Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Täglich auf Tour mit der RheinZeitung

...  unsere Tipps für Ihre Ausflüge nach Rheinland-Pfalz im Juli:

Rhein in Flammen in Rüdesheim - Bingen am ersten Juliwochenende

Das Feuerwerks-Event am Rhein zwischen Trechtingshausen und Bingen / Rüdesheim zieht Gäste aus aller Welt an. Am ersten Juliwochenende erleben Sie am Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sieben grandiose Feuerwerke, brennende Burgen und fröhliches Treiben am Rheinufer und genießen Sie den Abend an Bord eines der rund 50 illuminierten Schiffe. Weitere Informationen zur Veranstaltung "Rhein in Flammen".

Moselwein-Festival in Traben-Trarbach am zweiten Juliwochenende

Am zweiten Wochenende im Juli verwandelt sich das Moselufer in Traben-Trarbach bei Wein, Musik und lukullischen Spezialitäten in ein stimmungsvolles Festivalgelände. Man trifft sich im gemütlichen Weindorf und vor den beiden Bühnen auf dem Platz am Moselufer Trarbach. Genießen Sie gemeinsam mit Einheimischen, Besuchern und Urlaubsgästen ein vielfältiges Festivalprogramm für Jung und Alt. Dabei steht neben den guten Wein- und Sektsorten vor allem die Musik im Vordergrund.
Weitere Informationen zum Moselwein-Festival in Traben-Trarbach.

Europäisches Folklorefestival in Bitburg am zweiten Juliwochenende

Einzigartige Tanz- und Trachtengruppen und erstklassige Musikvereine aus 15 Ländern gestalten ab samstags ein farbenfrohes, folkloristisches Programm im großen Festzelt und auf mehreren Bühnen der Innenstadt. Abwechslung und Spannung bieten das Bierfassrollen am Samstagnachmittag und die Kirmes auf dem Bedaplatz während des gesamten Festivals. Die Innenstadt lädt zum Bummeln ein und die Gastronomie auf dem Festplatz bietet ein reichhaltiges Getränke- und Speiseangebot. Weitere Informationen zum Europäischen Folklorefestival in Bitburg.

Wein im Park in Bad Münster am Stein-Ebernburg - Letztes Juliwochenende

Im romantischen Kurpark von Bad Münster am Stein-Ebernburg findet die beliebte Open-air-Weinprobe „Wein im Park“ statt. Winzer und Gastronomen aus dem Nahetal präsentieren ihre Produkte und laden zu vielfältigen Geschmackserlebnissen ein. Ein buntes musikalisches Programm mit kulinarischen Besonderheiten und hervorragenden Weinen verwöhnt Ihren Gaumen, Geist und Ihre Sinne.
Weitere Informationen zur Veranstaltung "Wein im Park".

Teufelskammer und Ritterburg

Rundwanderung vom größten Wasserfall der Eifel zur Burg Pyrmont.


Über den neu angelegten Terrassengärten der Burg Pyrmont mit romantischen Lauben und verträumten Winkeln erhebt sich der 25 Meter hohe Bergfried, von dem man eine wunderbare Aussicht in die Eifellandschaft hat. Die wechselvolle Geschichte der Burg Pyrmont begann im 13. Jahrhundert. Die aus Belgien stammenden Herren von Schönberg erbauten den heute ältesten Teil der Burg, zu dem auch der stattliche Bergfried gehört.


Wie die benachbarte Burg Eltz blieb Burg Pyrmont im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1697 verschont, fiel aber 1794 französischen Revolutionstruppen in die Hände. 1810 erwarb ein Bauunternehmer die Burg und benutzte sie als Steinbruch für den Bau von Häusern in Münstermaifeld. Erst in den 1960er-Jahren wurde die Burg wieder aufgebaut. Sie kann an Wochenenden und an Feiertagen besichtigt werden.


An der Pyrmonter Mühle unterhalb von Burg Pyrmont liegt der schöne dreigeteilte Elzbachwasserfall, der größte Wasserfall der Eifel. Hier beginnt die Wanderung auf dem Traumpfad „Pyrmonter Felsensteig“. Zunächst geht es auf ruhigen Wegen durch den Wald und später über Feldwege zum Sammetzkopf, dessen hohes Kreuz schon lange vor der Ankunft zu sehen ist. Von diesem schönen Aussichtspunkt wandern wir zum Naturschutzgebiet am Juckelberg. Hecken aus Ginster und knorrige alte Bäume bestimmen hier das Bild. Nach kurzer Rast an der Hauerhütte erreichen wir im Auf und Ab des Weges den Elzbach. Der Bach entspringt in der Hohen Eifel und mündet in die Mosel. Unter Erlen mäandert der Bach durch das Tal und der Weg folgt jedem Schlenker des Elzbaches. Die beeindruckenden Felsklippen der Teufelskammer begleiten unseren Weg in die Richtung Burg Pyrmont. Nach dem Abstieg ins Tal der Elz endet der Rundweg wieder an der Pyrmonter Mühle.


Mit dem Auto erreicht man die Pyrmonter Mühle und Burg Pyrmont über die A 48 (Abfahrt Kaifenheim) und die L 109 in Richtung Burg Pyrmont bis Roes und dann auf der K 72 Richtung Burg Pyrmont bis zur Pyrmonter Mühle. Der Parkplatz an der Pyrmonter Mühle ist besonders an Wochenenden stark frequentiert. Einen großen Parkplatz gibt es direkt an der Burg Pyrmont. Vier Mal täglich verkehrt von Mai bis Oktober an den Wochenenden und an Feiertagen ab Treis-Karden bzw. Hatzenport der Burgenbus (Linie 330), der Burg Pyrmont direkt anfährt. Die Burg kann an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 16 Uhr (letzter Einlass 15 Uhr) besichtigt werden.  Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 16 Jahren 3,50 Euro. Die Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Weitere Informationen: Burg Pyrmont, 56754 Roes/Eifel, Telefon: 02672/2345, http://www.burg-pyrmont.de/

Baumgeister im Soonwald

In der Steckeschlääferklamm verstecken sich in den Bäumen viele Kobolde.


Der Mischwald zwischen dem Guldenbachtal bis zum Rhein gehört zum Binger Wald. Das Waldgebiet ist rund 7000 Hektar groß und vereint zwischen dem Hunsrückkamm im Nordwesten, dem Rheintal im Nordosten und dem Soonwald im Südwesten mehrere Gemeinde-, Stadt- und Privatwälder.


Ein beliebtes Ausflugsziel und Ausgangspunkt für schöne Wanderungen ist das Jägerhaus. Von hier geht es zum Salzkopf, durch das Morgenbachtal, zur Villa Rustica und zur Hängebrücke auf dem Soonwaldsteig und dem Rheinburgenweg. Schon Ende des 18. Jahrhunderts stand an dieser Stelle ein Jagdhaus, sodass das Jägerhaus als ältestes Forsthaus im Binger Wald gelten kann. Dort kann man gemütlich einkehren und bei schönem Wetter auch im Freien sitzen. Direkt hinter dem Biergarten führt ein Graspfad die Wiese hinunter und über den Morgenbach. Dann steht man direkt vor der romantischen Waldschlucht der Waldgeister. Besonders für Kinder ist die Steckeschlääferklamm ein Erlebnis, denn hier gibt es viele Waldkobolde zu entdecken, deren Gesichter in Baumrinden und Wurzeln geschnitzt und bunt bemalt sind. Wer alle gefunden hat, sollte bis 66 gezählt haben.


Der Haselbach fließt durch die Klamm, die nicht wie sonst üblich den Namen des Baches trägt, sondern den der Steckeschlääfer. Gemeint sind die Wanderer, die ihre Stöcke schleifen lassen. Außerdem nennen sich so die Wanderfreunde aus Weiler, die auf Initiative des ehemaligen Verbandsbürgermeisters Josef Kollay ab 1971 die Klamm begehbar machten. Dazu bauten sie auf der kurzen Distanz von nur 600 Metern 15 Holzstege über den Haselbach, sodass man mal auf der einen, mal auf der anderen Seite des Baches unterwegs ist. Damals begann Franz Kellermeister, die Klamm mit urigen Gesichtern zu verzieren, die er in die Baumrinden schnitzte. Diese 46 Kobolde gaben so der Klamm ihren besonderen Reiz. Kinder haben ihren Spaß daran, die Gesichter zu betrachten und zu zählen. Viele der Waldkobolde sind nicht sofort zu sehen. Einige von ihnen muss man schon ein bisschen suchen. Der Schnitzkreis der Heimatfreunde aus Weiler kümmert sich nicht nur um die Restaurierung der Waldgeister, sondern fügte mit der Zeit auch neue hinzu.
Das Forsthaus Jägerhaus erreicht man mit dem Auto über die A61 bis Bingen und weiter über die L 214 nach Waldalgesheim und die K 29 über die Parkplätze Bodmannstein / Josefsbrunnen. Am Jägerhaus gibt es einen großen Parkplatz.

Kletterspaß am Hölderstein

Die steilste Passage auf dem Westerwald-Steig ist eine Herausforderung für geübte Wanderer.


Die markante Felsformation „Hölderstein“ im Puderbacher Land ist ein Ausläufer des mittelrheinischen Schiefergebirges und ein einzigartiges Biotop für viele Pflanzen und Tiere. Hier kann man die Rentierflechte, die Astlose Graslilie, die Waldechse und den Mauerfuchs sehen. Auf engstem Raum herrschen auf dem Felsen verschiedene Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse. Auf der warmen und trockenen Südseite wächst Eichenkrüppelwald. Hainbuchen dominieren den Wald auf der feuchten und kühlen Nordseite. Auf dem waldfreien Felsen gedeihen Flechtenpolster und Trockenrasen.


Von der Felsenkanzel des Höldersteins sieht man in das renaturierte Grenzbachtal nahe dem gleichnamigen Döttesfelder Ortsteil „Hölderstein“.  Der Grenzbach trennt die beiden Landkreise Altenkirchen und Neuwied voneinander. Das noch vor zehn Jahren mit Fichten bestandene dunkle Tal wurde in einem Modellprojekt zurückgebaut. Seit 2005 weiden Heckrinder und Galloway im Grenzbachtal, um eine erneute Verbuschung zu verhindern.


Am Fuße des Höldersteins beginnt ein 300 Meter langer Klettersteig auf den Hölderstein, der allerdings nur schwindelfreien Wanderern mit Helm und Sicherungsseil vorbehalten ist. Über Krampen, Steigbügel, Stifte, drei Leitern sowie eine Brücke überwindet man einen Höhenunterschied von rund 80 Metern. Für alle anderen Wanderer führt der Westerwald-Steig auch auf die Felsenkanzel des Höldersteins. Der Auf- und Abstieg ist die steilste Passage auf dem 235 Kilometer langen Wanderweg. Am Beginn des Klettersteigs gibt es auch eine Schutzhütte mit Rastplatz.


Den Klettersteig erreicht man direkt vom Wanderparkplatz an der K 127  in der Nähe von Breitscheid über den gelb markierten Zuweg des Westerwald-Steiges. Kletterausrüstungen gibt es nach Voranmeldung bei der Verbandsgemeinde Puderbach, Hauptstr. 13, 56305 Puderbach, Telefon: 02684/858112 oder im Hotel „Zum Wiedbachtal“ in der Wiedstraße 14,  56305 Döttesfeld, Telefon: 02685/1060. Geführte Wanderungen über den Klettersteig bietet Erlebnisevents Lumma, Telefon: 0179/9432667 an.

Weitere Informationen zum Klettersteig am Hölderstein

Sonnenkinder im Paradies

Bei den Pfälzer Feigenwochen bieten viele Restaurants Gerichte mit der exotischen Frucht an.


Nach der gängigen Überlieferung sind es die Äpfel, die nicht weit vom Baum der Erkenntnis fallen. Aber die wahren Paradiesfrüchte sind doch die Feigen. Wer das nicht glaubt, muss nur die Bibel aufschlagen: Nach Moses pflückten Adam und Eva Feigenblätter und „flochten sich daraus Schürzen, um ihre Blößen zu verdecken“. Vom Apfel ist in der Bibel nicht die Rede. Auch ist nicht geklärt, ob der Baum der Erkenntnis ein Apfelbaum war. Für die Pfälzer ist die Erkenntnis, dass im Paradies Feigen wuchsen Beweis genug, um sich im Paradies zu wähnen.


Nirgendwo sonst in Deutschland wachsen so viele Feigen wie in der Pfalz. In den Latrinen aus der Römerzeit fand man Feigenkerne und nur Skeptiker sehen darin die Überbleibsel getrockneter, importierter Früchte. Die meisten Pfälzer aber sind davon überzeugt, dass neben den Weinstöcken ihrer Vorfahren auch Feigenbäume standen. Wie das ausgesehen haben könnte, lässt sich noch heute an vielen Orten entlang der Deutschen Weinstraße begutachten, am besten am römischen Weingut auf dem Weilberg bei Bad Dürkheim-Ungstein.


Vor allem an der Deutschen Weinstraße und in der Vorderpfalz stehen etwa 50.000 Feigensträucher. Die ungefähr 80 Gramm schweren Früchte werden im Juli und August reif. Wein und Feigen bilden eine harmonische Kombination. Beide zählen seit alters her zu den edelsten Gewächsen und haben ähnliche Ansprüche an Standort und Klima. Sie lieben Sonne und Wärme. Auch leichten Frost ertragen sie, nur Temperaturen unter minus zehn Grad machen ihnen zu schaffen.


Belegt ist das Vorkommen der Feige in Deutschland in einer Schrift von Karl dem Großen von etwa 800 n. Chr. Wolfram von Eschenbach berichtet im „Parzival”, in den Burggärten werde unter anderem der „vigenboum“ kultiviert. Während die Feigenbäume am Mittelmeer bis zu zehn Meter hoch werden, nehmen sie in der Pfalz meist die Form eines drei bis sechs Meter hohen Strauchs mit einem kurzen, dicken Stamm an. Konditoren haben Feigenkonfitüre, Feigenpralinen und Feigentorte im Angebot. Winzer legen die Feigen in Wein ein. Obstgüter und Brennereien verarbeiten die Früchte zu Feigenlikör. Die Pfälzer Köche inspiriert die Feige zum Beispiel zu Quiche mit Schinken und Feigen. Unter www.pfalz.de sind die Restaurants aufgeführt, die während der „Pfälzer Feigenwochen“ die frisch geernteten Sonnenkinder der Pfalz zu köstlichen Gerichten verarbeiten.

Honigernte im Naturpark

Wild- und Honigbiene haben jetzt Hochsaison.


In Deutschland gibt es ca. 550 verschiedene Wildbienenarten. Sie sichern als wichtige Bestäuber die regionale Ernte von Wild- und Nutzpflanzen, Obst, Beeren und Ölsaaten. Ihre im Vergleich zur Honigbiene hohe Bestäubungseffizienz hat vielerlei Gründe. Die Nestbauenden Arten ernähren sich nicht nur von Nektar und Pollen, sondern sammeln die Blütenprodukte auch als Vorrat für Ihre Nachkommen, so dass einen hohe Anzahl an Blütenbesuchen nötig ist.


Das Bienenmobil im Naturpark Saar-Hunsrück erklärt die unterschiedlichen Lebensweisen von Wildbiene, Honigbiene und Hummel. Die mobile Bienenerlebniswelt zeigt, was ein Imker alles zu leisten hat, wie das Leben einer Honigbiene sich gestaltet und welchen besonderen Schutz die Wildbienen benötigen. Auf Schautafeln und Fotowänden kann der Besucher sich informieren und mit Hilfe einer Bienenbrille in das Leben einer Biene schlüpfen. Mit einer Honigschleuder wird die Gewinnung des Honigs demonstriert.


Im Garten des Naturpark-Infozentrums Hermeskeil gibt es ein aus sechs wabenförmigen „Häusern“ bestehendes Insektenhaus. Die einzelnen Wabenwohnungen sind mit feinmaschigem Draht zum Schutz der Wildbienen vor Räubern versehen. Rundhölzer aus Hartholz mit Bohrlöchern in unterschiedlicher Stärke, Lehm, Protonsteine, Schilfrohr und Holunder waren die Baumaterialien, denn die verschiedenen Wildbienenarten stellen sehr differenzierte Ansprüche an ihre Nester. Im Insektenhaus dürfen neben den Bienen aber auch Käfer, Spinnen & Co einziehen. Am Sonntag, 31. Juli, von 15 bis 17 Uhr, lädt der Naturpark Saar-Hunsrück Kinder ab sechs Jahre zur Honigernte und zu einem „Schnupperkurs Imkerei“ ein. Mitzubringen ist eine Schürze. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro pro Kind inklusive einem kleinen Glas Honig für jedes Kind. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine frühzeitige Anmeldung bei der Naturpark-Geschäftsstelle in Hermeskeil, Telefon: 06503/92140 wird empfohlen.

Weitere Informationen:
Naturpark Saar-Hunsrück, Trierer Str. 51, 54411 Hermeskeil, Telefon 06503/9214-0, http://www.naturpark.org/

Karibik am Rhein

Drei Strände versprechen in Mainz bei Sonne satt auch Abkühlung.


Auf dem Pflaster der Landeshauptstadt Mainz kann es in hochsommerlichen Tagen ganz schön heiß werden. Die Karibik liegt in Mainz am Adenauer-Ufer zwischen Hotel Hilton und Theodor-Heuss-Brücke. Direkt am Rhein laden Strandbars und Grillstand zum Sonnen, Abkühlen und zum Genießen ein. Vor dem kühlen Getränk kann man sich auf dem Beach-Volleyballfeld auch sportlich betätigen.


Zwischen Palmen und Hängematten finden die Liegestühle mit Rheinblick besonderen Zuspruch. Auch Schattenplätze unter den großen Sonnenschirmen sind beliebt. Musik, Biergarten, Grillplatz, Kaffee-Bar, Cocktails, alkoholische und alkoholfreie Getränke, Fingerfood und Eisbecher sorgen am Rhein-Strand für Urlaubsgefühle. Neu sind in diesem Jahr zwei Lounge-Bereiche. Mittwochs ist Studi-Tag mit Live-Musik und vergünstigten Preisen. Am Latin-Donnerstag gibt es Salsa- oder Zumba-Tanzfitnesskurse und natürlich auch Strandpartys und ein Kinderfest (31. Juli). Regelmäßig finden Ü-30-Partys statt. Der Eintritt am Mainz-Strand ist frei. Ausnahmen sind Sonderveranstaltungen, die freitags und samstags in unregelmäßigen Abständen geplant sind und rechtzeitig angekündigt werden. Der Strand ist täglich ab 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachts geöffnet.


Direkt gegenüber ist auch der Kasteler Hafenstrand ein gastlicher Ort. Auch hier laden viele Liegestühle zum Sonnenbad ein und es gibt sogar einen direkten Zugang zum Rhein. Im Unterschied zum Rheinstrand dürfen hier eigene Getränke mitgebracht werden. Der Mainzer nennt diesen Ort zwar die „dunkle Seite“, aber Lage ist alles: In Kastel scheint die Sonne länger auf den Sand.


Auch am Mainzer Winterhafen geht der Sommer nicht vorbei. Dafür sorgt der Franziskaner-Biergarten zwischen Kulturzentrum und „Mole“. Auf 200 Quadratmetern aufgeschüttetem Sand stehen 100 bunte Sonnenliegen. Für Kinder gibt es eine Sandkiste zum Buddeln. Die Küche lockt dieses Jahr mit asiatischer Note und Frischem aus dem Wok, zudem gibt es Bio-Eis direkt aus dem Eiswagen. Geöffnet ist von Montag bis Samstag ab 15 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr – so lange, bis der letzte Gast geht.

Fototermin auf dem Kackstuhl

Rund um die Schwedenbure gibt es jetzt einen Wanderweg.


Im 17. Jahrhundert hatte auch Oberwesel unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden. Neben Hungersnot und Pest waren vor allem die Frauen und Mädchen vor den Soldaten nicht sicher. Besonders die schwedischen Soldaten, die zum ersten Mal 1629 Oberwesel besetzten, trieben es besonders bunt. Die Bewohner suchten auf der Hardt und im Weiler-Bopparder Tal Zuflucht in Felslöchern, die bis zu sechs Meter in die Tiefe gingen. Im Volksmund wurden die Höhlen „Schwedenlöcher“ oder auch „Schwedenbure“ genannt. Später wandelten sich die Verstecke in Liebeslauben.


Tief in das Schiefergestein eingeritzte Herzen und Initialen beteuern die Liebe auf ewig. Jetzt gibt es den neuen Wanderweg „Schwede-Bure-Tour“, der zu vielen romantischen Plätzen, zu alten Eichen und Felsplateaus mit Weitsicht führt. Los geht es in Oberwesel vorbei an einem mittelalterlichen Brunnen und einem kleinen Weinberg, über einen schmalen Pfad in den Schützengraben. Dieser führt entlang der mittelalterlichen Stadtmauer. Bald geht es hinauf zum Aussichtspunkt mit dem bemerkenswerten Gemarkungsnamen „Auf dem Kackstuhl“. Hier wurde extra ein schicker Holzsitz für Erinnerungsfotos mit Rheinhintergrund aufgestellt. Weiter geht es langsam ansteigend hinauf zur Hardthöhe und anschließend über Wiesen und Felder zum Jüdischen Friedhof. Nach dem Parkplatz „Rheingoldschänke“ wartet an der „Guckshöll“ die nächste Aussicht über das Niederbachtal bis zum Rhein und auf die Martinskirche sowie den Katzen- und Ochsenturm. Auf dem bald folgenden höchsten Punkt der Tour ist Panoramasicht garantiert. Über den Wanderparkplatz Hardt geht es nun nach Süden zum Aussichtspunkt „Hunsrück“ und einem alten Schiefersteinbruch. Wald und später Weinberge begleiten den Weg jetzt mit schöner Aussicht auf die Schönburg in Oberwesel.


Der „Landsknechtsblick“ lädt zu einer letzten Verschnaufpause ein, bevor es auf einem Waldpfad endlich zur Schwedenbure geht. Wie einst die Liebespaare kann man sich hier auf einer eigens aufgestellten Schiefertafel verewigen. Kurz vor dem Ende der Zwölf-Kilometer-Tour dürfen Wanderer an der 1845 erbauten Kalvarienberg-Kapelle die Glocke, links an der Tür, läuten. Sie ist in ganz Oberwesel zu hören.

Weitere Informationen: Tourist-Information Oberwesel,Rathausstraße 3, 55430 Oberwesel, Tel.: 06744/ 710 624, http://www.oberwesel.de/tourist-information/

Waldbar und Sinnesliege

Möblierter Wandergenuss auf dem Pfälzer Weinsteig.


Der Pfälzer Weinsteig ist mit rund 170 Kilometern der längste der Pfälzer Prädikatswanderwege und mit mehr als 12 000 Metern An- und Abstiegen auch der anspruchsvollste. Er startet am Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim und führt über Bad Dürkheim und Deidesheim, das Hambacher Schloss und die Burg Trifels nach Bad Bergzabern und zum Endpunkt Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze.


Die Strecke am Rand des Haardt-Gebirges begeistert viele Wanderer, denn unterwegs geht es zu Burgruinen, durch schmucke Weindörfer und zu herrlichen Aussichten in die Rheinebene. Der Wechsel von kernigen Anstiegen, verträumten Waldpfaden und sonnigen Abschnitten im Pfälzer Rebenmeer macht den Reiz dieses Weges aus. Und er wird jetzt noch schöner. Zwölf Sinnesliegen und vier Waldbars werden derzeit im nördlichen Teil des Weinsteigs aufgestellt. Es ist geplant, eine ähnliche Möblierung auch im südlichen Teil des Weinsteigs aufzustellen. Die Sinnesliegen sind den meisten Wanderern schon bekannt. Die ergonomisch geformte Liegen aus Holz laden dazu ein, an besonders schönen Plätzen noch ein bisschen länger zu verweilen und die Szenerie intensiv zu genießen. Insgesamt wurden zwischen Bockenheim und Neustadt zwölf Sinnesliegen an besonderen Plätzen aufgestellt, darunter am Patriciawingert bei Bockenheim, am Bismarckturm bei Bad Dürkheim und am Neustadter Bergstein. Die Bodengestelle stellte die Rhein-Mosel-Werkstatt Koblenz her. Die Auflagen aus regionaltypischem Kastanienholz stammen von der Bad Dürkheimer Lebenshilfe und wurden von Mitarbeitern der Lebenshilfe montiert.


Noch weit ausgefallener als die Sinnesliegen sind die Waldbars, die von dem Künstler Volker Krebs gemeinsam mit seinen Studenten entwickelt wurden. Der Künstler und Dozent der Universität Landau hat sich vor allem mit seinen Sandsteinskulpturen einen Namen gemacht. Die Waldbars, eine Konstruktion aus Edelstahl und Douglasienholz, bestehen aus einem hohen Tisch mit erhöhten Sitzmöglichkeiten an einer Seite. Sie erinnern durch diese Gestalt sofort an eine Bar. Man sitzt bei der Rast nebeneinander und genießt die herrlichen Aussichten ins Pfälzer Weinland. Bei einem schönen Picknick mit einem Glas Wein dürfte da sehr schnell Geselligkeit aufkommen. Die Waldbars gibt es am Patriciawingert bei Bockenheim, am Kriemhildenstuhl in Bad Dürkheim sowie am Gasthof Pfalzblick und der Michaelskapelle bei Deidesheim.

Weitere Information
: Pfalz.Touristik, Martin-Luther-Straße 69, 67433 Neustadt/Weinstraße, Tel. 06321/39160, https://www.pfalz.de/

Geheimnis um die Schiwakoul

Die Schiefergrube Assberg im Westerwald ist ein Fenster ins Mittelalter.


Wären die Limbacher nicht so an ihrer Geschichte interessiert, wäre die Schiefergrube im Nistertal, nicht weit entfernt vom Kloster Marienstatt, nie entdeckt worden. Auf der Suche nach Material für das Dorfmuseum durchforstete der damalige Ortsbürgermeister Archive in Wiesbaden, Koblenz und Hachenburg, die sich als wahre Fundgruben erwiesen. Unter all den Schriftstücken befand sich auch ein Dokument des Klosters Marienstatt aus dem Jahr 1548, in dem die Schiefergrube „Assberg“ erwähnt wurde. Allerdings stand kein Wort darüber darin, wo sie sich befindet.


16 Jahre lang gruben die Limbacher unermüdlich auf der Suche nach dem Stolleneingang und forschten weiter in den Archiven. Dann endlich kam der entscheidende Hinweis des Königlichen Bergrates Frohwein in Dillenburg, der 1885 mitteilte, „dass durch das Wegräumen des Schuttes in dem Tagebau der Grube Assberg sich ein alter Stollen gefunden hat“. Wenig später teilte er mit, dass Friedrich Schneider aus Limbach für seinen Hausbau Steine im Bergwerk gebrochen habe und bedeutende Schiefergänge entdeckte. Später erhielt Schneider eine Strafe, weil er den Stolleneingang zugeschüttet hatte.


Nicht einmal die ältesten Bewohner Limbachs konnten sich erinnern, je von einem solchen Bergwerk gehört zu haben. Doch die Suche ging mit Hilfe des Bergamtes Koblenz und des Geologischen Instituts Mainz weiter. Am 5. November 1997 war es endlich soweit. Die Baggerschaufeln gruben sich an der richtigen Stelle in die Erde und legten unter Schutt den Zugang frei. In 42 Tagen schaufelten fünf Arbeitskräfte 12 100 Eimer Schlamm und Geröll aus dem wohl größten Bergwerk der Kroppacher Schweiz.


Heute können der oberirdische Tagebau und der mittelalterliche unterirdische Schieferabbau in 20 Metern Tiefe besichtigt werden. Das Besucherbergwerk liegt direkt am Westerwaldsteig auf dem Weg von Limbach nach Astert. Öffnungszeiten gibt es nicht. Beim Betreten des Eingangs schaltet sich automatisch das Licht ein. Über zwei steile Treppen steigt man in die Tiefe und entdeckt ein noch nicht gelüftetes Geheimnis. Denn schaut man sich um, fällt auf, dass die Form des Bergwerks der einer Kapelle sehr ähnlich ist. Die Wände sind glatt behauen und es gibt eine Art Altarstufe. Die Wand dahinter sieht aus, als könne man sie herausnehmen. War die „Schiwakoul“ ein geheimes Versteck der Mönche vom Kloster Marienstatt?

Spuk auf der Niederburg

Die Manderscheider Burgen im Tal der Lieser.


Die Ober- und Niederburg liegen nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Die Oberburg beherrschte rund 150 Jahre das Liesertal allein. Der Burgherr Heinrich Graf von Namur und Luxemburg geriet 1140 allerdings mit dem Erzbischof Albero von Trier in Streit um Besitz und Macht, der sieben Jahre andauerte. Heinrich verlor den Krieg und seine Burg. Obdachlos geworden baute sich die Manderscheider Herrschaft – dem Erzbischof zum Trotz – eine neue Burg, in Steinwurfweite, aber schon auf dem Hoheitsgebiet der Luxemburger: die Niederburg.


Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Burgen stark verwüstet und 1673 zerstörten französische Söldner die Oberburg endgültig. Sie gehört heute der Gemeinde Manderscheid. Die Ringmauern und der Turm wurden restauriert und die Burgruine kann ganzjährig besichtigt werden. Die Niederburg gehört seit mehr als 100 Jahren dem Eifelverein. Jahrhundertelang soll es auf der Niederburg gespukt haben. Als man 1844 Ausbesserungsarbeiten an der Burg vornahm, fand man in einer zugemauerten Nische neben dem großen Wachturm ein Gerippe. Der Überlieferung nach handelt es sich um die Tochter eines Manderscheider Grafen, der im Jähzorn ihren nichtstandesgemäßen Liebhaber meuchelte und sie einmauerte. Über eine kleine Öffnung im Mauerwerk bekam sie so lange Nahrung, bis der Tod sie von ihrem traurigen Schicksal erlöste.


Einmauern war im Mittelalter eine beliebte Bestrafung, doch meistens wurden die so gemaßregelten Personen wieder frei gelassen. Bei einer Burgführung stehen die Baugeschichte der Niederburg und Handwerkstechniken, die beim Bau einer Burg angewandt wurden, im Mittelpunkt. Die Manderscheider Niederburg ist Mittwoch bis Montag von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2 Euro, für Kinder ab 4 Jahre 1 Euro.

Weitere Information: Burgverwaltung Niederburg, Katharina Bohr-Steffens, Niedermanderscheider Str. 1, 54531 Manderscheid, Telefon: 06572/737, https://www.eifel.de/go/regionen-detail/manderscheid.html

Wandern zu den Simons

Die Traumschleife Soonwald führt zu Drehorten der Heimat-Familiensaga.


Die schönen Ausblicke auf den Soonwald mögen der Traumschleife zu ihrem Namen verholfen haben, aber diese Wanderrunde ist vor allem ein Tipp für Verehrer der Heimat-Filme von Edgar Reitz. Selbst im Hunsrückort Morbach geboren, zeichnete der Regisseur die Geschichte der Region detailgetreu und spannend nach und verschaffte dem Landstrich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit Aufmerksamkeit.


Etliche Hunsrückorte liehen dem fiktiven Filmort Schabbach ihre Gebäude. Auch Mengerschied, der Startpunkt der Traumschleifenwanderung, verewigte sich mit den im Tanzsaal der Gastwirtschaft „Zur Wildenburg“ gedrehten Szenen. Der 1900 angebaute Fachwerkbau fungierte in Teil acht der ersten Staffel der Heimat-Filme als Kaisersaal Simmern. Hier lernten sich die Protagonisten der Filme Otto und Maria kennen und auch Paul feierte 1946 im Saal seine Rückkehr aus Amerika.


Der Drehort steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur Evangelischen Kirche, die nach dem großen Brand 1841 erbaut wurde. Damals waren 50 Einwohner wegen der folgenden Hungerjahre gezwungen, auszuwandern. Ein Thema, das im jüngsten Reitz-Heimat-Film aufgegriffen wird. Über die Ravengiersburger Straße führt der Weg aus dem Ort hinaus. Zunächst geht es immer bergauf zur Alten Römerstraße. Dort kann man weit in die Hunsrücklandschaft bis nach Kirchberg schauen. Auch der Hunsrückdom Ravengiersburg lugt mit den Spitzen seines Doppelturmes aus dem Tal. In „Heimat 3“ wird im Hunsrückdom die Taufe von Antons Enkel inszeniert. In der Filmszene ist die ganze Familie Simon versammelt und mit ihr 50 Komparsen aus der Region.


Nun wandern wir bergab in Richtung Sargenroth zur Nunkirche. Sie liegt auf einer Anhöhe zwischen den Simmerbachtal und dem Soonwald direkt am Dorfrand. Die romanische Wallfahrtskirche ist von jeher ein markanter Punkt in der Hunsrücklandschaft. 1896 wurden im Erdgeschoss und 1935 im Chorbogen Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert entdeckt. Auf dem Friedhof der Nunkirche sind die Filmgräber der Heimat-Produktionen zu finden. Hier wurde manche Beerdigung gedreht. Ein Hinweis auf den Grabsteinen erklärt, dass es sich um Attrappen handelt. Besonders das Grab der Familie Simon, um die sich die Handlung in den Heimat-Filmen dreht, kann man sich nicht mehr vom Friedhof wegdenken. Hin und wieder sieht man Fans andächtig vor der Grabstätte an der Friedhofsmauer unter der alten Kastanie stehen.Die Traumschleife Soonwald ist zehn Kilometer lang und startet an Seibels Platz in 55460 Mengerschied. Dort kann man auch parken.

Burg Grimburg und die Hexen

Spannende Zeitreise im Burg- und Hexenmuseum im Tal der Wadrill im Hunsrück


Die Grimburg auf dem Bergsporn zwischen Wadrill und Mühlenbach ist nicht zu übersehen und bei einer Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig nicht nur eine schöne Gelegenheit, mit Forscherdrang in den verwinkelten und geheimnisvollen Ruinenecken herum zu klettern, sondern auch einiges über die historische Entwicklung der Grimburg zu erfahren, die als Verwaltungsburg der Trierer Erzbischöfe einige Jahrhunderte die Geschicke der Region bestimmte.  Es gilt als gesichert, dass die Burg schon vor 1190 erbaut wurde. Noch weiß man nicht, wer die erste Burg erbaute. Da gibt es noch einiges zu untersuchen und viel Arbeit für den Förderverein Burg Grimburg. Seinem großen Einsatz über mehr als 35 Jahre ist es zu danken, dass das Burggelände nicht verfiel, sondern heute für Veranstaltungen im Burghof und romantische Hochzeiten genutzt werden kann.


Vor 1978 ähnelte das Gelände einem Steinhaufen, damals „Grimburger Hund“ genannt. Im Mittelalter war die Grimburg ein eher ungemütlicher Ort. Erst Erzbischof und Kurfürst Johann VII. von Schönenberg ließ die Burgkapelle 1584/85 zweigeschossig ausbauen und heizbare Gemächer für sich herrichten. In seine Regierungszeit fiel auch die erste Welle der unrühmlichen Trierer Hexenverfolgung. Über 200 Frauen und Männer aus dem Bereich des Hochwaldes fanden als vermeintliche Hexen und Hexenmeister den Tod in der Brandhütte. Unter der Folter erpresste man die gewünschten Geständnisse.


Das Burg- und Hexenmuseum in der Hauptstraße 16 in Grimburg ist in einem restaurierten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Das Burgmuseum zeigt in drei Abteilungen die Funde der ehemals kurtrierischen Landesburg aus der fast 20-jährigen Grabungskampagne. Zu sehen sind Keramik und Kacheln, Eisen und Gusseisen, Taken- und Ofenplatten, sowie Sandsteinfragmente. Im Hexenmuseum ist besonders die Rekonstruktion des letzten Hexenprozesses 1630 gegen Maria Sallen aus Schillingen interessant. Dem Jesuitenpater Friedrich Spee als engagiertem Gegner der Hexenprozesse ist ein besonderer Platz gewidmet. Das Burg- und Hexenmuseum in der Hauptstraße 16 in 54413 Grimburg ist am Wochenende von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 1,50 Euro und für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren 1 Euro. Die Familienkarte gibt es für 4 Euro.
Weitere Informationen: http://www.burg-grimburg.de/

Leidenschaft für Pikantes

Eine der ältesten Senfmühlen steht an der Mosel.


Die Moselstadt Cochem ist kulinarisch bekannt für ihren hervorragenden Steillagenriesling sowie Marmelade, Likör und Chutney vom Weinbergspfirsich, aber da gibt es noch eine Spezialität: Senf aus Cochem.


Senfmüller Wolfgang Steffens stellt auf einer der ältesten Senfmühlen nach ausgesuchten und historischen Rezepturen und Verfahren verschiedene Senfsorten her. Der Ursprung der Senfmühle reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Wo genau sie damals stand, ist nicht mehr bekannt. 1931 wurde die Mühle in Belgien restauriert und in Betrieb genommen. Später wurde sie nach Holland verkauft. Dort entdeckte Senfmüller Wolfgang Steffens, eingetragen in die Handwerksrolle Koblenz, dieses technische Denkmal und erwarb es 1997. Die Senfmühle befand sich damals in einem sehr schlechten Zustand. Wolfgang Steffens restaurierte die Senfmühle von Grund auf und unterzog sie einer technischen Generalüberholung. Im April 1999 nahm er die Senfmühle zunächst in Birgel in der Vulkaneifel in Betrieb, zog dann aber nach Cochem um.


Seit Mai 2001 gibt es das produzierende Senfmuseum in Cochem-Cond, direkt an der Moselbrücke. Dort wird die Produktion von feinstem kalt gemahlenen Gourmet-Senf vorgeführt und eine große Auswahl an verschiedenen Senfsorten verkauft. Grundlage für die Herstellung des Senfes sind zwei Original-Rezepte aus dem 15. Jahrhundert und aus dem Jahr 1820. Die Rezepte sind natürlich absolutes Betriebsgeheimnis. Der Senf wird so hergestellt, wie es dem Baujahr der Senfmühle entspricht. Probieren und kaufen kann man zum Beispiel den historischen Senf nach der Rezeptur von 1820. Der Klassiker ist ein mittelscharfer Senf, der zu allen kalten und warmen Speisen passt. Der Mühlen-Senf nach einem Original Rezept aus dem 15. Jahrhundert ist ein süßlicher Senf, wie ihn die Mönche im Mittelalter liebten. Er verfeinert Geflügel- und Wildgerichte sowie den rheinischen Sauerbraten. Zusätzlich gibt es Senfvariationen mit Knoblauch, Honig, Bärlauch und Cayenne-Pfeffer. Die Historische Senfmühle Cochem in der Stadionstraße 1 in 56812 Cochem-Cond hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Halbstündige Führungen finden um 11, 14, 15 und 16 Uhr statt. Erwachsene zahlen für die Führung 2,50 €, Kinder bis 11 Jahre haben freien Eintritt.
Weitere Informationen: Historische Senfmühle, 56812 Cochem-Cond, Stadionstraße 1, Telefon: 02671/607665, http://www.senfmuehle.net/

Kipperbude und Kratersee

Informativer Rundwanderweg durch den Basaltpark Bad Marienberg.


Der Basaltpark ist eines der markanten Wahrzeichen von Bad Marienberg. Die rekultivierten Westerwaldbrüche zwischen Bad Marienberg und dem Stadtteil Zinhain dokumentieren im Basaltpark den Abbau des vulkanischen Gesteines im Westerwald. Der Bau der Eisenbahn zwischen 1885 und 1911 schloss den Hohen Westerwald an die wichtigsten Verkehrsadern an Das führte ab 1905 zu einem verstärkten Basaltabbau, der sich bald zur Basaltindustrie entwickelte und in der Region viele Arbeitsplätze schaffte. In Hochzeiten waren es bis zu 5000 Beschäftigte. Bis in die 1970er-Jahre sank diese Zahl allerdings wieder auf 300. 1975 schloss die Basalt-AG Linz die Westerwaldsteinbrüche.


Vor dem Ersten Weltkrieg war die hohe Beschäftigungszahl von der im Basaltabbau vorherrschenden Handarbeit bestimmt. In den Kipperbuden, die vor 1925 üblich waren, kann man sich heute über die schweren Arbeitsbedingungen und den kargen Lohn der Arbeiter informieren. Die Kipperbuden hießen so, weil die Arbeiter (Steinkipper) die Steine bei der Herstellung der Pflastersteine mehrfach drehen und wenden mussten, also hin und her kippten. Die Buden konnten ohne viel Aufwand vor der Bruchwand versetzt werden. Gleichzeitig boten sie einen guten Wetterschutz. Zu jener Zeit konzentrierte man sich auf die Gewinnung von Basaltsäulen, Wasserbausteinen für den Deichbau und die Landgewinnung an der Nordsee sowie auf die Herstellung von Pflastersteinen. In den 1950er-Jahren wurden die beladenen Kipploren auf einer Bockbahn mit einer Elektrowinde nach oben gezogen.


Auf einem ganzjährig begehbaren Rundweg werden die im Westerwald am häufigsten vorkommenden Gesteine – zum Beispiel beeindruckend hohe Basaltsäulen oder der seltene Kugelbasalt – vorgestellt. Über den Kratersee hat man eine gute Sicht auf die steil abfallende Bruchwand. Im Kompressorenhaus sind Werkzeuge und Geräte ausgestellt.


Den Basaltpark erreicht man in Bad Marienberg über die Bismarckstraße in Richtung Stadtteil Zinhain. Der südliche Eingang befindet sich rund 500 Meter von der Ecke Bahnhofsstraße/Bismarckstraße auf der rechten Seite. Das Informationsgebäude hat von Mai bis Ende September mittwochs und an den Wochenenden von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen sind auf Anfrage unter Telefon: 02661/7031 möglich.

Weitere Informationen: www.badmarienberg.de

Toskana der Eifel

Auf dem Traumpfad Bergheidenweg unterwegs zu den Wacholderheiden.


Üppige Heidelandschaften auf den sanften Hügelkuppen gehörten noch bis ins frühe 19. Jahrhundert zum typischen Landschaftsbild in der Osteifel. Diese entstanden durch die über Jahrhunderte praktizierte Niederwaldwirtschaft. Für die Schafe und Ziegen war der harzige und nadelige Wachholder keine Delikatesse und konnte sich ungehindert ausbreiten. Heute gibt es auf den Höhen um Arft wieder eine solche Heidelandschaft mit Wacholder und Wildrosen. Dazwischen wachsen Besenginster und Heidekraut. Die meist dichten Wacholderbestände sind teilweise bis zu drei Meter hoch, wie man es sonst nur am Mittelmeer kennt. So bekam dieser Landstrich auch den Beinamen „Toskana der Eifel“.


Nachdem nach dem zweiten Weltkrieg der landwirtschaftliche Nebenerwerb in der Eifel zurückging, breiteten sich zwischen den Wacholdern Ginster, Buchen, Kiefern, Fichten, Vogel- und Mehlbeeren, Weißdorn, Wildapfel sowie Wildkirsche aus und drohten den Wacholder zu vernichten. 2005 startete das LIFE-Projekt „Schutz und Pflege der Wacholderheiden der Osteifel“, das die Sicherung des Bestandes der Heideflora zum Ziel hatte. Seit Abschluss des Projekts 2010 betreuen die Stiftung Natur und Umwelt in Mayen und die Wacholderwarte die Heidelandschaft. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal brütende Heidelerchen im Borstgras der rekultivierten Heideflächen entdeckt. Erleben kann man diese wiedergewonnene Landschaft auf dem Traumpfad „Bergheidenweg“. Dieser rund zehn Kilometer lange Rundweg führt auf Wegen mit südlichem Flair entlang der Nette und des Selbachs zu wunderschönen Aussichten auf die Eifel.


Der Weg kann auch mit dem Traumpfad Wacholderweg kombiniert werden. Die Wanderung startet am Parkplatz der Wintersportanlage unweit von Arft und führt durch eine offene Heidelandschaft in das Naturschutzgebiet Heidbüchel. Urwüchsige Kiefern säumen den Pfad durch die typische Sand- und Heidevegetation. Am Gipfel des Heidbüchels angekommen, belohnt ein einzigartiger Ausblick den Aufstieg. Beim Abstieg durch den Wald zweigt ein Weg zum benachbarten Traumpfad „Wacholderweg“ ab. Hinter dem kleinen Dörfchen Netterhöfe wird die Nette überquert und der Wanderweg folgt dem Flüsschen ins Tal. Im Selbachtal geht es entlang des plätschernden Baches aufwärts durch den Wald und später auf Feldwegen bis zu einer Schutzhütte, von wo sich ein atemberaubendes Panorama bietet. Durch die Wacholderlandschaft des Dr. Heinrich Menke Parks, ein etwa 23 Hektar großes Naturschutzgebiet am Westhang des Raßberges, geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Weitere Informationen: www.traumpfade.info

Die Aussichtsterrasse der Weinstraße

Auf den Spuren der königlichen Familie Ludwig I. rund um die Villa Ludwigshöhe.


Königin Therese, die Gemahlin König Ludwig I. von Bayern pflegte die Kutsche zu nehmen, wenn sie von der Villa Ludwigshöhe nach Rhodt zum evangelischen Gottesdienst unterwegs war. Die Rhodter Bürger scheinen sie gemocht zu haben, denn sie benannten die bilderbuchhafte Kastanienallee, durch die Königin Therese so gern fuhr, in Theresienstraße um. In der Georgskirche ist ihr Sessel noch heute mit eingewebten „T“ und Krone zu sehen.


Königinnen sieht man heute zwar nicht mehr von der Villa Ludwigshöhe kommen, dafür Nordic-Walker, die auf der blauen Strecke des Nordic-Walking-Zentrums „Alte Rebschule“ unterwegs sind. Insgesamt drei Routen umkreisen das Schloss „Villa Ludwigshöhe“. Darunter auch die leichte, 4,5 Kilometer lange „Königin-Therese-Tour“, auf der man mit oder ohne Stöcke durch die Weinlage Rhodter Schlossberg und über den Klosterpfad mit Ausblicken auf die Burgenlandschaft der Haardt sowie auf die Rheinebene wandern oder walken kann. Die Weintradition des Ortes ist nicht zu übertreffen, steht doch in Rhodt der älteste Weinberg Deutschlands. Er ist rund 400 Jahre alt.


Den Jagdwegen des Prinzregenten folgt ein rund sechs Kilometer langer Wanderweg, der auch als Nordic-Walking-Strecke ausgeschildert ist. Er beginnt an der Talstation der Rietburgbahn und führt auf breiten Spazierwegen entlang des Triefenbaches im Biosphärenreservat Pfälzerwald zum Hirschweiher. Der in den 1950er-Jahren angelegte Stauweiher wird vom Bach und vom Hilschwasserfall mit Wasser versorgt und kann mit Booten befahren werden.


Am Pfälzerwald-Wanderheim Hüttenbrunnen führt der Weg durch das Edenkobener Tal wieder in Richtung Villa Ludwigshöhe zum Ausgangspunkt zurück. Per Sesselbahn schwebt man ganz bequem auf die Rietburg. Zu Fuß nimmt man den blau markierten Hohlweg und kann am Aussichtspunkt einen schönen Blick über die Rheinebene genießen. König Ludwig soll diesen Platz als „Schönen Punkt“ bezeichnet haben. So heißt er heute noch. Nach rund einer dreiviertel Stunde hat man die Serpentinen hinauf zur 550 Meter hoch liegenden Burg bewältigt. Hier kann man einkehren und hat eine noch bessere Sicht ins Land, die nur noch von dem Rundumblick vom Ludwigsturm auf dem über 600 Meter hohen Blättersberg übertroffen wird. Vom im 19. Jahrhundert erbauten 15 Meter hohen Aussichtsturm sieht man im Süden bis in die Vogesen und im Norden bis zu den Ausläufern des Odenwaldes.

Weitere Informationen: Tourismusbüro Südliche Weinstraße Edenkoben, Poststr. 23, 67480 Edenkoben, Tel. 06323/959222, www.suedlicheweinstrasse.de

Der Scharfsinnige von Veldenz

Ein neuer Moselsteig Seitensprung „Graf Georg Johannes Weg“ führt in die Geschichte der Grafen von Veldenz.


Das ehemalige gräfliche Schloss Veldenz war einst die größte Burg an der Mittelmosel, bis es 1681 von den Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. zerstört wurde. Die weitläufige Ruine liegt in einem bei Mülheim abzweigenden Seitental der Mosel oberhalb des Ortes Thalveldenz auf hohem Bergsporn. Obwohl nur wenige Gebäude wieder aufgebaut wurden, ist die Wehrhaftigkeit der früheren Burg noch deutlich zu erkennen. Im prächtigen Rittersaal zeigen die Wittelsbacher Fürsten des Fürstentums Pfalz-Veldenz Flagge. Das sind zum Beispiel: Ruprecht „Der Veldenzer“, Georg Johannes „Der Scharfsinnige“ und Leopold Ludwig „Der Letzte“. Der berühmteste und wohl auch klügste Veldenzer Graf war Graf Georg Johannes I., vor allem, weil er 1563 eine Tochter König Gustavs I. von Schweden heiratete. Grund genug einen Moselsteig Seitensprung nach ihm zu benennen.


Die interessante Familiengeschichte wird auf dem rund 14 Kilometer langen Rundweg immer wieder thematisiert. Los geht es mitten in Veldenz in der Nähe der Villa Romana. Vom Ortsrand führt der Sonnenweg ins Tal und oberhalb des plätschernden Mühlgrabens in den Wald. Nach einem steilen Anstieg gibt es eine schöne Aussicht vom Runder Hammer Felsen und gar nicht weit davon auch vom Langer Hammer Felsen. Durch Nadel- und Eichenwald geht es im Auf und Ab ins Hinterbachtal. Über zwei eigens für den Seitensprung gebaute Stege führt der Weg kurvenreich durch den Wald. Am Hinterbach standen früher einige Mühlen. Von der Kaffeemühle sind Gebäude und Mühlrad noch zu sehen. Auf der Höhe der Heidemauer sind die Überreste einer keltischen Fliehburg zu sehen. Entlang des Steinwalls geht es bergab und schließlich entlang des Kalmbaches nach Thalveldenz. Von hier führt ein Weg zum Schloss Veldenz. Über Forstwege geht es wieder bergauf und zu den felsigen Aussichtspunkten „Rittersturz“ und „Josephinenhöhe“. Ein Pfad mit bringt die Wanderer schließlich in vielen Kehren wieder an den Ausgangspunkt zurück.


Schloss Veldenz kann nur an bestimmten Tagen besichtigt werden. Die nächste Führung findet am Samstag, 25. Juli, um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist der Alte Burgweg am untersten Tor. Die Führung dauert ca. zwei Stunden. Erwachsene zahlen 5 Euro Eintritt, Kinder bis zu einer Schwertlänge haben freien Eintritt. Am 25. Juli findet in Veldenz auch das Heimat- und Weinfest statt.

Weitere Informationen: Schloss Veldenz, 54472 Veldenz, Telefon: 0651/40 63 6, http://www.veldenz-mosel.de/index.php?page=Touristinformation

Vom Kloster zum Hunsrückdom

Die St. Christophorus Kirche schmückt die Landschaft und hat eine bewegte Geschichte.


Auf steilem Fels ragen die Doppeltürme der Kirche St. Christophorus aus dem grünen Tal. Sie ist der prächtige Rest des einstigen Augustiner-Chorherren-Stifts. Rundherum stehen Hunsrückhäuser mit Schieferdächern und Fachwerkfassaden am Klosterberg. Der Ort Ravengiersburg soll seinen Namen von Ravengar, einem Edlen der Trechirgauers aus fränkischem Stamm erhalten haben. Der Franke baute im 10. Jahrhundert eine Burg über der Simmer. 1074 schenkten die letzten, kinderlos gebliebenen Besitzer die Burg dem Erzbistum Mainz. In der Schenkungsurkunde soll übrigens zum ersten Mal das Wort „Hunsrück“ schriftlich festgehalten worden sein. Die ursprünglich romanische Kirche entstand um das Jahr 1160 und muss eine dreischiffige Basilika gewesen sein. Sie hatte etwa die Länge der heutigen Kirche und war an die Doppeltürme des Westwerks angebaut. Die Entstehung des Kreuzganges geht auf das Jahr 1487 zurück.


Das Kloster war begütert, wirtschaftete gut und genoss bis ins 15. Jahrhundert seine Blütezeit mit ansehnlichem Wohlstand. Zum Kloster gehörten allein rund 14 500 Hektar Land von der Nahe bis zur Mosel. Die Reformation beendete diese guten Zeiten für die Mönche, die auch zum benachbarten Frauenkloster oft mehr als nur geistliche Beziehungen gepflegt haben sollen. Pfalzgraf Georg von Simmern jagte sie 1566 davon und setzte im Kloster eine weltliche Führung ein. Doch als 1699 die Fürsten von Kurpfalz herrschten, wurden in St. Christophorus auch wieder katholische Messen gelesen.


Im Laufe der Geschichte mehrfach abgebrannt und zerstört, wurde die Kirche immer wieder aufgebaut. Von der mittelalterlichen Klosteranlage hat das doppeltürmige 42 Meter hohe Westwerk mit seinen schönen Reliefs und Plastiken alle Wirren der Zeit überdauert. Der Hochaltar mit der Kreuzigungsgruppe ist aus dem Jahre 1722, die prächtige Orgel entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Unversehrtheit und die Geschlossenheit der architektonischen Anlage machen sie zu einem der bedeutendsten Bauwerke des 12. und 13. Jahrhunderts zwischen Nahe, Mosel und Mittelrhein. Respektvoll wird sie auch als Hunsrückdom bezeichnet.

Weitere Informationen zum Hunsrück

Aussichtsreiche Rheinrunde

Die Stahlbergschleife ist ein neuer Rundweg am RheinBurgenWeg.


Viele berühmte Persönlichkeiten haben Bacharach besucht, darunter Victor Hugo, Clemens Brentano und Achim von Arnim. Die Weinstadt wird oft als das heimliches Zentrum der Rheinromantik bezeichnet. Das Städtchen beeindruckt mit einer noch weitgehend intakten Stadtmauer mit Wehrgängen und Türmen. Rund um die alte Pfarrkirche St. Peter sind schöne Fachwerkbauten gruppiert, die wie das „Alte Haus“ zu den bekanntesten mittelalterlichen Fachwerkhäusern am Rhein zählen. Viele Künstler und Literaten haben Bacharach in Bild und Schrift verewigt. Ein Bummel durch die Altstadtgassen zum Malerwinkel, zur Burg Stahleck oder zur gotischen Wernerkapelle sind Höhepunkte einer jeden Rheinreise.


Rheinsteig und RheinBurgenWeg führen durch Bacharach. Jetzt gibt es auch einen neuen Rundwanderweg. Die 12,7 Kilometer lange Stahlbergschleife wurde von den Experten des Deutschen Wanderinstituts als exzellenter Weg eingestuft. Der Rundweg startet im Malerwinkel von Bacharach, einem der romantischsten Bereiche des historischen Stadtkerns. Steil geht es mit einem Abstecher zur Wernerkapelle hinauf zur Burg Stahleck. Die denkmalgeschützte Ruine steht malerisch im Hang. Auf der Terrasse der Jugendherberge auf Burg Stahleck ist eine erste aussichtsreiche Rast möglich.


Die Stahlberg-Schleife führt hinter der Burg weiter den Hang hinauf und danach weiter ins Steeger Tal und durch ein Tiergehege. Immer wieder hat man die Ruine von Burg Stahlberg im Blick. Über eine schmale Holzbrücke gelangt man ins Innere der Burgruine. Nach dem Aufstieg auf das Hochplateau strebt die Stahlberg-Schleife wieder dem Rhein und der Heinrich-Heine-Höhe mit einem grandiosen Blick auf Bacharach und ins Rheintal zu. Beim Abstieg über den Orionsteig, benannt nach dem hier vorkommenden Schmetterling, geht es entlang alter Stadtmauerreste und Wehrtürme hinab in die Altstadt mit vielen Einkehrmöglichkeiten.

Weitere Informationen: Romantischer Rhein Tourismus GmbH, An der Königsbach 8, 56075 Koblenz, Telefon: 0261/9738470, http://www.romantischer-rhein.de

Leininger Lewwerknepp

Ausflug ins Mittelalter an den Pfälzer Haardtrand in ein romantisches Weindorf mit Burg und Museen.


Eine der schönsten Geschichten, die in der Pfalz umgehen, ist die von der sagenhaften Eva, der Burggräfin von Neuleiningen. Sie spielt während des Bauernkrieges im 16. Jahrhundert. Damals erwiesen sich die Bauern als echte Pfälzer. Obwohl sie eigentlich die Burg plündern wollten, um ihre schlechten Lebensbedingungen zu verbessern, nahmen sie stattdessen die freundliche Einladung der Gräfin zum Festschmaus an. Die Burg blieb verschont. Wahrscheinlich gab es Lewwerknepp und Zwiewelkuche. Damals war Neuleiningen schon 300 Jahre alt. Friedrich III. von Leiningen hatte den Ort gegründet. Innerhalb seines Ringwalls siedelten sich bald Handwerker und Dienstleute an. Das Dorf wuchs, es bekam 1364 die Stadtrechte und wurde zur größten Festung der ganzen Region. Erst 1690 zerstörten im Pfälzischen Erbfolgekrieg französische Truppen die Festung.


Neuleiningen liegt im nördlichen Teil des Landkreises Bad Dürkheim. Das Burgdorf ist zudem Ziel der ersten Etappe des 172 Kilometer langen Wanderwegs Pfälzer Weinsteig, der bis zum Deutschen Weintor in Schweigen-Rechenbach führt. Im schönen Burg- und Weindorf gibt es zwei Museen, die sich in ihrer Thematik ergänzen. Das „Museum im Burgturm“ im südöstlichen der vier Türme der Kastellburg beschäftigt sich mit dem Thema: „Burg und Stadt Neuleiningen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“. Dort erfahren die Besucher einiges über die ersten Grafen von Leiningen und zum  Thema „Burgenbau“. Im Obergeschoss spielen der Bischof von Worms Reinhard von Rüppurr, der sich eine Zeit lang auf der Burg aufhielt, Graf Hesso, der Neuleiningen im 15. Jahrhundert in eine Blütezeit führte, und Gräfin Eva die Hauptrolle.


Das „Museum an der Münze“ in der Kirchengasse 6 zeigt das Leben von der frühen Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert. Wichtigstes Exponat ist das Haus selbst. Auch Funde aus dem Mainzer Becken – ein Haifischgebiss,
ein Mammutzahn und viele andere Relikte der Tierwelt – sind hier zu sehen. In einem Zimmer mit schöner Stuckdecke wird eine Auswahl aus der Produktion der „Neuleininger Steingutfabrik Jacobi, Adler & Co.“ gezeigt.
Von April bis Oktober haben das Museum an der Münze an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat und das Museum im Burgturm an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Burgschänke hat täglich von 12 bis 14 Uhr (außer samstags) und 18 bis 24 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: Touristinformation Verbandsgemeinde Grünstadt-Land Haus der Deutschen Weinstraße, Weinstraße 91b, 67278 Bockenheim Telefon: 06359/8001820, http://www.deutsche-weinstrasse.de/

Fleckenmauer und Hinkelstein

Spaziergang auf der ältesten Stadtbefestigung Rheinhessens im Wonnegau.


Die Doppelgemeinde Flörsheim-Dalsheim liegt im Wonnegau, dem südlichen Teil des rheinhessischen Tafel- und Hügellandes. Von den Römern wurde die Region „Civitas Vangionum“ genannt. Aus diesem lateinischen Begriff ist im Laufe der Zeit das Wort „Wonnegau“ entstanden. Gegründet wurden die beiden Ortsteile Dalsheim und Flörsheim wahrscheinlich im 6. Jahrhundert. Nachdem die Franken die Alemannen besiegten, ließen sich die fränkischen Krieger in der Region nieder und gründeten sogenannte Heime. Ein gewisser Dagolf ließ sich mit seiner Sippe in Dalsheim nieder, das aus diesem Grund früher Dagolfesheim genannt wurde und Flarides gründete Fletersheim, Fleresheim, später Niederflörsheim.


Nicht nur die Franken wussten, wo es angenehm zu leben ist. Schon seit 7000 Jahren ist die Gegend besiedelt. Darauf weist zum Beispiel der steinzeitliche Hinkelstein hin, der im Schlossgut in Monsheim steht. Schon um 766 spendeten Bewohner dieser Region für ihr Seelenheil Ackerflächen und Weinberge, die verschiedene Klöster und Kirchen zu Miteigentümern an den Ortschaften machten. Diese belegen heute die frühe Entwicklung des Weinbaus in Flörsheim-Dalsheim.


Der Dreißigjährige Krieg, Hungersnot, Pest und der pfälzische Erbfolgekrieg des französischen Sonnenkönigs setzen den Orten schwer zu und vernichteten die meisten Spuren aus der Zeit vor 1600. Geblieben sind nur einige Fachwerkhäuser, der Wohnturm im Ortsteil Flörsheim sowie die beiden Kirchtürme am Römer.


Umso stolzer ist Flörsheim-Dalsheim auf seine Fleckenmauer. Sie ist die einzige erhaltene mittelalterliche Ortsbefestigung in Rheinhessen. Die vermutlich zwischen 1470 und 1490 errichtete Mauer umgab den einstigen Flecken Dagolfesheim. Die über einen Kilometer lange aus unbehauenen Kalksteinen erbaute Mauer, deren höchste Stelle rund zehn Meter hoch ist, hat sieben Türme. Auf einem markierten Rundweg kann die Mauer selbständig erkundet werden. Den Schlüssel zum Obertorturm gibt es bei den benachbarten Weingütern Strubel und Kiefer „Am Obertor“. Von Mai bis Oktober beginnt „Auf dem Römer“ im Ortsteil Dalsheim an jedem Samstag um 17 Uhr die ca. zweistündige offene Führung „Spaziergang entlang der Fleckenmauer“. Die Teilnahme kostet pro Person 2 Euro.

Weitere Informationen: Rheinhessen-Touristik GmbH, Friedrich-Ebert-Straße 17, 55218 Ingelheim am Rhein, Telefon: 06132/44170; http://www.rheinhessen.de/

Mönch Felix im Moselland

Kurze Wanderroute mit Dschungelpfad an der Terrassenmosel.


Ein Mönch gab dem Aussichtsturm hoch über dem Moselort Niederfell den Namen. Als Mönch-Felix-Hütte gilt der Turm als einer der schönsten Aussichtspunkte ins Moseltal und auf die am anderen Moselufer über Kobern-Gondorf gelegenen Niederburg und zur Oberburg mit der spätromanischen Matthiaskapelle.


Felix, ein Mönch aus dem Morgenland, kam nach 40-jähriger Pilgerschaft im Jahre 70 nach Christus in diese Gegend. Einer Sage nach leitet sich der Ortsname „Fell“ von Felix ab, der in einer Hütte über dem Dorf gewohnt und im heute noch „Münichsberg“ genannten Hang den ersten Wein angebaut haben soll. Gesichert ist nur, dass die Kirche im „Pfaffenland“, wie man das unterste Stück der Untermosel nannte, große Besitzungen hatten.


Mehr als 30 Kilometer beschilderte Wanderwege führen durch die Wälder, über die Feldhöhen, an Weinbergen und Talhängen entlang. Das Tal des Aspelbaches bildet das weitläufige Wanderparadies, das als Niederfeller Schweiz bekannt ist. Von den Höhen gibt es herrliche Weitblicke zum nahen Maifeld bis zu den Höhen der Eifel und von den Hangwegen überraschende Einblicke ins Tal der Mosel sowie auf deren Seitentäler.


Wasser, Wald und Weitsicht prägen auch den rund 13 Kilometer langen Traumpfad und Premiumwanderweg „Schwalberstieg“. Die Tour beginnt in der Nähe der Linkemühle in Niederfell und führt ins stille Aspeler Bachtal zu Waldbächen und schroffen Felsklippen. Auf dschungelähnlichen Pfaden mit krumm gewachsenen Bäumen geht es in das ruhige Schwalberbachtal und durch Buchenhochwald zur Röder-Kapelle. Nach dem nächsten Aussichtspunkt „Hitzlay“ beginnt die kurzweilige Wanderung an der Hangkante mit schönen Ausblicken bis zum hölzernen Aussichtsturm „Mönch-Felix-Hütte“. Hinter dem Turm zweigt der Nachtigallenpfad ab, der die Wanderer in steilen und engen Serpentinen wieder ins Tal und an den Ausgangspunkt der Tour zum Gasthaus „Zur Linke Mühle“ bringt. Dort kann man zudem kostenlos parken. Zum Bahnhof Kobern-Gondorf müssen 15 Minuten Gehzeit einkalkuliert werden. Ein Fußweg führt in zehn Minuten in die Ortsmitte von Niederfell.

Weitere Informationen: Tourist-Information Sonnige Untermosel, Moselstraße 7, 56332 Alken, Telefon: 02605/8472736, http://www.sonnige-untermosel.de/

Kühle Schlucht im Karlsbachtal

Kleine Wanderung im romantischen Tal und Erfrischung im Wildbach.


An warmen Sommertagen tut Bewegung auch gut. Zum Beispiel bei einer kleinen Wanderung, die allerdings nicht unbedingt steil bergan oder über baumlose Feldwege führen sollte. Eine schöne Tour führt durch die wildromantische Karlsbachschlucht bei Trippstadt in der Pfalz. Trippstadt liegt mitten im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Mischwälder und die Mittelgebirgslage von 300 bis 600 Metern Höhe sorgen für ein mildes Reizklima mit viel sauerstoffreichen Luft. Das Karlstal ist eines der schönsten Wanderziele im Pfälzerwald. Direkt am Bach entlang führt der Weg, der über mehrere kleine Holzbrücken von einer zur anderen Seite wechselt. Beliebtes Fotomotiv ist ein kleiner hölzerner Pavillon, der mitten in der Schlucht steht.


Die Moosalbe plätschert und gurgelt als Wildbach um die Steine und Äste im Bachbett. Das dichte Blätterdach des Buchenwaldes sorgt für angenehmen Schatten. Der kurpfälzisch-bayrische Gartenbaumeister Friedrich Ludwig von Sckell, der 1790 mit der Umgestaltung und Erweiterung des Trippstadter Schlossgartens zu einem Landschaftspark im englischen Stil unter Einbeziehung der Karlstalschlucht beauftragt wurde, lobte das Karlstal schon damals als eines der schönsten Täler, die er je gesehen habe. Eine Eisentafel am Eingang zum Karlstal erinnert an den Besuch des Bayernkönigs Ludwig I, des Großherzogs Ludwig III von Hessen und der Erzherzogin Hildegard von Österreich nebst hohem Gefolge, die am 9. August 1862 im Karlstal spazieren gingen.


Bester Ausgangspunkt für eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Karlstal ist die 200 Meter talabwärts gelegene Wilensteiner Mühle. Am Mühlenteich vorbei erreicht man über eine Brücke einen markierten Zugangsweg. Von 1842 bis 2013 war die Mühle im Besitz der Familie Klug und heißt deshalb „Klug'sche Mühle“. Wer eine größere Runde drehen will, kann die Wanderung auch am Parkplatz im Zentrum von Trippstadt beginnen und aus einer der zahlreichen Routen auswählen, die unter anderem an der Burgruine Wilenstein vorbeiführen. Diese wurde im 12. Jahrhundert von den Grafen von Saarwerden erbaut. Durch die Karlstalschlucht führt zudem der „Pfälzer Waldpfad“.In der Klug’schen Mühle mit Parkmöglichkeiten, Spielplatz und Fischteich in der Karlstalstraße 1 gibt es gutbürgerliche Küche und kühle Getränke. Sie hat von Dienstag bis Sonntag von 11.30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: Tourist Information, Luftkurort Trippstadt, Hauptstraße 26, 67705 Trippstadt, Telefon: 06306/341, http://www.pfaelzerwald.de/

Wiesensee im Wällerland

Segeln, Surfen und Schwimmen im Westerwald.


In der Ferienregion WällerLand liegt zwischen den Orten Stahlofen, Pottum und Winnen der Wiesensee. Der 80 Hektar große See, der zur Westerwälder Seenplatte gehört, wurde 1971 auf dem Sumpfgebiet „Seewies“ aufgestaut und schmückt seither die Westerwälder Landschaft. Das Wasser dazu lieferten die beiden Hüttenbach und Seebach. Einst als Hochwasserrückhaltebecken und für die Fischzucht angelegt, ist der Wiesensee heute zum größten Teil für Segler, Surfer und Schwimmer freigegeben. Nur ein kleiner Bereich im Naturschutzgebiet „Seebachtal“ ist davon ausgenommen.


Am Palzhahn in der Nähe des Ortes Pottum am nordöstlichen Seeufer gibt es ein schönes Naturfreibad mit großer Liegewiese, Kinderspielplatz, Umkleide, Kiosk und kostenlosen Sanitäreinrichtungen. Eine Uferpromenade und ein Segelhafen sorgen in Pottum zusätzlich für maritimes Flair. In Stahlofen am westlichen Seeufer kann man auf dem Campingplatz sein Zelt aufschlagen und natürlich auch im See baden. Ein bewirtschaftetes Floß lädt zu Seerundfahrten ein.


Am See beginnen mehrere Rundwanderstrecken wie zum Beispiel der „Grüne Steig“ und der „Seenweg“. Auch der Einstieg in den Westerwald-Steig ist an mehreren Punkten möglich. Außerdem kreuzt am Wiesensee der Rheinland-Pfalz-Radrundweg die Westerwälder Radwege.


Auf der Winner Seite liegt ein 18-Loch-Golfplatz direkt am See und auf der Terrasse des Cafés „Seewies“ schmeckt der Kaffee bei uneingeschränkter Aussicht über den Wiesensee besonders gut. Hier hat auch die Touristinformation WällerLand ihren Sitz.
Am Sonntag, 5. Juli, sind die Kräuterwindspezialisten von 13 bis 17 Uhr rund um die Tourist-Information am Wiesensee wieder zu den regelmäßig stattfindenden Verkostungstagen zu Gast. Sie bieten nicht nur Beratung zu Kräutern an, sondern bringen auch Rezepte mit.

Weitere Informationen: Tourist-Information WällerLand am Wiesensee, Winner Ufer 9, 56459 Stahlhofen a.W., Telefon: 02663/291494, www.westerwald.info

Baden im Vulkan

Naturfreibäder in den Maaren verbinden Badespaß mit Naturerlebnis.


Zugegeben, es gibt Bundesländer, die wesentlich mehr Badeseen haben als Rheinland-Pfalz. Aber wo kann man schon sagen, dass man in einem Vulkan geschwommen ist? In der Vulkaneifel ist das gleich mehrfach möglich, denn einige Maare haben wunderschöne Naturfreibäder. Am 21 Fußballfelder großen Schalkenmehrener Maar gibt es eines davon. Es ist das größte der drei Dauner Eifel-Augen. Hier kann man nicht nur baden, sondern auch Boot fahren, Surfen, Segeln und Angeln.


Im größten Maartrichter der Eifel liegt das Naturfreibad Meerfelder Maar. Am Meerfelder Maar mit seinem weiß blühenden Seerosenteppich und den mit Schilf und Weiden bestandenen Ufern fühlen sich viele Wasservögel wohl. Auch hier darf man Boot fahren und Angeln. Beeindruckend ist der Blick vom Aussichtsturm „Landesblick“ auf das 200 Meter tiefer liegende Maar. Im Süden schmiegt sich das hübsche Örtchen Meerfeld an die steilen Hänge.


Im dichten Buchenwald liegt das Gemündener Maar mit etwa sieben Hektar Wasserfläche. Es ist das kleinste Maar der Eifel, aber stolze 38 Meter tief. Hier gibt es sogar einen 7,5 Meter hohen Sprungturm. Mit dem Boot kann man die Röhrichtzonen entdecken. Nur Angler werden nicht viel Glück haben, denn der geringe Nähstoffgehalt genügt nur einigen wenigen Fischarten.


Fast kreisrund und mit tief blauem Wasser ist das Pulvermaar bei Gillenfeld ein besonders schöner Anblick. Mit 74 Meter Wassertiefe gehört es zu den tiefsten Seen Deutschlands. Liegewiesen, Nichtschwimmer- und Planschbecken, ein Drei-Meter-Sprungturm und ein Ruder- und Tretbootverleih garantieren besten Badespaß. Direkt am Maar gibt es auch einen Campingplatz.
Eintritt: Naturfreibad Schalkenmehrener Maar, Gemündener Maar und Pulvermaar Erwachsene 3 Euro, Kinder bis 16 Jahre 1,50 Euro; Meerfelder Maar, Erwachsene 2 Euro, Kinder ab 6 Jahre 1 Euro.

Weitere Informationen: Informationen: GesundLand Vulkaneifel GmbH, Leopoldstraße 9 a, 54550 Daun/Vulkaneifel, Telefon: 06592/951370.  http://www.gesundland-vulkaneifel.de/


Whisky und Eis

Spaziergang durch die Stadt der der Fürsten und Gerber.


Ein Spaziergang durch die Kirner Innenstadt führt rund um den Marktplatz zu Gebäuden aus fünf Jahrhunderten. Nicht nur die vielen Fachwerkhäuser, sondern auch die herrschaftlichen Bauten der Fürstenfamilie von Salm-Kyrburg, die unter dem Hofbaumeister Johann Thomas Petri erbaut wurden, machen den Ausflug in die Kirner Geschichte interessant.


Die Walkfässer und das letzte Gerberhaus im Stadtzentrum erinnern an die Blütezeit der Lederindustrie in der Region. Vom plätschernden Marktbrunnen schaut die Skulptur des Drachentöters Georg auf die Gäste in der Gelateria Venezia, denn in Kirn hat auch das italienische Eis Tradition. Opa Augusto und Oma Adalia eröffneten hier 1955 ihr erstes Eiscafé und gaben ihre Rezepturen an die Kinder weiter. Gegenüber im „Haus Kölsch“ trank schon 1799 der berüchtigte Schinderhannes das gute Kirner Bier. Zu dieser Zeit war das 1540 erbaute Fachwerkhaus bereits stattliche 259 Jahre alt. Fast vier Jahrhunderte später wurde das schöne Art-déco-Haus auf der östlichen Seite des Platzes gebaut. An seiner Fassade prangt eine Büste des Gottes Merkur.Auf moderat ansteigendem Weg gelangt man zur Kyrburg, dem Wahrzeichen der Stadt, das im Sommer zur Freilichtbühne für Musik und Theater wird. Von der gepflegten Ruine hat man eine wunderbare Aussicht ins Nahetal. Im Kellergewölbe neben dem Restaurant gibt es ein Whiskymuseum. 3500 Flaschen mit Whisky aus 50 Ländern kann man im Whisky-Museum von Horst Krull bestaunen. Das Museum kann nach telefonischer Voranmeldung besichtigt werden (Telefon: 06752/91190). Dort kann man sich auch für die Tastings anmelden, denn hier wird Whisky nicht nur gesammelt, sondern auch getrunken. Übers Jahr finden mehrere Tastings zu verschiedenen Themen statt. Dabei erfährt man alles über den Geist, der im Whisky steckt.


In Kirn beginnt auch der Wanderweg „Soonwaldsteig“, der von hier auf seiner ersten Etappe aus dem lieblichen Nahetal in die ursprüngliche Natur des Soonwaldes, vorbei an den Quarzitklippen in Kallenfels zum Schloss Wartenstein und durch das Hahnenbachtal nach Bundenbach führt.
Weitere Informationen: Kirner Reise- und Verkehrsbüro, Pavillon am Bahnhof, 55606 Kirn, Telefon: 06752/93400, www.naheland.net

Klettern und Schlemmen im Morgenbachtal im Soonwald

Wo findet man mitten im Wald Ruhe und Abenteuer zugleich? Der Ort Daxweiler liegt am Fuße des Salzkopfes im Soonwald. Für Wanderer ist die Lauschhütte ein beliebter Einkehrplatz. Das war nicht immer so. Im 18. Jahrhundert diente sie als Unterkunft und Aufenthaltsort für Waldarbeiter. Heute ist es fast eine Beleidigung sie „Hütte“ zu nennen, denn es ist ein respektables Forsthaus mit urigem Ambiente und mehreren, gemütlich eingerichteten Räumen.


Sobald die Sonne lacht, sitzt man draußen im Biergarten, denn an der frischen Luft ist der Appetit am größten. Das macht sich vor allem Donnerstags bezahlt, wenn die Küche Kartoffelpuffer nach Großmutters Art satt anbietet. Diese sind, serviert mit Apfelmus, Kräuterquark, Lachs oder Camembert so lecker wie groß, sodass der Nachschlag eine echte Herausforderung darstellt. Die Speisekarte verspricht zudem regionale Gerichte und Produkte aus biologischem Anbau, mit viel Wild und Wein aus Rheinhessen und von der Nahe.


Direkt neben der Lauschhütte dreht sich alles um das Klettern. Dreifach gesichert kann man je nach Mut und Kondition zwischen verschieden schwierigen Strecken wählen. Schon auf dem Kinderspielplatz übt man sich am einen Meter hohen Kletterturm im Bouldern. Der „Nicht-den-Boden-Berühr-Parcours“ auf der Wiese fordert die Kleinsten heraus. Eine fest installierte Geocaching-Route mit Start an der Lauschhütte kann man sich im Internet ausdrucken (www.opencaching.de). Das GPS-Gerät dafür muss selbst mitgebracht werden.


In der Lauschhütte gibt es aber auch eine Schatzkarte, die ganz ohne GPS auskommt. Neu ist ein 1,5 Kilometer langer Parcours für Bogenschützen. Auf der Website der Lauschhütte (www.lauschhuette.de) findet man viele Vorschläge für kurze und längere Wanderungen auf und rund um den Soonwaldsteig. Übernachten kann man zwar nicht in der Lauschhütte direkt, aber dafür umso abenteuerlicher, beispielsweise im Baumhaus in sieben Meter Höhe oder etwas tiefer im Baumzelt, in den überdachten Übernachtungsplattformen und Hängematten mitten im Wald (Preis ab 12 Euro).

Weitere Informationen:
Das Forsthaus Lauschhütte in 55442 Daxweiler, Telefon: 06724/6038013 hat Dienstag bis Donnerstag von 11 bis 20 Uhr und von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Während der Ferien in Rheinland-Pfalz ist täglich geöffnet, Kletterwald und Bogenparcours ab 10 Uhr. Der Eintritt inklusive Mietausrüstung für den Bogenparcours kostet für Erwachsene 15 Euro, für Kinder bis 15 Jahre 10 Euro. Der Eintritt in den Kletterwald beträgt für Erwachsene 18 Euro und für Kinder unter 18 Jahre 12 Euro. Anfahrt über A61, Abfahrt Stromberg Richtung Waldalgesheim, nach 150 Metern links in Richtung Warmsroth, ca. 2 Kilometer nach Warmsroth nach rechts in Richtung Lauschhütte abbiegen. www.lauschhuette.de

Radeln zum Schinderhannes im Hunsrück

Ein wilder Geselle aus der Hunsrückgeschichte weist den Weg. Es ist Johannes Bückler, auch „Schinderhannes“ genannt, der vor mehr als 200 Jahren in den dunklen Hunsrücker Wäldern sein Unwesen trieb. Auf dem Schinderhannes-Radweg geht es fast 38 Kilometer weit auf der 1984 stillgelegten Bahntrasse zwischen Emmelshausen, Kastellaun und Simmern durch Felder, Laubwälder und über kleine Brücken – schöne Aussichten sind inklusive.


Der Radweg auf der einstigen Bahntrasse profitiert vom Geschick der Bahningenieure, die um die Jahrhundertwende die Strecke in vielen Kurven durch die Landschaft legten, um für die Dampfloks unbezwingbare Steigungen zu vermeiden. So ist er für alle Radler wegen der geringen Höhenunterschiede eine wahre Genussstrecke.


In Pfalzfeld steht noch das alte, denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude von 1906, das heute restauriert, ein Café-Bistro mit vielen Erinnerungsstücken aus alten Zeiten der Eisenbahn beherbergt. Gleich nebenan kann man sich auf den Gleisen in alten Reisezugwagen der Bauart „Bym“ und in Mitropa-Schlafwagen häuslich einrichten, denn hier darf übernachtet und am nächsten Morgen stilecht im Gesellschaftswagen gefrühstückt werden.

 

Weitere Informationen:
Auf der Strecke des Schinderhannes-Radweges sind öffentliche Parkplätze in Emmelshausen, Kastellaun und Simmern ausgeschildert. Die Hunsrückbahn bringt Radler auf der Strecke zwischen Emmelshausen und Boppard an die Trasse. Die Linien der Fahrradbusse RegioRadler verkehren an der Untermosel zwischen Treis-Karden, Burgen und Emmelshausen. Der RegioRadler Hunsrück fährt mit der Linie 250 von Bingen zum Schinderhannes-Radweg.
Das Café-Bistro Alter Bahnhof in 56291 Pfalzfeld, Telefon: 06746/1216, ist von Dienstag bis Samstag von 11 bis 24 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Eine Übernachtung kostet ab 23 Euro pro Person.
Informationen zu Radwegen im Hunsrück gibt es bei der Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, 55483 Hahn-Flughafen, Telefon: 06543/507700. http://www.hunsruecktouristik.de/de/schinderhannes-radweg-rw1.aspx

Vier Wäller Touren rund um Montabaur im Westerwald

Die Stadt Montabaur im südlichen Westerwald hat fast jeder schon einmal durch das Auto- oder Zugfenster vorbeihuschen sehen. Montabaur liegt verkehrsgünstig direkt an der Autobahn A3 und hat einen ICE-Bahnhof.


Wahrzeichen der Stadt ist das gelb getünchte Schloss mit seinen markanten Türmen hoch über der Stadt. Sehenswert sind in den verwinkelten Gassen der Altstadt viele Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, der „Große Markt“ mit dem historischen Rathaus und die Kirche „St. Peter in Ketten“.


Vor allem aber ist Montabaur auch ein guter Ausgangspunkt für Rundwanderungen durch idyllische Bachtäler, über waldreiche Höhen und weite Wiesen. Die Region ist an das 1000 Kilometer lange Wanderwegesystem des Westerwaldes angebunden. Von kurzen, recht ebenen Wanderwegen über sportliche Steigungen bis hin zu Panorama-Wanderungen und Routen mit Erlebnis-Charakter ist bei den Touren für jeden Wandertyp etwas dabei. Seit Herbst 2012 gibt es vier Wäller Touren im südlichen Westerwald.


Die Wäller Tour „Augst“ ist rund 14 Kilometer lang und startet am Wanderparkplatz in 56335 Neuhäusel. Durch das Binnbachtal geht es nach Eitelborn und durch den Wald zum Schlossberg mit der Ruine Sporkenburg. Am Emsbach führt der Weg weiter nach Arzbach, hinauf zum Mühlenberg und zur Kapelle Maria in Augst.


Ein erfrischender Weg – immer am Wasser entlang – ist die Wäller Tour „Eisenbachtal“. Diese rund neun Kilometer lange Strecke eignet sich besonders für Familien mit Kleinkindern und ist ideal für eine Wanderung an heißen Sommertagen. Los geht es am Wanderparkplatz am Historischen Landgasthaus „Studentenmühle“ in der Mühlenstraße in 56412 Nomborn.


Im Auf und Ab umrundet man auf der 14 Kilometer langen Wäller Tour „Buchfinkenland“ den Wild- und Freizeitpark Westerwald mit den Orten Gackenbach, Hübingen und Horbach. Ausgangspunkt ist der kleine Wanderparkplatz vor der Pfarrkirche in der Kirchstraße in 56412 Gackenbach. Von dort geht es ins schöne Gelbachtal und zur Ruine der alten Schmelzhütte im Seelbachtal.


Die Wäller Tour „Elberthöhen“ verbindet die Orte Niederelbert, Welschneudorf und Oberelbert. Der 16 Kilometer lange Weg bietet viel Abwechslung und tolle Aussichten nach allen Seiten – bei gutem Wetter sogar bis zum Feldberg. Start ist am Wanderparkplatz zwischen Hollerer Straße und Kirchstraße in 56412 Niederelbert.

Weitere Informationen:
Informationen zu den Wäller Touren mit Anfahrtsbeschreibung und Einkehrmöglichkeiten gibt es beim Westerwald Touristik-Service, Kirchstraße 48a in 56410 Montabaur, Telefon 02602/30010,  in der kostenlosen Broschüre „Wandern in grüner Natur“. http://www.westerwald.info/aktivitaeten/wandern/waeller-touren.html

Spritziger Riesling vom Goetheberg

Auch der ehrwürdige Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe war einmal jung – und verliebt. Gedrängt von seinem Vater begann er 1772 ein juristisches Praktikum am Reichskammergericht in Wetzlar, wurde aber am seinerzeit höchsten Zivilgericht im Alten Reich recht wenig gesehen. Vielmehr war er damit beschäftigt der Wetzlarerin Charlotte Buff schöne Augen zu machen.


Im zwei Jahre später verfassten Roman „Die Leiden des jungen Werther“ kann man nachlesen, welch aussichtslose Träumerei das war. Als Goethe erkannte, dass es für ihn unmöglich war, in Lottes Nähe zu sein, ohne Anstoß zu erregen, brach er ohne Abschied zu einer Lahnwanderung auf. Auf seinem Weg über Runkel und Balduinstein nach Bad Ems beschreibt er einen Platz oberhalb des Weinortes Obernhof gemäß seiner Gemütsverfassung „als zum Sterben schön“. Heute heißt dieser Aussichtspunkt auf dem Lahnwanderweg „Goethestein“ und um den Dichter zu ehren, gaben die Winzer auch der Steillage den Namen „Goetheberg“.


Vom Goethestein lohnt sich ein Abstecher über einen sehr schönen Felsenweg mit kleinen Klettereinlagen hinunter ins Tal nach Obernhof, um zum Beispiel bei Norbert Massengeil-Beck bei einer Vesper den meist nur hier erhältlichen und inzwischen selten gewordenen, unverfälschten Lahnwein zu kosten. Von der Terrasse des Weinguts in der Borngasse 6 hat man einen wunderschönen Blick auf den Bilderbuchort mit vielen Fachwerkhäusern und in der Ferne auf das imposante Kloster Arnstein. Von 100 Hektar Rebfläche an der Lahn, die sich noch Anfang des 17. Jahrhunderts bis nach Marburg erstreckte, sind heute noch sieben Hektar übrig geblieben, die von fünf Winzern in Obernhof und im Nachbarort Weinähr bewirtschaftet werden.

Weitere Informationen:
Das Lahn-Weingut und Weinstube Massengeil-Beck befindet sich in 56379 Obernhof in der Borngasse 6, Telefon: 02604/7563. Von den Bahnhöfen der Orte Balduinstein oder Laurenburg wird man über Zuwege auf den Lahnwanderweg geleitet und kann nach Obernhof 19 bzw. 9 Kilometer wandern. http://www.obernhof.net/

Pfalzgefühl und Hambacher Schloss

Wenn ein Pfälzer seine Sorgen vergessen will, dann fährt er nach Neustadt an der Weinstraße. Der alte Spruch verdient es, zitiert zu werden, denn es ist immer noch so, dass die hügelige Fachwerkstadt zwischen Haardtgebirge, Pfälzerwald und Rheinebene das besondere Etwas hat. Manche nennen es auch das Pfalzgefühl. Für die gute Laune sorgen in direkter Nachbarschaft auch die neun Weindörfer, die zu Neustadt an der Weinstraße gehören: Diedesfeld, Duttweiler, Geinsheim, Gimmeldingen, Haardt, Hambach, Königsbach, Lachen-Speyerdorf und Mußbach.


Rebenumrankte Buntsandsteinfassaden und Winzerhöfe, Riesling und Weißburgunder, viele Sonnenschein und ein laues Lüftchen, das durch die Weinberge weht, verheißen Wohlgefühl. 187 Stufen führen auf den Turm der Stiftskirche mit schöner Aussicht über die Stadt. Unbedingt ansehen muss man sich den Elwedritschebrunnen auf dem Marktplatz. Dienstags, donnerstags und samstags drängeln sich um ihn herum die Marktstände.


Zu Neustadt an der Weinstraße gehört auch das Hambacher Schloss. Die „Wiege der deutschen Demokratie“ erlangte politische Berühmtheit, als am 27. Juni 1832 die Patrioten, darunter viele Winzer, vom Neustädter Marktplatz auf das Schloss marschierten. Sie forderten Freiheit, nationale Souveränität und nationale Einheit. Zehn Jahre, nachdem 30000 Menschen mit schwarz-rot-goldenen Fahnen den Burgberg hinaufgezogen waren, schenkten die Pfälzer das Gebäude dem bayrischen Kronprinzen Maximilian. Seitdem heißt es (auch) Maxburg. Die ambitionierten Pläne Maximilians, ein Abbild von Schloss Hohenschwangau entstehen zu lassen scheiterten zwar, doch die Ruine wurde wieder aufgebaut. Dank eines neuen Lichtkonzeptes erstrahlt die Fassade nun natürlicher, umfassender, detailreicher und mithilfe fortschrittlicher Lichttechnik energieeffizienter. Auch die Wege im Schlosspark sind seither sanft beleuchtet. Bei einem Besuch im Hambacher Schloss kann man sich die Dauerausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ ansehen und die spektakuläre Aussicht auf Weinreben und Rheinebene genießen.

Weitere Informationen:
Das Hambacher Schloss ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr; November bis März täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,50 Euro, Schüler/Studenten zahlen gegen Vorlage eines Ausweises 1,50 Euro. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Weitere Informationen: Tourist, Kongress und Saalbau GmbH, Hetzelplatz 1, 67433 Neustadt an der Weinstraße, Telefon: 06321/9268-0. http://www.neustadt.eu/Wein-Tourismus/Neustadt-entdecken/Hambacher-Schloss

Wilder Weg im Nationalpark Eifel

Der barrierefreie Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter befindet sich mitten im Nationalpark Eifel auf einem Bergrücken. Der Kermeter genießt als Natura2000-Gebiet einen besonderen Schutzstatus über den Nationalpark hinaus. Dort erleben Besucher das ökologische Herzstück des Nationalparks. Auf dem Bergrücken zwischen Rursee und Urftsee wachsen auf großer Fläche heimische Rotbuchen-Mischwälder.


Ein 6,2 Kilometer langes Wegenetz auf fein geschotterten Waldwegen ist auch für Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen geeignet. Am Aussichtspunkt Hirschley mit guter Aussicht auf den Rursee informiert ein Bronzemodell zum Sehen und Tasten über die Landschaft des Nationalparks und dieTalsperren. Auf der Strecke bis zum Aussichtspunkt beträgt die Steigung des Weges nicht mehr als sechs Prozent. Auch ein Rundweg ist möglich, auf dem es allerdings längere Abschnitte mit Steigung und Gefälle von bis zu acht Prozent gibt.


Jetzt erweitert der barrierefreie Naturerkundungspfad „Wilder Weg“ den Wilden Kermeter. An zehn interaktiven Stationen können sich Besucher jeden Alters über Wildnis, Waldentwicklung, Tiere und Pflanzen informieren. Zudem erfahren sie, wie sich Stürme auf einen Wald auswirken, können auf einer Kletterstrecke ihre Kräfte messen oder sich in einer Forscherstation wie ein Wissenschaftler fühlen. Ein 210 Meter langer Holzsteg durch die Waldwildnis ermöglicht ganz besondere Perspektiven und Einblicke in die Natur. So können sich die Besucher in einem begehbaren Tunnel - in Form eines liegenden Baumstammes - über verschiedene Tierarten, die das Alt- und Totholz als Lebenraum nutzen, informieren. Lebensgroße Stahlsilhouetten von Tieren zeigen an anderer Stelle, wie sich deren Anwesenheit auf die Waldentwicklung auswirken kann.


Der 1,5 Kilometer lange „Wilde Weg“ schließt an die bereits vorhandene Infrastruktur mit barrierefreien Parkplätzen, Bushaltestelle und Toilette an. Im Nationalpark Eifel gibt es eine Reiher weiterer barrierefreier Angebote, zum Beispiel Bildungsprogramme für Kinder, Ausstellungen und Tierbeobachtungsstationen, Rangerführungen mit Gebärdensprachübersetzung, Kutschfahrten und Rangertouren auf einem Rurseeschiff.

Weitere Informationen:
Nationalparkverwaltung im Nationalparkforstamt Eifel, Urftseestraße 34, 53937 Schleiden-Gemünd, Telefon: 02444/951010. http://www.nationalpark-eifel.de/go/eifel/german/Barrierefrei_unterwegs/Barrierefrei_unterwegs.html

Mit Lotta durch den Weinberg

Das Ahrtal zählt zu den beliebtesten Wanderregionen in Deutschland. Zwischen Weinbergen und felsigen Schluchten, zwischen weiten Wiesenplateaus und stillen Waldwegen genießen Wanderer Panorama-Weitsichten und Ausblicke. Vom Ursprung der Ahrquelle bis zur Rheinmündung führen die Wanderwege, allen voran der AhrSteig durch das herrliche Tal.


Abenteuerlustige Kinder können auf den Spuren der Weinbergschnecke „Lotta“ die Natur des Ahrtals und die Arbeit der Winzer auf einem Teilstück des Weinbaulehrpfads oberhalb von Ahrweiler kennenlernen. Neun neue Informationstafeln entlang des Erlebnispfades kennzeichnen die Stationen einer Wissensrallye mit dem Titel „Mit Lotta durch den Weinberg“. Mit dem passenden Flyer können die Kinder hier unterwegs ihr Wissen testen und nach dem aufmerksamen Lesen der Informationstafeln die Quizfragen beantworten. Dabei geht es um Tiere im Wald und im Weinberg, den Weg der Traube, die Arbeit der Winzer im Weinberg, um Fossilien, die alten Römer und köstlichen Traubensaft. Erhältlich ist der Flyer zur Rallye "Mit Lotta durch den Weinberg" in den Tourist-Informationen in Ahrweiler und Bad Neuenahr, wo nach der Runde auch der Coupon mit dem Lösungswort abgegeben werden kann. Die erfolgreichen Rallye-Kids erwartet eine kleine Überraschung, mit der sie ihr Wissen rund um das Ahrtal sogar noch vertiefen können
Den etwa drei Kilometer lange Rundweg schaffen Kinder zwischen vier und zwölf Jahren in rund 90 Minuten. Er beginnt und endet an der Adenbachbrücke, gleich neben dem Bahnhof Ahrweiler Markt.

Weitere Informationen:
Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., Telefon: 02641/91710. http://www.ahrtal.de/

Kühle Tipps für heiße Tage

Goldgelbe Getreidefelder und weite Blicke prägen die sanft gewellte Landschaft des Maifelds. Wie ein grüner Tunnel schlängelt sich der Maifeld-Radwanderweg durch die fruchtbare Region zwischen Eifel und Mosel. Steigungsarm verläuft die Radtour auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Münstermaifeld, Polch, Mayen und Ochtendung und ist ideal für einen sommerlichen Familienausflug. Bäume und Sträucher sorgen auch bei höheren Temperaturen für angenehmen Schatten, bevor es in den ehemaligen Eisenbahntunneln von 250 und 500 Metern Länge so richtig kühl wird.


Zur Erfrischung kann der Wasserspielplatz in Mertloch angesteuert werden. Direkt am Radweg, im Schatten großer Bäume, laden Wasserbecken und Wasserräder, Kanäle und Stauwehre, Sandhügel, Rutsche und Pumpe zum Buddeln und Matschen ein. Komplett eintauchen ins kühle Nasse kann man im Freibad von Münstermaifeld. Sportliche Schwimmer ziehen dort ihre Bahnen, Kinder toben sich im Nichtschwimmerbecken mit Wellenrutsche und Wasserpilz aus und die ganz Kleinen nutzen den Kinderplanschbereich. Von der terrassenartig angelegten Liegewiese mit schönen alten Bäumen genießt man einzigartige Ausblicke über die weite Landschaft des Maifelds und auf die Burg Pyrmont.


Auch das Schrumpftal, ein wildromantisches Bachtal, welches von Münstermaifeld bis hinunter an die Mosel führt, ist ein wahres Wander- und Radlerpardies. An vielen historische Mühlen vorbei, die teils schon im 14. Jahrhundert die Wasserkraft nutzten, windet sich der Weg durch einen „Urwald“.

Weitere Informationen:
Tourist-Information Maifeld, Münsterplatz 6, 56294 Münstermaifeld, Telefon: 02605/9612036- Das Schwimmbad in 56294 Münstermaifeld befindet sich in der Pilligertorstraße (Telefon: 02605/2440) und ist bei schönem Wetter täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3,50 Euro und für Kinder von 4 bis 15 Jahre 3 Euro. http://www.maifeldurlaub.de/

Villa rustica neu interpretiert

Das Städtchen Blankenheim liegt am Westrand des Ahrgebirges in der Eifel. Der mittelalterliche Ortskern mit Fachwerkhäusern, Georgstor und Hirtenturm sowie der über der Stadt wachenden Burg Blankenheim aus dem 12. Jahrhundert sorgen nicht nur für viel Beschaulichkeit, sondern blicken auf eine lange Geschichte zurück.


Von Nordosten streift die Römerstraße von Köln nach Trier mit einem Seitenzweig den Ort. Nordwestlich erstreckte sich vom 1. bis 4. Jahrhundert ein römischer Gutshof, der nur 300 Meter von der römischen Straße entfernt war. Seit 125 Jahren beschäftigte die Blankenheimer Villa rustica, die sich in der Straße „In den Alzen“ befindet, die Archäologen. Den Hauptbestandteil der Villa rustica, die ein Gelände von mindestens 945 Meter Länge und 190 Meter Breite einnimmt, bildet das herrschaftliche Wohngebäude, das in Terrassenbauweise dem Hang angepasst war. Die einzige bislang bekannte Axialvilla im Rheinland verfügte an der Vorderseite über einen durchlaufenden offenen Säulengang, den Porticus. Nach langer Bauzeit ist die Römervilla nun wieder für Besucher geöffnet. Auf eine Rekonstruktion des Haupthauses wurde verzichtet. Die einst luxuriöse Einrichtung mit Fußbodenheizung und Badehaus muss man sich anhand der Grundrisse, die im Hang sichtbar sind, vorstellen. Unübersehbar aber ist der wiedererstandene Porticus aus filigranen Lamellen aus Cortenstahl. Dieser war 56,69 Meter lang, vier Meter breit und fast sechs Meter hoch. Mancher mag die Säulenhalle mit dem modischen Rostüberzug für eine sehr eigenwillige Interpretation der römischen Baukunst halten, aber sie hebt sich doch deutlich von den sonstigen Nachbauten von Römervillen ab und gibt einen Eindruck, wie imposant die Villa einst gewesen sein muss.

Weitere Informationen:
Das Gelände der Römervilla ist ständig geöffnet und der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt die Touristinformation in 53945 Blankenheim, Telefon: 02449/87-222 oder 87-223. http://www.blankenheim.de/blankenheim-erleben/touristinfo-blankenheim/?id=12991

Wildromantische Tour mit köstlicher Einkehr

Kleiner Ort mit großer Landschaft: Das ist Hunolstein im westlichen Teil der Gemeinde Morbach im Hunsrück. Die gleichnamige Burgruine gilt auch als einstiger Sitz des Nibelungen Hunold. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, fanden viele Steine der Burgmauern beim Bau der Häuser des Ortes Hunolstein nützliche Verwendung. Ein Besuch der Ruine ist allerdings schon wegen der schönen Aussicht vom Burgfelsen in das Dhrontal bis hinauf nach Haag und zum Haardtkopf lohnend.


Die zehn Kilometer lange Traumschleife des Saar-Hunsrück-Steigs „Hunolsteiner Klammtour“ führt vom Parkplatz des Bauernhofcafés „Hunolsteiner Hof“ über die Burg und durch das Dhrontal mit seinen schroffen Felspartien durch das wildromantische Hölzbachtal. Zunächst geht es über eine Wiese und ein kleines Wäldchen hinab ins Dhrontal und zu den ersten Häusern des Dorfes. An der bunt bemalten Reinhardsmühle wird das Flüsschen überquert. Die Dhron entspringt ganz in der Nähe in Hinzerath und mündet nach rund 36 Kilometern bei Neumagen-Dhron in die Mosel.


Etwas abseits vom Weg steht die Walholzkirche, die ihren Namen einer Sage verdankt: Bei einem Streit darum, an welchem Platz die Kirche gebaut werden soll, gelangte das Bauholz wie von Geisterhand an den heutigen Standort.
Aus dem Wald ragt der Kopusfelsen hervor, das harte Quarzitgestein hat sich durch den weicheren Tonschiefer nach oben geschoben. Der Hölzbach plätschert über viele Felsvorsprünge zu Tal. Die gleichnamige Klamm ist ein Höhepunkt und Halbzeit der Tour. Über breite Wiesenwege geht es weiter über das Ewenfeld ins Kellertsbachtal. Zum Schluss wird es beim langen Anstieg durch den Wald noch einmal etwas anstrengend. Doch am Ende der Wanderung wird man mit einer Einkehr im Bauernhofcafé „Hunolsteiner Hof“ belohnt. Dort gibt es deftige Hunsrücker Hausmannskost sowie selbst gebackene Kuchen, die weit und breit ihresgleichen suchen. Aus den Früchten eigener Streuobstwiesen werden Fruchtaufstriche, Gelees und aromatischen Likören aus eigener Herstellung zum Kauf angeboten.

Weitere Informationen:
Das Bauernhofcafé „Hunolsteiner Hof“ befindet sich in 54497 Morbach-Hunolstein und ist von Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Informationen zu Speisekarte und Produkten gibt es unter Telefon 06533/3380. Informationen zur Traumschleife gibt es bei der Hunsrück-Touristik GmbH unter Telefon: 06543/507700. http://www.hunsruecktouristik.de/de/liste-wanderwege-im-hunsrueck.aspx

Lassen Sie sich inspirieren!

Lassen Sie sich inspirieren!

Wandern, Städtereise oder Neues entdecken? Stellen Sie sich hier Ihren Wunschurlaub zusammen!

Rhein-Zeitung

Rhein-Zeitung

Täglich in der Rhein-Zeitung: Aktuelles aus unseren zehn Regionen in Wort und Bild.

Newsletter bestellen!

Newsletter bestellen!

Jetzt anmelden und über Veranstaltungen, aktuelle Reiseangebote und Gewinnspiele informiert werden.