Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Täglich auf Tour mit der RheinZeitung

...  unsere Tipps für Ihre Ausflüge nach Rheinland-Pfalz im November:

Savanne mit Trampeltieren

Im Zoo in Kaiserslautern gibt es neue Gehege und ein extra Haus für die Lemuren


Im Südwesten der pfälzischen Stadt liegt der Zoo Kaiserslautern. Ein Ort der Ruhe, in der man die Natur erleben, Erholung spüren und viel Wissenswertes erfahren kann. Der Zoo Kaiserslautern, der als „Tierpark Siegelbach“ 1968 eröffnet wurde, erhielt mit der Gründung der Zoo GmbH im Jahr 2003 moderne Strukturen. Derzeit beherbergt der Zoo auf einem sieben Hektar großen Areal rund 600 Tiere. Mehr als 110 Tierarten sind vertreten. Der Zoo hat sich eine artgerechte Tierhaltung und Tierbeschäftigung sowie eine intensive Information zum Natur- und Artenschutz zur Aufgabe gemacht.


In diesem Jahr wurde im Zoo viel gebaut. Der Hauptweg wurde komplett verändert und einige Zaunanlagen umgebaut. Eine neue Anlage für die Lemuren und eine begehbare Anlage für die australischen Benett-Kängurus sind entstanden. Im Tropenhaus haben die Madagaskar- und Dornwald-Taggeckos ihr neues Terrarium bezogen. Auch die Zebras bekamen ein neues Gehege mit Rückzugsmöglichkeiten in Lehmhäusern. In der „Savanne“ sind außerdem Nandus, Lamas und die Trampeltiere, die Überlebenskünstler aus der Wüste, zu Hause. Ein besonderes Erlebnis sind die täglichen Fütterungen der Erdmännchen um 13 Uhr und der Zwergotter um 14 Uhr.Am Freitag, 6. Dezember, kommt der Nikolaus in den Zoo und hat für jeden der kleinen Besucher eine Überraschung dabei.


Der Zoo hat zurzeit täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Am Heiligabend, 24. Dezember, und zu Silvester, 31. Dezember schließt der Zoo bereits um 14 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6,50 Euro und für Kinder zwischen vier und 17 Jahren 4 Euro. Die Familien-Tageskarte gibt es für zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern/Enkeln für 15 Euro.
Weitere Informationen: Zoo Kaiserslautern, Zum Tierpark 10, 67661 Kaiserslautern-Siegelbach, Telefon: 06301/71690, www.zoo-kl.de

Madonna im Eichenbaum

Rundwanderung auf der Wäller Tour Eisenbachtal durch den herbstlichen Westerwald


Der Eisenbach entspringt am Gangolfusbrunnen bei Meudt und mündet bei Montabaur-Reckenthal in den Gelbach. Nomborn liegt im Unterlauf des Eisenbachtals am Südhang des 320 Meter hohen Hausbergs Bornkasten. Hier sind Reste einer Ringwallanlage aus Hunsrück-Eifel-Zeit um 500 v.Chr. zu sehen. Ganz oben steht die St. Anna-Kapelle. Vor der Filialkirche St. Kilian in Nomborn bilden die zusammengewachsenen Baumkronen der Linden seit Jahrhunderten ein natürliches Dach über dem darunter stehenden Kreuz. Die 1299 gegossene Kirchenglocke gehört zu den ältesten im Westerwald.


Mehrere kurze Rundwanderungen sind ab dem Wanderparkplatz Kaisereiche ausgeschildert. Sie führen zum Beispiel zum Aussiedlerhof Marienhof mit gutem Rundblick bis zur Montabaurer Höhe oder um den Bornkasten. An der Studentenmühle in Nomborn beginnt die Wäller-Tour Eisenbachtal. Den Wanderparkplatz erreicht man über die Mühlenstraße, die zur Studentenmühle und zur Freimühle im Eisenbachtal führen. Die Mühlen am Eisenbach haben eine lange Geschichte. Die erste wird schon 1338 in einer Chronik erwähnt.
Von der Studentenmühle führt der Weg entlang des Eisenbachs durch schattige Wälder zur Waldkapelle „Bildches Eich“. Um das Jahr 1830 schlug Andreas Herborn aus dem Westerwalddorf Großholbach eine Nische in den Stamm einer alten Eiche und stellte eine Madonnenfigur mit zwei Engeln hinein. Rund 100 Jahre später wurden Figur und Baum mit einem Holzvorbau geschützt und 1963 eine Kapelle errichtet, die bis heute die Marienfigur behütet. Zurück geht es entlang des Holbachs durch raschelndes Laub auf schönen Waldwegen. Am Ende der rund 11 Kilometer langen Tour kann man im täglich von 7 bis 22 Uhr geöffneten Restaurant in der Studentenmühle eine zünftige Wanderrast einlegen. Die Rundtour ist mit gutem Schuhwerk und wetterfester Kleidung das ganze Jahr über begehbar.

Weitere Informationen: Tourist-Information Verbandsgemeinde Montabaur, Konrad-Adenauer Platz 8, 56410 Montabaur, Telefon: 02602/126-777, www.suedlicher-westerwald.de

Saumaa auf dem Königsstuhl

Auf dem Donnersberg gibt es eine prachtvolle Aussicht und Pfälzer Spezialitäten


Im Spätherbst und im Winter hält sich der zähe Nebel oft auch tagsüber in den Tälern und Wanderungen mit weiten Aussichten sind eher selten. Dann heißt es, ganz nach oben zu steigen, um dem blauen Himmel und dem Sonnenschein näher zu kommen. Möglich ist das zum Beispiel in der Nordpfalz bei einer Tour auf und rund um den Donnersberg. Die höchste Erhebung der Pfalz ragt bei hohem Luftdruck ein gutes Stück über die Wolkendecke hinaus. Die Landschaft aus bewaldeten Hügelketten und Flusstälern im Donnersbergkreis gehört zum Pfälzer Bergland. Auch wenn die Bezeichnung „Bergland“ angesichts der vielen Hügel etwas hochstapelt, ist man nach dem Aufstieg auf den „Pfälzer Königsstuhl“ geneigt, ihm das Prädikat „Berg“ zuzugestehen. Immerhin ist der erloschene Vulkan 687 Meter hoch. Sein Name könnte ein Hinweis auf den auf den germanischen Gott Donar sein, dem der Berg in alter Zeit geweiht wurde, doch wie immer gibt es hierzu verschiedene Thesen und Legenden.


An der Tourist Information in Dannenfels in der Oberstraße 14 beginnt eine schöne Rundwanderung um den Donnersberg, die knapp 15 Kilometer lang ist. Am Kloster Gethsemanie beginnt der Aufstieg vorbei am Adlerbogen in Richtung Gipfel. Der Adlerbogen wurde 1880 auf dem ehemaligen Dorbisfelsen zur Erinnerung an den siegreichen Krieg gegen Frankreich 1870 /71 errichtet. Auf Konsolen waren Bismarck und Moltke in Eisenguss verewigt, aber die Figuren wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Geblieben ist der Name Moltkefelsen. Immerhin hat man hier schon eine Höhe von über 540 Metern erreicht.


Ganz oben angekommen lädt die Donnersberger Wanderhütte „Keltenhütte“ zur Rast mit deftigen Pfälzer Gerichten ein. Auf der Speisekarte stehen hausgemachte Leberknödel mit Sauerkraut, Erbsensuppe mit Knackwurst oder Pfälzer Saumagen. Zum Kaffee wird ofenfrischer Kuchen von „Oma Brigitte“ serviert. Die Keltenhütte hat am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eine zweite Einkehrmöglichkeit ist das „Waldhaus“, das außer montags täglich von 11 bis 19 Uhr ebenfalls Pfälzer Spezialitäten wie Lewwerknopp, Brotworscht und Saumaa anbietet.


Frisch und gestärkt kann man nun noch einen Abstecher zum rekonstruierten keltischen Ringwall, eine der größten Stadtanlagen Europas, auf dem Donnersbergplateau und zum 27 Meter hohen Ludwigsturm angehen. Der Aussichtsturm ist an Wochenenden für die Besteigung zu atemberaubender Aussicht offen. Für die gesamte Rundwanderung sollten gut 5,5 Stunden Zeit eingeplant werden.
Weitere Informationen: Touristinformation Dannenfels, Oberstraße 14, 67814 Dannenfels, Telefon: 06357/1614, http://www.dannenfels.de/index.php/tourismus

Geschwungene Linien auf der Burg

Im neu gestalteten Bopparder Museum gesellen sich Thonet-Stühle zu Burg- und Stadtgeschichte


Von 2010 an wurde die Bopparder Burg aufwendig saniert. Nun beherbergt das historische Gebäude das neu gestaltete Bopparder Museum. Besonders stolz ist Boppard auf ihren 1796 geborenen Sohn der Stadt: Michael Thonet gilt als Pionier des Möbeldesigns. Einen Ehrenplatz hat der „Bopparder Stuhl“, der zwischen 1836 und 1840 in Boppard hergestellt wurde und ein Beispiel der frühesten Entwicklungsstufe des Holzbiegens ist. Es ist ein Biedermeierstuhl mit gepolsterter Sitzfläche.


Nach einem Besuch des österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich 1841 auf Schloss Johannisberg im Rheingau, traf Thonet eine folgenschwere Entscheidung und zog nach Wien um. Der Kanzler hatte ihm geraten, in Wien eine neue Existenz aufzubauen. „In Boppard bleiben Sie immer ein armer Mann“, soll er gesagt haben. Sicher hatte er damit nicht Unrecht. 1842 erhielt Thonet das Privileg „jede, auch selbst die sprödeste Gattung Holz auf chemisch-mechanischem Wege in beliebige Formen und Schweifungen zu biegen“ und damit die Eintrittskarte für seinen beruflichen Erfolg fern der Heimat.


Die Historie der Kurfürstlichen Burg und die Bopparder Stadtgeschichte sind neben der Thonet-Ausstellung weitere Schwerpunkte des Museums. Außerdem gibt es die Sonderausstellung „back to basics“ von Monika Kropshofer aus Boppard. Die Künstlerin zeigt über 20 zum Teil großformatige und mehrteilige Arbeiten, die speziell für die Ausstellungsräume der Burg konzipiert worden sind. Sie hat die langjährige Phase des Rückbaus, der Entkernung und Restaurierung der Burg fotografisch begleitet und sich in ihren Werken schwerpunktmäßig mit einzelnen Aspekten dieser Entwicklung sowie auch mit Grundfragen der Architektur beschäftigt. Dazu zählen zum Beispiel die Burg und die sie umgebende Landschaft, die Harmonie von Alt- und Neubau, Fassadenstrukturen sowie die Gestaltung mit Licht und Schatten.Das Museum hat Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr und an Feiertagen auch montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro, für Kinder zwischen 7 und 16 Jahren 1 Euro.

Weitere Informationen: Museum Boppard, Kurfürstliche Burg, Burgplatz 2, 56154 Boppard am Rhein, Telefon: 06742/8015984, www.museum-boppard.de

Wostok, Apollo und Buran

Im Technik Museum Speyer faszinieren vor allem die Weltraum-Exponate


Mit Oldtimern, Motorrädern, Flugzeugen und historischen Feuerwehrzeugen nahm die Geschichte des Technik Museums Speyer ihren Anfang, als zu Beginn der 1990er-Jahre der Platz im Auto & Technik Museum in Sinzig knapp wurde. Die erste Ausstellung wurde in der historischen „Liller Halle“ gezeigt. Inzwischen hat sich das Museum ständig vergrößert und präsentiert seine Exponate in mehr als 25.000 Quadratmeter überdachter Hallenfläche und auf 150.000 Quadratmeter Freigelände. Das riesige Freigelände ermöglicht es, auch außergewöhnliche Großexponate zu zeigen. Den Anfang machte 1993 das Unterseeboot U9 der Bundemarine, das immerhin 46 Meter lang ist. 1999 folgte das größte in Serie gebaute Propellerflugzeug der Welt, eine Antonov 22. Ein riesiges Stahlgerüst war schon nötig, um vier Jahre später eine Boeing 747 zu platzieren. Der Jumbo Jet wurde in alle Einzelteile zerlegt und in Speyer wieder zusammengebaut.


Der vorläufige Höhepunkt der Museumsgeschichte ist der Erwerb des russischen Raumgleiters Buran, das Gegenstücks zum amerikanischen Space Shuttle. Für den Shuttle wurde auf dem Museumsgelände 2008 eine neue Halle gebaut. Dort ist auch die Ausstellung „Apollo and Beyond“ zu sehen, in der sich alles um die bemannte Raumfahrt dreht. Ein besonders interessantes Exponat ist die Replik des Raumschiffes Wostok, mit dem Juri Gagarin 1961 als erster Mensch in den Weltraum flog.


Auf dem Gelände zeigt das Museum Wilhelmsbau außerdem mechanische Musikinstrumente, Moden des 18. Und 19. Jahrhunderts, Künstlerpuppen, historische Waffen und Uniformen. Fans der Fernsehserie „Lindenstraße“ finden ein ganzes Zimmer mit Requisiten um die Serie.


Im Technik Museum befindet sich auch das IMAX DOME Filmtheater, in dem die Filme nicht auf einer flachen Leinwand, sondern auf eine riesige Kuppel projiziert werden.Das Technik Museum in Speyer ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene Kostet 14 Euro und für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 12 Euro.
Weitere Informationen: Pfalz.Touristik e.V., Martin-Luther-Straße 69, 67433 Neustadt/Weinstraße,Telefon: 06321/39160, www.pfalz.de

Segnung am weißen Kreuz

Die älteste Hallenkirche des Rheinlandes steht in Ahrweiler


Zwölf Grabkreuze bekannter Ahrweiler Persönlichkeiten erinnern daran, dass sich der Ahrweiler Friedhof bis 1796 noch rund um die gotische Pfarrkirche St. Laurentius auf dem Marktplatz befand. Erst danach wurde der Gottesacker vor das Ahrtor verlegt. Für manche Gemeindemitglieder war der letzte Gang mit einem Verstorbenen äußerst beschwerlich. Bevor 1834 der Straßentunnel durch die Engelslay gebaut wurde, mussten die Einwohner des Ortsteils Reimerzhoven ihre Toten über den Berg auf den Friedhof tragen. Die Pfade waren nicht nur eng, sondern auch sehr steil. Oft wurde der Weg so schmal, dass man nicht nebeneinander gehen konnten. Die Grabtücher wurden deshalb an eine Stange gebunden und auf den Schultern getragen. Ein alter Spottspruch lautete: „Jeder Reimerzhovener musste erst gehängt werden, ehe er begraben werden konnte“.


Ein weißes Holzkreuz markiert die Stelle, wo traditionell eine Rast eingelegt wurde und der Pfarrer aus Altenahr sich zur Trauergemeinde gesellte. Er segnete den Verstorbenen, bevor es an den steilen Abstieg ging. Das weiße Kreuz erinnert noch heute an die Mühen längst verflossener Tage. St. Laurentius ist die älteste Hallenkirche im Rheinland. Die Abtei Prüm ließ die Kirche im 13. Jahrhundert erbauen und entsandte Benediktinermönche als Priester. Erst nach der Säkularisation und Auflösung der Abtei Prüm übernahmen Pfarrer den Gottesdienst. Seit 1824 gehört die Pfarrei dem Bistum Trier an. Besonders sehenswert sind die 1903 bei Restaurierungsarbeiten entdeckten Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die biblische Szenen, Heilige und die Weihe der Kirche zeigen. Die Kirche verfügt über neun Glocken. Als beim Brand 1689 das Geläut schmolz, wurden sie im Lauf der Zeit durch sechs neue Glocken ersetzt. Um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen goss im Jahr 2000 die Eifeler Glockengießerei Mark aus Brockscheid die noch fehlenden drei Glocken, die von der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft (Sebastianusglocke), dem Kirchenchor (Cäcilienglocke) und einer Ahrweiler Familie (Seligenglocke) gespendet wurden. An jedem Samstag und Sonntag gibt es in der St. Laurentius-Kirche um 12 Uhr eine öffentliche Führung.
Weitere Informationen: Ahrtal-Tourismus, Hauptstraße 80 und Blankartshof 1, 53474 Bad Neunahr-Ahrweiler, Telefon: 02641/91710, www.ahrtal.de

Heide und Heiliger

Wäller Profi-Tour zur Krombachtalsperre und zur Westernoher Wacholderheide


Das Schmuckstück des Westerwaldortes Rehe ist das historisches Bet- und Schulhaus – kurz Rathaus. Der mittelalterliche Fachwerkbau ist sogar Teil des Ortswappens, das mit den Farben Blau und Gold die lange Zugehörigkeit zum Haus Nassau würdigt. Eine Kapelle besaß der Ort schon um 1440. Sie fiel aber 1570 einem Brand zum Opfer. 1738 begann der Bau des Bet- und Schulhauses, das drei Jahre später eingeweiht wurde. Fast 200 Jahre fand hier der Unterricht für die Kinder statt. Im ersten Stockwerk des Hauses befindet sich der sehenswerte Betsaal mit einer Volkskunstkanzel. Ein Blickfang ist auch die mit Ornamenten bunt verzierte Eingangstür.


Am Rathaus beginnt die  Wäller Profi-Tour „Wasser, Heide und Heiliger“. Auf dem Westerwald-Steig führt sie zunächst über Wiesen und Weiden zur Krombachtalsperre. Sie wird vom Rehbach gespeist und hat ein Fassungsvermögen von rund 4,2 Millionen Kubikmetern Wasser. Der nördliche Teil des Sees mit seinen Schilf- und Feuchtgebieten ist ein bevorzugter Rastplatz der Zugvögel und steht unter Naturschutz. Weiter geht es auf dem Wanderweg „R14“ zum Naturschutzgebiet Wacholderheide. Die parkähnliche Landschaftsform war einst charakteristisch für weite Teile des Hohen Westerwaldes und steht deshalb unter besonderem Schutz. Der immergrüne Wacholder wächst in einstmals angepflanzten Säulen, wuchert wild in Buschform oder breitet sich großflächig am Boden aus.


Hoch über der ehemaligen Schafweide steht die Wendelinuskapelle von Westernohe. Der heilige Wendelinus ist der Schutzpatron der Hirten und Herden. Erbaut wurde die Kapelle im Jahre 1887. Zu ihrer Entstehung sind drei Versionen in Umlauf. Verbreitet ist die „Unwetter-Variante“: Ein schlimmes Unwetter mit sintflutartigem Regen brachte die Herde in Gefahr und der Hirte gelobte für die Errettung des Viehs den Bau einer Kapelle. Über die Siedlung Kohlau bei Rennerod und die Strohheck führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt nach Rehe. Der Rundweg ist 14 Kilometer lang.
Weitere Informationen: Tourist-Information Hoher Westerwald, Westernoher Str. 7a, 56477 Rennerod, Telefon: 02664/9939093, www.westerwald.info

Ausgeschlafener deutscher Michel

Fuchs, Eichhörnchen und Eule führen zu Erlebnissen im Stromberger Stadtwald


Der Luftkurort Stromberg wirbt für sich als die „Stadt der drei Täler und der drei Burgen“: Sie liegt am Rande des Hunsrücks zwischen Soonwald und Binger Wald. Die Stromburg ist das Wahrzeichen der Stadt. Die beiden anderen Burgen sind die Burg Gollenfels und die Staufferburg. Von Letzterer sind allerdings am Rande des Pfarrköpfchens nur Fundamentreste zu sehen. Sie wird auch die „alte Stromburg“ genannt. Hausherr der Stromburg ist heute Johann Lafer, der dort seit 1994 das Feinschmecker-Restaurant „LeVal d’Or“ führt.


Mit der Stromburg verbindet sich ein berühmter Name. Hans Michael Elias von Obentraut wurde 1574 auf der Burg geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Im Dreißigjährigen Krieg machte er sich als Reiterführer einen Namen. Er kämpfte an der Spitze der kurpfälzischen Kavallerie für die Protestantische Union. Seine militärischen Erfolge brachten ihm nicht nur die Beförderung zum General, sondern auch den anerkennenden Spitznamen „Miguel Aleman“ bei den spanischen Söldnern um Marschall Tilly ein, der die katholische Seite vertrat.


Stromberg ist stolz auf seinen „deutschen Michel“, der als ein mögliches Vorbild für die umstrittenen Karikaturen des Deutschen mit der Schlafmütze gelten könnte, die im 19. Jahrhundert aufkamen. Insofern würde sich der Stromberger Michel sicher nicht darüber freuen, Vorbild für einen verschlafenen Tölpel zu sein. Sein Name wird in Stromberg im besten Sinne in Ehren gehalten. Zum Beispiel im Stromberger Stadtteil Schindeldorf, der in den 1970er-Jahren mitten im Stadtwald als Wohn- und Freizeitpark angelegt wurde und rund 130 Hektar groß ist.


Hier beginnt „Michels Walderlebnis“ auf dem Parkplatz am Wildring. Der Fuchs steht für die blau markierte 1250 Meter lange Laufrunde mit Muskeltrainingsprogramm. In einer ersten Runde wird der Körper auf Betriebstemperatur gebracht und in der folgenden zweiten Runde werden die Muskeln an verschiedenen Sportgeräten trainiert. Das Eichhörnchen ist das Symbol für den 1,5 Kilometer langen Natur-Informationspfad, auf dem es eine Menge zum Thema „Wald und Natur im Stadtwald Stromberg“ zu erfahren gibt, wenn man der gelben Wegmarkierung folgt. Eine dritte Runde folgt der Eule und der roten Markierung auf dem Philosophenpfad, der auch durch eine kleine Schlucht führt. Begleitet wird der 1,2 Kilometer lange Weg von Gedichten und Texten.

Weitere Informationen: Tourist-Information Stromberg, Warmsrother Grund 2, 55442 Stromberg, Telefon: 06724/274, http://www.michelsland.de/

Wolfsblut an der Wildenburg

Im Hunsrücker Wildfreigehege vertreiben vier Wölfe das Rotkäppchen-Syndrom


In Grimms Märchen frisst der Wolf nicht nur Rotkäppchens Großmutter sondern auch sechs der sieben Geißlein. Die Angst vor dem bösen Wolf verankerte sich fest im Denken der Menschen. Mit zunehmender Besiedlung verstärkte sich die Feindschaft gegenüber dem Wolf als Gefahr für das Vieh auf der Weide. Der Wolf, früher heimisch in ganz Deutschland, war zum Abschuss freigegeben und bis zum Ende des 19. Jahrhundert erfolgreich ausgerottet. Im Hunsrück wurde der letzte Wolf am 12. Januar 1879 am Erbeskopf erschossen.


Heute gibt es wieder Wölfe in Deutschland, aber vermutlich noch nicht in Rheinland-Pfalz. Das Wolfsteam vom Wildfreigehege an der Wildenburg bei Kempfeld ist sich sicher, dass die Wölfe eines Tages zurückkehren oder vielleicht sogar schon heimlich da sind. Ihnen ist es wichtig, den Menschen die Angst vor dem Wolf zu nehmen. Mit der Eröffnung des Nationalparkes Hunsrück-Hochwald im Mai startete im Wildfreigehege auch die Aufzucht von vier Wolfswelpen, die längst ihr über 10.000 Quadratmeter großes Wolfsgehege mit zwei Höhlen und einem Teich bezogen haben. Lady, Odin, Hawk und Timba sind mit sechs Monaten noch nicht ausgewachsen, aber immerhin schon zu 30 Kilogramm schweren Prachtkerlen herangewachsen. Schon ihre Eltern sind im Tierpark groß geworden und hatten nie einen Bezug zum Leben in freier Wildbahn. Deshalb geht es auch nicht darum, die Tiere später auszuwildern. Hauptzweck des Wolfsfreigeheges ist es gegen die Mythen vom „bösen Wolf“ anzugehen, indem sich die Besucher ein eigenes Bild von den Tieren machen können. Die vier jungen Wölfe gehören zur Art der Europäischen Grauwölfe (Canis lupus lupus) und können bis zu 50 Kilogramm schwer werden.


Bei einem Besuch des Wildfreigeheges und Wildkatzenzentrums an der Wildenburg gibt es nicht nur Wölfe, sondern auch Waschbären, Rot- und Damwild, Sikawild und Ziegen zu sehen. Beim Schwarzwild gibt es einen Neuzugang mit dem handaufgezogenen Wildschein „Schnitzel“. Sein Name soll aber kein Hinweis auf seine Zukunft sein.Täglich um 15 Uhr kann man die scheuen Wildkatzen und Waschbären bei der Fütterung ganz aus der Nähe sehen. Die Wolfsfütterung findet täglich um 16 Uhr statt. Das Wildfreigehege Wildenburg hat täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,50 Euro und für Kinder ab vier Jahren 4 Euro. Mittwochs ist Familientag, dann reduzieren sich die Eintrittspreise um je einen Euro.
Weitere Informationen: Wildfreigehege Wildenburg, Wildenburger Straße 22, 55758 Kempfeld, Telefon: 06786/7212, http://www.wildfreigehege-wildenburg.de/index.php/de/

Kapelle, Küfer und Krypta

Im Heimat- und Weinmuseum an der Mosel wird die Geschichte im sakralen Raum präsentiert


An einer der schönsten Moselschleifen liegt der Weinort Leiwen. Nicht minder schön ist die Sage, die sich um seinen Namen rankt. Eine Münze mit dem Porträt Livias, Gattin des Kaisers Augustus, nährt die Geschichte von dem Kaiserpaar, das einst moselabwärts fuhr. Livia ließ an der Stelle anhalten, wo sich heute Leiwen befindet und beschloss, hier ein Landhaus zu bauen. Einen Sommer lang soll sie es auch bewohnt haben. Das könnte die Villa rustica „Im Bohnengarten“ gewesen sein, doch des Kaisers Gattin lebte um die Zeit von Christi Geburt, während die Römervilla erst im 2. bis 4. Jahrhundert erbaut wurde. So ist doch anzunehmen, dass der Ortsname nichts mit der römischen Kaiserin zu tun hat.


Leiwen ist mit den Weinlagen „Leiwener Laurentiuslay“ und „Leiwener Klostergarten“ sowie rund 400 Hektar Rebfläche eine der bekanntesten und größten Weinbaugemeinden an der Mosel. Ein Spaziergang durch den Ort führt in die Euchariusstraße. Ein Blickfang ist dort ein spätgotisches Fachwerkhaus. Es wurde ab 1484 als klösterliche Zehntscheune erbaut, um dort die Naturalsteuern, den Zehnt, zu lagern. Der Weinbrunnen in der Euchariusstraße zeigt die Skulptur einer Winzerfamilie. Auf dem Brunnenplatz feiert Leiwen seine Feste.


Die Leiwener Pfarrkirche St. Stephanus wird in den Büchern der Diözese Trier schon im Jahr 1330 erwähnt. Die ältesten Gemäuer der Kirche sind der spätgotische Chor, die Taufkapelle und die Krypta. Die beiden Seitenschiffe kamen erst 1923 dazu.Die mittelalterliche Euchariuskapelle hat eine bewegte Geschichte. 1821 wurde sie versteigert und als Lagerhalle zweckentfremdet. Doch 1993 wendete sich ihr Schicksal zum Besseren. Die Kapelle wurde mit der angrenzenden Scheune durch einen Zwischenbau verbunden. In den Räumen befindet sich heute das Heimat- und Weinmuseum. Es zeigt Exponate rund um das Leben und die Arbeit der Winzer, die Geschichte und das Brauchtum des Ortes. In der Scheune sind eine komplette Küferwerkstatt, eine Destillationsanlage und der Weg von der Traube am Stock zum Wein in der Flasche in den 1950er-Jahren zu sehen. Das Museum ist samstags ab 14 Uhr geöffnet. Bis zum Ende des Jahres finden samstags um 15 Uhr Führungen durch das Museum statt. Die Teilnahme kostet 3 Euro, ein Glas Wein  inklusive.
Weitere Informationen: Heimat- und Weinmuseum, Euchariusstraße, 54340 Leiwen, Telefon: 06507/3100 oder 3545, http://www.leiwen.de/

Feuergott unter dem See

Der Laacher See hat ein heißes Innenleben und lässt sich gut umwandern


Vulcanus heißt der Gott des Feuers und des Schmiedens in der römischen Mythologie. Seine Werkstatt hat er unter dem Ätna, aber eine Zweigstelle des himmlischen Handwerksmeisters muss auch unter dem Laacher See sein. Dort ist es heißer als anderswo in Mitteleuropa. 500 000 Jahre lang war das Vulkangebiet der Eifel aktiv, zuletzt vor rund 13000 Jahren. Damals brach der Laacher-See-Vulkan aus und bescherte großen Teilen Mitteleuropas einen Ascheregen. Die Eruption soll Bims und Ascheteilchen bis 30 Kilometer hoch in den Himmel geschleudert haben. Gesteinstrümmer fielen zurück auf die Erde und breiteten sich als heiße Lawine am Boden aus.


Der so entstandene Laacher See ist der größte See in Rheinland-Pfalz. An der tiefsten Stelle des Kratersees wurden 51 Meter gemessen. Sie befindet sich im Nordteil des Sees über dem Schlot, aus dem die Bimsmassen an die Oberfläche gefördert wurden. Aus der langsam abkühlenden Magmakammer im Untergrund entweicht ständig Kohlendioxid, das aus feinen Spalten und Rissen aufsteigt. Im Laacher See sind die aufsteigenden und im Wasser brodelnden Gasblasen zu sehen. Das kann schon leicht nervös machen.


Da beruhigt der Blick vom See auf die gewaltige Basilika der Benediktinerabtei Maria Laach. Sie wurde hauptsächlich aus den vulkanischen Gesteinen der Umgebung gebaut. Der weißliche Trass stammt von den Ascheströmen des Laacher-See-Vulkans. Die gelblichen Phonolithtuffe kommen aus dem Rieder Kessel. Eher buntfleckig ist der Ettringer Phonolithtuff, der westlich von Bell abgebaut wird. Der rötliche Tuff stammt ganz aus der Nähe oberhalb der Alten Burg. Die schwarzen Säulen und Lisenen wurden aus Basaltlava aus Mayen und Niedermendig hergestellt. Für die graue Dachdeckung allerdings wählte man feinsten Hunsrückschiefer. Die Verwendung der unterschiedlichen Vulkangesteine tragen viel zur architektonischen Einzigartigkeit der Basilika bei. Vom Kloster aus führt ein 13 Kilometer langer Rundweg um den See, an dem mehrere Informationstafeln des Vulkanparks Brohltal/Laacher See aufgestellt sind. Zwischen Kirche und Klostermauer liegt die Gärtnerei, die für ihre Heil- und Küchenkräuter, aber auch für exotische Pflanzen berühmt ist. Am 14. November wird dort die Adventsausstellung der Klostergärtnerei eröffnet. An jedem Samstag um 12 Uhr lädt die Klosterkirche zu einer Orgelmatinée ein.
Weitere Informationen: Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH, Mainzer Str. 25, 54550 Daun, Telefon: 06592/933203, http://www.geopark-vulkaneifel.de/

Geheimnisvolles Gemäuer

Die Burgruine Fürstenberg ist ein Höhepunkt auf der Wanderung über den Rheinburgenweg


Noch vor zehn Jahren kletterte wilder Efeu am alten Gemäuer der Burgruine Fürstenberg hinauf und hüllte sie zusammen mit Gebüsch und Bäumen in dichtes Grün. Romantik pur auf dem südlichen Steilhang des Gailsbachtales. Victor Hugo erinnerte der 25 Meter hohe Turm der Burg an die „geheimnisvollen und massiven Schlösser von Samarkand, Calicut und Canganor“. Die beeindruckenden Verteidigungsanlagen der einstigen Wehr- und Zollburg sind heute noch zu erkennen. Hinter dem an der Brücke zwölf Meter tiefen Halsgraben liegen die Zwingeranlagen, die massive Schildmauer mit dem mächtigen Turm und der runde zinnenbewehrte Bergfried.


So romantisch die vom Grün überwucherte Burg aussah, tat es ihr nicht gut, dass die Sträucher und Bäume in den Mauerfugen wurzelten. Risse entstanden und Stücke vom Mauerwerk brachen herab. 1993 kaufte Gernot Stelter die Ruine von der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe mit dem Ziel, die Ruine, die zum UNESCO-Welterbe Mittelrheintal gehört, vor dem weiteren Verfall zu retten – eine Lebensaufgabe voller Herausforderungen mit immer neuen Geheimnissen, die in der alten Burg schlummern.

Weitere Information: Informationen: Romantischer Rhein Tourismus GmbH, An der Königsbach 8, 56075 Koblenz, Telefon: 0261/9738470, http://www.romantischer-rhein.de/#start

Sieben Kniefälle zur schönen Aussicht

Herbstwanderung durch Weinberge und Canyons auf Moselsteig und Traumpfad „Bleidenberger Ausblicke“ zur Burg Thurant.


An der Mosel färben sich in diesen Tagen die Blätter an Bäumen und Reben in den schönsten Gold-, Rot- und Brauntönen. Das ist eine gute Zeit, um eine herbstliche Wanderung auf dem Moselsteig zu starten. Da der Moselsteig Teile der besten Wanderwege an der Mosel in seine Streckenführung mit einbezieht, kann man die einzelnen Etappen gut variieren.


So ist man auf der wunderschönen Rundtour des Traumpfades „Bleidenberger Ausblicke“ auch immer wieder auf dem Moselsteig unterwegs. Die Tour beginnt in Oberfell in der Straße „Im Kirchenstück“, wo man auch gut parken kann. Gleich zu Beginn ist beim steilen Aufstieg im Weinberg Kondition gefragt. Zum Verschnaufen sollte man sich ab und zu umsehen und den Blick auf den Moselort und den Fluss genießen. Bis zum Dickenberg geht es zwar weiter bergan, jedoch deutlich moderater.


Danach wird es gemütlich: Auf Wiesenwegen und durch Mischwald geht es in Richtung Alken bis zu einer tief eingeschnitten Klamm, die einem kleinen Canyon gleicht. Tief unten plätschert darin das Wasser. Alte Eichen und die Gesteinsformationen alter Steinbrüche am Wegesrand beeindrucken. Ein bisschen Zeit sollte man für die Burg Thurant einplanen. Sie ist noch bis zum 16. November geöffnet (Eintritt 3,50 Euro). Man kann sie besichtigen, auf den Turm steigen und weit ins Moselland schauen. Außerdem gibt es guten Kaffee und sehr schmackhafte Apfeltorte. Die Welfenburg wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut. Bei ihrer Besichtigung entdeckt man auch eine Kanone aus dem Dreißigjährigen Krieg, die die Schweden bei ihrem Rückzug als Andenken stehen ließen.


Auf schmalen, felsigen Wegen geht es hinab nach Alken, das man durch ein altes Stadttor betritt. An der Kirche St. Michael sollte man nicht verpassen die vielen alten Grabsteine aus verschiedenen Jahrhunderten zu betrachten. Über den Kreuzweg „Sieben-Fußfälle-Steig“ geht es im Weinberg wieder bergan auf das Plateau des Bleidenberges zur Dreifaltigkeitskirche. Von dort geht es vorbei an einer keltischen Pfostenschlitzmauer wieder zurück nach Oberfell. Zwischendurch zeigt sich die Burg Thurant auf dem gegenüberliegenden Bergsporn aus immer neuen Perspektiven. Eine ausblickreiche Tour, die auf den 12,7 Kilometern Strecke im Herbst angenehm zu gehen ist.Weitere Informationen: Rhein-Mosel-Eifel-Touristik, Bahnhofstraße 9, 56068 Koblenz, Telefon: 0261/108419, www.traumpfade.info

Neue Abenteuertour in die Unterwelt

Ausflug ins Mittelalter durch die verwinkelten unterirdischen Gänge und Keller unter der Altstadt von Oppenheim am Rhein.


Im mittelalterlichen Städtchen Oppenheim am Rhein verbergen sich unter der Altstadt riesige Kelleranlagen, die bis zu fünf Stockwerke tief sind. Die Führungen durch die Oppenheimer Unterwelt gibt es schon lange, aber seit kurzem ergänzt der abenteuerliche Kellerlabyrinth II-Rundgang die Touren durch unterirdische Gänge und Kellergewölbe der „Stadt unter der Stadt“.


Die Führungen sind auf jeweils zehn Teilnehmer begrenzt. Diese müssen allerdings etwas Sportsgeist mitbringen, denn die neue Tour führt in steilere, schmalere und verwinkeltere Teile des Untergrunds. Die Stationen liegen zum Teil in Bereichen, die man nur in gebückter Haltung betreten kann und es gibt so manche Treppenleiter zu überwinden. Deshalb wird Besuchern, die unter Platzangst leiden oder sich nur eingeschränkt bewegen können, der Rundgang I empfohlen, der bequem und ebenfalls unter fachkundiger Leitung in die tausend Jahre alte Welt der Keller führt. Gleiches gilt für Kinder unter fünf Jahren.


Die Entstehung der Oppenheimer Unterwelt liegt weitgehend im Dunkeln. Experten vermuten, dass die früher wichtige Handelsstadt weitere Lagerräume benötigte und daher die tiefen Keller angelegt wurden. Später nutzten die Einheimischen sie als Zuflucht. Irgendwann geriet die Unterwelt in Vergessenheit. Heute hat die Stadt rund 750 Meter der Kellergänge historisch erhalten und touristisch erschlossen. Den neuen Rundgang machten erst weitere Standsicherungs- und Sanierungsmaßnahmen möglich.


Wieder aus der Unterwelt aufgetaucht, lohnt sich auch ein oberirdischer Spaziergang durch die Stadt, deren Lagen „Sackträger“, „Krötenbrunnen“ und „Herrenberg“ für einen hervorragenden Wein stehen. Viele der schmucken Bauwerke beherbergten einst berühmte Persönlichkeiten, unter anderem Martin Luther und Albert Schweitzer. Weithin sichtbar steht die Katharinenkirche über den Häusern. Das Bauwerk ist der bedeutendste gotische Sakralbau am Rhein zwischen Straßburger Münster und Kölner Dom. Ein Stück weiter oben erhebt sich die stattliche Burgruine Landskron. Die noch erhaltenen Mauern und der Grundriss vermitteln einen Eindruck davon, wie mächtig die Burg einst war.


Alles rund um den Wein erfährt man im Deutschen Weinbaumuseum. Führungen durch das Kellerlabyrinth sind täglich möglich. Es ist jedoch notwendig, die Teilnahme vorher telefonisch bei der Oppenheim Tourismus GmbH anzumelden. Erwachsene zahlen für die Führung 7,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre 4 Euro. Neben den regelmäßigen Führungen organisiert die Stadt Oppenheim auch individuelle Touren für Gruppen ab zehn Personen.

Weitere Informationen: Oppenheim Tourismus GmbH, Merianstraße 2a, 55276 Oppenheim, Telefon: 06133/490914, www.stadt-oppenheim.de

Unterwegs rund um die Kama

Herbstimpressionen bei der Wanderung im Naheland sammeln und dabei die Nahe stets im Blick behalten.


Noch heute ist Idar-Oberstein als Schmuck- und Edelsteinstadt bekannt und gewährt Besuchern Einblick in die Erd- und Industriegeschichte. Aber auch Wanderfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben dem Nahe-Felsen-Weg und dem Saar-Hunsrück-Steig gibt es den interessanten Rundweg „Rund um die Kama“. Der Begriff Kama steht für den Kammerwoog und ist das Wort für dieses wunderschöne Fleckchen Erde im Idar-Obersteiner Dialekt. Und weil der Kama-Rundweg zu Fuß gut vom Bahnhof zu erreichen ist, bieten sich Bus und Bahn für die bequeme An- und Rückreise natürlich an.


Gestartet wird am Bahnhof Idar-Oberstein. Von hier aus geht es entlang der Mainzer Straße über die Wilhelm-Leuschner-Brücke bevor links in die Klotzbergstraße eingebogen wird. Die Schilder in Richtung Restaurant Kammerhof weisen den Weg – der Zuweg ist mit gelben Markierungen gekennzeichnet. Der rund 6 Kilometer lange Rundweg „Rund um die Kama“ führt von Oberstein quer durch das Naturschutzgebiet Kammerwoog und Krechelsfels. Über schmale, teils steile und verschlungene Pfade erkundet man so unterschiedliche Lebensräume. Die Nahe bleibt dabei fast immer in Sichtweite. Schon kurz nach dem Start rücken die alte Hoppstädter Achatschleife und die ehemalige Ausgrabungsstätte Römische Villa ins Blickfeld. Infotafeln geben Auskunft über die Hintergründe dieser Doppelschleife und der Ausgrabungen. Von dort geht es in einer weiten Schleife durch schattige Nadel- und Laubwälder, bis die Naheauen erreicht sind. Wer mehr als nur den Blick auf den Krechelsfelsen genießen möchte, hat die Möglichkeit zum Aussichtspunkt aufzusteigen und das Panorama zu genießen. Ansonsten geht es entlang der Nahe, am Stauwehr vorbei schon wieder zurück in Richtung Restaurant Kammerhof, in dem regionale Spezialitäten, wie dem original Obersteiner Schwenkbraten, zur Stärkung angeboten werden.
Weitere Informationen: Tourist-Information der Stadt Idar-Oberstein, Hauptstraße 419, 55743 Idar-Oberstein, Telefon: 06781/6487, www.idar-oberstein.de

Räuberhauptmann des Hunsrücks

Viele Plätze im Hunsrück waren Verstecke des Schinderhannes und erzählen die Geschichten seiner Schandtaten.


Johannes Bückler war einer der bekanntesten Räuber Deutschlands. Im Taunus geboren, kam er mit seinen Eltern in den Hunsrück, wo er 1795 mit kleineren Diebstählen seine kriminelle Karriere begann. Mehrfach inhaftiert, konnte er immer wieder ausbrechen. Mit seiner Bande erstürmte er die Häuser begüterter Kaufleute oder erpresste mit Brandbriefen größere Geldsummen. Er stellte Sicherheitskarten aus, die den Besitzern freies Geleit garantieren sollten. Insgesamt beging die Bande in sechs Jahren 211 Verbrechen.


Alle Versuche sie dingfest zu machen scheiterten. Erst 1803 gelang es, Johannes Bückler festzunehmen und den Franzosen in Mainz auszuliefern. Am 20. November 1803 wurden er und 19 Mitschuldige in Mainz zum Tode verurteilt und geköpft. Man kann es drehen wie man will, der Schinderhannes, obwohl Dieb, Räuber und Mörder, blieb in allen Zeiten ein Volksheld. Auch heute noch. Der beliebte Radweg auf der alten Bahntrasse von Emmelshausen trägt zum Beispiel seinen Namen. Und seine Geschichte wird immer wieder gern erzählt und dokumentiert. Dazu gehört die Ausstellung im ehemaligen Turmgefängnis in Simmern. Sie versucht, die zwiespältigen Sichtweisen auf das Leben des Schinderhannes ins rechte Bild zu rücken. Zu sehen sind unter anderem ein Hut des Schinderhannes, seine Pistole und eine Replik des Fallbeils, mit dem er hingerichtet wurde.


Die Ausstellung rund um den Schinderhannes befindet sich im Schinderhannesturm in der Turmgasse im Zentrum von Simmern. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr und am Wochenende von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sie bleibt an Weihnachten und Silvester, sowie im Januar, Februar, Karfreitag, Ostern und am Pfingstmontag geschlossen.
Weitere Informationen gibt es bei der Hunsrück-Touristik GmbH unter Telefon: 06543/507700 oder www.hunsruecktouristik.de

Himmlisches Jerusalem in Machern

Kloster Machern war im Mittelalter ein Zentrum des Weins und ist heute mit Museen und Weindestille beliebtes Ausflugsziel.


Umgeben von Weinbergen liegt das Kloster Machern unweit von Bernkastel-Kues und direkt gegenüber von Zeltingen. Das Zisterzienserkloster wurde 1238 als Frauenkloster gegründet. Seine Lage an der Mittelmosel und die bedeutende Stellung des Zisterzienserordens im europäischen Spitzenweinbau machten Machern zu einem einflussreichen weinbaulichen Zentrum. 1802 wurde die Abtei geschlossen und verfiel 200 Jahre lang. 1969 erwarb Weingutbesitzer Franz Schneider das Schmuckstück moselländischer Sakralarchitektur und restaurierte es. Im Jahr 2000 wurde die Hofgut „Stift Kloster Machern“ AG gegründet und das Kloster für die heutige Nutzung renoviert.


Mit Weincabinett, Antiquitäten, Klosterdestille, Brauhaus, Brauerei, Spielzeugmuseum, Ikonenmuseum, Klosterladen und eigener Schiffsanlegestelle ist es ein beliebtes Ausflugsziel. Noch bis Ende Dezember gibt es im Kloster eine Sonderausstellung unter dem Motto „Das himmlische Jerusalem – Edelsteine der Bibel“ zu sehen. Dabei geht es um Edelsteine, Zahlen, Pflanzen und andere Dinge, die wir aus unserem Alltag kennen und die auch in der Bibel Erwähnung. So geht es zum Beispiel um die Frage, wofür der Jaspis, der Saphir oder der Smaragd in der Bibel stehen. Die Verbindung zwischen den Edelsteinen und dem himmlischen Jerusalem kann man im letzten Buch des Neuen Testaments, in der „Offenbarung des Johannes“ lesen: „Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. Die Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt.“ Vor diesem Hintergrund besteht das Modell des Himmlischen Jerusalems aus 13 Edelsteinen. Außerdem gibt es Informationen zur Zahlensymbolik, den Pflanzen in der Bibel und zu den Gedanken von Hildegard von Bingen zum Thema Edelsteine.Die Ausstellung ist im Rahmen des Spielzeug-, Puppen- und Ikonenmuseums Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro, Kinder zwischen 10 und 18 Jahren zahlen 1,50 Euro.Das Restaurant Brauhaus hat täglich ab 11 Uhr geöffnet. Die Klosterbrauerei von Donnerstag bis Samstag von 12 bis 17 Uhr. Das Café Weincabinet, das Eiscafé und die Krypta öffnen Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Vom 19.12.2014 bis einschließlich 21.12.2014 findet im Klosterinnenhof ein mittelalterlicher Wintermarkt statt. Am Samstag, 20. Dezember, wird dort beispielsweise die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens als spektakuläre Feuershow dargeboten.Weitere Informationen: Hofgut „Stift Kloster Machern“, An der Zeltinger Brücke, 54470 Bernkastel-Kues, Telefon: 06532/951640, www.klostermachern.de.

Mittelalter satt im Lahntal

Der Georgsdom, die mittelalterliche Burg und der historische Stadtkern sind nur einige Gründe der Stadt Limburg an der Lahn einen Besuch abzustatten.


Es gibt nur wenige Städte in Deutschland, in denen das gesamte Ensemble der mittelalterlichen Bebauung nahezu unversehrt erhalten geblieben ist. Limburg gehört dankenswerterweise zu diesen Ausnahmen – der ehemals ummauerte Stadtkern zwischen St. Georg-Dom, Grabenstraße und der alten Lahnbrücke von 1315 stehen heute als Gesamtanlage unter Denkmalschutz und gewährt Besuchern der Stadt Einblicke in die Vergangenheit.


Zu diesen Raritäten gehört unter anderem eines der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands, der im Jahr 1296 erbaute Römer 1 in der Limburger Altstadt. Aber auch der Römer 2-4-6, ein gotisches Hallenhaus, dessen älteste Teile aus dem Jahr 1289 stammen, und das heute unter anderem das Deutsche Zentrum für Chormusik beherbergt, ist einen Besuch wert. Über all dem thronen der originalgetreu restaurierte siebentürmige Georgsdom und die mittelalterliche Burg Limburg. Wahrscheinlich ließ Graf Heinrich von Nassau den heutigen Dom von 1206 an auf den hohen Kalkfelsen oberhalb der Lahn erbauen, wo er schon aus der Ferne sichtbar ist. In seiner Architektur ist der Dom in der rheinischen Romanik verhaftet, seine Doppelturmfassade, die Langhausenemporen, die Zwerggalerie und die Rautendächer der Türme gehören zum alten rheinischen Formengut. Der Bau gilt heute als eine der vollendetsten Schöpfungen spätromanischer Baukunst. Die jüngsten Innenrestaurierungen des Doms förderten in Teilbereichen farbenfrohe romanische Fresken der Original-Raumfassung aus dem 13. Jahrhundert zutage, die als in Europa einmalige Kunstschätze gelten. Einmalig wie die Fresken sind auch die 14 sakralen Kunstwerke des Domschatzes, beispielsweise das Kreuzreliquar und das Petri-Stab-Reliquiar, die zu besichtigen sind.


Die Burg Limburg, auch Limburger Schloss genannt, befindet sich hinter dem Dom auf dem Felsenplateau. Die Felsenburg ist wesentlich älter als der sakrale Bau und nahm früher den gesamten Raum des Plateaus ein. Der Limburger Dom ist von November bis März täglich zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet, ausgenommen der Gottesdienstzeiten. Dienstags bis Freitags finden jeweils um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr, Samstags um 11 und Sonntags um 12:00 Uhr Domführungen statt. Erwachsene zahlen dafür 3 Euro pro Person, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist die Führung gratis. Aufgrund besonderer Gottesdienste kann die Regelführung kurzfristig verschoben werden oder entfallen. Deshalb empfiehlt sich eine telefonische Nachfrage im Büro für Domführungen. Stadtführungen können bei der Tourist Information gebucht werden.
Weitere Informationen gibt es im Büro für Domführungen, Domplatz 4, 65549 Limburg a. d. Lahn, Telefon 06431/929983 und in der Tourist Information, Bahnhofsplatz 2, 65549 Limburg a. d. Lahn, Telefon 06431/6166.
http://www.limburg.de/Tourismus

Schlemmereien und Historie

Bei den geführten Rundgängen durch Hachenburg im Westerwald geht es um die Geschichte und die Kulinarik der Stadt.


Die kleine Residenzstadt trägt den Beinamen „Perle des Westerwaldes“ zu Recht. Der Alte Markt im historischen Stadtkern wird von restaurierten und repräsentativen Fachwerkhäusern eingerahmt. Das Gasthaus „Krone“ nimmt für sich in Anspruch, das älteste steinerne Gasthaus Deutschlands zu sein. Den Giebel des im Renaissancestil erbauten Hauses ziert ein „Mohrenkopf“, der das Haus seinerzeit als Fürstenherberge auswies. Im Erkerzimmer tagte einst das Femegericht, das auch zur Verhängung von Todesstrafen befugt war.


Gleich zwei Kirchen stehen auf dem Markt: die evangelische Schlosskirche und die katholische Pfarrkirche. Beide wurden im 18. Jahrhundert erbaut. Blickfang des Platzes ist der Marktbrunnen, auf dem der zweischwänzige goldene Löwe das Wappen der Stadt präsentiert. Der doppelte Schweif des Löwen symbolisiert die Verbindung der Fürstenhäuser Sayn und Wittgenstein. Ein verheerender Brand zerstörte 1654 alle Häuser im Stadtkern und zog auch die 1212 erbaute Burg in Mitleidenschaft. Auf ihren Grundmauern wurde 1716 bis 1746 das Schloss nach Plänen des Architekten Julius Ludwig Rothweil errichtet. Heute nutzt die Deutsche Bundesbank das restaurierte Barockschloss als Fachhochschule.


Vom malzigen Anfang bis zur vollendeten Reife lassen sich die Hachenburger Bierbrauer gern von Gästen über die Schulter schauen. Bei einer Brauereibesichtigung gibt es braufrisches „Zwickelbier“ und anschließend kann man im „Schalander“, dem zünftigen Schankraum weiter verkosten.


Im Hachenburger Cadillac-Museum mit Café gibt es flotte Autos vom Biarritz bis zum Cabriolet „Eldorado“ zu sehen. Die Stadt Hachenburg bietet mehrere Stadtführungen zum Beispiel unter dem Motto „Geschichte mit Genuss“ (zwei Stunden ab 12 Euro pro Person) oder die „Schlemmerführung“ (3,5 Stunden mit Drei-Gang-Menü und Getränken, 30 Euro pro Person) an. „Immer wieder samstags“ heißt eine 1,5 Stunden lange Stadtführung zu den schönsten Plätzen der Stadt. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder (6 bis 16 Jahre) 1,50 Euro.
Weitere Informationen gibt es bei der Touristinformation Hachenburg, Perlengasse 2, 57627 Hachenburg, Telefon: 02662/958339, www.hachenburger-westerwald.de.

Schaufenster in die Urzeit

Auf dem Geologischen Lehrpfad Gemünden repräsentieren Steine die erdgeschichtliche Entwicklung der Region.


Auf dem gut vier Kilometer langen Geologischen Lehrpfad Gemünden am Fuße des Soonwaldes begleiten mächtige Steine die Wanderer in die 400 Millionen Jahre alte Erdgeschichte. Bis zu 16 Tonnen schwer, repräsentieren Schieferplatten aus Bundenbach oder Quarzitbrocken aus Schöneberg die geologische Entwicklung der gesamten Region. Sortiert nach der Zeit ihrer Entstehung schreitet man auf dem Rundweg immer weiter in der Entwicklung von Hunsrück und Nahe-Bergland voran.


Der Hunsrück bildete sich aus mehrfach gefalteten Gesteinsschichten aus einem tropischen Meer. Sandige Bodenschichten verfestigten sich zu Sandstein und durch Druck zu Quarzit und Schiefer. Jede der 23 Gesteinsgruppen wird auf Informationstafeln mit Herkunft und Entstehungszeit beschrieben. Zu sehen sind die Gneise von Wartenstein, Schiefer von Bacharach, Bundenbach und Gemünden, die Kalke und Erze von Stromberg, Schwertspat von Baumholder, Diabase aus dem Hahnenbach- und Kellenbachtal; Porphyre aus Bad Münster am Stein, Sandsteine und Konglomerate von Sobernheim und „Strandsande“ mit Austern von Eckelsheim.


Einige Findlinge wurden angeschnitten, damit man in ihr Inneres schauen kann. Bis ins 19. Jahrhundert gab es rund um Gemünden 18 Schiefergruben. Eine der größten war die Kaisergrube, wo bis 1961 im Jahr rund 600 Tonnen Dachschiefer gefördert wurden. Die Bergleute arbeiteten in bis zu 60 Metern Tiefe. Einige der dabei entstandenen Hohlräume sind so groß wie eine Sporthalle.Der Rundweg beginnt in Gemünden am Parkplatz an der B421 (Richtung Kirchberg). Die Gehzeit beträgt ungefähr zwei bis drei Stunden.
Weitere Informationen: Tourist-Information Kirchberg, Marktplatz 6, 55481 Kirchberg/Hunsrück, Telefon: 06763/910144, www.kirchberg-hunsrueck.de

Ökostrom-Pioniere im Westerwald

Unterwegs im Rehbachtal auf dem Energie-Lehrpfad „Wasser, Wind und Sonne“ im Geopark „Westerwald-Lahn-Taunus“.


Am Anfang steht die gute Idee. Gewissermaßen die Initialzündung zur Umsetzung hatte Friedrich Wilhelm Georg aus Braunfels schon vor Jahren. Es geht darum Informationen zur Energiegewinnung mit einem erlebnisreichen Ausflug zu verbinden., Bruno Weyel, Ehrenbürger der Stadt Driedorf, hat mit Unterstützung der Gemeinde Driedorf und der Stadt Herborn den rund 20 Kilometer langen Energie-Lehrpfad „Wasser, Wind und Sonne“ ausgearbeitet.


Der Weg beginnt an der Krombachtalsperre und führt durch das Rehbachtal, durch Wald und über Wiesen bis nach Herborn. Mit dem Bus kommt man bequem zum Ausgangspunkt zurück.Der beschauliche Rehbach ist alles andere als ein reißender Gebirgsfluss. Als Zufluss der Dill schlängelt er sich über 17 Kilometer abwärts ins Dilltal. Gerade einmal 250 Liter Wasser pro Sekunde führt er im jährlichen Durchschnitt. Der Unternehmer und Ökostrom-Pionier Emil Wilhelm Langenbach erkannte schon 1924 den Nutzen der Wasserkraft und ließ ein Kraftwerk bauen, um sein Kleineisenwerk mit Strom zu versorgen. Das war der Anfang von insgesamt fünf kleinen Wasserwerken. Rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom werden jährlich aus der Wasserkraft des Rehbaches erzeugt. Das spart mehr als 2000 Tonnen Kohlendioxidemissionen ein.Auch der Wind wird schon lange zum Antrieb für Getreidemühlen und Schöpfräder genutzt.


In Deutschland begann die Zeit der modernen Windenergienutzung erst Mitte der achtziger Jahre, als abzusehen war, dass Brennstoffe wie Öl und Gas einmal knapp werden könnten. Im Westerwald gibt es viele Beispiele dafür, wie gut die Windkraft für die Energieerzeugung genutzt werden kann.Auch für die Nutzung von Sonnenenergie gibt es rund um den Energie-Lehrpfad viele Beispiele. Die Anlagen befinden sich auf vielen privaten und öffentlichen Gebäuden sowie im 10,7 Hektar großen Solarpark Driedorf.
Weitere Informationen: Tourist-Information Gemeinde Driedorf, Telefon 02775/95420, www.driedorf.de oder Tourist-Information Stadt Herborn, Telefon: 02772/7081900, www.herborn.de

Weingenuss und Marschmusik

Was man auf dem Weinlehrpfad erfahren hat kann man in der Vinothek im „Winninger Spital“ genussvoll verkosten.


 

Der Weg in die Weinberge ist in Winningen nicht weit. Sie beginnen im engen Tal der Mosel gleich hinter den letzten Häusern des Ortes, der nur zehn Kilometer von Koblenz entfernt liegt. Fast könnte man meinen, die Weinberge reichen bis in den Weinort hinein, denn die Reben ranken üppig an vielen Häuserfassaden empor. Doch bevor der Wein probiert wird, der in Winningen einen besonders guten Ruf genießt, empfiehlt sich ein Spaziergang über den 1,2 Kilometer langen Weinlehrpfad durch die Lage „Winninger Domgarten“. Der Name der Lage ist übrigens keine Kunstschöpfung, weil Domstiftungen schon immer Weinlagen in Winningen besaßen.Auf über 30 Informationstafeln erfährt man viel über die Besonderheiten des Rieslinganbaus in den steilen Hang- und Terrassenlagen Winningens. An der höchsten Stelle der Weinlage Uhlen sind es 29 Trockenmauern, die den Reben im Steilhang Halt geben.


 

Zurück im Ort, und mit etwas mehr Weinwissen ausgerüstet als bei der Ankunft, wächst die Lust, die Produkte der Winzer genauer kennenzulernen. Bevor man sich in einem Weingut länger niederlässt, kann man in der Vinothek erst einmal vorkosten. Sie befindet sich direkt am Weinhof. Die Vinothek im Winninger Spital – schon immer ein weinfrohes Haus, aber nie Krankenhaus gewesen – vereint 17 Winzer, die hier ihre Weine gemeinsam präsentieren. 40 Weine und Sekte können offen probiert werden (Freitag bis Sonntag und feiertags 15 bis 20 Uhr).


 

Der Weinhexbrunnen erinnert an die Hexenprozesse, die im Mittelalter 21 Menschen in Winningen das Leben kostete. Die Weinhex ist aber auch eine Symbolfigur, die – nicht nur in Winningen – auf den Etiketten der Weinflaschen auftaucht. Um zwölf Uhr mittags oder am Abend um punkt sechs kann ein Ortsunkundiger schon mal leicht zusammenschrecken, denn dann ertönt aus Lautsprechern, die überall im Dorf verteilt sind, genau eine Minute lang Marschmusik. Sie leitet wichtige Mitteilungen ein, zum Beispiel, dass die Kirchenchorprobe ausfällt, dass ein Auto zum Verkauf angeboten wird oder eine Katze entlaufen ist. Und mancher Winninger erinnert sich gern an den Spruch seiner Mutter: „Du kommst heim, wenn der Lautsprecher macht.“Weitere Informationen: www.winningen.de

Lassen Sie sich inspirieren!

Lassen Sie sich inspirieren!

Wandern, Städtereise oder Neues entdecken? Stellen Sie sich hier Ihren Wunschurlaub zusammen!

Rhein-Zeitung

Rhein-Zeitung

Täglich in der Rhein-Zeitung: Aktuelles aus unseren zehn Regionen in Wort und Bild.

Newsletter bestellen!

Newsletter bestellen!

Jetzt anmelden und über Veranstaltungen, aktuelle Reiseangebote und Gewinnspiele informiert werden.