Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Täglich auf Tour mit der RheinZeitung

...  unsere Tipps für Ihre Ausflüge nach Rheinland-Pfalz im Oktober:

Halsstarriger Mönch

Das Lutherdenkmal in Worms erinnert an den Auftritt des Reformators vor dem Wormser Reichstag


Neben Eisleben und Wittenberg gilt Worms als eine der bekanntesten Wirkungsstätten des Theologieprofessors und Reformators Martin Luther aus Wittenberg, obwohl er sich 1521 nur zehn Tage in der Stadt aufhielt, um seine Lehren vor Kaiser Karl V. zu verteidigen. Seine kirchenkritischen Schriften, insbesondere die, welche sich gegen den Ablasshandel richteten, hielten Deutschland seit 1517 in Atem und verbreiteten sich dank der Erfindung des Buchdrucks schnell.


Nachdem Luther im Dezember 1520 eine Bannandrohung der römischen Kurie vor dem Wittenberger Elstertor verbrannt hatte, verhängte Papst Leo X. im Januar 1521 offiziell den Kirchenbann über ihn. Doch damit die weltlichen Autoritäten gegen den Reformator einschreiten konnten, musste auch der Kaiser die Reichsacht aussprechen. Luthers Landesfürst Friedrich der Weise, der zeitlebens der katholischen Kirche treu blieb, hatte sich dafür eingesetzt, dass Luther vor dem Reichstag gehört werde. Man kann dem jungen Kaiser nicht vorwerfen, dass er sich nicht bemüht hätte, Luther zum Widerruf zu bewegen. Doch als der widerspenstige Mönch auch nach Tagen keine Einsicht zeigte, kündigte der Kaiser an, ihn mit der Reichsacht zu belegen, die aber erst Wochen später mit dem Wormser Edikt wirksam wurde. Doch da war Luther dank der Hilfe von Friedrich dem Weisen längst als Junker Jörg in Sicherheit auf der Wartburg und übersetzte die Bibel ins Deutsche.


In Worms ist der Reformationstag am 31. Oktober zwar kein Feiertag, aber das Wormser Lutherdenkmal gilt neben dem Internationalen Reformationsdenkmal in Genf als das größte seiner Art. Entworfen wurde es von Ernst Rietschel (1804-1861), einem der bedeutendsten Bildhauer des Spätklassizismus in Deutschland. Am 25. Juni 1868 wurde das Denkmal enthüllt. Die wichtigsten protestantischen Fürstenhäuser Deutschlands schickten aus diesem Anlass ihre Vertreter nach Worms und auch der spätere Kaiser Wilhelm I. war anwesend. Der triumphale Gestus des Lutherdenkmals rief schon damals Unmut unter den Katholiken hervor und ist bis heute nicht unumstritten: Luther, die rechte Hand auf der Bibel, blickt mit trotzigem Blick in die Richtung des Doms.
Weitere Information: Tourist Information Worms, Neumarkt 14, 67547 Worms, Telefon: 06241/8537306, www.worms.de

Die Säule für Bismarck

Am „schönsten Platz im Hunsrück“ wurde 1902 ein Bismarckturm eröffnet


Der erste Kanzler des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, wurde als Politiker zu seiner Zeit durchweg positiv bewertet. Nach seinem Tod 1898 baute man in Deutschland 184 Türme, nachdem die Deutsche Studentenschaft zum deutschlandweiten Bau von Bismarcksäulen aufgerufen hatte. Davon existieren heute noch 146. Auch im Kreis Simmern gab es viele bismarckbegeisterte Bürger, die den Bau mit großzügigen Spenden mitfinanzierten. Unter vielen anderen Mitbewerbern der Region, die den Simmerkopf, Kirchberg, Riesweiler, die Wasserscheide zwischen Mosel und Nahe, den Uhlerkopf, die Himmelsleiter bei Argenthal und Simmern favorisierten, bekam schließlich Sargenroth den Zuschlag. Die Gemeinde Sargenroth hatte den Ort als „den schönsten im Hunsrück vorhandenen Platz“ gepriesen. Der Nunkircher Marktplatz war nicht nur schön gelegen, sondern als alter Versammlungs- und Gerichtsplatz auch geschichtsträchtig.


Für den Bau entschied man sich für den von der Deutschen Studentenschaft mit dem ersten Preis ausgezeichneten Bismarcksäulen-Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis. Diese Variante hatten auch Bad Ems und Kirn gewählt. Bis April 1900 waren bereits 2778 Reichsmark an Spendengeldern eingegangen. Insgesamt mussten aber trotz kostenlosen Bauplatzes 13.300 Reichsmark für den Bau auf den Tisch gelegt werden. Nach der Grundsteinlegung im Juni 1900 leitete der Baumeister Peter Weirich aus Sargenroth die Arbeiten.


 

Als Baumaterial wurde Grauwacke aus dem Soonwald für das Fundament und den Oberbau, Basaltlava für die Türrahmen und Sandstein für die Podeststufen verwendet. Während des Baus wurde das Geld knapp, weil man sich entschlossen hatte, statt der ursprünglichen Höhe von zwölf Metern, den Turm 17,5 Meter hoch zu bauen. Eine Turmlotterie rettete den Weiterbau. 6000 Lose zu je einer Mark wurden verkauft. 1902 war der Turm endlich fertig und wurde bei seiner Einweihung sogar „entflammt“. Acht Feuerkästen aus Blech hingen rings um die Plattform. Sie waren mit Sand gefüllt, der mit Benzin und Petroleum getränkt war. So viel Verehrung für einen Politiker wie damals für Otto von Bismarck ist heute kaum vorstellbar. Als Aussichtsturm ist er bis heute beliebtund täglich geöffnet.

Weitere Information: Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, 55483 Hahn-Flughafen, Telefon: 06543/507700, http://www.hunsruecktouristik.de/

Synagoge und Judenbüsch

Rundgang durch Wittlich auf den Spuren der Jüdischen Gemeinde


Ein Rundgang durch die Wittlicher Innenstadt und zum Friedhof „Judenbüsch“ erinnert an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Wittlich bis zu ihrem Untergang in der Zeit des Nationalsozialismus. 1910 wurde die neue Synagoge eingeweiht, die das alte Gebäude in der Oberstraße ersetzte. Als Gottesdienstraum diente die Synagoge 28 Jahre bis sie in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde. Lange stand die Synagoge leer, bis sie 1975 von der Stadt Wittlich gekauft wurde. Seit 1977 ist sie Kultur- und Tagungsstätte sowie Gedenkstätte für die jüdische Gemeinde.


 

Der Thoraschrein aus der Synagoge ist mit einer Gedenktafel am Eingang als Mahnmal aufgestellt. Im Foyer wurde 1991 ein Gedenkstein mit den Namen von 85 Wittlicher Juden, die deportiert und umgebracht wurden, aufgestellt. Im Nebenhaus, einem ehemals jüdischen Wohnhaus, wird eine Dokumentation zur jüdischen Vergangenheit in Wittlich gezeigt. In der Ausstellung wird neben anderen Exponaten das Fragment einer Thorarolle gezeigt, das vor wenigen Jahren bei Umbauarbeiten in der Tiergartenstraße 26 entdeckt wurde.


 

Ein Wittlicher Unternehmer war die Chemische Fabrik in der Kalkturmstraße, die unter anderem mit ihrem Bohnerwachs und der Schuhcreme „Ermin“ europaweit bekannt war. Die Fabrik wurde 1936 enteignet und nur die Söhne des Besitzers Alfred Ermann überlebten den Holocaust. Im Haus der Säubrenner-Apotheke gegenüber dem Parkplatz „Viehmarkt“ hatte der angesehene Bürger und Stadtrat Fritz Hess seit 1920 eine Zigarrenfabrik. Fritz Hess und seine Frau Rosa sind auf dem Wittlicher Judenfriedhof begraben. Fast die Hälfte der Wittlicher Juden - vor allem die weitverzweigte Familie Dublon - verdiente ihren Lebensunterhalt als Viehhändler. Der Wittlicher Viehmarkt - auf dem Gelände des heutigen Schloßplatzes - war im ersten Drittel des Jahrhunderts einer der bedeutendsten in Westdeutschland. Rings um den Marktplatz gab es viele jüdische Geschäfte: das Schuhgeschäft Wolf, die Lebensmittelgroßhandlung Ermann-Bach, die Manufaktur Bender, das Bekleidungsgeschäft Frank, die Textilhandlung Bär und Sommer.Weitere Information: Kulturamt Wittlich, Neustraße 2, 54516 Wittlich,Telefon: 06571/171355, www.wittlich.de/leben-und-wohnen/tourismus.html

Oceanus ist auch der Waldkönig

In der Römervilla an der Nahe gibt es zwei prächtige Mosaikböden zu sehen


Mitten in Bad Kreuznach steht der rote Ziegelbau der Römerhalle. Ursprünglich war das Gebäude die Scheune des Rittergutes Bangert. Heute gibt sie auf einer 1000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche einen Überblick über die römische Epoche in Kreuznach. Themen sind der Totenkult und die Jenseitsvorstellungen der romanisierten bzw. römischen Bevölkerung. Zu sehen sind zum Beispiel Sarkophagen, Aschenkisten, die Jupitersäule, Viergöttersteine und verschiedene Weihealtäre. Am gleichen Ort stand im goldenen Zeitalter des Römischen Reiches eine prächtige römische Villa, die sowohl einem reichen Kaufmann als auch einem Sklavenhändler gehört haben könnte. Unmittelbar neben der Römerhalle liegen die begehbaren Architekturreste der im 2. Jahrhunderts nach Chr. erbauten Luxusvilla mit Fußbodenheizung, die ein herausragendes Beispiel römischer Baukunst ist.


Besonders sehenswert sind in der Villa zwei Mosaikböden. Das rund 58 Quadratmeter große Gladiatorenmosaik zeigt in seinem Zentrum Reiter bei der Tierhetze. Drumherum werden Kämpfe zwischen Tieren, zum Beispiel zwischen Leopard und Antilope dargestellt. Das 68 Quadratmeter große Oceanusmosaik zierte einst den zentralen Repräsentationsraum der Villa. Der Gott aller Gewässer Oceanus trägt ein Geweih auf dem Kopf. Das legt den Schluss nahe, dass ihm zusätzlich die Attribute eines Waldgottes zugesprochen wurden. Das Meer war schließlich auch ganz schön weit weg. Interessante Markt- und Hafenszenen stellen das Leben in der alten Zeit dar.


Die Grabsteine der Soldaten aus dem Gräberfeld von Bingerbrück gehören neben den Mosaikböden zu den bedeutendsten Funden in der Römerhalle. Die fast lebensgroßen Bildnisse vermitteln einen wirklichkeitsnahen Eindruck von den Auxiliarsoldaten und der römischen Militärgeschichte. Die Römerhalle und römische Villa befinden sich in der Hüffelsheimer Straße 11 in 55545 Bad Kreuznach.
Weitere Informationen: Römerhalle/römische Villa, Hüffelsheimer Straße 11, 55545 Bad Kreuznach, Telefon: 0671/9207782, www.bad-kreuznach.de

Glockenwelt auf Greifenstein

Eine Höhenburg im Westerwald ist Mitmach-Museum und Geopunkt.


Im Westerwald erhebt sich hoch über dem Dilltal die auf einem Basaltsporn errichtete mächtige Burg Greifenstein. Die aus Basalt erbaute Höhenburg ist nicht nur ein Wahrzeichen des Westerwaldes, sondern auch ein Mitmach-Museum und Geopunkt des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Glockenwelt auf der Burg. Mit über 100 Glocken lädt sie zu einem interessanten Gang durch die tausendjährige deutsche Glockengeschichte ein. Am eindrucksvollsten ist es, die Glocken der verschiedenen Jahrhunderte zum Klingen zu bringen. Die Auswahl reicht von der Kirchenglocke über die Kuhglocke bis zur Feuerwehrglocke. Ein „Klangwellenbild“ illuminiert mit Glockenschlag die Kuppel des Museums. Außerdem können sich die Besucher per MP3-Player Glockenmelodien aus aller Welt anhören. Kinder werden von den beiden Glockenmäusen Bim & Bam auf der Suche nach dem Geheimnis des Glockenklangs begleitet. In einer nur für kleine Kinder erreichbaren Nische gibt es ein Röhrenglockenspiel und ein Klangmemory.


Auf dem Greifenstein steht außerdem eine der wenigen Doppelkirchen Deutschlands, in der noch an jedem Sonntag der Gottesdienst abgehalten wird. Auch viele Hochzeitspaare geben sich hier das Ja-Wort. Die Barockkirche wurde über der ursprünglichen Wehrkirche aus dem 15. Jahrhundert gebaut. Jan de Paeren aus den Niederlanden schuf die Stuckdekoration. Seltene Fresken und Schießscharten prägen die heute unterirdisch gelegene gotische Katharinenkapelle mit Grafen-Loge. Kasematten mit Deckengewölben und Verteidigungskammern schließen sich an.
Weitere Informationen: Greifenstein-Verein e. V., Talstraße 19, 35753 Greifenstein, Telefon: 06449/6460.

Von Göttin Diana zu St. Martin

St. Martin ist die einzige Gemeinde in Deutschland, die den Namen des Schutzheiligen trägt


Dort, wo sich das Pfälzer Weinland und der Pfälzer Wald am nächsten sind, liegt St. Martin. Der guten Luft und des milden Klimas wegen ist es schon lange als Luftkurort anerkannt. Der historische Ortskern steht nicht nur unter Denkmalschutz, sondern wird gern auch als Bilderbuchkulisse bezeichnet. Im Umgang mit Gästen haben die Einwohner Übung, denn St. Martin hatte genaugenommen schon im 14. Jahrhundert „Kurgäste“, als Adel und Klerus aus Speyer vor einer Seuche nach St. Martin flüchteten. Von der Beliebtheit St. Martins als Wohn- und Residenzort zeugen noch heute gut erhaltene Adelssitze aus Mittelalter, Renaissance und Barock. 1927 warb St. Martin als „Luft,- Wein- und Kirschenkurort“ schon mit einer eigenen Gästezeitung.


Die Geschichte des Ortes reicht natürlich noch weiter zurück. Im Historischen Museum in Speyer sind die Reste eines römischen Altares ausgestellt, den ein Jäger namens Lukullus der Göttin Diana errichten ließ und die bei St. Martin gefunden wurden. Das erste Schriftstück, in dem der Ort erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1149. Dort wo sich zwei wichtige Römerstraßen kreuzten, stand eine kleine Wallfahrtskirche im Wald, die dem fränkischen Nationalheiligen Martinus gewidmet war. Um sie herum wurden Häuser gebaut und es entstand der kleine Weiler Martenheim, der später in St. Martin umbenannt wurde.


St. Martin trägt als einzige Gemeinde in Deutschland den Namen jenes Heiligen, der seinen Mantel mit dem Bettler teilte. Mit dem Martinus-Weinfest endet jedes Jahr im November die Weinfestsaison an der Südlichen Weinstraße. Entstanden aus dem Martinstag, der in St. Martin als örtlicher Feiertag begangen wird, zählt das Martinus-Weinfest zu den ältesten und größeren Weinfesten der Pfalz. Eine Besonderheit ist der sieben Kilometer lange Martinuslauf durch den historischen Ortskern. Neben dem Laien-Schauspiel, der Verlosung der Gänsemenüs und der Pferdesegnung sind die Martinus-Prozession und der Lampion-Umzug die Höhepunkte des Festes. Weitere Informationen: Büro für Tourismus, Johannes-Damm-Straße 11, 67487 Maikammer, Telefon: 06321/952768, http://www.maikammer-erlebnisland.de/

Wilder Weg auf dem Kermeter

Hirschbeobachtung und barrierefreies Natur-Erlebniszentrum im Naturpark Eifel


Der Kermeter ist das Herzstück des Nationalparks Eifel. Im barrierefreien Erlebnisraum Wilder Kermeter können auch Menschen mit Behinderung uneingeschränkt an Naturerlebnissen teilhaben. Der Wilde Kermeter befindet sich mitten auf dem Bergrücken Kermeter. Dort wachsen zwischen Rursee und Urftsee auf großer Fläche heimische Rotbuchen-Mischwälder. Das 4,7 Kilometer lange, fein geschotterte Wegenetz „Wilder Kermeter“ führt zum Aussichtspunkt Hirschley mit einem ertastbaren Geländemodell vom Nationalpark Eifel sowie über einen Abstecher zum Blick auf Vogelsang. Die Steigung der Wege liegt unter sechs Prozent. Da kommen auch Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen gut voran.


Außerdem gibt es viele Rast- und Ruhepunkte mit Bänken, Tischen und Liegen.Seit einem Jahr ergänzt der „Wilde Weg“ das barrierefreie Naturerleben. Der 1,5 Kilometer lange Rundweg schließt an den Wilden Kermeter an. Auf den ersten 250 Metern werden die Besucher über einen Holzsteg geführt und erhalten eine ganz besondere Perspektive auf die Natur. An den meist interaktiven zehn Stationen gibt es Informationen zur Waldentwicklung, über die Wildnis und die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt. Unterwegs erfährt man einiges über die Auswirkungen von Stürmen auf den Wald, es gibt Kletterparcours und eine Forscherstation zum Ausprobieren.


Auch die Rothirsch-Aussichtsempore im acht Kilometer entfernten Dreiborn ist barrierefrei. In den Herbstmonaten ist der Rothirsch auf Brautschau. Sein Röhren schallt kilometerweit über Wiesen, Täler und Wälder. Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, die prächtigen Tiere zu erspähen. Lebensgroße Modelle zum Ertasten vermitteln eine Vorstellung über die imposante Größe der Vierbeiner. Rothirsche sind Mitteleuropas größte freilebende Wildtiere. Die Ranger stehen während der gesamten Brunftzeit an der Empore mit fachkundigen Auskünften zur Verfügung. Ausgerüstet mit Fernglas, Sitzkissen und warmer Kleidung steht einem unvergesslichen Naturschauspiel nichts mehr im Wege.


Zu erreichen ist der barrierefreie Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter mit dem Wilden Weg mit dem Auto (Parkplatz Kermeter) und mit der Buslinie 231 ab Gemünd Mitte bis zur Haltestelle Kermeter-Höhe. Am Rastplatz Kermeter startet jeden Sonntag um 13 Uhr eine Rangerführung.
Weitere Informationen: Nationalparkforstamt Eifel, Urftseestraße 34, 53937 Schleiden-Gemünd, Telefon: 02444/95100, http://www.nationalpark-eifel.de/

Immergrünes an der Mosel

Die Buchsbäume an den Moselhängen behalten ihr Grün das ganze Jahr.


Das milde Klima in den Steillagen an der Mittel- und Untermosel macht es möglich, dass sich hier eine immergrüne Baumart wohlfühlt, die sonst nur in mediterranen Gefilden anzutreffen ist. Die Rede ist vom Buxus sempervirens, dem Buchsbaum. Das größte zusammenhängende Verbreitungsgebiet von wilden Buchsbaumbeständen im Norden Europas liegt zwischen den Moselorten Treis-Karden und Müden. An den Trockenhängen dieses Moselabschnittes prägen die immergrünen Büsche das Landschaftsbild. Woher die ungewöhnlich vielen Buchsbäume, die bis zu drei Meter hoch werden können, ursprünglich kamen, weiß keiner so genau. Im Zweifelsfall könnten auch hier die alten Römer ihre Hände im Spiel gehabt haben.


Im Herbst, wenn die Laubbäume ihre Blätter verlieren, ist es ein besonderes Vergnügen auf den schmalen Pfaden zwischen den tiefgrünen Buchsbäumen, die man sonst nur in Parks und Gärten sieht, entlang zu spazieren. Sie wachsen hier so wie die Natur es will, ohne dass ein Mensch Hand anlegt, um sie mit der Baumschere in alle erdenklichen Schmuckformen zu verwandeln. Auf dem rund 300 Hektar großen Abschnitt zwischen Treis-Karden und Müden wachsen die Buchsbäume so dicht, dass sie teilweise als natürliche Hecken und grüne Wände die Moselhänge schmücken.


Der Buchsbaum-Wanderpfad verbindet in seiner kürzesten Variante die Orte Treis-Karden und Müden auf einer Länge von 4,1 Kilometern. Diesen Weg nutzt auch der Moselsteig. Der Buchsbaum-Wanderpfad nutzt schmale Weinbergswege und Felspfade. Gutes Schuhwerk für einen sicheren Tritt ist hier angeraten. Auf Informationstafeln in Karden am Ende des Burg-Eltz-Weges und in Müden am frühfränkischen Gräberfeld ist der Wegeverlauf eingezeichnet. Auf vier Thementafeln entlang des Weges geht es um den Buchsbaum, Flora und Fauna, St. Castor und die Moselterrassenlandschaft. Der Buchsbaum-Wanderweg ist rund 12 Kilometer lang und bezieht in einer Runde die Burg Eltz mit ein. Karden und Müden haben einen Bahnhof. Parkmöglichkeiten gibt es an der B 416.
Weitere Informationen: Tourist-Information Treis-Karden, St.-Castor-Straße 87, Im Bahnhof, 56253 Treis-Karden, Telefon: 02672/9157700, http://tourismus.treis-karden.de/treis_karden_tourismus/Tourismus/Touristik/%C3%96ffnungszeiten%20Touristik/

Die Mihedscher und ihr Bulles´Je

Ein bildschönes Fachwerkdorf im Mehrbachtal hält sein Gefängnis stets offen.


Im romantischen Mehrbachtal liegt das Fachwerkdorf Mehren. Für die Einheimischen, die Mihedscher, gibt es in ihrem moselfränkischen Dialekt für Dorf und Bach nur ein Wort: Mihr. Wahrzeichen des Dorfes ist die ursprünglich im 11./12. Jahrhundert aus Bruchsteinen erbaute Kirche, deren originelles Chorhaus mit „Fachwerkaufsatz“ aus dem Jahr 1820 stammt. Die simple Antwort auf die Frage, warum man den Fachwerkbau auf die Kirche setzte, ist wahrscheinlich tatsächlich die, dass man Kosten sparen wollte. Das untere Stockwerk des Turmes ist bei allen Umbauten im Laufe der Zeit bis heute unangetastet, also romanisch, geblieben.


Rund um die Kirche gruppiert sich der denkmalgeschützte, gepflegte Ortskern mit der „Alten Schule“, dem Haus Koch, dem Hartheis Hof, dem Pfarrhaus und der Pfarrscheune, die für Kirchen- und Kulturveranstaltungen genutzt wird. Im Wappen des Ortes weist ein Krug mit den Initialen „GR“ auf die Kannenbäckerzunft hin, die 1737 in Mehren gegründet wurde. Krüge aus Steinzeug mit dem britischen Wappen und den Initialen von Georg II. aus Mehren sind im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen zu sehen.


Die erste von 19 Stationen des in einem Faltblatt vorgeschlagenen Dorfrundganges ist das 1547 erbaute Bulles´Je, das ehemalige Gemeindegefängnis. Laternen beleuchten die restaurierten und dennoch geheimnisvoll gebliebenen Räume des Gewölbekellers, der hinter einer Holztür eines Eckhauses im Schatten der Kirche versteckt ist. Was mag sich hier im Mittelalter alles abgespielt haben? Oder war es gar kein Gefängnis, sondern doch nur ein Lageraum? Darüber sind sich die Historiker noch nicht einig geworden. Die Tür zum Bulles`Je ist tagsüber geöffnet.


Die im griechisch-römischen Stil angelegte Freilichtbühne liegt unterhalb der Mehrener Kirche an einer Weiheranlage. Ihre Maße entsprechen in verkleinerten Proportionen dem antiken Theater in Ephesus. Bemerkenswert ist die Akustik vom Mittelpunkt des runden Bühnenbereichs aus. Von diesem Punkt aus hat man auch einen wunderschönen Blick auf die Kulisse der Freilichtbühne, den historischen Ortskern mit seinen alten Fachwerkhäusern und die auf einem Felsvorsprung thronende romanische Basilika. Durch Mehren führt die 12. Etappe des Westerwald-Steiges.
Weitere Informationen: Westerwald Touristik-Service, Kirchstr. 48a, 56410 Montabaur, Telefon: 02602/30010, http://www.westerwald.info/

Der Dreiklang des Pfeifenmichels

Der „Stumm-Orgel-Weg“ führt zu kostbaren Instrumenten in Hunsrücker Dorfkirchen.


Diese Wanderung auf der Traumschleife „Stumm-Orgel-Weg“ braucht ein bisschen Vorbereitung. Für den vollen Genuss des Dreiklangs aus Hunsrücker Natur, sakralen Bauwerken und kostbaren Instrumenten gibt es für jede der Orgeln Audiodateien mit Informationen und vor allem mit der Orgelmusik. Die Einspielungen können per QR-Code vor Ort eingelesen werden, aber sicherer ist es, sich die Dateien vor der Wanderung aufs Handy zu laden (www.vg-rhaunen.de), damit es zu keiner Enttäuschung nach einer möglichen Meldung „Kein Netz“ kommen kann. Das wäre schade, denn die Idee, die Wanderung durch die Hunsrücker Wald- und Wiesenlandschaft mit Musikbeispielen der berühmten Stumm-Orgeln zu bereichern, macht diese zu einem besonderen Vergnügen.


Johann-Michael Stumm war der Begründer der berühmt gewordenen Sulzbacher Orgelbauerfamilie, die diesem seltenen Handwerk über sechs Generationen treu blieb und um die 400 Orgeln gebaut haben soll. 1683 wurde der Urvater des Hunsrücker Orgelbaus in dem kleinen Dorf Sulzbach geboren, wuchs dort auf und erlernte den Beruf eines Schmiedes und Goldschmiedes. Wie es damals üblich war, begab er sich als Geselle auf Wanderschaft. Es wird angenommen, dass er im Elsass den Orgelbaumeister Silbermann kennenlernte und dort seine Leidenschaft für den Orgelbau geweckt wurde.


1715 richtete er sich in Sulzbach eine Werkstatt ein und eignete sich das nötige Wissen mit der Reparatur alter Orgeln und mit weiteren Reisen zu Orgelbauern an. Es kann sogar sein, dass er schon 1715 mit dem Bau einer Orgel für die Kirche in Rhaunen begann, die dort seit 1723 steht und 2009 aufwendig restauriert wurde. Die letzte Stumm-Orgel bauten die Brüder Friedrich und Karl Stumm 1896. Der 14 Kilometer langen Rundweg führt zu den Kirchen in Rhaunen, Sulzbach, Schauren, Hottenbach und Stipshausen, die alle eine Stumm-Orgel besitzen. In Sulzbach ist in der ehemaligen Küsterwohnung eine Stumm-Stube zur Erinnerung an die berühmten Bewohner des Dorfes eingerichtet, die auch besichtigt werden kann.

Weitere Informationen: Tourist-Information Rhaunen,  Zum Idar 21 und 23, 55624 Rhaunen Telefon: 06544/1810, http://www.vg-rhaunen.de/

Basaltkegel und Georoute

Wandern auf dem Druidensteig im Westerwald.


Im Hellerbergland ragt bei Kirchen der Druidenstein zwischen den Baumwipfeln hervor. Der kegelförmige Basaltfels sieht aus, als wäre er durch viele schlanke Säulen zusammengesetzt. Er entstand im Jungtertiär vor rund 25 Millionen Jahren. Druidenstein wird er genannt, weil ihn vermutlich schon die Kelten als Kultstätte nutzten. Viele Mythen und Sagen ranken sich um den imposanten Fels. Alle handeln von den geheimnisvollen Ritualen der Druiden. Die Spitze des Druidenstein soll im Dreißigjährigen Krieg gekappt worden sein, damit sich die feindlichen Truppen an der markanten Landmarke nicht orientieren konnten. Nach einem Blitzeinschlag 1979 wird der Fels von Stahlbetonträgern gestützt.


Der Basaltkegel ist das Wahrzeichen des Druidensteigs, der ersten zertifizierten Georoute im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Auf 83 Kilometern schlängelt sich der Wandersteig durch die schroffe, vom Bergbau geprägte Landschaft des Westerwaldes. Das Druidenland gehört zum Siegerländer Erzrevier. Entlang des Wanderweges befinden sich viele Stollen und Bergwerke. Bis 1965 wurden hier Millionen Tonnen Eisenerz, Kupfer und Blei zu Tage gefördert. Die Orte Kirchen, Herdorf, Daaden und Betzdorf entwickelten sich seit dem 19. Jahrhundert zu Bergbaugemeinden, die den Regionen bescheidenen Wohlstand brachten. An vielen Geopunkten entlang des Weges wird die Geschichte des Bergbaus erzählt, zu der auch schwere Unfälle und Katastrophen unter Tage gehörten.


Heute hat die Natur die meisten Spuren des Bergbaus wieder in Besitz genommen. An den vielen Basaltseen sind selten gewordene Tiere und Pflanzen heimisch geworden. Direkt am Weg liegen die drei Geoinformationszentren im Besucherbergwerk Grube Bindweide in Steinebach an der Sieg, im Kreisbergbaumuseum Herdorf-Sassenroth und im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg. Vom Bahnhof in Kirchen führt ein ausgeschilderter Zuweg (4,5 Kilometer) zum Druidenstein.
Weitere Informationen: Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, Telefon: 0700/00055566, http://geopark-wlt.de/

Kreuzblume und Seitensprung

Gastfreundliches Dorf in der Moseleifel freut sich über Wallfahrer und Wanderer


Die Kreuzblume ist im kleinen Moselort Klausen immer präsent. Sie ziert das Ortswappen, ist ein häufig verwendetes Stilelement der Wallfahrtskirche und krönt auch den gusseisernen Rosa-Mystica-Brunnen, an dem die meisten Spaziergänge durch den Ort beginnen. Er ist zentraler Treffpunkt für Einheimische und Gäste. In drei Verkaufsbuden bieten dort engagierte Frauen an vielen Tagen Andenken und die bei Kindern beliebten Klausener Zuckerpfeifen an. Der Erlös kommt gemeinnützigen Zwecken zugute.


Rund 100.000 Wallfahrer besuchen im Jahr das Moselörtchen. Eine Treppe führt hinauf zur katholischen Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung mit schönem Pfarrgarten und Kreuzweg. Direkt über der Sakristei befindet sich die Klosterbibliothek der Augustiner-Chorherren mit einer für das Rheinland einzigartigen malerischen Ausgestaltung der Spitzbogenfelder. Das alte Pfarrheim war einst Teil des Klosters, von dem heute im Pfarrsaal ein wunderschönes Kreuzgewölbe zu sehen ist. Durch den terrassierten Abtsgarten mit barocker Treppe und Pavillon führt ein Weg zurück in die Dorfmitte und in die Eberhardstraße. Die Straße ist nach dem Klosterbruder Eberhard benannt, der als Einsiedler (Klausner) lebte. Mit seinem 1440 errichteten Bildstock nahm die Pilgerbewegung ihren Anfang.


Auf Initiative der Klausener Bürger entstand im neuen Dorfzentrum Eberhardsklause der Dorfladen und eine Pilgerherberge. Auch die Touristinformation hat dort ihren Sitz. Für die Zukunft wünschen sich die Klausener, dass neben den Jakobspilgern, die auf dem Eifel- und dem Moselcamino unterwegs sind, auch Moselsteigwanderer nach Klausen kommen. Von Osann-Monzel oder Piesport aus, die beide am Moselsteig liegen, kann man über den neuen Moselsteig-Seitensprung „Wein-Wallfahrtsweg“ den Ort kennenlernen. Der zwölf Kilometer lange Rundweg von Monzel über Klausen nach Piesport soll im Frühjahr 2016 eröffnet werden. Noch ist er nicht neu ausgeschildert, kann aber schon begangen werden.
Weitere Informationen: Tourist-Information Klausen, Eberhardstr. 10, 54524 Klausen, Telefon: 06578/985859, http://www.klausen.de/index.php?id=7

Wanderrunde mit Aussicht

Wein, Wald und Horizonte heißt die neue Vitaltour im Naheland


Durch wildes Dickicht und über schöne Wald- und Weinbergspfade führt die neue Vitaltour „Wald, Wein & Horizonte“ zu wunderschönen Plätzen und Ausblicken, die bisher nur den Ortskundigen bekannt waren. Bei Langenlonsheim, Windesheim und Guldental schlängelt sich der Wanderweg auf rund 17 Kilometern durch den Wald und über die Weinberge. Die Gesamtstrecke lässt sich gut in drei kürzere Rundtouren über vier Kilometer bei Langenlonsheim, 6,8 Kilometer bei Guldental oder 8,5 Kilometer bei Windsheim aufteilen, die untereinander auch gut kombinierbar sind.


Nun gibt es zwölf Vitaltouren im Naheland, die als Premiumwege konzipiert sind. Der Name der Tour ist ihr Programm: Meist unerwartet viel Wald für eine Weinbauregion paart sich mit atemberaubenden Fernblicken. Infotafeln entlang der Strecke berichten über Sehenswertes am Wegesrand. Die Tour startet an der Mariannenhütte in der Nähe des alten Forsthauses im Langenlonsheimer Wald. Am Aussichtspunkt Rheinblick gibt es eine schöne Sicht auf den Rhein und das Niederwalddenkmal in Rüdesheim. Wenig später erscheint am Horizont der Donnersberg in der Nordpfalz. Ein schmaler Pfad schlängelt sich durchs Dickicht zur Petry-Eiche, die beliebter Rastplatz und Zufluchtsort bei Regen ist. Weiter geht es auf einem Waldweg in Richtung Schlangenbaum und zu den Hügelgräbern. Oberhalb der Weinberge von Windesheim ist bald der nächste Aussichtspunkt „Soonwaldblick“ erreicht. Von dort strebt der Weg durch neu angelegte Weinberge zur Bergkapelle. Zeit für eine kleine Pause, bevor es im Weinberg recht steil auf den Römerberg und in die besten Weinlagen von Windesheim geht.


Auch in Richtung Guldental heißt es, bei strammen Anstiegen Kondition zu beweisen. Auf dem Neuerberg angelangt, wird das Wandern wieder gemütlicher. Die Vitaltour nutzt den Guldentaler Krönchen durch die Weinbergslandschaft im Guldenbachtal. Über den Butterberg und Wetterberg strebt die Vitaltour zur Sonnenberghütte. Vorbei am alten Nussbaum und an neu angelegten Streuobstwiesen naht der Aussichtspunkt „Guldenbachblick“ mit Aussicht auf die Felseneremitage in Bretzenheim. Durch das Naturschutzgebiet „Saukopf“ schließt sich die Wanderrunde am Ausgangspunkt.
Weitere Informationen: Touristinformation der Ferienregion Langenlonsheim, Naheweinstraße 80, 55450 Langenlonsheim, Telefon: 06704/9290,  http://www.langenlonsheim.de/tourismus.html

Petermännchens gute Stube

Streifzug durch Westerburg im östlichen Winkel von Rheinland-Pfalz


Sanfte Bergkuppen, breite Wiesentäler und ausgedehnte Laubwälder kennzeichnen das Landschaftsbild des Oberen Westerwaldes in der Region um Westerburg. Schöne Wanderwege durchziehen die Gegend, allen voran die fünfte und sechste Etappe des Westerwald-Steiges. Von den Höhen haben Wanderer immer wieder weite Aussichten auf den Hohen Westerwald, in die liebliche Limburger Bucht und bis zu den Bergen des Taunusgebirges.


Ein besonderer Blickfang ist das Westerburger Schloss, das hoch über der kleinen Stadt im äußersten Osten von Rheinland-Pfalz thront. Die Burg ist Namensgeber für die Stadt, die schon seit 1292 Stadtrecht besitzt. Um 1400 wurde die Stadt in den ummauerten Oberflecken und in den nicht befestigten Unterflecken eingeteilt. In der Oberstadt standen einst 20 Burgmannenhäuser, von denen eines am Gemündener Tor erhalten geblieben ist. Der repräsentative Fachwerkbau aus dem Jahr 1607 ist das älteste Haus und die „gute Stube“ Westerburgs, in der sich Vereine treffen und Hochzeiten gefeiert werden. Bewacht wird der Burgmannenplatz von dem sagenumwobenen „Petermännchen“, einer von dem Künstler Franz Hötterges geschaffenen Figur. Sehenswert ist auch die Kirche unterhalb des Schlosses, deren Chorfenster Szenen aus dem Alten und Neuen Testament darstellen. Das Schloss Westerburg wurde im Laufe der Zeit wesentlich erweitert und umgebaut und war lange Zeit Residenz eines Zweiges der Grafen zu Leiningen-Westerburg. Das Schloss befindet sich heute in Privatbesitz und beherbergt ein zahnmedizinisches Institut mit Schulungszentrum und Zahnarztpraxis.


Das Heimat- und Trachtenmuseum Westerburg ist das einzige Trachtenmuseum in Rheinland-Pfalz. Es zeigt viele alte Schätzchen aus Westerburg und Umgebung sowie mehrere Originaltrachten aus verschiedenen Ländern. Von Urvater Abraham bis hin zur Multimediawelt von heute reicht die Palette an Informationen im „Erlebnisraum Bibel“ im Haus der Kirche in der Neustraße 42. Alte Bibeln, Schmuck, antike Werkzeuge und eine Gutenbergpresse gehören zu den Exponaten.

Weitere Informationen: Touristinformation Westerburger Land, Neumarkt 1, 56457 Westerburg, Telefon: 02663/291-490, http://waellerland.de/de/

Idilias trauriges Schicksal

Romantik und Tragik auf Burg Lahneck


Lahnstein die Stadt der bunten Märkte und plätschernden Ufer liegt an der Mündung der Lahn in den Rhein. Schloss Stolzenfels auf der linken Uferseite des Rheins und Burg Lahneck auf der rechtsrheinischen Seite bilden hier das nördliche Tor des Oberen Mittelrheintals. Burg Lahneck mit seinem fünfeckigen Bergfried war im Mittelalter der nördlichste Wachposten des Kurfürstentums Mainz. Johann Wolfgang von Goethe war von der Ruine schon so angetan, dass er sie 1774 mit dem Gedicht „Geistes-Gruß“ bedachte: „Hoch auf dem alten Turme steht des Helden edler Geist, der, wie das Schiff vorübergeht, es wohl zu fahren heißt.“


77 Jahre später stand ein Mädchen auf eben diesem Bergfried und winkte verzweifelt den vorüberziehenden Rheindampfern zu. Manch einer winkte freundlich zurück, ohne zu ahnen in welcher ausweglosen Situation sich die 17-Jährige befand. Idilia Dubb war mit ihren Eltern am Rhein unterwegs und im berühmten „Wirtshaus an der Lahn“ abgestiegen, in dem auch Goethe einst Rast machte. Idilia zeichnete gern und machte sich auf den Weg zum verfallenen Gemäuer der Burg Lahnstein. Der 30 Meter hohe Burgturm versprach eine gute Aussicht. Doch als sie die morschen Stufen erklommen hatte, brach die Treppe unter ihr zusammen. Erst viel später sollen ihre Gebeine, der Strohhut, eine goldene Uhr und Ringe sowie ein Tagebuch mit der traurigen Geschichte der armen Seele gefunden worden sein. Wieso der über 100 Mann starke Suchtrupp, den die besorgten Eltern aussandten, nicht auf die Idee kam, auf der Burg nachzusehen, kann heute keiner sagen. Eine wahre Geschichte? Wahrscheinlich nicht, sagen die Historiker. Aber die Besucher der Burg Lahneck hören sie immer wieder gern und gruseln sich ein bisschen.

Weitere Informationen: Touristinformation Lahnstein, Kirchstraße 1, 56112 Lahnstein, Telefon: 02621/914-171, http://www.lahnstein.de/tourismus/

Süßer Herbstwein am Rhein

Federweißerwochen im Oktober rund um die Kaiserpfalz.


Eine rheinhessische Sage schreibt den Ruf Ingelheims als Rotweinstadt Karl dem Großen zu. Der Kaiser ließ Ende des 8. Jahrhunderts im Tal des Flüsschens Selz eine repräsentative Pfalz errichten und soll der Überlieferung nach auch die Anpflanzung der Burgunderrebe in der Nähe der Ingelheimer Kaiserpfalz angeordnet haben. Damit war der Grundstein für die lange Rotweintradition Ingelheims gelegt.


Die Touristinformation in Ingelheim bietet geführte Rundgänge durch die fünf Stadtteile Ingelheims an, die zu den historischen Kostbarkeiten und zu manchem verträumten Winkel in die ehemals eigenständigen Ortschaften Nieder-Ingelheim, Ober-Ingelheim, Großwinternheim, Freiweinheim und Sporkenheim führen. In Nieder-Ingelheim steht die Pfalz im Mittelpunkt, die bis ins hohe Mittelalter Residenz und Schauplatz von Krönungen, Hochzeiten und Reichstagen war. In Ober-Ingelheim blieben die Strukturen des mittelalterlichen Stadtbildes mit dem Marktplatz, auf den alle Gassen strahlenförmig zulaufen, erhalten. Die Burgkirche spiegelt alle baulichen Veränderungen von der Romanik bis zur Gotik wider und ist kostbar ausgestaltet.


Sporkenheim geht auf sechs stattliche Gutshöfe zurück. Im 18. Jahrhundert war Sporkenheim Raststation für ungarische Wallfahrer. Daran erinnern Namen wie „Biljesgewann“ und „Straßenborn“. Die Kirche St. Marien wurde 1949 erbaut.An den Wochenenden im Oktober ist bei den Federweißerwochen eine Einkehr auch mit der Verkostung des frühen Weines verbunden, der jetzt überall ausgeschenkt wird. Federweißer ist das erste Produkt, das aus den Trauben der Saison hergestellt wird. Es ist sozusagen eine Gärungsstufe zwischen Traubenmost und Wein. Wenn der Traubenmost mit der Gärung beginnt, wird er ab einem Alkoholgehalt von vier Volumenprozent als Federweißer getrunken. Dazu gibt es Zwiebelkuchen, Quiches und Flammkuchen.

Weitere Informationen: Tourist-Information, Neuer Markt 1, 55218 Ingelheim am Rhein, Telefon: 06132/782-216, http://www.ingelheim.de/tourismus.html

Altes Gemäuer mit wechselvoller Geschichte

Die Burgruine Montfort liegt idyllisch inmitten von Wäldern und  entführt in längst vergangene Zeiten.


„Deine grauen Mauern streben trutzig himmelwärts und heben sich vom Blau des Himmels ab, zeugen heut noch von der Stärke, die dir, Festung auf dem Berge, einstmals deinen Namen gab“, schrieb Rudolf Maurer. Die Burg Montfort, übersetzt „starker Berg“ ist tatsächlich noch immer beeindruckend. Die Ruine liegt auf einem Bergsporn inmitten des Waldes bei Hallgarten in der Pfalz.


 

Abseits von allen Verkehrswegen finden Wanderer hier idyllische Ruhe und können zwischen den stattlichen alten Türmen und Mauern der Vergangenheit nachspüren, die hier zum Greifen nah scheint. Um 1200 wurde die Burg von den Grafen von Veldenz zur Überwachung einer nahen Heerstraße erbaut. Sie war schon früh von mehreren Ritterfamilien gleichzeitig bewohnt, war also eine sogenannte Ganerbenburg. Das brachte den Familien einen persönlichen Schutz in unsicheren Zeiten und war eine wirksame Verteidigungsstärkung für die Burg. Trotzdem wurde sie 1456von Kurpfalz und Kurmainz erobert und zerstört und blieb als Ruine bestehen, bis sie 1969 aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und renoviert wurde. Die heutige Burganlage zeigt im Wesentlichen den Zustand nach der Zerstörung und vermittelt das Bild einer mittelalterlichen Burg, das in späteren Zeiten nicht durch Modernisierungen verändert wurde.


 

Unterhalb der Burg, am Montforter Hof, befindet sich ein Parkplatz, von dort führt ein Fußweg in wenigen Minuten hinauf zur Burg. Von unten wirken die hohen Burgmauern besonders eindrucksvoll. An Resten der Vorburg und des Torhauses vorbei erreicht man den Bereich der inneren Burg mit Überresten der Wohntürme, der Stallungen und der Kemenaten. Einen wunderschönen Blick auf die gesamte Burganlage und die umliegende Landschaft hat man vom begehbaren Rumpf des Bergfrieds aus. Im Lapidarium, einer Steinsammlung, sind Überreste von Architekturteilen der mittelalterlichen Burganlage zu sehen, im angeschlossenen Burgmuseum sind außerdem archäologische Funde aus Glas, Keramik und Eisen ausgestellt. Das Museum kann auf Anfrage besichtigt werden, die Burgruine und der Bergfried sind ganzjährig frei zugänglich.

Weitere Informationen: "Verein der Burgfreunde e. V."
Ansprechpartner: Johann Klein, Hallgarten, Telefon 06362/3951.

Explosion der Elemente, Feuerwerk der Emotionen

Der Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler lockt mit heilender Quelle, abwechslungsreicher Gartengestaltung und zahlreichen Veranstaltungen.


Das sprudelnde Nass, das im Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler aus der Erde kommt, begründet die Tradition des Heilbades. Schon 1861 wurde der „Große Sprudel“ gebohrt, der in einer Tiefe von 95 Metern entspringt und sein ca. 34 Grad warmes Wasser in einer bis zu 10 Meter hohen Fontäne durch natürliche Kohlensäure ans Tageslicht bringt. Zahlreiche wertvolle Minerale, Spurenelemente sowie gelöste und freie Kohlensäure prägen den Geschmack und den heilenden Wert der staatlich anerkannten Heilquelle. Rund um den „Großen Sprudel“ erstreckt sich der Kurpark an der Ahr mit seinem alten Baumbestand, den bunten Blumenbeeten, den sommerlichen Palmen und zahlreichen Sitz- und Liegemöglichkeiten. Der Kurpark begeistert seine Besucher mit gärtnerischer Vielfalt im Wandel der Jahreszeiten. Im Kneippbereich kann der Blutkreislauf beim Wassertreten angeregt werden. Der Kurpark Bad Neuenahr ist eine mit dem Gütesiegel „Park im Kurort“ des Deutschen Heilbäderverbandes ausgezeichnete Grünanlage und hiermit einzigartig in Rheinland-Pfalz.


Auch an Schlecht-Wetter-Tagen ist der Kurpark einen Besuch wert. Täglich laden Lesesaal und Trinkhalle zu Trinkkuren mit dem Bad Neuenahrer Heilwasser ein. Für Getränke und Tanzabende sorgt das Kurpark-Café, außerdem finden in der 1934 im Bauhausstil erbauten Konzerthalle regelmäßig „Konzerte im Park“ und weitere erstklassige Veranstaltungen statt. Sie bietet Platz für 450 Gäste und verfügt über eine Konzertmuschel die nach außen gedreht werden kann, sodass die Zuhörer im wunderschönen Ambiente des Kurparks sitzen und bei Sonnenschein die musikalischen Darbietungen genießen können.


Eine ganz besondere Veranstaltung findet an zwei langen Oktoberwochenenden im Kurpark statt. Die „Klangwelle Bad Neuenahr-Ahrweiler“ ist das neue Großevent für die ganze Familie im Kreis Ahrweiler. Tausende Besucher lassen sich von der beeindruckenden Mischung aus Wasser und Feuer, Licht und Laser, Natur und Technik verzaubern. Zu neuen Themen und Choreographien tanzen farbenprächtige Wasserfontänen synchron auf Klassik, Rock/Pop und rheinisches Liedgut. Eine riesige Wand aus Wasser zeigt atemberaubende Bilder und emotionale Videos. Flammenfächer und Laser durchkreuzen den abendlichen Himmel. Eine Show mit Gänsehaut-Faktor, die Jung bis Alt gleichermaßen begeistert und einzigartig in Deutschland ist!


Ab 18 Uhr wird der Kurpark zum Eventgelände mit Unterhaltung und einem breiten gastronomischen Angebot. Die Shows starten vom 5. bis 8. Oktober 2017 und vom 12. bis 15. Oktober 2017 um ca. 20 Uhr. Auch nach den Shows gegen 22 Uhr sind die Besucher zum geselligen "Ausklingen" willkommen.Weitere Informationen: Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler mbH, Service-Center, Kurgartenstraße 13, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: (02641) 9175540, www.das-heilbad.de

Experten für Steinpilz & Co.

Pilzexkursionen im Naturpark Saar-Hunsrück.


Jetzt lohnt es sich, beim Waldspaziergang die Augen offen zu halten, denn Steinpilz & Co. haben jetzt Hochsaison. Ob Pfifferlinge, Steinpilze, Parasolpilze (Riesenschirmlinge), Röhrlinge oder Täublinge, immer mehr Menschen sammeln in den Wäldern und Wiesen wieder Pilze und bereiten diese selbst zu.


Frische Pilze schmecken gut und sind gesund. Sie enthalten Kalzium, Magnesium sowie zahlreiche Vitamine. Doch wie können essbare von ungenießbaren oder sogar giftigen Pilzen unterschieden werden? Im Naturpark Saar-Hunsrück finden von September bis Ende Oktober die Naturpark-Pilzwochen statt. Auf vielen fachkundig geführten Pilzexkursionen sowie Seminaren geben die Naturpark-Pilzreferenten Tipps zum Sammeln, informieren über die Gründe des Artenrückgangs und erläutern Schutzmaßnahmen für die Pilzflora in der Natur- und Kulturlandschaft im Naturpark. Dazu gehört auch, die Pilze schonend zu ernten, indem man sie abschneidet und nur so viele Pilze erntet, wie man verarbeiten kann. Pilze sind nämlich auch wichtige Nahrung für die Waldtiere.


Im Anschluss an die Exkursionen gibt es jeweils eine Fundbesprechung. Die Pilze werden nach Arten sortiert und ihre Besonderheiten sowie Verwechslungsmerkmale erläutert. Für eine schmackhafte Mahlzeit können die Teilnehmer nach der Fundbesprechung eine Portion frischer, sortierter, Speisepilze mit nach Hause nehmen. Während der Naturpark-Pilzwochen sind auch viele Gaststätten auf die Pilzsaison eingestellt und setzen Gerichte mit frischen Waldpilzen auf die Karte.


Die alljährliche Pilzberatung hat noch bis Mittwoch, 30. Oktober, jeweils dienstags und freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr und montags von 10.30 bis 12.30 Uhr im Naturpark-Infozentrum am Wildpark in Weiskirchen geöffnet. Am Montag, 5.Oktober, und am Dienstag, 6.Oktober gibt es keine Beratungen. Termine für Pilzexkursionen gibt es im Internet unter www.naturpark.org. Am Hunsrückhaus auf dem Erbeskopf findet im Rahmen des Schlemmermarktes von 10 bis 13 Uhr eine von Pilzexperten geführte Pilzwanderung statt. Mitzubringen sind feste Schuhe, wetterangepasste Kleidung, ein Korb und ein kleines scharfes Messer. Die Teilnahme kostet pro Person 6 Euro.
Weitere Informationen: Hunsrückhaus, Am Erbeskopf, 54411 Deuselbach, Telefon: 06504/778, www.hunsrueckhaus.de

Der „Kneippsche Espresso" belebt Körper und Geist

Arm- und Fußbäder vitalisieren beim Gesundwandern in der Südpfalz.


Die Wirkung der Kneippschen Wasseranwendungen beruht auf der Stärkung der Selbstheilungskräfte des Körpers durch milde bis kräftige Reize. Die vom Wasser ausgehenden kalt-warmen Temperatureinflüsse regen den Blutkreislauf an und fördern dadurch den Stoffwechsel und die Entschlackung des Körpers. Weithin bekannt ist vor allem das Wassertreten im „Kneipp-Becken“, das schon bei einmaliger Anwendung den Körper abhärtet und den Stoffwechsel nachweislich in Schwung bringt.


Doch auch ein Armbad, ein sogenannter „Kneippscher Espresso“, belebt Körper und Geist und wirkt gegen mentale Abgeschlagenheit. Kneippen stärkt das Immunsystem und kann gerade jetzt, zum Beginn der „Schnupfenzeit“, vor der nächsten Erkältung schützen. In der Südpfalz rund um die Orte Mertesheim und Ebertsheim können Besucher die abwechslungsreiche Landschaft erwandern und gleichzeitig noch etwas für die Gesundheit tun, indem sie die angebotenen Kneippbecken für Arme und Beine nutzen. Es gibt gleich mehrere Themenwanderwege zum Thema Kneippen. Besonders schön ist der Kneipp-Weinwanderweg, ein 11 km langer Rundweg mit Start- und Zielpunkt in Mertesheim. Das Dörfchen im Leiningerland liegt am Eisbach zwischen Eisenberg und Grünstadt. Vom Bahnhof Mertesheim folgt man dem grünen Kneippsymbol und erreicht schon bald das erste Kneipp-Armbecken am Mertesheimer Rathaus. Nach dieser ersten Erfrischung folgt ein Aufstieg durch die Weinberge zur Weinwanderhütte in Asselheim, wo sich ein fantastischer Ausblick in die Rheinebene bietet. Die Hütte wird noch bis zum 11. Oktober samstags ab 14 Uhr und sonntags ab 10 Uhr bewirtschaftet. Am Aussiedlerhof bei Quirnheim finden Wanderer ein weiteres Armbecken und können hier den Blick über den Donnersberg und ins Eistal genießen. In Quirnheim selbst lohnt sich außerdem ein Besuch des Motorrad- und Technikmuseum. In den Orten Rodenbach und Ebertsheim, die man auf dem Kneipp-Weinwanderweg passiert, gibt es ebenfalls Möglichkeiten für Kneipp-Anwendungen.
Weitere Informationen: Touristinformation Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, Weinstraße 91 b, 67278 Bockenheim, Telefon: (0 63 59)80 01-820.

Der keltische Ringwall

Am Tor zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf den Spuren der Kelten.


Ungefähr ein Zehntel des Nationalparks Hunsrück-Hochwald liegt im Saarländischen Hochwald. Dort beeindruckt der keltische Ringwall Otzenhausen, der wahrscheinlich einst den Stammsitz eines treverischen Fürsten umschloss. 40 Meter breit und 12 Meter hoch ist der Nordwall auf 460 Metern Länge erhalten geblieben. Hier, am dritten Tor des Nationalparks, entsteht am Fuße des Ringwalls ein keltisches Dorf, wie es vor 2000 Jahren innerhalb der gewaltigen Festungsanlage auf dem Dollberg ausgesehen haben könnte. Die Siedlung wird nach ihrer Fertigstellung aus zehn Wohn-, Handwerks- und Speichergebäuden bestehen, deren Architektur an historischen Vorbildern orientiert ist.


Der keltische Ringwall von Otzenhausen ist die am besten erhaltene keltische Befestigungsanlage im Südwesten Europas. Der dreieckige Ringwall auf dem südwestlichen Teil des 695 Meter hohen Dollbergs war eine Befestigung des keltischen Stammes der Treverer, die in der späten Eisenzeit, der sogenannten Latènezeit im 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus, erbaut wurde. Das Baumaterial dafür lag dank der massenhaften Steine auf den Blockschutthalden am Dollberg schon vor der Haustür. Der 2,5 Kilometer lange Wall umschloss eine 18,5 Hektar große Fläche. Bei Ausgrabungen in den 1930er-Jahren wurden die Grundmauern eines kleinen Tempels aus dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus gefunden. Ein archäologischer Informationsweg beginnt am Waldparkplatz und führt auf 4,2 Kilometern zu interessanten Orten der Keltenbefestigung.


Am Samstag, 3. Oktober, findet am Ringwall eine geführte Wanderung statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Vereinsheim „Keltenklause“ des VfR Otzenhausen in der Ringwallstraße 99 in 66620 Nonnweiler-Otzenhausen. Auf dem benachbarten Waldparkplatz Otzenhausen stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Im Anschluss an die Führung kann man in der „Keltenklause“ zu Kaffee und Kuchen einkehren. Die Teilnahme sollte in der Tourist Info Nonnweiler unter Telefon: 06873/6600 angemeldet werden und kostet für Erwachsene 2 Euro und für Kinder 1 Euro.
Weitere Informationen: Tourist Info Nonnweiler, Trierer Straße 9, 66620 Nonnweiler, Telefon: 06873/66076, http://www.nonnweiler.de/index.php?id=491

Erstes Wochenende im Oktober - Westerwälder Töpfermarkt in Ransbach-Baumbach

Jährlich findet der Internationale Westerwälder Töpfermarkt in der Töpferstadt Ransbach-Baumbach im Herzen des Kannenbäckerlandes am ersten Oktoberwochenende (Ausnahme: Sollte der Tag der Deutschen Einheit (03.10.) auf dieses Wochenende fallen, verschiebt sich der Markt um eine Woche nach hinten) statt. Rund 120 Töpfer kommen jedes Jahr aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland und präsentieren Zier-, Garten- und Gebrauchskeramik, moderne und klassische Keramik. So laden die Straßen der Töpferstadt mit den Marktständen der Aussteller zum Bummeln ein. Am „Töpfermarkt-Sonntag“ haben die Geschäfte zudem von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Wer mehr über die Geschichte der Keramik und ihre Bedeutung für das sogenannte Kannenbäckerland erfahren möchte, dem sei ein Besuch im Keramikmuseum im benachbarten Höhr-Grenzhausen empfohlen.

Weitere Informationen zum Westerwälder Töpfermarkt.

Letztes Wochenende im Oktober - Festival der Magie auf der Genovevaburg in Mayen

Zwielichtige Gestalten treiben rund um die Genovevaburg in Mayen ihr Unwesen. Gruselig geschminkte Kinder in fantasievollen Kostümen umgeben von Zauberern, Magiern und Hexen begegnen dort den Besuchern an allen Ecken. Zaubervorstellungen, Gespensterführungen, Bastel-Workshops und vieles mehr halten die Besucher auf Trab. Kürbisschnitzen in der Brückenstraße mit Überraschungsgeschenken und die Prämierung des schönsten, gruseligsten Kostüms gehören mit zum Programm. Auf dem mittelalterlichen Hexen- und Magiermarkt im Innenhof der Genovevaburg, den Burggärten und dem Rosengarten gibt es zahlreiche Stände mit Handwerk und Leckereien. Musiker, Gaukler, eine spektakuläre Feuershow sowie ein mittelalterliches Markthotel lassen dort das mittelalterliche Flair aufleben.

Weitere Informationen zum Festival der Magie auf der Genovevaburg.

Steingeschichten in der Landschaft

Im zeitgenössischen Steinskulpturenmuseum der Bildhauer Kubach-Wilmsen bringt eine aktuelle Ausstellung die Steine zum Klingen.


Roter Pfälzer Sandstein, weißer Carraramarmor oder schwarzer afrikanischer Granit bilden das Material für die Kunstwerke des 15 000 Quadratmeter großen Skulpturenparks vor der Kulisse des Rotenfels in Bad Münster am Stein-Ebernburg. Das Bildhauerehepaar Kubach-Wilmsen begannen bereits 1968 hier ihr Freilichtatelier zu errichten. Nahezu ihr gesamtes Lebenswerk ist in dieser Landschaft entstanden.Seit 2001 verwandelten sie die verlassenen Weinberge im Nahetal in einen Steinskulpturenpark. Anna Kubach-Wilmsen hat mit ihrem 2007 verstorbenen Mann, Wolfgang Kubach, Steine aus allen Kontinenten verarbeitet.


Das Steinskulpturen-Museum in Bad Münster am Stein ist das erste und einzige Museum in der Welt, das sich ausschließlich mit der modernen Steinskulptur befasst. Als „Museum in der Landschaft“ von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen, zeigt es in einer historischen Feldscheune Werke des Künstlerehepaares. Neues und Altes ergänzen sich im dynamischen Wechselspiel. Zurzeit wird eine Ausstellung der Steinbildhauer Livia Kubach und Michael Kropp gezeigt. Dazu werden im Museumsinnenhof fünf großformatige Steinskulpturen aufgestellt und im Museum kleinere Werke gezeigt.


In ihren Arbeiten erweitern die beiden die materielle Formgebung durch Gestaltungselemente wie Licht, Bewegung und Klang. Die Betrachter sollen nicht nur sehen, sondern auch durch Berühren und Hören mit einbezogen werden. Unter dem Titel „Einführung in den Klang der Steine“ werden an den Samstagen, 4.,11. und 18. Oktober jeweils um 15 Uhr gemeinsame Führungen von Livia Kubach und Michael Kropp angeboten. Führungen zum Werk von Kubach-Wilmsen und zur Architektur von Tadao Ando gibt es an jedem Sonntag um 15 Uhr.


Das Steinskulpturenmuseum Fondation Kubach-Wilmsen befindet sich in 55583 Bad Münster am Stein im Ortsteil Ebernburg, Telefon: 06708/2385. Es ist Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Zufahrt mit dem Auto zum Museum ist nicht möglich. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Museumsparkplatz (Richtung Golfclub Nahetal) oder entlang der Königsgartenstraße. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro und für Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) 3 Euro.
Weitere Informationen: Verkehrsverein Bad Münster a.St., Berliner Straße 60, 55583 Bad Münster am Stein, Telefon: 06708/641780

www.steinskulpturenmuseum.de

Hermeskeil sieht rot

Das neue Feuerwehrmuseum und der Bauern-und Handwerkermarkt im Hunsrück sind ein Erlebnis für die ganze Familie.


Die Farbe Rot hat in Hermeskeil Programm. Der rote Anstrich am Museumsneubau am Marktplatz signalisiert, dass hier das rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum seinen Sitz hat. Das Museum wurde im April dieses Jahres eröffnet. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Entwicklung des Brandschutzes von seinen Anfängen bis heute. Hat man sich seine Eintrittskarte am feuerroten Tresen geholt, wartet auf über 1000 Quadratmetern eine spannende Erlebnisausstellung auf die Besucher, die sich hier bald selbst wie ein Feuerwehrmann- oder frau fühlen.


Um mit dem Museum nicht nur Feuerwehrleute, sondern eine breite Öffentlichkeit und Familien anzusprechen entstand mit modernen technischen Mitteln ein interaktiver Parcours. Im Obergeschoss beginnt der Rundgang mit einer kleinen Mutprobe. Die Besucher gehen buchstäblich durchs „Feuer“, das Fluch und Segen zugleich bedeuten kann. Durch ein Tor, das auf einem großen Foto das verbrannte Innere einer Wohnung zeigt, gelangen die Besucher in den Themenbereich „Ereignisse“. Blickfang ist dort eine angekokelte Couch.


Überall im Museum kann man an den Informationswänden Schubladen herausziehen. Im Themenbereich „Protagonisten“ gibt es Hörstationen und Filme, bei denen Geschichten von Einsätzen aus Retter- und Opfersicht erzählt werden. Reichlich Gelegenheit zum Mitmachen gibt es im Themenbereich „Tätigkeiten“, wo eine Unfallszene mit Auto, Traktor und Brandhaus aufgebaut ist. Besucher können sich an einer Handspritze aus dem Jahr 1871 selbst im Pumpen versuchen. Im Erdgeschoss befindet sich der Themenbereich „Werkzeuge“ mit der großen Fahrzeughalle.


Am Sonntag, 12. Oktober, findet vor den Toren des Museums ab 10 Uhr der 23. Bauern- und Handwerkermarkt statt. Direktvermarkter aus der Region informieren über ihre Betriebe und Erzeugnisse. Die Angebotspalette an den Ständen reicht von Keramik und Schmuck über Leder-, Filz- und Holzwaren bis hin zu Honig, Wildspezialitäten, Käse, frischem Brot und feinen gebrannten Schnäpsen. Das rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum Hermeskeil befindet sich am Neuer Markt 2 in 54411 Hermeskeil. Es hat Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro und für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren 4 Euro.

Weitere Informationen: http://www.feuerwehr-erlebnis-museum.de/

Die Geschichte der Simons an Originalschauplätzen

Helma Hammen führt in Gehlweiler zu den Drehorten des Films „Die andere Heimat“ und plaudert dabei auch aus dem Nähkästchen.


Drehorte von Filmen zu besuchen, die einem in Erinnerung bleiben und die man sich sogar mehrfach anschaut, ist immer ein Erlebnis. Noch besser ist es, wenn man dabei von einem Insider geführt wird, der nicht nur den Film kennt, sondern auch die Geschichten drum herum und der ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern kann. Der Film „Die andere Heimat“ (Deutschlandpremiere 2013) sowie die vorangegangene „Heimat-Trilogie“ (1980 bis 2004) von Edgar Reitz bewegten viele Filmfans, zeigen sie doch die bewegende Geschichte der Hunsrücker Familie Simon von der Zeit der Auswanderungen bis zur Gegenwart.


Authentizität ist ein Markenzeichen der Reitz-Filme. Für den jüngsten Heimat-Film wurde ein Teil des Hunsrückdorfes Gehlweiler in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Stromleitungen und Dachrinnen wurden entfernt, die gepflegten Fachwerkhäuser komplett „verputzt“ und die Asphaltstraße mit einer Schicht aus Lehm und Steinen sowie die Dächer mit Stroh oder Holzschindeln bedeckt. Viele Bewohner konnten ihr Wohnhaus während der Drehzeit im Sommer 2012 nur durch eine vorgebaute Kulisse betreten und überschritten mit der Schwelle 170 Jahre Geschichte.


Informationstafeln mit Fotos zeigen heute an den wichtigsten Drehorten wie es dort bei den Dreharbeiten aussah. Helma Hammen war seit der Verfilmung von „Heimat 3“ bei der Produktion der Filme dabei und auch beim Film „Die andere Heimat“ für das Casting der Darsteller und Komparsen aus der Region verantwortlich. Sie kennt nicht nur jeden Schauspieler, sondern auch die ganze Entstehungsgeschichte der Filme. Zum Beispiel, wie aus Komparsen Hauptdarsteller wurden. Sie war an jedem Drehtag vor Ort und spielte sogar als Haushälterin des Doktors eine Szene mit. Mit ihr kann man ganz nach Wunsch nicht nur die Drehorte in Gehlweiler wie zum Beispiel die Schmiede und das Simonhaus besichtigen, sondern auch die Filmgräber an der Nunkirche, das Heimat-Café in Morbach, den Ort Woppenroth oder die Ausstellung im Museum in Simmern besuchen. Eine individuell vereinbarte Führung kann zwischen drei bis sieben Stunden dauern und kostet pro Stunde 20 Euro.


Weitere Informationen: Helma Hammen, Telefon: 06765/621, www.heimat-reise.de.

Die Juwelenbeute des fiesen Alfredo

In der Edelsteinstadt Idar-Oberstein geht es auf der Traumschleife „Nahe-Felsen-Weg“ auf GPS-Schatzsuche.


Auf der Traumschleife „Nahe-Felsen-Weg“ sind es die Ausblicke auf die Innenstadt Idar-Obersteins, die Burganlagen und Felsformationen entlang des tief eingeschnittenen Nahetals, die besonders beeindrucken. Die tolle Aussicht auf die Altstadt und die bewaldeten Höhen der „Preußischen Berge“ muss man sich über zum Teil steile Auf- und Abstiege erkämpfen, doch gibt es auch immer wieder flache, erholsame Abschnitte, die durch dichten Buchenhochwald führen.


Der Ein- und Ausstieg in den Rundwanderweg ist an verschiedenen Stellen möglich. Es bietet sich jedoch der Marktplatz in Idar-Oberstein an. Dort ist ein Zuweg ausgeschildert. Außerdem kann man die Tour so bequem mit einem Besuch eines Cafés oder Gaststätte und des Museums Idar-Oberstein verbinden. Zuerst geht es über einen steilen Fußweg zur Felsenkirche. Ihr Anblick ist schon von unten imposant. Über einige Serpentinen und durch dichten Wald gelangt man später zu den Burganlagen Schloss Oberstein und Burg Bosselstein hoch über der Altstadt.


Am „Schlossweiher" laden eine Grillhütte und mehrere Bänke und Tische zu einer Rast ein. Von dort geht es ohne steilere Wegeabschnitte durch dichten Wald zum Wendepunkt der Route mit Blick ins Nahetal und auf die Stadtteile Nahbollenbach und Weierbach. Über den ins Tal hinunter führenden Wegeabschnitt gelangt man zum landschaftlich schönsten Teil der Wanderung, dem Naturschutzgebiet „Altenberg". In den Felshängen brüten seltene Vögel wie Uhu, Dohlen, Zippammer und Turmfalke, die man mit etwas Geduld und einem guten Fernglas beobachten kann. Hier gilt es wieder einige Höhenmeter zu überwinden, was aber mit einem einzigartigen Panoramablick ins Tal belohnt wird. Mit dem Zuweg vom Marktplatz ist die Tour 9,4 Kilometer lang und dauert rund 3,5 Stunden.


Mit einem GPS-Gerät, das man sich bei der Tourist-Information ausleihen kann, geht es auf dem Nahe-Felsen-Weg auf Schatzsuche. Gesucht wird die Juwelenbeute des fiesen Alfredo. Start und Ziel ist die Tourist-Information. Eine Karte weist den Weg zur Schatzkiste. Wer die Rätsel des Juwelendiebes lösen kann, gelangt mit Hilfe des GPS-Gerätes zu den drei versteckten Codes. Die Teilnahme an der Schatzsuche kostet 5 Euro. Die Schatztruhe kann allerdings nur innerhalb der Öffnungszeiten der Touristinformation Idar-Oberstein von Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 15 Uhr geöffnet werden.
Weitere Informationen: Tourist-Information der Stadt Idar-Oberstein, Hauptstraße 419, 55743 Idar-Oberstein, Telefon: 06781/64871, www.idar-oberstein.de.

Seitensprung am Moselsteig

Herbstliche Wanderrunde „Longuicher Sauerbrunnen“ mit herrlichen Aussichten und einer Besichtigung der römischen Villa Urbana.


Der Moselsteig-Seitensprung „Longuicher Sauerbrunnen“ ist ein Rundwanderweg durch eine abwechslungsreiche Wein- und Kulturlandschaft. Seinen Namen verdankt er einer Quelle, die aus den devonischen Schichten des Hochwaldes gespeist wird und aus der ein stark eisenhaltiges, kohlensaures Mineralwasser sprudelt. Startpunkt ist der Parkplatz.


In den Kreuzfeldern“ am Kreisverkehr in Longuich. Fast eben geht es los, bis sich der Wiesenweg durch Obstwiesen und Weinberge bergauf schlängelt. Oben sieht man schon die von Weinbergen umgebene römische Villa Urbana. Hier lohnt sich eine Besichtigung mit Führung, die sonntags um 10.30 Uhr angeboten wird. Zu sehen ist der Badetrakt einer aus dem Ende des zweiten Jahrhunderts stammenden prachtvollen Landvilla. Das Gelände ist immer zugänglich, bei einer Führung sieht man auch die Innenräume mit originalen Teilen des Heiz- und Abflusssystems, Badewannen und den rekonstruierten Marmorböden.


Der Steinsarg unterhalb der Villa gehörte vermutlich zu einem größeren Gräberfeld in unmittelbarer Nachbarschaft.Von der Villa Urbana geht es im Weinberg steil bergauf zu schönen Aussichtspunkten auf den Ort Longuich, das Moseltal und die Fellerbachtalbrücke. Auf einem längeren Abschnitt gibt es im Wald eindrucksvolle Baumriesen mit stattlichem Alter zu sehen, die einladende Plätze für eine Rast sind. Ein paar Meter abseits plätschert der kreisrund gemauerte Sauerbrunnen, dessen Wasser die Steine rostrot färbt. Über weichen Waldboden und Forstwege wandert man am Waldrand mit Blick über Felder und Streuobstwiesen entlang in Richtung Sang-Neuhaus. Hier könnte man einen kleinen Abstecher zum Landgasthaus „Zur Sang“ zu Sülze und Bratkartoffeln machen. Auf dem Rückweg genießt man eine weite Fernsicht nach Norden auf den Höhenzug des Meulenwaldes und die Zeugenberge in der Wittlicher Senke und später über die Weinberge des Moseltals bis auf die Hunsrückhöhen. Dann geht es mal mehr oder weniger steil hinab zum Ausgangspunkt der Tour.Die Wandertour ist 10,2 Kilometer lang und dauert ohne Besichtigung der Villa Urbana rund 3,5 Stunden.
Weitere Informationen: Tourist-Information Römische Weinstraße, Brückenstraße 46, 54338 Schweich, Telefon: 06502/93380.
www.roemische-weinstrasse.de

Auf dem Kulturweg zu General Vorwärts

Im Blüchermuseum und auf dem Kulturweg Kaub unterwegs auf den Spuren der spannenden Geschichte um ein Rheinstädtchen.


Über die Jahrhunderte machte sich das Rheinstädtchen Kaub einen Namen mit seinen erfahrenen Flößern und Schiffern. Sie lotsten die Schiffe durch die von Kapitänen gefürchtete Passage zwischen Binger Loch und Loreley. Mitten im Rhein thront die Zollburg Pfalzgrafenstein auf einer kleinen Insel vor Kaub. Im 14. Jahrhundert erbaut, kam an ihr kein Schiff vorbei, ohne Wegegeld zu zahlen. Sie ist neben der Marksburg, eine der wenigen Festen am Oberen Mittelrhein, die nie zerstört wurde.


Während der Verfolgung Napoleons nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Kaub zum militärisch bedeutenden Standort. Oberbefehlshaber Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, auch als General Vorwärts bekannt, rückte mit rund 50.000 Mann, 15.000 Pferden, 182 Geschützen und seiner Schlesischen Armee an den Rhein vor. Kaub mit der Pfalzgrafenstein-Insel schien ihm der rechte Ort zu sein, um den Rhein zu überqueren. Eine gute Wahl. Mit seiner legendären Rheinüberquerung in der ersten Neujahrswoche 1813/14 leitete er die Wende in den Freiheitskämpfen gegen die napoleonische Unterdrückung ein. In nur sechs Tagen wechselte die komplette Mannschaft das Rheinufer.


Damals befand sich im Gasthaus „Zur Stadt Mannheim“ Blüchers Hauptquartier. Heute ist in dem 1780 erbauten Barockbau das Blüchermuseum untergebracht. Die Wohnräume Blüchers sind nahezu unverändert zu besichtigen. Das Hauptthema des Museums bildet der Rheinübergang auf einer von russischen Soldaten gebauten Pontonbrücke.


Der knapp drei Kilometer lange Kulturweg Kaub passiert die wichtigen Stationen aus Kultur und Geschichte der Stadt. Er beginnt am Blücherdenkmal, das neben dem Pegelturm und dem Lotsenplatz an der Fähre steht. Hinter der Bahnunterführung am Zollplatz geht es am alten Amtshaus, das heute Jugendherberge ist, vorbei. Dort beginnt der Steig durch die Weinberglage „Gutenfels“. Tafeln entlang des Kulturweges informieren über Geografie, Weinbau, Stadtgeschichte und die Burg Gutenfels. Einige besonders schöne Aussichtspunkte bieten herrliche Ausblicke auf die Stadt. An der Burg Gutenfels auf der Höhe trifft der Gutenfelssteig auf die Königsetappe des Rheinsteigs und führt auf schmalem Pfad zurück in die Stadt. Auf dem Weg zum Zollplatz geht es durch die Altstadt auf den Marktplatz mit der Doppelkirche St. Trinitatis und St. Nikolaus und zur 1275 zum Schutz der Rheinfront angelegten Stadtmauer. Das Blüchermuseum in der Metzgergasse 6 hat Dienstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr und ab November an den Wochenenden von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 4 Euro und Kinder (7 bis 14 Jahre) 2 Euro Eintritt.
Weitere Informationen: Loreley-Touristik e.V., Bahnhofstraße 8, 56346 St. Goarshausen, Telefon: 06771/9100, www.loreley-touristik.de

Von Mammuts und Wildkatzen

Im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim gibt es viel Interessantes über die heimische Tier-und Pflanzenwelt zu entdecken.


Interessantes rund um die heimische Natur erwartet den Besucher im Pfalzmuseum für Naturkunde – Pollichia-Museum. Die Dauerausstellung informiert über die Geologie der Pfalz, die heimische Tier- und Pflanzenwelt und ökologische Zusammenhänge in der Natur, über das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und viele verschiedene Naturschutzthemen.


Das Pfalzmuseum für Naturkunde befindet sich in 67098 Bad Dürkheim in der Kaiserslauterer Straße 111 und ist Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr und Mittwoch 10 bis 20 Uhr geöffnet. Montags ist das Museum geschlossen. Die Bibliothek ist für die Öffentlichkeit während der Museumsöffnungszeiten und nach Vereinbarung zugänglich. Der Museumseintritt kostet für Erwachsene 2 Euro, Schüler, Studenten, Behinderte und Kurgäste mit Kurkarte zahlen 1,30 EUR.
Weitere Informationen: www.pfalzmuseum.de.

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