Gastlandschaften Rheinland-Pfalz
  • Bacharach am Romantischen Rhein
    Wernerkapelle (rechts) in Bacharach am Romantischen Rhein

Auswirkungen der Reformation in Bacharach

In der gesamten Kurpfalz und in Bacharach wurde 1545 durch den Pfalzgrafen Friedrich II. die Reformation angestoßen. Bacharach ist ein Ort, der durch den Weinhandel reich geworden ist und welcher lange der Kuratel des Andreasstifts in Köln unterlag. Von Seite des Andreasstifts war kein geistiger Beistand zu erwarten. Als Wallfahrtsort war Bacharach äußerst beliebt, aber die Reformation führte dazu, dass die Fahrten zur Wernerkapelle eingestellt wurden. Als Karl V. mit dem Augsburger Interim versuchte, die bereits fortgeschrittene Kirchenspaltung wieder rückgängig zu machen, gingen einzelne Kirchen und damit ihre Einnahmen wieder an das Andreasstift in Köln.

Nach 1555 kam mit Kurfürst Ottheinrich ein Landesherr an die Macht, der die reformatorische Lehre unterstützte. Das brachte die Kölner dazu, ihren Kirchenbesitz in Bacharach an die Kurpfalz zu verkaufen. Die Stadt folgte der Religion des Kurfürsten und behielt für die kommenden Jahre den evangelischen Glauben bei.

Glaubenskonflikte in Bacharach

Durch die spanische Besetzung während des Dreißigjährigen Krieges setzte sich der Katholizismus in Bacharach wieder durch. Dennoch konnten die Gemeinschaften der Reformierten und Lutheraner im 17. Jahrhundert weiter bestehen. Beide Religionen hielten simultan ihre Gottesdienste in einer Kirche ab. Erst mit der Religionsdeklaration in Düsseldorf, die vollkommene Gewissens- und Glaubensfreiheit sicherte, kehrte in Bacharach Frieden ein und die Auseinandersetzungen um die Religionsausübung hörten auf. Die weithin sichtbare Ruine der Wernerkapelle steht heute als mahnende Erinnerung für einen toleranten Umgang der Religionen miteinander.

Wernerkapelle | Bacharach

Gotische Kirchenruine von 1293 in malerischer Ansicht. Ihr Bau geht auf die Wernerlegende zurück, die den Ort als Wallfahrtsstätte berühmt machte....

Quelle: www.reformation-rlp.de/orte.html