Gastlandschaften Rheinland-Pfalz

Frühe Reformationsgeschichte in Rhens

Mit der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen kam die Verbreitung der Reformation schon früh in Rhens an. Die Stadt wurde 1528 sozusagen zwangsweise zum evangelischen Glauben verpflichtet. „Cuius regio, illius religio“ – diese lateinischen Worte (Wes der Fürst, des der Glaub), beschreiben die damals, seit dem Augsburger Religionsfrieden festgehaltene Praxis, dass der Fürst eines Landes dessen Religion bestimmen durfte.

Reformation und Katholizismus in Rhens

1553 gab es einen Versuch, den Katholizismus in Rhens wieder einzuführen. Der hessische Landgraf war während des Schmalkaldischen Krieges in Gefangenschaft geraten und der Kölner Erzbischof sah seine Chance gekommen. Die Umsetzung gelang jedoch nicht und in den Kirchenordnungen aus den Jahren 1566 und 1574 wurde jeweils eine Bestätigung der evangelischen Konfession bekräftigt.

Da die Stadt von katholisch geprägten Gebieten umgeben war und auch die Einwohner ihre Volksfrömmigkeit weiter katholisch pflegten, verfügte Landgraf Moritz 1617 einen Bildersturm und sämtliche Heiligenbilder und Kruzifixe mussten aus der Kirche in Rhens entfernt werden. Ab 1630 wurde eine systematische Rückkehr zum Katholizismus befördert und 1685 verließ der letzte evangelische Pfarrer die Stadt. Bereits in den Jahren davor hatte man den Protestanten die Niederlassung in Rhens verwehrt.

Quelle: www.reformation-rlp.de/orte.html