Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Täglich auf Tour mit der RheinZeitung

...  unsere Tipps für Ihre Ausflüge nach Rheinland-Pfalz im August:

Fest der 1000 Lichter in Andernach am 5. August 2017

Eine ganz besondere Stimmung herrscht vor dem Historischen Rheintor, wenn am ersten Augustwochenende 1000 Lichter die Andernacher Rheinanlagen in einen funkelnden und strahlenden Glitzerteppich verwandeln. Lassen Sie sich am Samstagabend von einem fantastischen Höhenfeuerwerk verzaubern. Für das leibliche Wohl ist an beiden Tagen bestens gesorgt. Zahlreiche Weinstände, Bierstände und andere Getränkestände auf dem Festgelände in den Rheinanlagen laden zum Umtrunk in fröhlicher Atmosphäre ein.

Weitere Informationen zum Fest der 1000 Lichter in Andernach.

Ritter, Gaukler, Edelleute - Altenahrer Burgenfest am 05. August bis 06.August 2017

Am 05. August bis 06. August 2017 erblüht das Mittelalter in Altenahr zu neuem Glanz. Auf dem städtischen Burgenfest wird mit Ritterlager, Gauklern und Edelleuten ein rauschendes Fest gefeiert. Im Stadtkern finden sich viele verschiedene Stände, die für Jung und Alt kulinarische Köstlichkeiten und mittelalterliche Unterhaltung anbieten. Für Geschichtsinteressierte gibt es zudem fachkundliche Führungen auf die Hochburg Are. Ein besonderes Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist das große Brillant-Feuerwerk, das am Samstagabend bei Einbruch der Dunkelheit den Himmel über der Burgruine erleuchtet. Weitere Informationen zum Altenahrer Burgenfest.

NatureOne vom 03. bis 06. August 2017 - Bei Kastellaun

Vom  03. bis 06. August 2017 findet jährlich eines der größten Festivals elektronischer Musik auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna bei Kastellaun im Hunsrück statt. Ein Freiluft-Rave, bei dem international bekannte DJs auflegen. Weitere Informationen zu NatureOne.

Erstes Wochenende im August... Straßentheaterfestival in Idar-Oberstein

Am ersten Augustwochenende verwandelt sich die Innenstadt von Idar-Oberstein beim Straßentheaterfestival in eine große Bühne, auf der Walk-act Künstler, Clowns, Akrobaten und Komödianten die Hauptrolle spielen. Parallel hierzu findet in der Stadt der Edelsteinschleifer- und Goldschmiedemarkt statt, bei dem man zahlreichen Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann: Diamantschleifer, Facetten- und Flächenschleifer sowie Achatschleifer zeigen ihre Arbeitstechniken, Goldschmiede und Designer präsentieren ihre Kunstwerke. Der Sonntag ist verkaufsoffen.

Weitere Informationen zum Straßentheaterfestival in Idar-Oberstein.

Zweites Wochenende im August - Rhein in Flammen in Koblenz

Seit 1956 erstrahlt das Rheintal im August jährlich im Licht roter Bengalofackeln und Feuerwerken.  Am zweiten Wochenende im August erstrahlt  der sommerliche Nachthimmel des Mittelrheintals in butem Glanz. Dann schlängelt sich der größte Schiffskorso Europas von Spay/Braubach nach Koblenz und bietet ein unvergessliches Erlebnis.


Das erste Feuerwerk in Koblenz gab es schon 1756, also vor 260 Jahren, zu Ehren des Kurfürsten Johann Philipp von Waldendorf. Die Tradition wurde bis in die 1930er Jahre in unregelmäßigen Abständen und wegen verschiedenster Anlässe fortgeführt, bis sie von den Kriegsjahren unterbrochen wurde. Erst seit 1956 gibt es jährlich am 2. Augustwochenende die Veranstaltung "Rhein in Flammen®". Angefangen wurde mit 30 Schiffen und ca.150.000 Besuchern. Heute fahren jährlich bis zu 80 Schiffe die 17km lange Beleuchtungsstrecke von Spay/Braubach bis nach Koblenz.
25.000 Besucher haben die Möglichkeit das Feuerwerksspektakel von einem Personenschiff aus zu beobachten, aber auch die hunderttausend Besucher an Land bekommen in den Orten Spay, Brey, Rhens, Braubach, Lahnstein und Koblenz ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm geboten.

Weitere Informationen: http://www.rhein-in-flammen.com/

 

Drittes Wochenende im August .... Säubrennerkirmes in Wittlich

Die Säubrennerkirmes findet immer am dritten Augustwochenende statt und ist die Attraktion für jährlich etwa hunderttausend Besucher aus Nah und Fern. Das 4-tägige Fest entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der größten Volksfeste in Rheinland-Pfalz. Es gibt zwei Musikbühnen mit Live-Programm, einen großen Vergnügungspark, Handwerkermarkt, Weinstraße und vieles mehr. Weitere Informationen zur Säubrennerkirmes in Wittlich.

Viertes Wochenende im August - Hessisches Bluesfestival „Blues Schmus + Apfelmus“ in Laubach

Im mittelhessischen Residenzstädtchen Laubach treffen sich jährlich am vierten Augustwochenende über 10 000 Fans der Bluesmusik im romantischen Schlosspark. Dort erwarten sie rund 70 Bluesmusiker aus ganz Deutschland, England und den Vereinigten Staaten. Unter jahrhundertealten Parkbäumen spielen die Bluesbands von Freitag bis Sonntag auf vier Bühnen um das alte Grafenschloss. Dazu gibt es einen großen Apfel- und Bauernmarkt mit vielen kulinarischen Spezialitäten rund um Hessens Nationalfrucht. Weitere Informationen zum Hessischen Bluesfestival.

Letzter Sonntag im August .... Erlebnistag Deutsche Weinstraße

Am letzten Sonntag im August heißt es für alle Rad- und Weinfreunde wieder: Auf in die schöne Pfalz! Auf 80 km haben dann hunderttausende Radfahrer zwischen dem Weintor in Schweigen und dem Haus der Weinstraße in Bockenheim auf der autofreien Deutschen Weinstraße freie Fahrt. Dazu wird ein buntes Veranstaltungsprogramm entlang der Deutschen Weinstraße angeboten. In vielen Weinorten finden an dem Erlebnistagwochenende Weinfeste statt, die die hungrigen und durstigen Radler zum Verweilen einladen. Bahnhofshaltestellen entlang der Weinstraße ermöglichen eine bequeme Anreise mit der Bahn.
Weitere Informationen zum Erlebnistag Deutsche Weinstraße.

Letzter Sonntag im August .....Blumenkorso an der Lahn in Bad Ems

Der nach Pasadena (USA) und Nizza (Frankreich) drittgrößte Blumenkorso der Welt rollt traditionell am letzten Augustsonntag durch die Kurstadt Bad Ems. Die Blumenpracht aus Dahlienblüten ist der Höhepunkt des Bartholomäusmarktes im Kaiserbad an der Lahn. Rund 1,5 Millionen Dahlien auf 30 Motivwagen stellen berühmte Bauwerke oder Figuren aus der Sagen- und Märchenwelt dar.


Mit viel Liebe zum Detail entstehen Furcht einflößende Piraten samt Schiff, der Pariser Eiffelturm oder Baron Münchhausen auf seiner Kanonenkugel. Die Gesichtszüge der Figurenköpfe werden mit Drahtbürsten aus meterhohen Styroporblöcken filigran herausgeraspelt und so manches bewegliches Teil erfordert das ganze Konstruktionstalent der ehrenamtlichen Wagenbauer aus Bad Emser Familien, Vereinen und Institutionen.


Dahlien in allen Farben ergeben, einzeln auf Nadeln gesteckt, ein farbenfrohes Blumenkunstwerk. Gestecke aus Schnittblumen, wie man sie sonst nur auf Floristikmessen zu sehen bekommt, schmücken den rund vier Kilometer langen Zug der Fahrzeuge. Der mehrere Stunden dauernde Blumenkorso ist die größte Veranstaltung des viertätigen Bartholomäusmarktes. Der Markt ist eines der ältesten Volksfeste in Deutschland und findet seit 1379 regelmäßig statt.


Weitere Informationen gibt es bei der Stadt- und Touristikmarketing Bad Ems e. V., Bleichstraße 1a, 56130 Bad Ems, Telefon: 02603/9311051, www.bad-ems.info und www.blumenkorso.de.

Backfischfest in Worms vom 26. August bis 3. September 2017

Die älteste Fischerzunft Deutschlands hat dieses heute größte Wein- und Volksfest am Rhein ins Leben gerufen. An die Eröffnung auf dem Marktplatz am ersten Samstag des Festes schließt sich sonntags darauf der große Festumzug durch die Stadt bis hin zum Festplatz, der Kisselswiese, an. Den krönenden Abschluss des Festes stellt das traditionsreiche Fischerstechen dar.

Weitere Informationen zum Backfischfest in Worms
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Erlebnistage Reichsburg Trifels

Stationentheater und Erlebnistage auf der Lieblingsburg von Kaiser Barbarossa.


In Annweiler steht die Lieblingsburg Kaiser Barbarossas dominant auf einem Felsriff über dem Pfälzerwald. In der romanischen Kapelle von Burg Trifels bewahrten die römisch-deutschen Kaiser Reichskrone, Reichskreuz, Reichsschwert, Zepter und Reichsapfel auf. Die dicken Mauern der Reichsburg waren aber auch Staatsgefängnis, dessen berühmtester Gefangener der englische König Richard Löwenherz war. Böse Zungen behaupten, er hätte nicht mal Englisch gesprochen und für die Finanzierung seiner Kreuzzüge ins Heilige Land sogar London verkauft, hätte er nur einen Käufer gefunden. Um seinen unbestrittenen Mut und militärischen Fähigkeiten ranken sich viele Sagen und Legenden. Die Artus-Sage berichtet von seinem Schwert Exalibur mit mythischer Klinge. Auch die Geschichten um Robin Hood sind mit seinem Namen verbunden. Wahr ist, dass er auf dem Rückweg von Jerusalem nach England 1193 bis 1194 fast ein Jahr lang auf Burg Trifels von Heinrich VI. gefangen gehalten wurde.


Die sicherste Burg des Reiches wird Richards Gefängnis. Hier bangt er um die Frage, ob England die riesige Lösegeldforderung von 23 Tonnen Silber aufbringen wird. Seine damals schon 70-jährige Mutter soll den Transport des Silbers in die Pfalz persönlich begleitet haben. Heinrich der VI. finanzierte mit dem Lösegeld seinen Sizilienfeldzug, vermehrte es dort und verwendete es für den Aufbau der Städte Worms und Speyer.


Am Wochenende vom 22. und 23. August finden auf Burg Trifels wieder die Erlebnistage mit Musiktheater und mittelalterlichem Burgleben statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder von sechs bis 18 Jahren 2 Euro. Das Stationentheater „Die Befreiung von Richard Löwenherz“ wird von Mai bis Oktober an jedem Samstag um 15 Uhr aufgeführt. Der Theatereintritt kostet 10 Euro. Kinder ab sechs Jahre zahlen 7 Euro. Karten könnten unter Telefon: 06346/2200 reserviert werden. Während der Erlebnistage wird das Stationentheater gekürzt am Samstag und Sonntag mehrfach aufgeführt. Das Programm gibt es unter www.trifelsland.de. Burg Trifels hat von April bis September von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen: Büro für Tourismus, Messplatz 1, 76855 Annweiler am Trifels, Telefon: 06346/2200, www.trifelsland.de

Kultur-Route in Traben-Trarbach

Auf den Spuren von Dichtern und Baumeistern an der Mosel.


Johann Wolfgang Goethe hatte Pech mit dem Wetter, als er 1792 notierte: „Eine Welle nach der anderen schlug über den Kahn, wir fühlten uns durchnässt; die Not schien immer größer, je länger sie dauerte … bis sich endlich in der Ferne ein Licht und damit auch die Hoffnung auftat.“ Das rettende Licht kam aus Traben-Trarbach, wo Goethe vom Kaufmann Ludwig Böcking freundlich aufgenommen wurde.


Jahrzehnte später beschrieb der Romantiker William Turner seine Reise durch das Moseltal als lauschige Kahnpartie. Ein paar weitere Jahrzehnte später ist die Erschließung der Thermalquelle der Beginn eines florierenden Kur- und Badebetriebes. Den Jungbrunnen, der aus den Tiefen des Schiefergesteins sprudelt, genießt man heute in der Moseltherme. Die einst eigenständigen Orte Traben und Trarbach wurden erst 1898 mit einer Brücke verbunden. Sie baute der Berliner Architekt Bruno Möhring. Er blieb 14 Jahre in Traben-Trarbach, denn mit der um 1900 durch Deutschland schwappenden Sektwelle waren die Weinhändler an der Mosel wohlhabend geworden und leisteten sich repräsentative Villen an der Moselpromenade.


Auch das Romantik Jugendstilhotel Bellevue baute Möhring. Es war sein erster und einziger Hotelbau. Der mit moselländischem Schiefer gedeckte Erkerturm ist in der Form einer Sektflasche nachempfunden und an den Balkonen erkennt man perlende Sektkelche. Bei der Innenausstattung verwendete Möhring viele Jugendstilelemente, aber jedes nur genau ein Mal. Die Fenster und Lampen sind eine wahre Augenweide.1908 schuf der aus Göttingen stammende Bildhauer- und Steinmetzmeister Bernhard Wendhut den Jugendstil-Marktbrunnen mit Moselblümchen. Modell stand die Tochter seiner Wirtin, die er später auch heiratete. Dass der Brunnen heute wieder farbenfroh strahlt, verdankt die Stadt dem Enkel der beiden. Bildhauer Thomas Wendhut restaurierte den Brunnen 2011.40 Burgen und Befestigungen, Kirchen, sehenswerte Gebäude, Museen und Plätze in Traben-Trarbach sind in der Kultur-Route zusammengefasst.
Den Flyer dazu gibt es in der Touristinformation Traben-Trarbach, Am Bahnhof 5, oder zum Download im Internet.
Weitere Informationen: Tourist-Information Traben-Trarbach, Am Bahnhof 5, 56841 Traben-Trarbach, Telefon: 06541/83980, http://www.traben-trarbach.de/

Butterpfad durchs Rengsdorfer Land

Wanderung im Westerwald auf den Spuren der bäuerlichen Marktwege.


Der Butterpfad stammt aus der Zeit, als die Bauern Milch und Butter mühsam auf den Markt nach Neuwied transportieren mussten. Der rot-weißen Markierung folgend sind heute Wanderer auf den historischen Spuren unterwegs. Auf dem zwölf Kilometer langen Wanderweg erfahren sie auf Informationstafeln die Geschichte Stück um Stück. Der Weg beginnt in Hümmerich und führt über Straßenhaus und Bonefeld nach Rengsdorf. Die Bauern mussten seinerzeit noch ein Stück weiter durch das „Alte Scheid“ und über Oberbieber zum Neuwieder Marktplatz. Heute endet der Butterpfad an der St. Kastor-Kapelle in Rengsdorf.


Der Butterpfad verbindet den Westerwald-Steig in Hümmerich mit einem 4,2 Kilometer langen Zuweg bis Obersteinebach quer durch das Rengsdorfer Land mit dem Rheinsteig und dem Klosterweg in Rengsdorf. So ergeben sich viele Möglichkeiten zu verschiedenen Rundwanderungen. Vom Ausgangspunkt am Wanderparkplatz am Ortseingang in Hümmerich ist es nicht weit zum originellen Waagenmuseum. Besichtigungen müssen allerdings vorher unter Telefon 02687/326 angemeldet werden.


Durch die Täler des Gierender Baches, des Bockenbaches und des Völkerwiesenbaches führt der Wanderweg zu drei Mühlen, zum Alexanderstollen und der Grube Louisenglück. Auf dem Weg von Straßenhaus nach Bonefeld schlängelt sich der Butterpfad oberhalb des Jahrsbachtales durch den größten zusammenhängenden Mammutwaldbestand im Naturpark Rhein-Westerwald. Auch ein kleiner Abstecher zum mittelalterlichen Geländedenkmal „Alteburg Bonefeld“ und zu den Keltengräbern ist lohnend. Von der Butterpfadhütte im Völkerwiesenbachtal in Rengsdorf ist es nicht mehr weit zum Restaurant „Obere Mühle“ mit einem schönen Rhododendronpark. Der Butterpfad ist ganzjährig in beide Richtungen begehbar und hat nur geringe Höhenunterschiede. Für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt kann über die Tourist-Info ein Shuttlebus organisiert werden.

Weuitere Informationen: Tourist-info Rengsdorfer LAND, Westerwaldstraße 32-34, 56579 Rengsdorf, Telefon: 02634/61-113, http://www.rengsdorfer-land.de/  

Steiles Bahnerlebnis

Mit dem Schienenbus durchs Kasbachtal und zu Fuß zurück nach Linz.


Sie ist feuerrot und nicht zu übersehen, wenn sie durch die Eifellandschaft über die Schienen braust: die Kasbachtalbahn. Dort, wo sich südlich von Bonn auf der rechten Rheinseite das Siebengebirge und der Westerwald treffen, liegt das Kasbachtal. Die Strecke, auf der heute der Schienenbus zwischen Linz und Kalenborn verkehrt, diente einst hauptsächlich dem Transport von Basalt aus den Basaltbrüchen der Linzer Höhe und des Wiedtals sowie aus den Erzgruben rund um Neustadt und Flammersfeld.


Wegen der starken Steigungen auf der Strecke waren auf der ursprünglich über 30 Kilometer langen Strecke vier Zahnstangenabschnitte notwendig. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde die Strecke bombardiert und stark zerstört. Der Abschnitt von Neustadt bis Flammersfeld wurde nicht wieder in Betrieb genommen. Das verbliebene Steilstück von Linz bis Kalenborn übernahm 1995 die private Eifelbahn die rund neun Kilometer lange Steilstrecke.


Die nostalgische Fahrt mit der Kasbachtalbahn von Linz am Rhein nach Kalenbach dauert nur 19 Minuten und hat nur zwei Haltepunkte in Kasbach und an der urigen Gaststätte „Alte Brauerei“. Vom Endpunkt Kalenbach führt ein schöner Wanderweg, meist bergab, zurück nach Linz. Stets talwärts geht es auf den ersten sechs Kilometern 220 Höhenmeter hinunter zur „Alten Brauerei“ mit Brauereischänke, Klosterweinkeller, Likörwerkstatt, Museumshofladen und frischem Brot aus dem eigenen Backes in der „Alten Backstube“. Bis zum fünf Kilometer entfernten Ziel Linz führt der Wanderweg zum Teil auf dem Rheinhöhenweg und dem Rheinsteig zum beachtlichen Viadukt, auf dem die Kasbachtal die ersten Höhenmeter vom Rhein ins Mittelgebirge überwindet. Weiter geht es von dort über Ockenfels mit der gleichnamigen Burg zurück nach Linz.


Die Kasbachtalbahn verkehrt von April bis 20. Dezember am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr zwischen Linz und Kaltenborn im Stundentakt. Letzte Rückfahrt ab Kalenborn ist 18.23 Uhr. Bis 28. Oktober fahren zusätzlich an jedem Mittwoch Züge zwischen 11 und 17 Uhr im Zweistundentakt. Ein Fahrschein kostet für Erwachsene 5 Euro und für Kinder zwischen drei und 14 Jahren 2 Euro. Hin- und Rückfahrt kosten 8 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder.

Weitere Informationen: Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH, Rheinhöller 3, Linz am Rhein, Telefon: 02644/80900, oder Tourist Information Linz am Rhein, Telefon: 02644/2526, http://www.zugtouren.de/Kasbachtalbahn/

Neue Funde aus alter Zeit

Geheimnisvoller Steinkreis und ein achteckiger Tempel im Archäologiepark Belginum.


Von 400 vor Christus an sollen Römer und Kelten im Hunsrück bei Morbach-Wederath an der historisch bedeutenden Fernstraße zwischen Mainz und Trier gelebt haben. Bis etwa 1820 gab es hier sogar noch Ruinen zu sehen. Seit 1954 graben Archäologen systematisch nach ihren Spuren. Bislang entdeckten sie das keltisch-römische Gräberfeld Hochgerichtsheide mit 2500 Bestattungsstätten, die Kleinstadt Vicus mit dem Tempelbezirk, einen zweiten Tempelbezirk, ein Kulttheater und ein römisches Militärlager.


In mehrjährigen Grabungskampagnen konnte bis 1985 annähernd der gesamte Friedhof von rund 4,5 Hektar archäologisch erfasst und 2500 Gräber dokumentiert werden. Im Jahr 2002 wurden der Archäologiepark Belginum und das Museum mitten im antiken Straßendorf eröffnet. Wo heute das Museum steht, befanden sich ein Tempelbezirk und das Kulttheater. Die Archäologen der Universität Trier suchen nach weiteren Überresten des ehemaligen Straßendorfes.


In diesem Jahr bekamen sie dazu sogar Unterstützung von Luxemburger Altertumsforschern. Sie gruben im nordöstlichen Teil des antiken Tempelbezirks. Dort werden mehrere Tempel aus dem dritten Jahrhundert vor Christus vermutet. Gefunden wurden acht Quarzitblöcke, die in einem perfekten Kreis von zehn Metern Durchmesser um einen zentralen Stein stehen. Dabei handelt es sich vermutlich um ein keltisches Naturheiligtum, etwa aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Auch ein seltener achteckiger Tempel gehört zu den Funden.


In der Dauerausstellung gibt es Informationen zum Leben in einem römischen Dorf und zu den Arbeitsmethoden der Archäologen. Zu sehen sind zum Beispiel die Reste der Werkstatt eines Falschmünzers, lateinische Inschriften und ein über 2000 Jahre alter Keks. Außerdem gibt es die Sonderausstellung „Vorgeschichten an der Hunsrückhöhenstraße“.Das Museum in der Keltenstraße 2 in 54497 Morbach hat bis zum 1. November täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren 1,50 Euro. Das Kombiticket schließt den Besuch der Sonderausstellung ein und ist für Erwachsene für 4 Euro und für Kinder für 2 Euro zu haben. Die Nutzung eines Audioguides kostet 1 Euro.
Weitere Informationen: Archäologiepark Belginum, Keltenstraße 2, 54497 Morbach, Telefon: 06533/957630, http://www.belginum.de/

Puddelschäpp und Jrondbottem

Das Winzermuseum „Im alten Backhaus“ ist das kleinste Museum in Bad Neuenahr.


Der historische Weinort Bachem liegt zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr und ist mit dem Anbau von Frühburgundertrauben bekannt geworden. Auf einer Fläche von rund sechs Hektar reifen hier, vor allem in der Lage Karlskopf, allein 16 Prozent des an der Ahr angebauten Frühburgunders. Allerdings dominiert auch in Bachem wie überall an der Ahr der Spätburgunder mit 61 Prozent der Weinanbaufläche.


Sehenswert sind die drei Kapellen von Bachem: die St. Anna-Kapelle aus dem 13. Jahrhundert, die St. Leonardus-Kapelle aus dem 16./17. Jahrhundert und die versteckt im Bachemer Tal gelegene Lourdes-Kapelle. Mitten durch das Dorf fließt der Bachemer Bach. Eines der ältesten Gebäude im Zentrum des Ortes ist das Backhaus aus dem Jahr 1650. Es wurde im Erdgeschoss als Gemeindebackhaus genutzt. Im Obergeschoss war der Feierraum, der in den Befreiungskriegen Kosaken als Wachlokal diente. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Backhaus 20 Jahre lang als Dorfschule und später als Jugendheim genutzt. Seit 1978 beherbergt das Backhaus ein sehenswertes Winzermuseum.


Das Winzermuseum Bachem ist das kleinste Museum von Bad Neuenahr Ahrweiler. In der Ausstellung sind viele alte Gerätschaften aus Weinbau und Ackerbau zusammengetragen, die verdeutlichen, wie schwer die Arbeit im Weinanbau und in der Landwirtschaft in früheren Zeiten war. Dazu gehören zum Beispiel ein Erntewagen, eine alte Kellerpumpe, der Dengelstock, der Deukarren und die Lohmesser. Außerdem wird erklärt, wie die Winzer in den Steilhängen der Weinberge dafür sorgten, dass die Erde, die der Regen langsam herunterwusch, wieder nach oben kam.


Wer das Museum besucht hat, weiß auch genau, was eine „Puddelschäpp“ ist und wie ein „Jrondbottem“ benutzt wurde. Auch die Kunst des Brotbackens ist ein Thema im Museum. Zwei Mal im Jahr wird der Backes gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung von der Dorfgemeinschaft als Backstube genutzt. Das Winzermuseum „Im alten Backhaus“ in der Königstraße 23 in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Bachem) ist von Mai bis Oktober sonntags von 10 bis 12 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon: 02641/34865 geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen: Winzermuseum Bachem „Im alten Backhaus“Königstraße 23, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon: 02641/34865, http://www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/poi/566-Winzermuseum-Bachem-Im-alten-Backhaus/

Rumpelstilzchen wohnt in der Eifel

Schloss Bürresheim ist beliebter Drehort und feiert ein Märchenfest.


Nicht oft findet man heute noch ein uraltes Schloss, das einsam zwischen waldigen Berghängen und Bächen in einer nahezu unbewohnten Landschaft steht. Schloss Bürresheim bei Mayen gehört zu den wenigen Burgen in Rheinland-Pfalz, die nie zerstört wurden. Das Schloss wurde zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert erbaut. Der fast quadratische Bergfried ist der älteste Teil der Schlossanlage. Einst konnte man ihn nur über einen Hocheingang betreten, der im 17. Jahrhundert von einer barocken Freitreppe ersetzt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde er aufgestockt und im fünften Geschoss die Wohnung des Torwächters eingerichtet.


Etwas abseits liegt das Barockgärtchen, das schon auf Gemälden um 1700 abgebildet ist. Besonders schön ist der Burghof mit buntem Fachwerk und unterschiedlichen Dachformen mit Schieferdächern und Turmhelmen. Im spätmittelalterlichen Palas ist noch heute zu erkennen, wie einfach man um 1490 wohnte. In jeder Etage gibt es einen großen Saal mit Eichenholzpfeilern, Balkendecken und riesigen Kaminen. Erst in späteren Jahrhunderten teilten die Bewohner gemütliche Zimmer ab. Da das Schloss über Generationen bis 1938 von einer Adelsfamilie bewohnt war, blieb die reiche Einrichtung mit Möbeln und Gemälden vom 15. bis 19. Jahrhundert erhalten. Viele Porträts zeigen die Familienmitglieder und Fürsten aus den vergangenen Jahrhunderten. Zu den berühmten Gästen auf Schloss Bürresheim gehörten der Bayernkönig Ludwig I. und Kaiser Wilhelm II.Ganz kurz ist Schloss Bürresheim auch in dem Steven-Spielberg-Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (1989) zu sehen.


Im Mai 2009 wurde auf Schloss Bürresheim der WDR-Märchenfilm „Rumpelstilzchen“ gedreht. In dem alten Gemäuer fällt es auch leicht, sich wie im Märchen zu fühlen. Wer das ausprobieren möchte, kann am Sonntag, 23. August, das Märchenfest auf Schloss Bürresheim besuchen. An diesem Tag können Kinder und Erwachsene zum Beispiel Wolle spinnen wie Dornröschen oder die Müllerstochter im Märchen „Rumpelstilzchen“, das außerdem vom Koblenzer Puppentheater aufgeführt wird. Das Märchenfest auf Schloss Bürresheim kostet keinen Zusatzeintritt. Es werden zusätzliche Parkplätze ausgeschildert. Von dort gibt es während des Festes von 11 bis 17 Uhr kostenfreie Besuchershuttles. Schloss Bürresheim, in 56727 Mayen (St.Johann) ist von April bis September von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro und für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren 2,50 Euro. Die Besichtigung ist nur mit Führung möglichWeitere Informationen: http://www.mayen.de/

Nix wie enunner

Der „Kreiznacher Johrmarkt“ ist der älteste in ganz Rheinland-Pfalz.


Es heißt, die Bad Kreuznacher würden nur zwei Jahreszeiten kennen, nämlich die Zeit vor und die nach dem Jahrmarkt im August. Der Stolz auf den Jahrmarkt rührt aus seiner über 200-jährigen Geschichte. Das macht ihn auch zum ältesten Jahrmarkt zwischen Rhein, Nahe, Mosel und Saar. Wie so manch andere glorreiche Geschichte, wurde auch diese aus der Not geboren.


Alles begann im Jahr 1810 als Napoleon Bonaparte nicht nur Kaiser von Frankreich und König von Italien, sondern auch oberster Stadtherr von Bad Kreuznach war. Er beauftragte den französischen Bürgermeister, also den Maire von Bad Kreuznach, Carl Joseph Burret, das darniederliegende Marktwesen neu zu beleben. Am 19. August 1810 fand der erste Kreuznacher Jahrmarkt statt, der die leeren Stadtkassen wieder füllen sollte. Es war ein dreitägiger Vieh- und Krämermarkt mit vielen Verkaufsbuden aus Holz an unbefestigten Wegen. Kein Vergleich zu heute also, wo nicht nur das Riesenrad, sondern auch viele andere Hightech-Fahrgeschäfte auf der Pfingstwiese aufgebaut werden. Der launige wie treffende Schlachtruf heißt „Nix wie enunner“, denn die Pfingstwiese liegt tatsächlich am tiefsten Punkt  von Bad Kreuznach.


Im Lauf der Geschichte machte der Jahrmarkt manche Wandlung und Neuerung mit: Vor 200 Jahren boten die Gasthöfe noch Quartiere für Ross und Reiter an, vor 150 Jahren machte das Gaslicht auf dem Jahrmarkt die Nacht zum Tage und vor 100 Jahren fuhr man mit der „Elektrischen“ zum Volksfest. Heute kommen an den fünf Jahrmarktstagen im August rund 500000 Besucher nach Bad Kreuznach. Kreuznacher Originale wie das „Gänsje“, der Humorist Jakob Thon oder der „Quecke Nick“ mit seiner Jahrmarksbrigg lassen Erinnerungen an die gute alte Zeit wach werden. Der Bad Kreuznacher Stadtführer Peter Ovie hat die Geschichte und viele Geschichten um den Jahrmarkt recherchiert. Am Fleischwurstdonnerstag, 20. August, gibt er sie auf einem zweistündigen Spaziergang durch Bad Kreuznach zum Besten. Los geht es um 18 Uhr am Originalebrunnen am Kornmarkt.  Die Teilnahme kostet pro Person 6 Euro, Kurgäste zahlen nur 4 Euro. Der Kreuznacher Jahrmarkt findet in diesem Jahr vom 21. bis 25. August statt.
Weitere Infortmationen: Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH, Kurhausstr. 22-24, 55543 Bad Kreuznach (Haus des Gastes), Telefon: 0671/8360052, http://www.bad-kreuznach.de/sv_bad_kreuznach/Tourismus,%20Kultur,%20Sport/

Felsige Pfade zum Kloster

Der Eifelsteig führt auf einsamen Pfaden durch das Liesertal zum Kloster Himmerod.


Wie vor über 800 Jahren leben auch heute noch Zisterziensermönche in der Abtei Himmerod. Jeder, der einmal dem Chor der Weißen Mönche in der barocken Klosterkirche mit Klais-Orgel lauschte, spürt die Botschaft: Beruhigung, Trost, Frieden. In der modern ausgebauten „Alten Mühle“ auf dem Klostergelände gibt es ein Museum mit Kunstausstellungen.


Die Klosterchronik bestätigt enge Beziehungen des 1135 von Bernhard von Clairvaux im Salmtal gegründeten Klosters zum Manderscheider Rittergeschlecht bis zurück ins frühe 13. Jahrhundert. In Kriegszeiten fand der Konvent immer eine Zuflucht in der Niederburg in Manderscheid.


Von Manderscheid nach Himmerod führt die zwölfte Etappe des Eifelsteigs. Auf den ersten Kilometern deckt sich der Eifelsteig mit dem bekannten Lieserpfad. Als abenteuerlicher Felsenpfad führt er an den steilen Hängen oberhalb der Lieser an mehreren Aussichtskanzeln vorbei. Diese gewähren schöne Ausblicke auf die Manderscheider Burgen und das tief eingeschnittene Tal. Anschließend geht es in einem Seitental auf die Anhöhe um Großlittgen. Über Wiesen und mit Ausblick ins Salmtal führt der Eifelsteig schließlich zum Kloster Himmerod hinab.


„Vulkaneifel alpin“ - dieses Motto wird der Etappe des Eifelsteiges, zugeschrieben. Nicht breiter als ein Trampelpfad verläuft er in den teilweise sehr steilen Hängen des Liesertales und verlangt an einigen Stellen Trittsicherheit und Aufmerksamkeit. Auch die Kondition wird auf dieser Strecke durchaus gefordert. Dafür wird der Wanderer mit einem einmaligen Naturerlebnis belohnt. Keine Straße und kein Haus kommen auf 15 Kilometern in Sichtweite. Die 18 Kilometer lange Tour startet in Manderscheid am Parkplatz Burgenblick. Der Eifelsteig gehörte schon vor seiner offiziellen Eröffnung 2009 zu den Top-Trails. Jetzt ist er auch „Deutschlands schönster Wanderweg 2015“. Mehr als die Hälfte der beim Wandermagazin abgegebenen Stimmen wählte den Eifelsteig für diese Auszeichnung. Auf 313 Kilometern Gesamtlänge tangiert der Eifelsteig die Hochmoorlandschaft des Hohen Venn, den Nationalpark Eifel und den Geopark Vulkaneifel. In seinem Verlauf streift er Trier, Manderscheid, Daun, Gerolstein, Hillesheim, Blankenheim, Nettersheim, Gemünd, Monschau und Aachen.
Wewitere Informationen: http://www.eifelsteig.de/

Felsentour zum Hexentanzplatz

Mit dem Ranger zu geheimnisvollen Plätzen im Nationalpark.


Im östlichen Teil des Nationalparks Hunsrück-Hochwald liegt die Wildenburg. Der schlanke Turm steht auf einem 676 Meter hohen Quarzitfelsen. 80 Stufen müssen bewältigt werden, um den 22 Meter hohen Aussichtsturm zu erklimmen. Von oben sieht man über den 42 Hektar großen Wildpark, zur Steinbachtalsperre, über den Idar- und Schwarzwälder Hochwald sowie nach Süden über das Nahetal bis zum Donnersberg in der Pfalz.


Ein von Felsbrocken begleiteter Waldpfad führt von der Wildenburg bergab zum geheimnisvollen Hexentanzplatz. Der von alten Bäumen beschattete freie Platz vor den aufragenden Felsen böte nicht nur genug Tanzfläche für viele Hexen in der Walpurgisnacht, man kann ihn sich auch gut als ehemaligen Kultplatz der Kelten und Römer vorstellen. Tatsächlich befand sich auf dem Wildenburger Kopf in der Latènezeit eine keltische Burganlage mit doppeltem Ringwall. Sie gehörte gemeinsam mit den keltischen Ringwällen bei Otzenhausen und auf dem Ringskopf sowie der Altenburg bei Bundenbach zum ausgedehnten Verteidigungssystem der Treverer.


In römischer Zeit gab es auf dem Wildenburger Kopf ein Bergheiligtum. Als Friedrich von Kyrburg die Wildenburg baute, war es naheliegend, dass er sich der Steine des Ringwalles bediente. So wurde der westliche Teil des Ringwalles zerstört.Ein felsiger und wurzelreicher Waldweg führt weiter zur Mörschieder Burr am Osthang des Wildenburgrückens. Es ist eine schöne Vorstellung, dass dieser Quarzitfelsrücken vor Jahrmillionen als Insel aus dem Meer ragte. Von der von mächtigen Eichen und Buchen umstandenen Mörschieder-Burr-Aussichtskanzel blickt man über die vegetationslose Steinwüste ins Tal. Die Ranger des Nationalparks Hunsrück-Hochwald bieten von Mai bis Oktober an jedem Sonntag ab 10:30 Uhr die geführte „Felsentour“ rund um die Wildenburg an. Die Tour dauert 2,5 bis drei Stunden. Anschließend ist noch Zeit den Wildkatzen, Wölfen und anderen Waldtieren im Wildfreigehege einen Besuch abzustatten oder am Fuße des Burgturmes zu Kaffee und Kuchen einzukehren.
Weitere Informationen: http://www.hunsruecktouristik.de/

Das Geheimnis der Porta Nigra

Erlebnisführung mit einem römischen Zenturio.


Für Trier-Besucher ist die Porta Nigra in der Simeonstraße beliebter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Doch auch das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen selbst ist es wert, näher in Augenschein genommen zu werden. Die Porta Nigra wurde ungefähr 180 n. Chr. erbaut, als die Römer öffentliche Gebäude gerne aus großen Quadern errichteten. Die größten dieser Sandsteinquader wiegen sechs Tonnen. Sie stammen aus dem Kylltal, wurden von mühlengetriebenen Bronzesägen zurechtgeschnitten, ohne Mörtel aufeinandergesetzt und mit in Blei ausgegossenen Eisenklammern befestigt.


Nach 1028 bekam das Stadttor einen bemerkenswerten Bewohner. Der griechische Mönch und Einsiedler Simeon ließ sich im Ostturm der Porta Nigra einmauern. Nach seinem Tod 1035 wurde er im Erdgeschoß bestattet und später heiliggesprochen. Ihm zu Ehren ließ Erzbischof Poppo von Babenberg in das römische Tor zwei übereinanderliegende Kirchen einbauen, die erst im 19. Jahrhundert auf Napoleons Befehl abgetragen wurden. Den Namen „Porta Nigra“ (Schwarzes Tor) bekam das Stadttor erst im Mittelalter, als sich der Sandstein durch Umwelt- und Witterungseinflüsse schwarz verfärbt hatte.


Rund um das Tor ranken sich viele Geschichten und Anekdoten als Rom die Welt regierte und der Kaiser in Trier die Geschicke des Imperiums lenkte, die bei einer Erlebnisführung auf sehr unterhaltsame Weise und mit viel Humor von einem Schauspieler in der Paraderüstung eines Zenturios in Szene gesetzt werden. Im Treppauf und Treppab der Erlebnisführung tauchen all jene auf, die einst in der Porta Nigra ein- und ausgingen: Kaiser und Krieger, Bischöfe und Barbaren, lebendig Eingemauerte und teuflische Dämonen. Die rund einstündige Erlebnisführung mit Zenturio findet von Juli bis Oktober mittwochs und freitags um 15 Uhr, samstags um 13:30, 15 und 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen um 11:30 und 14 Uhr statt. Das Ticket kostet für Erwachsene 12,90 Euro und für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren 9 Euro. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Karten können online oder telefonisch vorbestellt werden.
Weitere Informationen: Touristinformation Trier, An der Porta Nigra, 54290 Trier, Telefon: 0651/978080, http://www.trier-info.de/

Meeresrauschen und Wind

Zeitreise in die Eifel vor 400 Millionen Jahren im Devonium.


Der Eifelort Waxweiler südlich von Prüm ist mit der Geschichte um die Echternacher Springprozession bekannt geworden. An der 1770 erbauten Pfarrkirche erinnert eine Gedenktafel an deren sagenhaften Ursprung. Der Legende nach feierten und tanzten die Waxweiler Bürger vor der Kirche, anstatt der Predigt zu lauschen. Der Heilige Willibrord verdammte sie deshalb dazu, immerfort zu tanzen und zu springen. Erst eine Pilgerwanderung nach Echternach erlöste die Waxweiler von ihrer Strafe. Noch heute ist es das Privileg der Waxweiler, die alljährlich am Pfingstdienstag stattfindende Prozession anzuführen.


Doch in Waxweiler kann man noch viel weiter in die Geschichte zurückgehen. Das Museum „Devonium“ in der Ortsmitte öffnet ein Zeitfenster ins Devon. In dieser Zeit, 400 Millionen Jahre vor Christus, war auf unserer Erde noch nichts so wie heute. Vor allem muss es sehr still gewesen sein. Kein Vogelgezwitscher, nicht einmal das Zirpen einer Grille war zu hören. Nur das Rauschen des Windes und des Meeres begleitete den Beginn einer langen Entwicklung, in der Ozeane und Kontinente im Lauf von Jahrmillionen ihr heutiges Aussehen bekamen.


Im Devon nahm die grüne Revolution der Erdgeschichte ihren Anfang und schaffte die Grundlage für neues Leben, in dem die Pflanzen das Land eroberten. Im Devonium werden diese komplizierten Zusammenhänge anschaulich und spielerisch erklärt. Das Museum zeigt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die im Steinbruch Köppen bei Waxweiler gefundenen Fossilien und verschiedenen Gesteinsschichten. Im Devon lag Waxweiler in einem Flussdelta, das mit dem Orinoco-Delta in Venezuela vergleichbar ist.


Im August öffnet das Museum seine Räume für eine Ausstellung mit Fotos und Texten der Religionspädagogin Petra Stadtfeld und Fotografien des Fotoclubs „Tele Freisen“. Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 30. August, 10.30 Uhr, und dauert bis Sonntag, 4. Oktober.Das Devonium in der Hauptstraße 28 in 54649 Waxweiler hat montags, dienstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und 13:30 bis 16:30 Uhr, donnerstags 9 bis 12 Uhr sowie von Juni bis August samstags 10 bis 12 Uhr und sonntags 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro und für Kinder 2 Euro. Eine Führung kostet pro Person 2 Euro (Kinder 1 Euro).
Weitere Informationen: Devonium Waxweiler, Hauptstraße 28, 54649 Waxweiler, Telefon: 06554/811, http://www.devonium.de/

Strände am Rhein

Radtour von Bingen nach St. Goar zu idyllischen Plätzen am Ufer.


Eine hochsommerliche Radtour am Rhein hat viele Vorteile. Auf dem linksrheinischen Rheinradweg zwischen Bingen und St. Goar oder auch in umgekehrter Richtung rollt das Rad wie von allein auf dem durchgängig asphaltierten Radweg, der immer ganz nah am Rheinufer entlang führt. Der Fahrtwind sorgt auch an heißen Tagen für die nötige Abkühlung unterwegs.


Die Kapitäne der Rheinschiffe, die im Sommer in großer Zahl über den Rhein schippern, müssen in diesen Tagen besonders gut aufpassen und ihre Geschwindigkeit drosseln, denn der Rhein hat viel weniger Wasser als sonst. An manchen Stellen haben sie nur knapp einen Meter Wasser unter dem Kiel. Des einen Leid ist hier jedoch des anderen Freud, denn das Niedrigwasser schafft an den Ufern des Rheins nun respektable Sandstrände und damit viele schöne Rastplätze für die Fahrradfahrer.


Auf dem Weg von Bingen nach St. Goar gibt es einige dieser idyllischen Fleckchen, wo man auf feinstem Sandstrand eine Pause direkt am Fluss einlegen kann. Auch wenn Baden im Rhein nicht verboten ist, sollte man die Gefahren der Strömung und der regen Schifffahrt nicht unterschätzen und lieber davon absehen, im Rhein zu schwimmen. Es ist auch schon ein Genuss und ungefährlich, die Füße ins Wasser zu halten.


Auf den vom Niedrigwasser geschaffenen Sandbänken ist jetzt das Refugium vieler Wasservögel, die man vom Ufer aus auch ohne Fernglas wunderbar beobachten kann. Schwäne, Reiher und Möwen teilen sich die neu entstandenen Rheininselchen in friedlicher Eintracht und stehlen den stolzen Rheinburgen damit fast die Show. Auf der Tour von Bingen nach St. Goar grüßen zahlreiche Rheinburgen auf beiden Seiten des Ufers und sind ebenfalls gute Gelegenheit bei einer längeren Pause die Besichtigung eines dieser alten Gemäuer mit einer ausgiebigen Kaffeepause zu verbinden. Die Auswahl ist so groß wie sonst nirgendwo.


Die Radtour von Bingen über Trechtingshausen, Niederheimbach, Bacharach, Oberwesel nach St. Goar ist 30 Kilometer lang und in beide Richtungen sehr bequem und ohne nennenswerte Steigungen zu fahren. Den Rückweg kann man ab St. Goar oder Bingen mit einem Rheinschiff antreten und den mit dem Fahrrad zurückgelegten Weg noch einmal von der Wasserseite aus betrachten. Unterwegs gibt es an den Schiffsanlegestellen in Bacharach und Oberwesel die Möglichkeit, die Tour abzukürzen.
Weitere Informationen: Romantischer Rhein Tourismus GmbH, An der Königsbach 8, 56075 Koblenz, Telefon: 0261/9738470, http://www.romantischer-rhein.de/#start

Alles begann mit dem „Brodverein“

Auf den Spuren des Sozialreformers unterwegs auf der Historischen Raiffeisenstraße von Hamm nach Neuwied.


Die „Historische Raiffeisenstraße“ verbindet auf rund 40 Kilometern Länge die Wirkungsstätten des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen von seinem Geburtsort Hamm über Weyerbusch und Flammersfeld bis zu seinem Grab nach Neuwied. Das alte Fachwerkhaus in der Raiffeisenstraße 10 in Hamm ist heute das Deutsche Raiffeisenmuseum. Über 30 Audioguides erfahren die Besucher alles über das Leben und Wirken des Sozialreformers.


1845 begann Raiffeisen als Bürgermeister von Weyerbusch auch sein soziales Werk. Der junge Bürgermeister ließ gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit in Weyerbusch eine neue Schule bauen. Nach einer Missernte kamen im harten Winter 1846/47 viele Menschen der Region in Not. Raiffeisen erlebte das „wucherische Treiben“, das den „goldenen Mittelstand ... zu Grunde“ richtete, und gründete den „Weyerbuscher Brodverein“. Seine Idee war einfach und schloss die Hilfe Dritter ein: Die wohlhabenden Bürger schossen das Geld für den Kauf von Mehl vor. Daraus wurde im Backes von Weyerbusch Brot gebacken und gegen Schuldscheine mit geringen Rückzahlungszinsen an die Notleidenden verteilt. Diese Szene stellt ein Denkmal vor dem Bürgermeisterhaus in Weyerbusch dar. Nachdem er mit dieser Aktion viele Menschen vor dem Verhungern gerettet hatte, bedurfte es neuer Arbeitsplätze. Verkehrsmäßig war der Westerwald damals kaum erschlossen. Erst Raiffeisen schaffte die Anbindung von Weyerbusch an den Rhein, indem er die 40 Kilometer lange Straße über Flammersfeld und Rengsdorf nach Heddesdorf bauen ließ. Seit 1984 trägt die Straße (B 256) den Beinamen „Historische Raiffeisenstraße“.


Die Gründung des „Brodvereins“ gilt heute als der Beginn des sozialreformerischen Wirkens von Raiffeisen, das er ab 1848 als Bürgermeister in Flammersfeld fortsetzte. Als Gründer des Genossenschaftswesens ging er in die Geschichte ein. Das Bürgermeisterhaus, das Backhaus und ein Seminargebäude bilden heute das Raiffeisen-Begegnungszentrum von Weyerbusch. Im ehemaligen Bürgermeisterhaus in Flammersfeld ist ein Museum eingerichtet. Das Museum in Flammersfeld hat am 6. September und am 4. Oktober von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Das Museum in Hamm öffnet donnerstags von 15 bis 17 Uhr (Eintritt 3 Euro). Das Raiffeisen Begegnungszentrum in Weyerbusch kann nach Vereinbarung unter Telefon 02681/850 besichtigt werden. Bei der Tourist-Information Raiffeisenland, Telefon 02685/809193 oder 809192, können die Museen nach vorheriger Anmeldung auch an anderen Tagen besichtigt werden, zudem werden auch Tagesausflüge auf der „Historischen Raiffeisenstraße“ organisiert, http://www.raiffeisenstrasse.de/

Doktorwein und Sonnenuhr

Wanderung auf dem Moselsteig von Bernkastel-Kues nach Ürzig.


Ein schöner Spaziergang vom Marktplatz in Bernkastel durch die Straßen mit den vielen Fachwerkhäusern steht am Beginn der Moselsteigwanderung nach Ürzig. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Altstadt von Kues auf der anderen Moselseite mindestens genauso sehenswert ist. Der Marktplatz, das Renaissance-Rathaus und die Jugendstilvillen am Moselufer sind einen Blick wert. Am Nikolausufer steht das Nikolaus-Cusanus-Haus. Der Kardinal, Universalgelehrte und Philosoph wurde hier 1401 geboren. Das Haus ist ein Museum.


Unser Weg führt uns an den Ortsausgang von Bernkastel und ins Kallenfelstal. Dort sieht man zwischen den Häusern hindurch auf die gen Süden gerichtete weltberühmte Weinlage Bernkasteler Doktorberg. Jahrhundertelang wurden hier Trauben für erstklassige Weine gelesen. In besonders guten Weinjahren erreichten die Rieslingtrauben vom Doktorberg Mostgewichte von über 300 Grad Öchsle. 150 Grad Öchsle reichen schon für die höchste Stufe der Weinprädikate, die Trockenbeerenauslese.


Vom Aussichtspunkt Maria Zill sieht man die Moselorte Bernkastel-Kues, Graach, Wehlen und Zeltingen-Rachting. Zuwege führen nach Graach und Wehlen zurück ins Tal. Die Weinlage „Wehlener Sonnenuhr“ ist ungefähr genauso berühmt wie der „Bernkasteler Doktor“. Die 1842 gebaute Sonnenuhr ist ein Wahrzeichen des Ortes. Von der Höhe geht es auf steilem Pfad hinab in den Zeltinger Sortengarten mit vielen Obst- und Beerensorten aus verschiedenen Regionen der Welt. Im Zeltinger Hof kreierte Markus Reis für die Steigwanderer das Gericht „Moselsteisch“, das man auch unterwegs auf einem schönen Rastplatz verspeisen kann. In einer Weinkiste, der „Steische Wein“, wird ein an die Jahreszeit angepasster Moselgräwes serviert. Das ist eine regionale Spezialität aus Weinkraut, Zwiebeln, Speck, Kartoffelpüree, Kassler und Wurst. Dazu gibt es ein Fläschchen Reis’ling. Auf der anderen Moselseite wartet mit dem Kloster Machern schon die nächste Versuchung zur Rast. Von dort geht es im Hang wieder hinauf. Unübersehbar wachsen die Betonpfeiler der neuen Hochmoselbrücke zwischen den Weinbergen hervor. Durch Wald, Schlucht, über Stufen einen und steilen Hohlweg wird nach 17,5 Kilometern das Etappenziel Ürzig erreicht.
Weitere Informationen zur Mosel

Weingenuss im Blütenmeer

Vinothek PAR-TERRE auf dem Gelände der Landesgartenschau in Landau.


Am besten schmeckt der Wein direkt bei den Winzern. Sie haben immer etwas Interessantes zu den Weinen zu erzählen und schenken gern auch mal ein ganz besonderes Tröpfchen ins Glas ein. In den vergangenen sechs Jahren entstanden in Rheinland-Pfalz mehr als 100 Vinotheken. Keine gleicht der anderen und doch verbindet alle das Zusammenspiel von besonderer Architektur und einzigartigem Wein.


Viel Zulauf hat in diesen Tagen die Vinothek „PAR-TERRE“ in Landau an der Südlichen Weinstraße. Sie ist auf der Landesgartenschau das repräsentative Schaufenster für die Weine der Region. Die Auswahl ist riesengroß. 55 Spitzenwinzer, Weinbaubetriebe und regionale Partner haben sich hier zusammengeschlossen, um die Südpfalz von ihrer genussreichsten Seite zu zeigen.


Das denkmalgeschützte Gebäude und die Ideen des Berliner Designers Michael Michalsky unterstreichen den Kontrast zwischen Historie und Gegenwart. Das Haus war im ausgehenden 19. Jahrhundert Teil einer bayerischen Kaserne und gehörte nach 1945 zur ehemaligen französischen Artilleriekaserne Estienne-Foche. Wie alle Funktionsbauten trug es eine Nummer, die 041, an die der heutige Name „null41“ erinnert. Warme Farbtöne in Kombination mit dem Industriecharme des Gebäudes sorgen für den einmaligen Charakter der Vinothek. Rund um die Skulptur des Heiligen Urban, Schutzpatron der Winzer, sind in dem hellen Raum mit breiter Glasfront und Blick auf die blühende Landesgartenschau, 220 Weine in Vitrinen aufgereiht. Hier trifft man sich gern mit Freunden und probiert die Weine. Auf der Bühne vor der Vinothek finden jeweils am ersten und dritten Donnerstag im Monat (Feiertage ausgeschlossen) musikalische Afterwork-Veranstaltungen mit Künstlern unterschiedlicher Musikrichtungen von 19 bis 22 Uhr statt. Die Abendkarte gilt ab 17:30 Uhr und kostet 8 Euro. Sie schließt den Besuch der Landesgartenschau ein.
Weitere Informationen: Vinothek PAR-TERRE, Georg-Friedrich-Dentzel-Straße 11, 76829 Landau, Telefon: 06341/9690890. http://www.par-terre.de/

Hiwweltour in Rheinhessen

Abwechslungsreiche Wanderung im Land der 1000 Hügel.


Die sanft gewellte rheinhessische Landschaft zwischen der flachen Rheinebene und den Plateaus der höchsten Weinberge sind der Grund, warum Rheinhessen auch das „Land der 1000 Hügel“ genannt wird. Keiner kann genau sagen, ob es wirklich tausend Hügel sind, aber es sind viele. Eine der schönsten Arten diese Weinlandschaft zu erkunden, ist es, in die Wanderschuhe zu schlüpfen und sich auf eine der neuen Rundtouren Rheinhessens zu begeben.


Weil die Rheinhessen zu den Hügeln „Hiwwel“ sagen, bekamen die Rundwege den Namen „Hiwweltour“. Die Hiwweltour „Bismarckturm“ beeindruckt mit sagenhaften Panoramablicken und einer überaus abwechslungsreichen Wegführung. Mit Ingelheim, Gau-Algesheim und Appenheim bieten sich gleich drei alternative Einstiegspunkte an, die über Zuwege angebunden sind. Unterwegs besticht der kurzweilige Wechsel von Waldpassagen, heckengesäumten Wegpartien und offenen Weiten mit Blicken über Weinberge, Felder und Weiden.


Der tagsüber frei zugängliche Bismarckturm bietet gleich zu Beginn eine sagenhafte Rundumsicht auf Ingelheim und den Rheingau. An der Hangkante genießen die Wanderer den Ausblick aus einer neuen Perspektive. Danach schlängelt sich der idyllische Pfad, umgeben von üppiger Vegetation, durch den Wald zur Schutzhütte Gaga zum nächsten Panoramablick vom Laurenziberg bis zum Binger Loch. Sobald die Weinbergszone erreicht wird, liegt Waldalgesheim zum Greifen nah. Die Hiwweltour zieht am Abzweig des südlichen Zuweges wieder leicht bergan um nach rund drei Kilometern beginnt der Abstieg ins Welzbachtal. Hier standen einst viele Mühlen. Auf Höhe der Grillhütte geht es über den rauschenden Bach und zum nahen Weinort Appenheim, dessen Ortskern über einen Zuweg erreichbar ist. Nachdem die „100 Guldenmühle“ passiert ist, gewinnt die Tour an Höhe. Über einen Treppenpfad erreicht man das Plateau und den nahen Wald. Dort führt ein kurzer Zuweg zum geoökologischen Lehrpfad, der an dieser Stelle auf die Salamanderlöcher aufmerksam macht. Anschließend geht es fast eben durch den Wald des Naturschutzgebietes Gau-Algesheimer Kopf. Der weite Blick bis auf den Feldberg beeindruckt, sobald die Hiwweltour die ersten Felder erreicht. Zurück am Bismarckturm endet der 10,3 Kilometer lange Rundweg.
Weitere Informationen zu den Hiwweltouren in Rheinhessen

Eisenbahn und Eiswoog

Mit der Stumpfwaldbahn durch das Eistal zum Strandbad am kühlen Stausee im Pfälzerwald.


Ausflüge an heißen Sommertagen gewinnen an Vergnügen, wenn es zwischendurch eine Gelegenheit zur Abkühlung in einem kühlen See gibt. An Sonn- und Feiertagen lässt sich das im Pfälzerwald mit einer Fahrt im historischen Eisenbahnzug verbinden. In Ramsen beginnt die Fahrt der Stumpfwaldbahn durch das Eistal und den Stumpfwald direkt zum Bahnhof Eiswoog. Die bis zu 70 Jahre alten Dieselloks fahren auf einer Schmalspurstrecke (600 mm). Die Wagen stammen von alten Feldbahnen aus Bergwerken, Kieswerken, Steinbrüchen und Sägewerken. Ursprünglich wurden solche Bahnen auch im Tonabbaugebiet „Erdekaut“ in Eisenberg eingesetzt. Ehrenamtliche Eisenbahnfreunde betreiben das rollende Museum, um die heute kaum noch anzutreffende Technik einer Feldbahn betriebsbereit zu erhalten. Die am häufigsten eingesetzte Zugmaschine ist eine DIEMA DS40 aus dem Jahr 1956. Der Lokschuppen steht direkt am Eiswoog unterhalb der 1988 stillgelegten, aber immer noch längsten Eisenbahnbrücke der Pfalz. Das Viadukt spannt sich 270 Meter lang über das Eistal.


Die Fahrt zum Eiswoog dauert rund 40 Minuten. Der See, in dem auch gebadet werden darf, liegt mitten im Wald und bietet auch im heißesten Sommer angenehme Kühle. Gespeist wird der sechs Hektar große See von sieben Quellen, die für eine sehr gute Wasserqualität sorgen. Es gibt sogar ein kleines Strandbad mit Badesteg, Liegewiese, Kneippanlage, Minigolfanlage, Spielplatz, Kiosk und Bootsausleihe. Rund um den See führt ein drei Kilometer langer barrierefreier Naturerlebnispfad. Auf dem Staudamm steht das ehemalige Jagdhaus der Industriellenfamilie Gienanth, wo man heute im Seehaus Forelle zu Brotzeit oder Lachsforelle einkehren oder im Hotel Haeckenhaus wohnen kann. Für fangfrische Forellen sorgen die Fischteiche ganz in der Nähe. Ramsen liegt zwischen Mannheim und Kaiserslautern am Rande des Biosphärenreservates Pfälzerwald. Der Barbarossa-Radweg und der Jakobs-Pilgerweg führen mitten durch den Ort. Die Hin- und Rückfahrt mit der Stumpfwaldbahn von Ramsen zum Eiswoog kostet für Erwachsene 4,50 Euro, für Kinder von vier bis 14 Jahren 3,50 Euro. Die Familienkarte gibt es für 12 Euro.
Weitere Informationen: Stumpfwaldbahn Ramsen e.V., Bahnhof Eiswoog, 67305 Ramsen, Telefon: 06356/8035, Eiswoog Ramsen

Vögel der Treue und des Glücks

Ausstellungen und Wanderwege rund ums Storchenzentrum in der Pfalz.


Die Weißstörche sind von jeher ein Symbol für Glück und Treue. Außerdem gelten sie als Hüter des Ehefriedens und Überbringer des Nachwuchses. Nachdem der Weißstorch 1973 in Rheinland-Pfalz als Brutvogel ausgestorben war, gibt es jetzt wieder weit über 400 Brutpaare. Das ist auch dem der Aktion PfalzStorch e.V. zu verdanken. Doch die Störche brauchen weiterhin eine starke Lobby. Viele Gefahren im Brutgebiet und auf dem Zug machen ihnen das Leben schwer.


Im Storchenzentrum in Bornheim zeigen die  Dauerausstellungen „Lebensweise des Weißstorches“ und „Lebensraum für Schwarz- und Weißstorch“ in zwei Ausstellungsräumen welche Gefahren es für Weißstörche immer noch gibt und wie sie beseitigt werden können. Ein Storchentagebuch, die Beschreibungen rund ums Nest und die Forscherecke sind Stationen in der Ausstellung zur Lebensweise des Weißstorchs.


Besonders interessant ist der Blick in die Kinderstube einer Storchenfamilie. Unter einer Klangdusche kann man sich per Knopfdruck aussuchen, welcher Storchenlaut einem am besten gefällt. Virtuell begleiten die Ausstellungsbesucher den Storch auf seiner langen Reise nach Afrika, erfahren von den Widrigkeiten und finden heraus, wie viel  
Futter eine Storchenfamilie pro Tag benötigt. Die detaillierten Fotos von den Nestkameras decken rund ums Storchennest manches mehr oder weniger große Geheimnis der seltenen Vögel auf.


In der Storchenscheune Bornheim werden verletzte oder kranke Vögel gesund gepflegt und ausgewildert. Die beiden Wanderwege „Bornheimer Storchenrunde“ und „Wald- und Wiesenstorchenweg“ führen durch Wiesen, Weinberge und Dörfer zu den Storchennestern und Rastplätzen.
Beide Wanderwege starten am Parkplatz am Gutsweg an der L 452.
Das Storchenhaus in Bornheim hat sonntags von 14 bis 17 Uhr, montags und mittwochs von 13 bis 16 Uhr geöffnet. An Feiertagen bleibt das Storchenhaus geschlossen.
Weitere Termine gibt es auf  Vereinbarung unter Telefon: 06348/610757. Der Eintritt in das Storchenzentrum kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder und Schüler 1,50. In der Storchenscheune zahlen Erwachsene 2,50 Euro und Kinder 1 Euro.
Informationen: Storchenzentrum Bornheim, Aktion PfalzStorch e.V., Kirchstraße 1, 76879 Bornheim b. Landau, Telefon: 06348 /610757.

Weitere Informationen zum Storchenhaus in Bornheim

Steinschleuder und Schatzsuche

Spannendes Museum im Torturm der Schönburg.


In Oberwesel am Rhein verbinden 16 Verteidigungstürme die mittelalterliche Stadtmauer, auf der man ein gutes Stück entlang spazieren kann. So hat man einen schönen Blick auf Oberwesel, die Stadt der Türme und des Weins. Unübertroffen aber ist der Ausblick vom Bergfried der Burg Schönburg, die auf einer bewaldeten Anhöhe gebaut, die Stadt überragt. Die spannende Geschichte der Burg füllt ein ganzes Buch und es gibt viele Anekdoten über die mehrfachen Besuche des Kaisers Barbarossa, der von seinen Gemächern in einem Turm der Burg die sagenhafte Aussicht auf den Rhein genauso genossen haben mag, wie es heute die Gäste des Burghotels tun.


Auch Ferdinand Freiligrath und Victor Hugo lobten die Burg, die im 12. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, in den höchsten Tönen als Inbegriff der Rheinromantik. Die von den Truppen Ludwigs XIV. im 17. Jahrhundert zerstörte Burg baute der Deutschamerikaner Major Rhinelander 1885 nach alten Plänen wieder auf. Seit 1950 gehört die Schönburg der Stadt Oberwesel. In der Internationalen Jugendburg Kolpinghaus auf der Schönburg geht es mehrsprachig zu, denn hier sind immer Jugendliche aus verschiedenen Ländern zu Gast.


In den alten Räumen des Doppel-Fallgitter-Torturmes erzählt ein Museum die über 700-jährige Geschichte der Burg. Dort erfährt man, dass die Schönburg eine der wenigen Burgen am Rhein war, die sich im Ernstfall wirklich verteidigen konnte. Eine nachgebaute Steinschleuder zeigt, wie man in mittelalterlicher Zeit versuchte, eine Burg zu zerstören, was gar nicht so einfach war. Mit der virtuellen Simulation einer Steinschleuder kann jeder Besucher ausprobieren, die Burg Eltz mit Steinkugeln zu treffen. Nach 122 Stufen ist die obere Ebene des Turmes erreicht, die einen der schönsten Aussichten über die Burgzinnen gewährt.


Spannend wird es bei der Familientour „Auf der Suche nach der verschwunden Zolltruhe“. Dabei helfen schon die Kleinsten mit, die verschwundene Kiste mit den Goldtalern zu finden. Beraten werden sie von der kleinen Mauereidechse Frieda, die als Kuscheltier dabei ist. Es wird gesucht, gezählt, buchstabiert, gemalt und gerechnet bis die kleinen Schatzsucher die Truhe gefunden haben und die Goldtaler unter sich aufteilen. Das Burgmuseum ist außer montags täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder 1,50 Euro.

Weitere Informationen zu Oberwesel


Wipfeln und den Eulen lauschen

Dem Himmel ein Stück näher auf dem Fischbacher Baumwipfelpfad im Dahner Felsenland.


Das Dahner Felsenland ist eine märchenhafte Landschaft aus Baumriesen, geheimnisvollen Felsenburgen und bizarren Buntsandsteinformationen, fast so, als hätte sie ein fantasievoller Zauberer herbeigehext. Nüchtern betrachtet reden wir von dem Landstrich im südlichen Teil des Naturparks Pfälzerwald, der den Westteil des Wasgaus bildet.


Die Stadt Dahn ist Sitz der Verbandsgemeinde, der weitere 14 Orte angehören. Einer davon ist Fischbach. Dort ist das Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen mit der Erlebnisausstellung und einem Restaurant über den Baumwipfeln ein beliebtes Ausflugsziel. Schon von weitem sieht man die weißen Zeltdächer zwischen den Baumkronen aus dem Wald ragen. Sie gehören zum Baumwipfelpfad. Seit 2003 schlängelt er sich auf 270 Metern im Zickzackkurs in zwölf bis 18 Metern Höhe durch das Geäst der Bäume bis zum Aussichtsturm in 40 Metern Höhe.


Ganz nach Wunsch wipfelt man auf zwei verschiedenen Routen - sanft oder abenteuerlich - zum Beispiel über Hänge-, Dschungel und Wackelbrücken, zum Adlerhorst, zu interaktiven Nistkästen und Spielstationen oder zum Eulen-Lauschen. Für die nötige Sicherheit unterwegs sorgen 19 Stahlstützen, ein festes Geländer und stabile Holzstege. Nach unten gelangt man am Schluss bequem über eine Rampe oder rasant über eine 40 Meter lange Baumrutsche. Auch für Rollstuhlfahrer gibt es einen einfachen Zugang in die Baumkronen.


Die Besonderheiten des Naturraumes werden anschaulich im Biosphärenhaus vermittelt. Das Besucherinformationszentrum befindet sich direkt neben dem Baumwipfelpfad. Kernstück des Hauses ist die interaktive Mitmach-Ausstellung, in der sich Besucher aller Altersklassen mit dem umgebenden Naturraum beschäftigen können. In der neuen Nachtetage ist es sogar möglich gemeinsam mit Eulen und Fledermäusen eine Nacht im Pfälzerwald zu verbringen. Der neue Spielplatz „Keltenwiese“ am Biosphärenhaus verspricht vor allem Spaß für die Kleinsten. Das Kombiticket für Baumwipfelpfad und Biosphärenhaus kostet für Erwachsene ab 18 Jahre 9 Euro und für Kinder 7 Euro. Geöffnet ist von März bis November täglich von 9.30 bis 16 Uhr.

Weitere Information: Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen, 66996 Fischbach bei Dahn, Am Königsbruch 1, Telefon: 06393/92100, www.bioshpaerenhaus.de

Ganz von den Socken an der Nahe

Hosen hochgekrempelt und hinein ins Lehmstampfbecken zu einer Abkühlung und Massage der besonderen Art. Hier beginnt der als Rundweg angelegte, 3,5 Kilometer lange Barfußpfad in Bad Sobernheim an der Nahe. Der Spaß ist auch noch gesund. Der „Lehmpastor“ Emanuel Felke aus Bad Sobernheim hat seinen Patienten schon im vorigen Jahrhundert das Barfußlaufen kombiniert mit Lehmbädern in Heilerde empfohlen. So entstand die Felkekur, die in den Bad Sobernheimer Kurhäusern viele Anhänger hat.


Der Barfußpfad ist ein perfektes Trainingsprogramm für die Füße. Der Weg über Gras, Rindenmulch, Kies, Sand, Lehm, durch Wasser und über viele verschiedene Gesteinsarten lässt uns abwechselnd harte und weiche Untergrundmaterialien spüren und ebenso die Temperaturunterschiede. An der Nahefurt wird sogar der Fluss überquert. Je nach Wasserstand hat man dabei am besten die Badehose an. Auf einem Nachen die Nahe zu überqueren, ist besonders für Kinder ein Heidenspaß, denn das Boot muss per Muskelkraft an einem Seil ans andere Ufer gezogen werden. Gleich nebenan überspannt die 40 Meter lange Hängebrücke den Fluss. Ein bisschen Mut und schon fühlt man sich wie Indiana Jones.


Im Nahegarten kann man sich bei kühlen Getränken und zum Beispiel einer Bratwurst nach der Barfußtour erholen. Es ist aber auch ein guter Platz, um auf Freunde oder Familie zu warten, wenn man den Barfußpfad nicht mitgegangen ist. Hunde dürfen nicht über den Barfußpfad gehen, sind aber im Nahegarten willkommen und erhalten ein „Freigetränk“.

Weitere Informationen:
Der Barfußpfad ist täglich von 9 bis mindestens 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche (von 3 bis 17 Jahren) zahlen 2 Euro. Vom Bahnhof Bad Sobernheim ist der Barfußpfad zu Fuß in rund 15 Minuten zu erreichen. Mit dem Auto fährt man über die A61 bis Abfahrt Bad Kreuznach auf die B41 in Richtung Idar-Oberstein bis Bad Sobernheim. Anschrift des Barfußpfades für Navigationsgeräte: Staudernheimer Straße 90, 55566 Bad Sobernheim. Kostenlose Parkplätze stehen in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Infotelefon: 0160/95465505, www.barfusspfad-bad-sobernheim.de

Wäller-Tour zu Kirchen, Klöstern und Kelten

Im Naturpark Rhein-Westerwald liegt das romantische Wiedtal. Vom Hohen Westerwald zum Rhein fließt die Wied in sanften Bögen zwischen den bewaldeten Höhen dahin. Eine besinnliche Landschaft für die innere Einkehr, auch ideal zum Pilgern. Der Klosterwanderweg weist den Weg. Er durchquert auf knapp 18 erlebnisreichen Kilometern im ständigen Wechsel von Auf- und Abstiegen das Rengsdorfer Land, führt durch drei Bachtäler und zu wunderbaren Weitblicken.


Der Klosterweg gehört zu den Wäller-Touren und startet in Rengsdorf an der St. Kastor-Kapelle in der Friedrich-Ebert-Straße am Ortsausgang in Richtung Hardert. Dort kann man auch gut parken. Über die Kuranlage Rosenberg geht es zum Naturdenkmal Römergraben und weiter ins idyllische Laubachtal nach Ehlscheid zum Kurpark mit Kneippanlage. Hier kann man gut einkehren. Auf der Gommerscheider Höhe reicht die Aussicht bis zum Malberg auf der gegenüberliegenden Wiedseite.


Dort führt der Westerwald-Steig entlang. Durch das Wildgehege des Fürsten zu Wied geht es hinab ins tiefe Dombachtal nach Kurtscheid zur Heiligen Schutzengel-Kirche. Über das Fockenbachtal, die Burgruine Neuerburg und vorbei an der Mutter-Rosa-Gedenkstätte wird es noch einmal etwas anstrengend und felsig beim Anstieg nach Glockscheid. Vom Kloster St. Marienhaus, dem Ziel der Etappe hat man einen traumhaften Blick ins Wiedtal. Unbedingt sehenswert sind der Schöpfungspfad und der Kräutergarten der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Von Rengsdorf starten außerdem die beiden Klosterweg-Schleifen „Rengsdorfer Panoramaweg“ (14,8 Kilometer) und „Laubach-Kelten-Tour“ (12,1 Kilometer), die als Rundtouren angelegt sind. Beide beginnen ebenfalls an der St. Kastor-Kapelle in Rengsdorf.

Weitere Informationen:
Westerwald Touristik-Service, Kirchstraße 48 a, 56410 Montabaur, Telefon: 02602/30010, www.westerwald.info

Hunsrückdom und weite Aussichten

Es ist oft so, dass die kleinen Orte, deren Namen man noch nie gehört hat, von allerschönster Landschaft umgeben sind. Das trifft besonders auf den Hunsrück zu, der viele solche Dörfer hat, die wie von einem Landschaftsmaler in die Natur platziert sind. Viele Traumschleifen rund um den Saar-Hunsrück-Steig haben solche beschaulichen Orte zum Ziel.


Eine davon ist die Traumschleife „Domblick“. Sie führt im Naturpark Soonwald-Nahe auf abwechslungsreichen Wegen durch felsige Abschnitte und über weite Wiesen durch das Simmerbachtal. Der Simmerbach schwingt sich in Bögen durch das Tal bis zum Fuße des Felsplateaus auf dem der weithin sichtbare Hunsrückdom St. Christophorus in Ravengiersburg steht. Die „Heimat“-Filme von Edgar Reitz haben den Hunsrückdom berühmt gemacht. Über der Landschaft thront er allerdings schon seit dem 10. Jahrhundert. Zunächst als Burg gebaut, wurde er im Mittelalter Klosteranlage. Sie überdauerte mit ihren 42 Meter hohen Doppeltürmen die Zeit. Die Unversehrtheit und Geschlossenheit des architektonischen Ensembles machen den Hunsrückdom heute zu einem der bedeutendsten Bauwerke des 12. und 13. Jahrhunderts zwischen Nahe, Mosel und Mittelrhein.


Die 13,1 Kilometer lange Wandertour, die festes Schuhwerk erfordert, aber auch für Familien mit Kindern geeignet ist, beginnt am Hotel Bergschlößchen vor den Toren von Simmern. Die eigentliche Rundtour beginnt erst nach 3,7 Kilometern in Ohlweiler. Von hier geht es auf schmalem Pfad auf den Eselsberg und zu schönen Ausblicken über das Simmerbachtal. Nächstes Ziel sind der Ort Belgweiler und der unverstellte Blick auf den Hunsrückdom. Am Ortsrand von Oppertshausen vorbei geht es über Schönborn zurück zum Ausgangspunkt.

Weitere Informationen:

Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, 55483 Hahn-Flughafen, Telefon: 06543/507700, www.hunsruecktouristik.de

Glockenklang in der Burg

Die Gemeinde Greifenstein liegt am östlichen Abhang des Westerwaldes im Lahn-Dill-Kreis und verdankt ihren Namen der Burg im gleichnamigen Ortsteil. In der im 13. Jahrhundert erbauten Burg gibt es mit der „Glockenwelt“ ein einzigartiges Museum. Mit fast 100 Glocken lädt es zu einem Gang durch die tausendjährige deutsche Glockengeschichte ein. Dabei kann man die Glocken nicht nur sehen, sondern auch hören, wie unterschiedlich sich der Klang der Glocken in den Jahrhunderten entwickelte. Per Glockenschlag illuminiert ein „Klangwellenbild“ die Kuppel des Museums.


Über einen MP3-Player mit Glockenklängen aus aller Welt lernen die Besucher auch die Glockenmelodien ferner Länder und anderer Kulturen kennen. Von der Kirchenglocke über die Kuhglocke bis zur Feuerwehrglocke kann man die Glocken selbst zum Klingen bringen. Die Glockenmäuse Bim & Bam begleiten die kleinen Besucher spielerisch auf ihrer Suche nach dem Geheimnis der Glockenklänge und -geschichten. In einer nur für kleine Besucher erreichbaren Nische gibt es unter anderem ein Röhrenglockenspiel und ein Klangmemory.


Auf dem Burggelände befindet sich auch eine der wenigen Doppelkirchen Deutschlands, die Barockkirche und die Katharinenkapelle. Noch heute wird in der Barockkirche jeden Sonntag Gottesdienst gehalten. Auch viele Paare geben sich im geschichtsträchtigen Ambiente das Ja-Wort. An der Gestaltung der Barockkirche waren mehrere Künstler beteiligt. Einer von ihnen, Jan de Paeren aus den Niederlanden, schuf die ikonografische Stuckdekoration. 1462 entstand die Katharinenkapelle als Wehrkirche im gotischen Stil. Seltene Fresken und Schießscharten geben der heute unterirdisch gelegenen Kirche ihre Prägung.

Weitere Informationen:
Greifenstein-Verein e. V., Talstraße 19, 35753 Greifenstein, Telefon: 06449/6460. www.burg-greifenstein.de

Die Burg hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Restaurant „Zum Burggewölbe“ ist von Dienstag bis Samstag ab 11 Uhr geöffnet, Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt in die Burg Greifenstein, Glockenwelt und Doppelkirche kostet für Erwachsene 4 Euro, für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren 2 Euro. Eine Burgführung dauert rund 1,5 Stunden.

Ein Pfad voller Energie und Erlebnis

Direkt am Hunsrück-Mosel-Radweg befindet sich am Ortsrand von Mannebach das Erlebnisfeld, auf dem man nicht nur eine einmalige Aussicht auf die Landschaft hat, sondern auch das Sehen, Hören und Riechen neu entdecken kann.


Der Förderverein Erlebnisfeld Mannebach e.V. hat nun mit dem neu eröffneten Mannebächer Energie-Natur-Pfad das Erlebnisfeld Mannebach und die Nahwärmeversorgung durch das Biomasseheizkraftwerk auch in das touristische Konzept des Premiumwanderweges Saar-Hunsrück-Steig eingebunden.


Der Saar-Hunsrück-Steig wird nach seiner Verlängerung bis zum Rhein ab Frühjahr 2015 auch durch Mannebach führen. Start und Ziel des Energie- und Naturpfades ist das Erlebnisfeld mit den nach Hugo Kükelhaus gestalteten Stationen. Dazu gehören zum Beispiel eine Wasserklangschale, Summ- und Klangsteine, Windharfe, Klangorgel, Kletterwackelstein, Partnerschaukel sowie Drehscheiben, die verblüffende optische Effekte bewirken.


Hugo Kükelhaus (1900-1984) war Tischler, Künstler und Pädagoge und wurde mit dem von ihm entwickelten Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne bekannt. Der Pfad führt über eine Streuobstwiese als Beispiel für eine traditionelle Dorfumrandung und Obstlieferant, zu einer Benjeshecke und über eine Bienenweide zum Dorfkern sowie zur Biomasse-Heizzentrale. Dort gibt es einen Rastplatz und Informationen über das regenerative Nahwärmenetz Mannebach.


Weiter geht es vorbei am „Alten Wasserbehälter“ zum Hunsrück-Eifel-Aussichtspunkt, zum Kirschbaumsolitär, zur Kurzumtriebsplantage für schnell wachsende Bäume und zu einem Schieferaufschluss. Bevor der Pfad an seinem Ausgangspunkt endet, erfährt man an der Wiesenquellmulde wie die Hunsrücker Bäche entstehen. Übers Jahr verteilt finden viele Veranstaltungen und Führungen statt. Ein Termin ist im Rahmen der Aktionswoche der Energieagentur RLP der 21. September, 13 Uhr. Das Erlebnisfeld ist ganzjährig geöffnet und der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:
Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, 55483 Hahn-Flughafen, Telefon: 06543/507700 und www.erlebnisfeld-mannebach.de

Unterwegs in der „Stadt unter der Stadt“

Bekannt ist die Stadt am Oberrhein als Heimat des deutschen Weinbaumuseums, aber der oberflächliche Eindruck trügt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Kellersystem, das erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurde, führt bis zu fünf Stockwerke in die Tiefe. Ein Spaziergang durch die Weinstadt offenbahrt jedoch zuerst die schönen, fast malerischen Seiten Oppenheims. Kleine Gassen und der historische Marktplatz prägen das Stadtbild. Tief unter der historischen Altstadt schlängeln sich die jahrhundertealten Gänge des Oppenheimer Kellerlabyrinths. Sie erzählen die Geschichte der Stadt: Schon in früheren Zeiten war das 1225 zur freien Reichsstadt erhobene Oppenheim für Kaufleute und Händler aus aller Welt ein attraktiver Umschlagplatz.


So kam es, dass der Lagerplatz knapp wurde. Eine Erweiterung der Stadt in die Breite war jedoch nicht möglich, ohne den Schutz der natürlichen Lage zwischen Rheinufer und Hügeln aufzugeben – daher erweiterte man sie kurzerhand in die Tiefe. So entstanden zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert Gänge, Kammern und Säle der "Stadt unter der Stadt", die als Lagerraum für Handelswaren genutzt wurden. Aufgrund der gleichbleibend niedrigen Temperaturen dienten die entstandenen Räume im Mittelalter auch zur Konservierung von Lebensmitteln und als idealer Lagerort von Wein und Bier. Neben dem Weinanbau, der in Oppenheim schon früh Tradition hatte, war die Stadt zudem im Besitz des Brauchrechts.


Heute können die Gänge des Kellerlabyrinths besichtigt werden – verschiedene Führungen und Veranstaltungen wie das Oppenheimer Untergrunddinner lassen die Mythen vergangener Zeiten wieder auferstehen. Über der Altstadt Oppenheims thront die Katharinenkirche: das imposante Gebäude gilt als das größte gotische Bauwerk zwischen Kölner Dom und dem Straßburger Münster. Die Burgruine Landskron vor den Toren der Stadt entführt in die Zeit von Rittern und Burgfrauen. Die Maueröffnungen gestatten einen weiten Blick ins Rheintal. Im Sommer sind hier die Oppenheimer Theater-Festspiele fest etabliert.
Offene Führungen im Oppenheimer Kellerlabyrinth finden samstags um 11.45, 12, 13.30 und 14 Uhr statt. Sonntags und Feiertags kann die Unterwelt in mehreren Führungen zwischen 11.30 und 15.45 Uhr erkundet werden. Erwachsene zahlen pro Person 7,50; Kinder zwischen 5 und 16 Jahren 4 Euro. Eine telefonische Anmeldung im Vorfeld ist unbedingt notwendig.

Weitere Informationen:
Oppenheim Tourismus GmbH, Merianstraße 2 a in 55276 Oppenheim, Tel.: 06133 4909-19 oder -14. http://www.stadt-oppenheim.de/thema/tourismus/

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