaligen Zahnradbahn. Von dort geht es auf dem „Kuhweg“ wieder zurück nach Rüdesheim. Gekennzeichnet ist der Weg mit dem prägnanten Symbol der Hildegard von Bingen, das bereits aus dem Internetauftritt www.landderhildegard.de bekannt ist.


Einen Überblick zum Rüdesheimer Hildegardweg geben die Informationstafeln an der Fähre sowie am Parkplatz „Ringmauer“. Weitere Tafeln wurden an der Brömserburg, an einem Aussichtspunkt unterhalb der Seilbahn, an der Pfarr- und Wallfahrtskirche Eibingen sowie an der Abtei St. Hildegard aufgestellt. An einem wunderbaren Aussichtspunkt am Ende des Weges informiert eine Tafel über die Natur und Heilkunde der Hildegard von Bingen.

Weitere Informationen: Tourist Information, Rüdesheim Tourist AG, Rheinstraße 29a, 65385 Rüdesheim am Rhein, Telefon: 06722/906150, www.ruedesheim.de.

Pizza und Brot aus dem alten Backes

Auf der Traumschleife „Ölmühlentour“ im romantischen Tal des Morbachs lebt die Geschichte der alten Hunsrücker Mühlen wieder auf.


Im Hunsrück gibt es noch viele alte Mühlen. Oft liegen sie in den tiefen Tälern der Mittelgebirgsregion, die zu den Flüssen Mosel, Rhein und Nahe führen. Dort konnte die herabstürzende Wasserkraft optimal zum Antrieb des Mühlrades genutzt werden. Ehemals zur Holz- oder Kornverarbeitung und sogar zum Schleifen von Edelsteinen genutzt, sind die Mühlen heute beliebte Anlaufpunkte auf Wanderungen durch die schluchtenartigen Täler.


Allein im 30 Kilometer langen, wilden Baybachtal zwischen Kastellaun im Hunsrück und Burgen an der Mosel standen einst 26 Mühlen, meist Getreide-, Öl-, Säge- und Wollmühlen. Viele sind noch gut erhalten, andere nur noch als Ruinen erkennbar. Die vier Traumschleifen-Wanderwege Baybachklamm, Rabenlay, Murscher Eselsche und Oberes Baybachtal erschließen das Baybachtal und seine Mühlen.


Im romantischen Tal des Morbachs steht die Historische Ölmühle im Ortsteil Schmausemühle. Sie ist über 250 Jahre alt. Seit 1982 sind Scheune, Stallungen und Mühle unter Denkmalschutz gestellt. Das Wasserrad, das die Mühlräder über das hölzerne Mahlwerk antreibt, wurde nach Originalplänen von 1923 rekonstruiert. Im alten Backes kann heute wieder Brot und Pizza gebacken werden.


Die 7,5 Kilometer lange Traumschleife Ölmühlentour startet an der Historischen Mühle in Morbach. Nach der Überquerung des Morbaches nahe der Mühle folgt der Weg einem idyllischen Wiesental in Richtung Erholungswald Ortelsbruch. Der Ortelsbruch ist ein gut ausgebautes Naherholungsgebiet am Fuße des Idarwaldes südlich von Morbach. Seine Besonderheit ist das für den Hunsrück typische Mittelgebirgshangbruch. Weiter geht es auf dem Höhenkamm des Idarwaldes zu wunderschönen Aussichtsplätzen. Zurück verläuft die Ölmühlenroute über einen großzügig ausgebauten Natur- und Waldlehrpfad, vorbei am Nixenweiher mit einem Wassertretbecken und über Holzstege durch das Moor im Ortelsbruch.


Weitere Informationen: Hunsrück-Touristik GmbH unter Telefon: 06543/507700 oder www.hunsruecktouristik.de und www.saar-hunsrueck-steig.de/traumschleifen.

 

Ein Wochenendausflug mit Pfiff

Eine Wanderung durch das waldreiche Buchfinkenland im Naturpark Nassau ist immer auch mit reichlich Vogelgezwitscher verbunden.


Die Buchfinken gaben der waldreichen Region zwischen den Bächen Gelbach, Seelbach, Stelzenbach und Baubach ihren Namen, weil sie hier so zahlreich sind. Der Buchfink ist etwa so groß wie ein Spatz, aber mit seinem bunten Gefieder, weinroter Brust und blaugrauem Kopf ein farbenfroherer Geselle. Wenn er von hohem Baum aus den Finkenschlag schmettert, vermeinen manche ein „Bitte, bitte, bitte, gib mir meine Hitsche her“ zu hören. Eine Hitsche ist eine Fußbank. Und diesen Spruch kann er mehrere Hundert Mal pro Stunde zwitschern. Am Boden ist er leicht an seinem flinken Trippeln und ständig nickendem Kopf zu erkennen.


Buchfinkenland heißt auch eine Wällertour im Südlichen Westerwald, die auf dem Wanderparkplatz in Gackenbach beginnt. Zunächst geht es auf einem Fußweg an der Landstraße in Richtung Jagdhaus bergan. Am Jagdhaus schwenkt der Weg in den Wald hinein und führt kurvenreich zu einem Damwild-Gehege. Durch Wald und Felder gelangt man bald nach Horbach, überquert dort den Dorfplatz und verlässt den Ort oberhalb der Hauptstraße wieder in den Wald. Pfade und Wirtschaftswege führen zur Altweibereiche. Der Sage nach wünschten sich die Westerwälder Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts mehr Freiheiten von ihren Männern und unterstrichen diesen Wunsch mit einem Tanz um die Eiche. Den Männern fiel daraufhin nichts Besseres ein, als die Eiche zu fällen. Aber für sie unerklärlich, hielt die Eiche jedem Axtschlag stand und so steht sie noch heute da.


Von der Altweibereiche ist es nicht weit zur Wüstung der Siedlung Willgenhausen, die im Frühmittelalter entstand, aber wieder aufgegeben wurde. Auf breiten Forstwegen und später schmalen Waldpfaden geht es hinunter ins Seelbachtal zu Bach und Fischteichen. An den Ruinen der Schmelzhütte, die noch bis ins 18. Jahrhundert Silber und Erze aus den umliegenden Bergwerken verhüttete, wendet sich der Weg in Richtung Dies. Nach weiteren Fischteichen geht es zum Abschluss noch einmal steil bergan zu schönen Aussichten auf der Höhe und zurück nach Gackenbach. Die Tour ist 14,9 Kilometer lang und dauert ungefähr fünfeinhalb Stunden. Autos können auf dem Wanderparkplatz in 56412 Gackenbach in der Kirchstraße geparkt werden. Ab ICE-Bahnhof Montabaur verkehrt ein Bus direkt nach Gackenbach.

Weitere Informationen: Westerwald Touristik-Service, Kirchstraße 48 a, 56410 Montabaur, Telefon: 02602/30010, www.westerwald.info.

Fachwerkkunst und barocke Malerei

Das romantische Hunsrückdörfchen Dill lockt mit fachwerklichem Charme und überrascht mit barocker Kunst.


Unverhofft kommt oft – dieser Gedanke trifft wohl zu, wenn man in die von außen eher schlichte Barockkirche an der Ruine der Burg Dill tritt. Hier erwarten den Besucher Gemälde des Hunsrücker Malers Johann Georg Engisch, der von 1668 bis 1742 lebte und wirkte. Die Emporenbrüstung der Kirche ist mit sechzehn seiner Ölgemälde, die zum Hunsrücker Bauernbarock zählen, geschmückt und machen die 1701 erbaute evangelische Kirche zu einer kunsthistorischen Kostbarkeit.


Die Bilder zeichnen sich zwar eher durch ihre Farbenpracht als durch zarte Pinselführung aus, doch erfüllten sie durchaus einen Zweck: Sie brachten den Gläubigen, die oftmals nicht lesen konnten, Szenen aus dem Evangelium näher. Direkt auf der holzverkleideten Decke brachte Johann Georg Engisch sein schon fast monumental wirkendes Gemälde „Verklärung Christi“, nach einem Stich aus der Merianbibel an und datierte es auf das Jahr 1714.


Eine schmale Gasse führt vom Berg zurück nach Dill. Der Sohrbach umfließt den Ort auf drei Seiten, Häuserzeilen und Straßen verlaufen in einem engen Bogen um einen massiven Felssporn, auf dessen Spitze die Ruine der Burg Dill steht. Folgt man der Dorfstraße die Talsenke hinab in den Ort, passiert man Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundet, die mit viel Liebe zum Detail restauriert wurden. Wer genau hinsieht, kann hier eine für Dill charakteristische Bauweise entdecken: Eine Reihe kleiner, oftmals ovaler Fenster, die sich direkt oberhalb der letzten Geschossdecke befinden. In der Fachsprache wird diese architektonische Besonderheit als „Trempelwand“ bezeichnet; sie diente zur Erweiterung des Speichers und zur besseren Belüftung des eingelagerten Korns. Die Entstehungszeit anderer Häuser in Dill lässt sich bis ins 17. Jahrhundert nachverfolgen. Die liebevoll gestalteten Bauerngärten und Höfe sind beim Spaziergang ein bunter Blickfang.


Oberhalb von Dill führte die wohl bedeutendste Straßenverbindung, war die von Bingen über Kirchberg nach Trier: die Römerstraße. Diese historische Wegeverbindung ist heute unter dem Namen "Ausoniusstraße" bekannt und als Wanderweg ausgewiesen. Nur wenige Meter vom Staatswald entfernt, wurde in den achtziger Jahren ein römischer Limes-Wachtturm als Aussichtsturm an besagter römischer Wegeverbindung errichtet. Wer den Turm über zwei Leitern besteigt, kann von hier aus nicht nur die Weiten des Hunsrücks überblicken und die Terasse der Römerstraße verfolgen, sondern hat auch einen herrlichen Blick den Ort und die markante Burgruine.

Weitere Informationen: Hunsrück-Touristik GmbH unter Telefon: 06543/507700 oder www.hunsruecktouristik.de

Meeresluft atmen im Salinental

Die Vitaltour „TourNatur Salinental“ verblüfft mit einer Vielfalt an Landschaftstypen und mit der höchsten Steilwand nördlich der Alpen.


Die TourNatur Salinental ist ein anspruchsvoller Rundweg, der einiges an körperlicher Fitness erfordert, bei dem man aber auch mit abwechslungsreichen Landschaftstypen belohnt wird.


Der Weg beginnt bei den Gradierwerken in Bad Kreuznach, die einen leicht salzigen Geruch versprühen. Nach der nasalen Erfrischung kommt auch schon die erste Herausforderung des Weges: Da vom Startpunkt aus gleich mehrere Rundwege ausgehen, achtet man auf das weiße Schild, auf dem sich ein roter Pfeil, ein grünes nach oben zeigendes Ahornblatt und der Schriftzug „Allgemeine Zeitung“ befinden.


Vom Sophie-Sondhelm-Weg geht es über die Bahngleise zu einer kurzen Steigung. Hier bietet sich ein umfassender Ausblick über das Nahetal und den großen Kurpark, um den sich die Nahe schlängelt, bevor es in den Kreuznacher Stadtwald geht. Dieser kämpft wegen des felsigen Untergrundes und des extrem geringen Niederschlages permanent um sein Überleben. Andererseits bilden die eiszeitlichen Lösböden im Lohrer Wald wiederum exzellente  Wachstumsbedingungen. Auch das Totholz dient über 1400 Käferarten und 600 Großpilzarten als Lebensraum. Der Weg führt nun langsam in hohes felsiges Gelände, das den Blick auf das ganze Nahetal öffnet.


Bevor man zum Café Rheingraf Schlossterrasse gelangt, hält dieser Abschnitt eine Sternwarte parat, die allerdings nur sonntags und zu besonderen Anlässen geöffnet ist. Dafür gelangt man auf ein Plateau der Naheflanke. Blickt man nach links, sieht man zwei herausstechende Felsen. Nun geht es bergab durch den Wald, wo man auf einen unscheinbaren Ruinenrest trifft, der einstmals die Burg Rheingrafenstein war. Die Strecke führt weiter bis zum Naheufer, an dem der zweite Teil der TourNatur beginnt. Die mächtige Felswand Rotenfels im Blick, geht es vorwärts. Bei Sonnenschein sieht man die Gesteinsschichten der höchsten Steilwand nördlich der Alpen je nach Lichtwinkel verschiedenfarbig schimmern. Gäbe es dort noch ein paar exotische Pflanzen, stünde man fast im Dschungel. Wobei man ein paar Meter weiter schon auf Weinberge trifft.


Lohnenswert ist hier ein kleiner Abstecher nach Ebernburg zu dem international einzigartigen Skulpturenpark der Bildhauerfamilie Kubach-Wilmsen. Vor dem Hintergrund des Rotenfelsmassivs bilden die Landschaft, Architektur des Hauses und die Steinskulpturen der Kubachs ein sehenswertes Gesamtkunstwerk.


Weiter entlang der Rotenfelskante genießt man die herrlichen Ausblicke ins Nahetal, bevor man am Sportfeld vorbeikommt und der Weg zur Aussichtskanzel „Bastei“ führt – ebenfalls ein grandioser Aussichtspunkt. Nach einem Slalomkurs bergab ist man bald wieder an den Salinen in Bad Kreuznach. Zur Erholung zieht man die Schuhe aus und atmet tief ein und aus. Mit der Natur fühlt man sich eh schon eins und die Salinenluft befreit Lunge und Geist. Wer noch nicht genug hat, flaniert durch den Kurpark oder entlang der Uferpromenade an der Nahe und besichtigt die schöne Altstadt mit den Brückenhäusern.

Weitere Informationen: Naheland-Touristik GmbH, Bahnhofstraße 37, 55606 Kirn/Nahe, Telefon: 06752/137610, www.naheland.net

Wanderarena und Hüttenzauber

Im Pfälzerwald laden viele Wege zur herbstlichen Wandertour durch felsige Landschaft mit Fernsicht und zur berühmten Hüttenkultur ein.


Der Herbst ist eine besonders schöne Jahreszeit, um zu wandern. Wenn sich im Pfälzerwald die Blätter langsam bunt färben, wird es auch in den bewirtschafteten Hütten sehr lebendig. Die Pfälzer wissen, wie man Leib und Seele beisammen hält und haben für sich und ihre Gäste ein dichtes Netz von Einkehrmöglichkeiten geschaffen. Rund 150 gastfreundliche Wanderhütten liegen im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands. Rund 100 von ihnen unterhält der mehr als 100 Jahre alte Pfälzerwald-Verein, knapp 30 werden von den „Naturfreunden“ und weitere 25 von anderen Vereinen bewirtschaftet. In 15 romantischen Wanderhütten des Pfälzerwald-Vereins und in 20 idyllisch gelegenen Häusern der Naturfreunde kann man preiswert übernachten – meist einsam mitten im Wald wie zum Beispiel im „Hüttenbrunnen“ im Edenkobener Tal, im Kohlbachtal bei Lambrecht, im Bethof bei Vorderweidenthal, im Pferchtal bei Wachenheim oder im Wanderheim „Dicke Eiche“ bei Hauenstein.Die Pfälzer „Hüttenkost“ ist einfach, deftig und preiswert.


In fast allen Wanderhütten wird die kulinarische Pfälzer Dreifaltigkeit aus Leberknödel, Saumagen und Bratwurst angeboten - dazu Pfälzer Handkäse, Hausmacher Wurst und selbst gebackener Kuchen. Aber auch Liebhaber der feinen Küche kommen nicht zu kurz. Der Rahnenhof bei Hertlingshausen oder das Cramerhaus bei Lindelbrunn servieren auch internationale Gerichte. Der Schoppen Pfälzer Wein gehört natürlich zu einer fröhlichen Einkehr dazu. Ein Hüttenverzeichnis gibt es beim Pfälzerwald-Verein e.V., Fröbelstr. 24, 67433 Neustadt, Telefon: 06321/2200, www.pwv.de. Das Verzeichnis der Naturfreundehäuser kann man beim Landesverband NaturFreunde Rheinland-Pfalz e.V., Ebertstraße 22, 67063 Ludwigshafen, Telefon: 0621 523634, www.naturfreunde-rlp.de bekommen.


Doch vor der urigen Rast steht das Wandervergnügen. Die Wanderarena Pfälzerwald-Nordvogesen fasst über 350 Kilometer feinster Wanderwege zusammen. Von der Kurztour über die Tagestour bis zu Mehrtagestouren hat sie alles im Angebot. Auf dem sieben Kilometer langen Grenzgängerweg kann man sogar Elsass und Pfalz verquicken. Besonders schön sind der Dahner Felsenpfad (13,5 Kilometer) oder die Geiersteine-Tour (5,4 Kilometer) in der Verbandsgemeinde Hauenstein, wo man die Felsformationen auch erklettern kann.

Weitere Informationen: Wanderarena, Südwestpfalz Touristik e.V., Unterer Sommerwaldweg 40-42, 66953 Pirmasens, Telefon: 06331/809126, www.wanderarena.com.

Zauberhafte Tour zu den Waldorgeln

Auf dem Naturerlebnispfad „Zauberwald“ im Birkenfelder Land begleitet Willi Wurzel Familien mit Kindern zu Elfen, Gnomen und anderen Waldgeheimnissen.


Zauberei allein ist es nicht, die den „Zauberwald“ rund um den Hambacher Felsen vor allem für Familien mit Kindern zu einem beliebten Ausflugsziel macht. Direkt am neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der im nächsten Jahr eröffnet wird, gelegen, wird der rund fünf Kilometer lange Weg gut gepflegt und mit Neuheiten ausgestattet. Deshalb kann es zurzeit schon mal sein, dass man eine klitzekleine Umleitung gehen muss. Rund ein bis zwei Stunden benötigt man für den gesamten Parcours. Die Informationstafel am Eingangstorbogen gibt genaue Hinweise, wie man die zauberhafte Runde erweitern oder verkürzen kann.


So eingestimmt, muss man nur noch den kleinen Schildern mit der richtungsweisenden Hand des Zauberwichtels folgen. Texte über Elfen, Sylphen und Gnome, besinnliche Gedichte und märchenhafte Holzskulpturen begleiten die Tour. Am Waldxylofon mit seinen sechs Klanghölzern wird jeder zum Komponist seiner Melodie. An einer „Fühlwand“ betastet man die Felle von Waldtieren und an einer „Tonorgel“ sind die Laute von Reh, Hirsch, Buchfink und Schwarzspecht zu vernehmen. An einer „Duftorgel“ erschnuppert man die Duftnoten von Douglasie bis Wildschwein. Auf der Felsenhöhe hilft ein Hörrohr, um intensiv in den Wald zu lauschen. „Wie alt kann eine Waldameisenkönigin werden? Wovon ernähren sich die heimischen Fledermäuse?“ – das sind Fragen aus dem Klappenquiz. Die jeweils richtige Antwort ist unter einer Klappe versteckt.


Vorbei an überlebensgroßen Holzskulpturen, die hier und da am Wegesrand stehen, gelangt man zum kleinen Teich, in dem Nina, die Wassernixe, leben soll. Wunderschön ist am Ende der Tour der hallenartige Buchenbestand am Fuß der Blockschutthalde des Hambacher Felsens. Uralte knorrige Bäume, geheimnisvolle Felsblöcke, moosbewachsener Waldboden – der Zauberwald ist schon ein geheimnisvoller Ort.


Waldmeister Willi Wurzel, ein gutmütiger Gnom, zeigt den Kindern seinen Wald. Auch der Hattgensteiner Aussichtsturm und die bewirtschaftete Rothenburghütte werden in den Erlebnispfad mit eingebunden. 110 Stufen führen auf den 27 Meter hohen Turm Hattgenstein. Von oben reicht die Aussicht über weite Waldflächen und Wiesen vom Erbeskopf bis ins Saarland.Der Naturerlebnispfad Zauberwald ist auch ein Höhepunkt der noch nicht offiziell eröffneten, aber schon begehbaren und beschilderten neuen Traumschleife „Rund um den Zauberwald“. Die Traumschleife ist 10,4 Kilometer lang und als mittelschwer eingestuft. Startpunkte sind die Wanderparkplätze „Sauerbrunnen“ und „Zauberwald“ an der L 174 bei 55765 Oberhambach oder die Rothenburghütte in 55767 Hattgenstein.

Weitere Informationen: Touristinformation Birkenfelder Land, Friedrich-August-Straße 17, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06782/9834570, www.birkenfelder-land.de.

Der heiße Draht in Morbach

Im Deutschen Telefon-Museum in Morbach befindet sich die umfangreichste interaktive Sammlung zur Geschichte der Telefonie.


Das iPhone 6 als einer der Ersten zu besitzen, war in den vergangenen Tagen für einige Grund genug, sich geduldig in lange Schlangen einzureihen. Doch wer hat’s erfunden? Da machen wir mal lieber keine Umfrage. In Deutschland starteten die ersten ernsthaften Telefon-Versuche 1877 mit amerikanischen Fernsprechapparaten. Die Bellschen Fernsprecher aus Boston basierten aber auf einem Apparat, der bereits 1860 von dem Lehrer Philipp Reis in Friedrichsdorf bei Homburg v. d. Höhe erfunden worden war.


Leider erkannte damals niemand die Tragweite seiner Idee. Werner Siemens schrieb 1877 an seinen Bruder Karl in London: „Wir Esel haben zwar dies Wunder des deutlichen Verstehens auf sechzig Fuß und mehr Entfernung angestaunt, aber die Sache nicht verfolgt, auch dann nicht, als Reis es elektrisch zu machen versuchte. So nahm der Reis´sche Fernsprecher denselben Weg, der dem von Gauß und Weber in Göttingen 1833 erfundenen elektrischen Telegraphen beschieden gewesen war!“


Die deutsche Erfindung wanderte nach England und Nordamerika und kehrte als eine in Amerika patentierte Erfindung nach Deutschland zurück. Das Deutsche Telefon-Museum in Morbach ist mit über 2000 Exponaten rund ums Telefon die umfangreichste Sammlung ihrer Art und fand 1994 sogar Anerkennung im Guinnessbuch der Rekorde. Auf zwei Ebenen und in neun Räumen wird die Entwicklung des Fernsprechwesens und der Telegrafie in Deutschland interaktiv und interessant dargestellt. Besonderer Wert wird auf die Kombination der jeweiligen Apparate mit den zeitlich zugehörigen Vermittlungseinrichtungen gelegt, an die viele der ausgestellten Exponate funktionsfähig angeschlossen sind. Fernsprecher für besondere Anwendungen, Streckenapparate, Bildtelefone und Siemens-hell-Faxe – nichts wird ausgelassen. Viele Geräte kann man selbst ausprobieren. Historische Fotografien zeigen die Zeit, in der die jeweiligen Apparate populär waren. Außerdem zeigt ein Film die gesamte Entwicklungsgeschichte der Telekommunikation.


In der Außenvitrine des Deutschen Telefon-Museums ist eine Original-Postkutsche aus dem Jahre 1910 zu sehen. Diese Postkutsche kann mit Kutscher und Pferdegespann für Tagestouren gebucht werden. Das Deutsche Telefon-Museum befindet sich in der Jugendherbergstrasse 25 in 54497 Morbach, Telefon: 06533/9586-26, www.deutsches-telefon-museum.eu. Es ist von Dienstag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder von 6 bis 15 Jahren 1,50 Euro. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich und kosten bis 20 Personen 20 Euro.

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